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Im Test! Crash Bandicoot 4: It’s About Time für Nintendo Switch

TitelCrash Bandicoot 4: It’s About Time
Japan12. März 2021
Activision
Nordamerika12. März 2021
Activision
Europa12. März 2021
Activision
SystemPlayStation 4, Xbox One, PC, Nintendo Switch
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerToys for Bob
GenresJump ’n’ Run
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Nachdem das vielleicht beliebteste Beuteltier der Welt, Crash Bandicoot, mit der N.-Sane-Trilogie seine Premiere auf Nintendos Hybridkonsole feiern durfte, war die Spannung natürlich groß. Gelingt dem vierten Teil, nach seinem Konsolen-Debüt im letzten Jahr (hier unser Test), der ganz große Port-Sprung ebenfalls? Zum Glück haben es Toys for Bob auch dieses Mal geschafft und geben den Fans die Möglichkeit, auch unterwegs zu springen, zu rennen, zu wirbeln und unzählige Male in den Abgrund zu stürzen!

Wichtigstes natürlich zuerst: „Crash Bandicoot 4: It’s About Time“ läuft mit einer Handvoll Ausnahmen auch auf Nintendo Switch in 30 Bildern pro Sekunde. Die wenigen Einbrüche der Framerate tauchen meist in den vielen kleinen Zwischensequenzen auf, was natürlich negativ auffällt, so zum Glück jedoch dem Gameplay-Fluss nicht zu oft schadet. Ganz ohne Framerate-Einbrüche geht es während der Jump-’n’-Run-Passagen aber leider auch nicht.

Kanten, Körnung und kleines Downgrade

Was dieser Version optisch jedoch eindeutig schadet, ist das auffällige visuelle Downgrade. Vor allem von der knackigen Schärfe der anderen Konsolen-Versionen, die dem Spiel einen Pixar-ähnlichen Look verliehen hat, fehlt auf Nintendo Switch jede Spur. Viele Kanten und unscharfe Linien nagen an einem der größten Pluspunkte von Crash Bandicoot 4.

Zudem sorgt die Kombination mit dem deutlich dunkleren Farbton dafür, dass die liebevoll gestalteten Areale nicht im besten Licht dargestellt werden. Das fällt natürlich besonders im Handheld-Modus auf, wenn die Kamera etwas weiter aus dem Spielgeschehen gezogen wird, sich somit noch mehr Details auf dem Bildschirm tummeln und sie alle kantig und unscharf gezeigt werden.

Daher bieten sich auf Nintendo Switch die anderen Charaktere weitaus mehr an als Crash selbst, der mit seinen warmen Hauttönen oft im Hintergrund verschwindet. Je greller und auffälliger das Design, desto einfacher ist es, mit den Augen zu folgen. Und jetzt stellt sich jeder die uralte Frage: Sind diese sofort ins Auge stechenden, grafischen Downgrades den Release auf Nintendo Switch wert? Und meine Antwort auf diese Frage ist immer wieder dieselbe: absolut ja!

Give me your hand(held)

»Sind die sofort ins Auge stechenden, grafischen Downgrades den Release von Crash Bandicoot 4 auf Nintendo Switch wert? Absolut ja!«

Die Natur der einzelnen kurzen Levels sowie der eigentliche Sinn des Spiels, nämlich die 100 % in jedem dieser Level zu erreichen, sind wie gemacht für den schnellen Ein- und Ausstieg. Während man zu Hause im Docked-Modus die Story bewundert, kann man unterwegs dann seinen Zwängen nachgehen und jedes noch so kleine Geheimnis in den Arealen aufdecken.

Und wenn es hin und wieder zum sehr wahrscheinlichen Rage-Quit kommt, dann wird der Handheld einfach beiseitegelegt und innerhalb weniger Sekunden ist man nach der bitter nötigen Auszeit wieder genau da, wo man ausgestiegen ist. Das klappt selbstverständlich auch auf den anderen Konsolen, jedoch deutlich unhandlicher.

Der Cortex, der Cortex und der Tropy, Tropy, Tropy, Tropy

Es kommt nicht häufig vor, dass Geschichten, die vor mehr als zwei Dekaden erzählt wurden, wieder nahtlos aufgegriffen werden. Aber bei Crash Bandicoot 4: It’s About Time hat man sich für genau dieses Vorgehen entschieden. In diesem Fall eindeutig keine schwere Aufgabe, da der letzte Teil einen krönenden Abschluss fand und Maskottchen-Plattformer noch nie für ihre ausufernden Erzählungen und scharf geschriebenen Dialoge bekannt waren.

Mithilfe der Maske Uka-Uka schaffen es die beiden Bösewichte Dr. Neo Cortex und Dr. Nefarious Tropy aus ihrem Gefängnis zu entfliehen und versuchen einmal mehr genau dasselbe zu machen, was sie jeden Abend machen: nämlich die (Multi-)Weltherrschaft an sich zu reißen.

Um das zu verhindern, muss die anthropomorphe Helden-Truppe bestehend aus Crash, seiner Schwester Coco sowie Dingodile und Tawna alle Quantum-Masken finden und sie befreien. Denn diese bergen die Gefahr, das gesamte Multiversum zu zerstören. Es folgt eine wilde Jagd mit viel Slapstick und dramatischen Auftritten (vor allem aus dem Lager der Bösewichte), die allesamt sowohl nostalgisch als auch modern wirken.

Die deutsche Synchronisation und der Charme, den sowohl die Helden als auch die Bösewichte versprühen, versetzen einen sofort in die Kindheit zurück, als man noch mit großen unschuldigen Augen versucht hat, die Welt zu retten. Die optische Qualität und die wirklich gelungenen Animationen, trotz merklicher Abzüge auf Nintendo Switch, wirken absolut zeitgemäß und bringen so eine fantastische Symbiose aus Technik und Artdesign zustande.

Never change a crashing team

»Die deutsche Synchronisation und der Charme, den sowohl die Helden als auch die Bösewichte versprühen, versetzen einen sofort in die Kindheit zurück.«

Beim Gameplay hat man sich für die alte Phrase „never change a winning team“ entschieden, auch wenn das Team schon über 20 Jahre auf dem Buckel hat. In einer wilden Mischung aus 2D- und 3D-Abschnitten springt, wirbelt und stirbt man im Dauerakkord, um Kisten zu zerstören und an die süßen Früchte darin zu gelangen. Der obligatorische Sprint in Richtung Bildschirm fehlt dabei auch hier nicht.

Das Ziel ist immer dasselbe – bis zum Ende zu überleben. Aber das eigentliche Ziel ist es, alle Zusatzmissionen zu erfüllen und die bittersüßen 100 % in jedem Level zu erreichen. Um diese alte Formel ein wenig zu modernisieren, besitzen die neuen Charaktere ganz eigene Fähigkeiten und die Quantum-Masken bringen mit ihren Realitäts-verändernden Kräften auch ein wenig Würze in das alte Rezept.

Wenn man sich trotz der kleinen Neuerung jedoch so auf ein altes Gameplaykonzept verlässt, hat das jedoch nicht nur Vorteile. Schon immer hatte die Crash-Serie Probleme mit der etwas hakeligen Steuerung, den unsicheren Hitboxen und der damit zusammenhängenden Präzision, die oft gefordert wird. Daran hat sich beim neusten Ableger auch nichts geändert.

Viel Zusatz und ein großer Kompromiss

Da sich Nostalgie bekanntlich gut verkauft, gibt es neben den persönlichen Verbindungen mit Design, Sound und Gameplay auch komplette Nostalgie-Level, die im alten Design durchgespielt werden.

Ein Testament dafür, wie weit die Videospielindustrie in den letzten 20 Jahren gekommen ist. Zumindest technisch, da, wie oben beschrieben, nicht allzu viel am Gameplay verändert wurde. Zudem gibt es kleine Zusatz-Areale und Missionen zu bestreiten, die sich jedoch nie zu weit von der eigentlichen Formel wegbewegen.

Zum Schluss muss noch zugegeben werden, dass aufgrund der seltenen FPS-Einbrüche und der körnigen Optik die 100 % etwas härter und mit mehr Frust erkämpft werden müssen als auf den anderen Konsolen.

Switch’s About Time

Um es kurz zu machen: Wer Crash vor 20 Jahren schon mochte oder wer der N.-Sane-Trilogie etwas abgewinnen konnte, wird mit Crash Bandicoot 4: It’s About Time definitiv seinen Spaß haben. Allen, die sich nicht zu diesen Gruppen zählen, wird es auch dieser Ableger nicht leicht machen, etwas daran zu ändern.

Denn am Crash-Grundgerüst hat sich nach all diesen vielen Jahren nur wenig geändert. Die moderne Optik, die epischen Bosskämpfe und die neuen Fähigkeiten bauen das ganze System sinnvoll aus und machen richtig Spaß. Aber an der etwas starren Steuerung und der nicht ganz so optimalen Präzision ändern sie leider nicht viel. Die dutzenden Nebenmissionen, nostalgischen Ausflüge und unzähligen Früchte lassen einen aber gerne darüber hinwegblicken.

Trotz der vielen modernen Erweiterungen erinnert das Spiel dennoch an eine ganz andere Zeit und selbst wenn die Switch-Version sowohl optisch als auch spielerisch nicht die beste Plattform für das Erlebnis ist, so habe ich jede Sekunde unterwegs mit Crash genossen.

 

Story

Die Bösewichte brechen aus dem Gefängnis aus und wollen die Herrschaft des Multiversums an sich reißen. Als Prämisse genau das Richtige für eine spannende Hetzjagd durch die verschiedensten Welten. Aber es bleibt bei der üblichen Maskottchen-Kost.

Gameplay

Trotz verschiedener Charaktere mit neuen Fähigkeiten und Quantum-Masken bleibt alles beim Alten. Die kreativen und liebevoll designten Arenen begeistern, aber etwas mehr Präzision hätte man sich schon gewünscht.

Grafik

Modernes Design, das auf Nintendo Switch unter starkem Kantenflimmern, verwaschenen Texturen und weniger kräftigen Farbtönen leidet. Trotzdem begeistern das Artdesign und die flüssigen Animationen auch hier.

Sound

Die verschiedenen Synchronisationen sind durchweg gut gelungen und der Soundtrack versprüht einen starken nostalgischen Charme. Die bekannten Soundeffekte tragen dazu natürlich einen großen Teil bei.

Sonstiges

In etwa 10 Stunden hat man die Geschichte durch. Die unzähligen Zusatzlevel und die 100 % werden jedoch ein Vielfaches der Zeit benötigen. Besonders bei der eindeutig technisch schwächeren Switch-Version.

Bildmaterial: Crash Bandicoot 4: It’s About Time, Activision, Toys for Bob

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