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Im Test! Yakuza: Like a Dragon

TitelYakuza: Like a Dragon
Japan16. Januar 2020
Sega
Nordamerika10. November 2020
Sega
Europa10. November 2020
Sega
SystemPlayStation 5, Xbox Series X, PlayStation 4, Xbox One, PCs
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerRyu Ga Gotoku Studio
GenresJRPG
Texte
Deutschland Nordamerika
VertonungNordamerika Japan

Die ‚Yakuza’-Serie blickt mittlerweile auf eine stolze Karriere zurück, die 2005 ihren Anfang nahm. Während die Reihe von Beginn an (wenn auch mit Verspätung) im Westen veröffentlicht wurde, geriet sie nach zahlreichen Ablegern erst mit ‚Yakuza 0‘ in den Fokus eines größeren, westlichen Publikums. Mittlerweile erfreut die Kultserie zahlreiche japanische wie westliche Fans, die die dramatischen Geschichten um Ehre, Macht und Verrat in der japanischen Unterwelt lobpreisen. Umso beachtlicher also, dass das ‚Ryu Ga Gotoku Studio‘ dem neuesten Ableger nun einen mutigen Neuanstrich verpasst. Neuer Protagonist, neue Stadt, neues Kampfsystem – neues Spiel? Erfahrt es in unserem Test.

Bühne frei für Kasuga Ichiban

‚Like a Dragon‘ eröffnet die Bühne für einen gänzlich neuen Protagonisten. Wir folgen nicht länger Kiryu Kazuma, dem stoischen Ehrenmann mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn. Stattdessen widmen wir uns nun einem neuen Helden und schlüpfen damit in die Rolle von Kasuga Ichiban. Dieser teilt sich den unnachgiebigen Sinn für Gerechtigkeit mit seinem Vorgänger, kommt dabei aber um einiges geselliger daher. Und das, obwohl er allen Grund dazu hätte, mit deutlich finsterer Miene durch das Leben zu schreiten.

Wenn der motivierte Nachwuchs-Yakuza Ichiban hier nur wüsste, was ihm noch blüht.

Wir lernen Ichiban nämlich als jungen und enthusiastischen Fußsoldaten der Arakawa-Familie kennen. Die Frohnatur hegt immensen Respekt für den Patriarchen der Familie und sieht sich bei ihm in einer Lebensschuld. Schon bald erhält er die Chance, diese zu begleichen. Es kommt nämlich zu einem Mordfall und Patriarch Arakawa bittet den Nachwuchs-Yakuza, die Schuld auf sich zu laden, um den wahren Täter zu schützen. Eine Bitte, der Ichiban stolz und ohne zu zögern nachkommt. Im Folgenden bringt er stolze 18 Jahre im Gefängnis zu. Eine Zeit, durch die ihn seine eiserne Loyalität zur Arakawa-Familie trägt, bis er 2019 wieder auf freien Fuß kommt.

Wieder unter freiem Himmel muss Ichiban allerdings feststellen, dass die Welt, an die er sich 18 Jahre lang hoffnungsvoll klammerte, so nicht mehr existiert. Die Ereignisse überschlagen sich und schon bald findet sich der desillusionierte und mittlerweile über 40-jährige Ex-Yakuza ziellos in Yokohama wieder. Keine rosige Lebensbilanz.

Wie gut aber, dass sich Ichiban nicht lang beirren lässt. Stattdessen nimmt er seine sonnige Natur in die Hand und stürzt sich wenig später mit neuen Kameraden in seine ganz eigene Heldenreise. Und das darf man ruhig wörtlich nehmen.

Ich wär’ so gern ein Held

Ichibans Abenteuer orientiert sich im Kern nämlich durchaus an vergangenen Yakuza-Kapiteln, geht aber sowohl inhaltlich als auch gameplaytechnisch teils deutlich andere Wege. Der Charakter unseres gut gelaunten, neuen Protagonisten gibt dabei den Ton an. Ichiban wurde als Kind nämlich schwer vom Kult-Rollenspiel ‚Dragon Quest‘ inspiriert und der Traum, ein Held zu werden, schlummert noch immer in ihm. Und ebendieser Umstand überträgt sich auch auf das Gameplay. Kenner der Reihe dürften sich, wie bereits angedeutet, gleich wie Zuhause fühlen. Immerhin folgt ‚Like a Dragon‘ grundlegend demselben Gameplay-Loop wie schon seine Vorgänger. Wir tragen nach wie vor wahlweise die Handlung durch Hauptaufgaben voran, oder stürzen uns – auch dieses mal wieder – in zahlreiche Nebenquests und -aktivitäten. Und während all dem gilt es natürlich wieder regelmäßig, allerlei Schergen die Seele aus dem Leib zu prügeln.

Eben hier setzte das ‚Ryu Ga Gotoku Studio‘ nun jedoch mit dem Skalpell an und sorgt damit für einschneidende Veränderungen im Kampfsystem. Ein mutiges Unterfangen, gilt dieses doch als Herzstück der Reihe, das sich größter Beliebtheit im Kreise der Fans erfreut.

»Yakuza: Like a Dragon setzt nicht länger auf das Brawler-Kampfsystem seiner Vorgänger. Immerhin stellt sich Ichiban seine Konfrontationen wie in seinem Lieblings-Rollenspiel Dragon Quest vor.«

Aber was heißt das konkret? Yakuza: Like a Dragon setzt schlichtweg nicht länger auf das Brawler-Kampfsystem seiner Vorgänger. Immerhin stellt sich Ichiban – fantasievoll wie er ist – seine Konfrontationen wie in seinem Lieblings-Rollenspiel Dragon Quest vor. Das bedeutet: Anstatt die Birnen unserer Widersacher aktiv weichzuklopfen, verteilen wir ab sofort rundenbasiert Veilchen. Ganz im Stile klassischer JRPGs wählen wir nun die Kampfaktionen unserer Gruppe aus, ehe diese automatisiert losschreitet, um die entsprechenden Befehle umzusetzen. Kann das funktionieren? So viel sei an dieser Stelle schon mal verraten: absolut!

Prügelspaß in neuem Gewand

Wie schon angedeutet, ziehen wir nicht länger als einsamer Wolf durch die Straßen. Ichiban schart recht fix charmante Charaktere um sich, die ihn nicht nur auf seiner Reise begleiten, sondern auch im Kampf treu zur Seite stehen. Gefechtssituationen werden dabei ganz ähnlich wie in vergangenen Ablegern eingeleitet. Treten wir in den Sichtradius feindlich gesinnter Schergen, wechseln wir nach einer (angenehm kurzen) Ladezeit in den Kampfmodus.

Hier umtänzeln sich unsere StreiterInnen und Feinde, bis wir entsprechende Befehle vorgeben – eine Echtzeit-Komponente gibt es nicht. Je nach Charakter (und seiner Klasse – aber dazu später mehr) können wir Rollenspiel-typisch von unterschiedlichen Fähigkeiten Gebrauch machen. Wir schlagen unseren Kontrahenten etwa unverblümt mit der ausgerüsteten Waffe die Kauleiste ein, oder greifen auf Magie-ähnliche Skills zu. Diese fallen natürlich der Serie entsprechend humorvoll aus. Wir bewerfen Feinde beispielsweise mit Brotkrumen, die einen Taubenanschlag provozieren, lassen sie mit einem beherzten Rülpser vor Ekel erstarren oder senken ihren Angriff mit einem inspirierenden Song für den Weltfrieden.

Unsere Fähigkeiten können dabei einzelne Gegner in den Fokus nehmen oder ganze Gruppen beeinflussen. Holen wir etwa zum Baseball-Rundumschlag aus, können wir besonders verheerenden Schaden anrichten, wenn wir einen Feind anvisieren, der sich im Kreis seiner Verbündeten befindet. Zudem gilt es, die Schwächen unserer Feinde gekonnt zu unserem Vorteil auszunutzen, um ausgeteilten Schaden zu maximieren. Ferner spielt auch die Positionierung unserer Gegner eine Rolle im Gefecht. Steuern wir etwa einen Feind an, der sich hinter seinen Kollegen verschanzt hat, kann es sein, dass diese unseren Angriff vereiteln. So entstehen nach einem behutsamen Start vor allem in späteren Spielabschnitten anspruchsvolle Gefechte, in denen wir genau über unsere Züge nachdenken. Und das weiß zu begeistern.

Für einen beherzten Dropkick ist natürlich auch im JRPG-Yakuza Platz.

Wer übrigens die Befürchtung hegt, dass sich die Kämpfe zu ausufernd gestalten könnten, darf beruhigt sein. Diese nehmen nämlich trotz Genrewechsel nicht mehr Zeit in Anspruch als in vergangenen Yakuza-Titeln.

In Rollenspiel-Manier durch Yokohama

Gewonnene Kämpfe versorgen uns mit Erfahrungspunkten, die uns im Level aufsteigen lassen und damit auch unsere Werte verbessern. Unsere KämpferInnen wachsen aber auch konsequent in ihre Klassen rein und lernen neue Fähigkeiten durch das Verdreschen von Feinden – und zwar durch den Erhalt von Job-Punkten. Ja richtig, wir schreiten nämlich selbstredend nicht als Ritter, Weiß- und Schwarzmagier durch die Straßen von Yokohama (auch wenn es sich Ichiban sicher so vorstellt). Stattdessen schlüpft unsere Gruppe in die Rollen von Bodyguards, Handwerkern, Köchen, Hostessen und mehr. Haben wir von einem Job genug, zieht es uns folgerichtig zur Arbeitsvermittlung, wo wir unsere Gruppe kurzerhand neu ausrichten. Das Experimentieren bei der Kombination von verschiedenen Berufen (und ihren Fertigkeiten) innerhalb der Truppe gestaltet sich dabei sehr unterhaltsam.

Außerdem statten wir unser Team nach und nach mit Ausrüstung aus, sei es aus versteckten Safes erbeutet oder von einem der zahlreichen Shops erworben. Diese verbessern wir ferner bei der Handwerkerin unseres Vertrauens, indem wir sie mit den nötigen Rohstoffen versorgen. So sind wir gewappnet, wenn es uns in feindliches Gebiet zieht, welches auch gern mal in typischer Dungeon-Struktur präsentiert wird. Und natürlich treffen wir im Verlauf der Handlung neben zahlreichem Kanonenfutter auch auf robuste Bossgegner, die unser taktisches Kalkül im Kampf fordern.

Zu praktisch, dass wir uns im Vorfeld die Bäuche in zahlreichen Restaurants vollschlagen können. Je nach Kombination unserer Menüs fördern wir Gespräche mit unserer Gruppe und erhalten praktische Boni auf unsere Werte. So starten wir gestärkt in die nächste Keilerei. Machen uns besonders hartnäckige Feinde dann immer noch Probleme, rufen wir unsere Poundmates zur Hilfe. Ganz im Stile von ‚Final Fantasy‘ beschwören wir so Verbündete, die uns im Kampf mit einer mächtigen Attacke unter die Arme greifen. Selbstverständlich dürft ihr auch hier mit allerhand verrückten Auftritten rechnen – aber das dürft ihr gern selbst herausfinden.

Eine Verbeugung vor den Genre-Größen

Apropos ‚Werte’: Auch abseits des Kampfes integriert ‚Like a Dragon‘ bekannte RPG-Mechaniken. Neben den gängigen Charakterwerten wie Angriff, Verteidigung, Magie, Geschicklichkeit und mehr, die sich mit Stufenanstiegen verbessern, verfügt Ichiban etwa über diverse Persönlichkeitspunkte. Im Verlauf des Spiels steigern wir Attribute wie Charisma, Leidenschaft oder Stil. Das passiert, indem wir Nebenaufgaben erledigen, Gespräche mit unseren KameradInnen führen oder gar Kurse an der Abendschule absolvieren. Und das ist auch nötig, denn ähnlich wie in den ‚Persona‘-Spielen werden unsere Persönlichkeitswerte hin und wieder abgefragt, ehe wir eine entsprechende Aktion durchführen können oder Zugang zu einem Ort erhalten.

Ferner vertiefen wir die Bindung zu unseren KameradInnen, indem wir bei einem Drink in der Bar über ihre Probleme sprechen. Das gibt nicht nur zusätzliche Einblicke in die Persönlichkeiten unserer Gruppenmitglieder, sondern bringt auch Boni wie zusätzliche Fertigkeiten mit sich.

Und natürlich ist auch der Yakuza-typische Schabernack prominent vertreten. Wir archivieren beispielsweise Feindbegegnungen in unserem Sujidex. Die Ergebnisse präsentieren wir in regelmäßigen Abständen einem Sujimon-Forscher, der uns für unsere Sammelwut belohnt. Von solchen ulkigen Verbeugungen vor etablierten JRPG-Marken finden sich in Yakuza: Like a Dragon so einige. Wir stoßen regelmäßig auf Systeme, Ideen und Hommagen an bekannte Genrevertreter und das fühlt sich nie uninspiriert oder gar schamlos kopiert an. Im Gegenteil: Dem ‚Ryu Ga Gotoku Studio‘ ist es elegant und mit einem Augenzwinkern gelungen, die Yakuza-Marke mit dem Rollenspiel-Genre zu verschmelzen.

Hafenstadt statt Vergnügungsviertel

»Besonders gelungen gestaltet sich die für Yakuza neue Gruppendynamik. Unsere Verbündeten kommen allesamt charakterstark und mit eigenen Problemen und Motivationen daher.«

So frisch wie unser neuer Protagonist gestaltet sich übrigens auch der Spielplatz, in dem sich unser Abenteuer zuträgt. Wie eingangs erwähnt, verschlägt es uns in ‚Like a Dragon‘ vom mittlerweile überbesuchten Vergnügungsviertel Kamurocho ins schicke Yokohama. Die prächtige Hafenstadt braucht sich weder in Optik noch Umfang vor ihrem traditionsreichen Vorgänger zu verstecken. Yokohama präsentiert sich nämlich weitläufig und ähnlich umfangreich in seinen Möglichkeiten zum Zeitvertreib. Während die Stadt zu großen Teilen nicht so verrucht wie das gute, alte Kamurocho daherkommt, weiß sie allerhand schurkische Machtgeflechte unter der Oberfläche zu beherbergen.

Haupt-Schauplatz Yokohama muss sich visuell nicht vor seinen Vorläufern verstecken.

Startet unser Abenteuer zunächst nämlich noch recht ziellos und vordergründig von Ichibans Helferlust angetrieben, erkennen wir schon bald zahlreiche, finstere Verbindungen. Im Verlauf treffen wir ebenso auf neue Verbündete, wie wir mit diversen kriminellen Organisationen aneinandergeraten. Und das eine oder andere Wiedersehen mit alten Bekannten dürfen Fans vergangener Ableger auch erwarten. Kenntnis der Vorläufer ist allerdings nicht erforderlich, wenngleich belohnend.

Besonders gelungen gestaltet sich aber die für Yakuza neue Gruppendynamik. Unsere Verbündeten kommen allesamt charakterstark und mit eigenen Problemen und Motivationen daher. Das sorgt im Spielverlauf für viele ernste, einfühlsame und natürlich auch allerhand humorvolle Gespräche und Situationen, die eure GefährtInnen an euer Herz wachsen lassen. Auch abseits der vielen Prügeleien.

Ist das noch Yakuza?

Bei allen frischen Experimenten und Veränderungen darf man sich hier durchaus fragen, wie viel Yakuza noch in ‚Like a Dragon‘ steckt. Und während jeder mit sich ausmachen muss, ob ihm die Neuausrichtung zusagt, kann deutlich gesagt werden: ‚Like a Dragon‘ ist Yakuza durch und durch.

Während sich dieser Artikel auf die Neuerungen konzentriert, kann nur noch einmal unterstrichen werden, dass der neueste Ableger seinen Vorgängern im Kern sehr ähnlich ist. Die Handlung ist einmal mehr von dramatischen Themen wie Ehre, Intrigen und Machtspielen durchsetzt, während wir in den Nebengeschichten die gewohnt humorvolle Abwechslung erfahren.

Und natürlich können wir auch in ‚Like a Dragon‘ stets eine Auszeit von alldem nehmen. Sei es beim guten alten Karaoke, in den SEGA-Spielhallen oder neuen Minispielen wie dem Gang ins Kino, bei dem es gilt, Ichiban vor dem Einschlafen zu bewahren. Alternativ schwingen wir uns ins ‚Dragon Kart‘ und heizen im Klempner-Stil durch die Straßen von Yokohama.

Wem zudem der Sinn nach einer etwas anspruchsvolleren Nebenbeschäftigung steht, darf sich an einer neuen Simulation versuchen. Ganz im Stile vergangener Minispiele, wie der Verwaltung eines Hostess-Clubs oder der Tätigkeit als Immobilienmakler, versuchen wir uns dieses Mal als Unternehmer. Wir starten mit einem bescheidenen Pralinenladen, dessen Aktienrang wir zu steigern versuchen. Das erreichen wir mithilfe einer durchdachten Verwaltung des Tagesgeschäfts und indem wir Aktionären in regelmäßigen Versammlungen Rede und Antwort stehen. Im Verlauf erwerben wir immer weitere Unternehmen und steigen über kurz oder lang zum Großunternehmer auf.

Ihr merkt: Wie schon seine Vorgänger bietet ‚Like a Dragon‘ zahllose Inhalte, die auch neben der Handlung für jede Menge gute Laune sorgen. Auf jeden Aspekt einzugehen, würde schlicht den Rahmen sprengen. Fans der Vorläufer dürfen sich in jedem Fall auf ein mindestens genauso umfangreiches Yakuza-Abenteuer einstellen.

Technisch nicht makellos

Bleibt noch die Frage zu klären, wie Ichibans Reise technisch abschneidet. Grundlegend präsentiert sich Yakuza: Like a Dragon sehr solide, auch wenn es serientypisch hier und da etwas hölzern daherkommt. Während die Charaktermodelle beispielsweise begeistern, fallen Animationen und Interaktionen im Rahmen von Dialogen häufig steif aus. Gleiches gilt für das schicke Yokohama, das im Gesamtbild toll aussieht, solange man nicht auf Fehlersuche in den Details geht.

Auch spielmechanisch muss man über eine Handvoll kleiner Makel hinwegsehen. Ichiban steuert sich etwa recht schwammig. Das führt durchaus dazu, dass man in regelmäßigen Abständen gegen Türe, Wände, Gruppenmitglieder und Passanten donnert. Besonders in engen Räumlichkeiten kann eine schnelle Fortbewegung dadurch recht fummelig werden. In Kampfsituationen kam es zudem im Rahmen des Tests immer wieder mal vor, dass Gruppenmitglieder kurzzeitig in Sträuchern, Leitplanken oder Zäunen hängen blieben. Das schadet der Immersion aber nur marginal und sorgt vorrangig für amüsierte Schmunzler.

Sprachbarriere ade

»Durchaus erfreulich hervorzuheben ist die Implementierung deutscher Texte, die auch die letzte Sprachbarriere einreißen dürften. Diese gestalten sich sehr gelungen, wenngleich sich hier und da kleinere Fehler finden.«

Gewohnt klasse präsentiert sich hingegen die japanische Sprachausgabe des Titels. Die SprecherInnen überzeugen durch eine tolle Vertonung der Charaktere in allen Gemütslagen. Alternativ bietet ‚Like a Dragon‘ zudem eine solide, englische Tonspur. Diese unterstreicht die Atmosphäre des Titels aber nicht so gekonnt, wie die japanische Tonspur es tut. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die englische Vertonung befremdlicherweise nicht flächendeckend ist. Während unsere Gruppe und handlungsrelevante Figuren vertont wurden, brüllen uns Feinde trotz englischer Tonspur weiter auf Japanisch an. Gleiches gilt für eine Vielzahl von NPCs und Sprachfetzen, die man auf den Straßen aufschnappt. Seltsam, aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich ja nicht ins Maul.

Besonders erfreulich hervorzuheben ist die Implementierung deutscher Texte, die auch die letzte Sprachbarriere einreißen dürften. Diese gestalten sich sehr gelungen, wenngleich sich hier und da kleinere Fehler finden. Damit kann sich nun auch jeder an ‚Yakuza‘ heranwagen, der bislang noch Berührungsängste aufgrund der ausschließlich englischen Texte hatte.

Yakuza in Bestform

Mit Yakuza: Like a Dragon verpasst das ‚Ryu Ga Gotoku Studio‘ der Kultserie einen mutigen Neuanstrich. Fanliebling Kiryu Kazuma räumt die Bühne für die sonnige Frohnatur Kasuga Ichiban, der diesem neuen Yakuza-Abenteuer seinen ganz persönlichen Stempel aufdrückt. Inspiriert von ‚Dragon Quest‘ lässt Ichiban seine Heldenreise nämlich kurzerhand ins Rollenspiel-Genre wechseln. Das bedeutet vor allem, dass wir nun rundenbasiert und in charmanter Begleitung einer charakterstarken Gruppe Veilchen verteilen. Und das weiß absolut zu begeistern! Aber auch abseits der Kämpfe ist ‚Like a Dragon‘ voll von gelungenen wie humorvollen Verbeugungen vor den Größten des JRPG-Genres.

Während jeder für sich herausfinden muss, ob dieser Wandel den eigenen Geschmack trifft, kann in jedem Fall klar gesagt werden: ‚Like a Dragon‘ ist Yakuza durch und durch und zwar in Bestform. Neben allen frischen Neuerungen, wandelt der neue Titel nämlich im Kern auf bekannten Pfaden und begeistert einmal mehr durch eine einnehmende Geschichte rund um die Machtgeflechte im Untergrund Yokohamas. Yakuza-Fans erwartet ein herausragendes neues Abenteuer, sofern sie sich auf die Neuausrichtung einlassen können. Für Fans des Genres stellt ‚Like a Dragon‘ zudem ein toller Startpunkt dar, um sich mit der Serie vertraut zu machen. Und wem gar beides liegt: Nun, den erwartet mit Yakuza: Like a Dragon ein wahres Highlight zum Jahresende!

 

Story

An der Seite des neuen (und nicht minder charismatischen) Helden Ichiban gehen wir mit unseren GefährtInnen den finsteren Machtgeflechten im Untergrund Yokohamas auf die Spur.

Gameplay

Im Stile klassischer JRPGs prügeln wir uns rundenbasiert durch das dramatische Hauptabenteuer. Alternativ gehen wir gewohnt humorvollen Nebenaufgaben nach, oder vertreiben unsere Zeit mit allerlei Minispielen und anderen bekannten Beschäftigungen.

Grafik

Eine grundsätzlich schicke Gesamtoptik, die durch teils hölzerne Animationen und technische Patzer marginal geschmälert wird.

Sound

Eine fantastische japanische Vertonung unterstreicht die Atmosphäre gekonnt. Alternativ wechseln wir zu einer ebenfalls kompetenten, englischen Vertonung.

Sonstiges

Durch die Implementierung deutscher Texte wird auch die letzte Sprachbarriere eingerissen. Damit darf sich nun wirklich jeder an Yakuza herantrauen, der bislang noch Berührungsängste hatte. Und das kann ich absolut empfehlen.

Bildmaterial: Yakuza: Like a Dragon, Sega / Ryu Ga Gotoku Studio

7 Kommentare

  1. Liest sich sehr gut und macht auf jeden Fall neugierig, auch der neue Trailer. Wenn da halt nur nicht der Afro wäre, gemeinerweise wird zu Beginn des Texts der Heldenpon auch noch kurzhaarig gezeigt. Würde den tausendmal lieber mit dem Design spielen.

    Hab selber vor ein paar Tagen mit Yakuza 0 die Reihe gestartet, so richtig will ich da aber nicht reinkommen. Keine Ahnung, ob das gameplaytechnisch im zweiten Kapitel immer noch als Prolog zählt, aber von den millionen Nebenbeschäftigungen seh ich noch nicht viel, Karaoke und Tanzen ist auch eher banal, das macht man einmal, dann ist die Luft raus. Zieht sich grad ziemlich. Gut, dass der neue Teil keine Vorkenntnisse braucht, da kann ich zur Not auch direkt hinspringen.

    Ist das Ding tatsächlich schon fast ein Jahr in Japan draussen? Hätte gedacht, das erscheint dort auch erst die Tage....
  2. spiele jetzt seit gestern und bin begeistert. Was mich aber stört ist die Button eingabe bei Spezialattacken. Während das bei den Viereck Attacken problemlos klappt habe ich das Gefühl das es bei den Dreieck Attacken wo man im richtigen Zeitpunkt drücken muss zu nem enormen Delay kommt. Habe mir gestern einige Gameplay Videos von mir angeschaut und sehe das ich definitiv im richtigen Zeitpunkt drücke aber trotzdem nahezu nie den Schadensbonus erhalte. Das ist bisher auch der einzige Punkt den ich zu bemängeln habe. Ggf noch die Gegner Frequenz. Häufig beende ich einen Kampf und 20m weiter steht schon die nächste Gruppe wo es dank der Engen Straßen häufig zu nen Kampf kommt weil ich diesen nicht umgehen kann.

    Ansonsten ist es wirklich abseits des Kampfsystems nen Yakuza durch und durch.

    Für ken Yakuza 8 könnte ich mir auch nen Mix aus beiden sehr gut vorstellen. Man nimmt wieder 2 Protagonisten und lässt den einem im Brawler Stil kämpfen während der andere JRPG typisch kämpft.
  3. DantoriusD schrieb:

    spiele jetzt seit gestern und bin begeistert. Was mich aber stört ist die Button eingabe bei Spezialattacken. Während das bei den Viereck Attacken problemlos klappt habe ich das Gefühl das es bei den Dreieck Attacken wo man im richtigen Zeitpunkt drücken muss zu nem enormen Delay kommt. Habe mir gestern einige Gameplay Videos von mir angeschaut und sehe das ich definitiv im richtigen Zeitpunkt drücke aber trotzdem nahezu nie den Schadensbonus erhalte.

    Für ken Yakuza 8 könnte ich mir auch nen Mix aus beiden sehr gut vorstellen. Man nimmt wieder 2 Protagonisten und lässt den einem im Brawler Stil kämpfen während der andere JRPG typisch kämpft.
    Versuche mal Dreieck tatsächlich erst dann zu drücken, wenn der Ring das Dreieck-Symbol in der Mitte erreicht. Ich drückte anfangs auch immer, sobald der Ring den blauen Bereich um das Dreieck-Symbol berührte und erhielt auch keine Schadensboni. Mit der eingangs beschriebenen Methode klappt es aber zuverlässig. Tatsächlich ein wenig unglücklich irreführend.


    Bzgl. Yakuza 8: Interessante Idee, wäre ich auch sehr offen für. :)
  4. Guter Test, hat mich zun Kauf verleitet. Obwohl ich erst die PlayStation 5 Fassung kaufen wollte.
  5. Fangfried schrieb:

    Liest sich sehr gut und macht auf jeden Fall neugierig, auch der neue Trailer. Wenn da halt nur nicht der Afro wäre, gemeinerweise wird zu Beginn des Texts der Heldenpon auch noch kurzhaarig gezeigt. Würde den tausendmal lieber mit dem Design spielen.

    Hab selber vor ein paar Tagen mit Yakuza 0 die Reihe gestartet, so richtig will ich da aber nicht reinkommen. Keine Ahnung, ob das gameplaytechnisch im zweiten Kapitel immer noch als Prolog zählt, aber von den millionen Nebenbeschäftigungen seh ich noch nicht viel, Karaoke und Tanzen ist auch eher banal, das macht man einmal, dann ist die Luft raus. Zieht sich grad ziemlich. Gut, dass der neue Teil keine Vorkenntnisse braucht, da kann ich zur Not auch direkt hinspringen.

    Ist das Ding tatsächlich schon fast ein Jahr in Japan draussen? Hätte gedacht, das erscheint dort auch erst die Tage....
    Hab selber erst mit 0 angefangen. Weiß nur das in Like A Dragon ein neuer Hauptcharakter den guten alten Kiryu ablöst. Man kann an dem Punkt sicher alle anderen überspringen. Bock hätte ich schon. Will aber zumindest 0 mal fertig spielen.
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