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Im Test! Star Wars Jedi: Fallen Order

TitelStar Wars Jedi: Fallen Order
Japan15. November 2019
Electronic Arts
Nordamerika15. November 2019
Electronic Arts
Europa15. November 2019
Electronic Arts
SystemPlayStation 4, Xbox One, PC
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerRespawn Entertainment
GenresAction-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika
VertonungDeutschland Nordamerika

Das Jahr 2019 war für Star-Wars-Fans weltweit ein ganz besonderes Jahr. Denn neben dem Abschluss der Skywalker-Ära im Kino stand auch ein sehr lange und heiß erwarteter Titel vom Entwickler Respawn Entertainment in den Startlöchern. Star Wars Jedi: Fallen Order sollte all das richtig machen, was EA zuvor mit Battlefront II nicht erfüllen konnte.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren sollte es endlich wieder ein reines Singleplayer-Abenteuer mit einer spannenden Story im Star-Wars-Universum geben. Da der Entwickler Respawn Entertainment, welcher sich beispielsweise für Titanfall 2 aus dem Jahre 2016 verantwortlich zeichnet, einen sehr guten Ruf in der Branche genießt, waren die Erwartungen an den Entwickler und das neue Projekt daher natürlich ungemein hoch.

Das Lichtschwert dient als Lichtquelle in der Dunkelheit

Denn seit der Jedi-Knight- und Kotor-Reihe hat es kein Entwickler mehr geschafft, eine spannende Singleplayer-Kampagne im Star-Wars-Universum auf die Beine zu stellen. Mit Battlefront und Battlefront II flüchtete sich EA zum Ärger vieler Fans in Multiplayer-Schlachten, welche zwar nicht gänzlich schlecht waren, jedoch nicht den Charme einer gut durchdachten Singleplayer-Kampagne boten.

Ob Star Wars Jedi: Fallen Order dem Hype und den sehr hohen Erwartungen der Fans gerecht werden kann, erfahrt ihr nun in unserem ausführlichen Review.

Ein junger Padawan auf der Flucht vor dem Imperium

Die Geschichte von Star Wars Jedi: Fallen Order spielt ungefähr fünf Jahre nach den Ereignissen von Episode III: Die Rache der Sith. Der junge Padawan Cal Kestis hat die Order 66 des Imperiums, ein Auslöschungsbefehl, bei welchem die meisten Jedi exekutiert wurden, nur knapp überlebt und Zuflucht auf einem der äußeren, vom Imperium nicht zu stark kontrollierten, Planeten gesucht.

Kestis hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, ein Jedi-Ritter zu werden und den Orden der Jedi wieder aufzubauen, um den Frieden und die Stabilität in der Galaxis wiederherzustellen. Da es jedoch kaum noch überlebende Jedi-Ritter gibt, die ihn dabei unterstützen könnten, scheint dieses Unterfangen fast aussichtslos.

Da das Imperium jedoch von den überlebenden Jedi-Rittern weiß, wurden außerdem die sogenannten Inquisitoren, also Attentäter, auf die letzten verbleibenden und in der gesamten Galaxis verstreuten Jedi angesetzt. Auch Cal Kestis muss sich immer wieder gegen die gefährlichen Inquisitoren behaupten und ist diesen vor allem zu Anfang des Spiels noch deutlich unterlegen.

Die imperiale Werft auf dem Planeten Bracca

So beginnt die Geschichte also in einer imperialen Werft auf dem Schrottplaneten Bracca. Hier verschrottet das Imperium die alten Schiffe und Fahrzeuge der Republik. Cal Kestis hält sich hier zusammen mit seinem Freund Prauf bedeckt und versucht dem Imperium so gut es geht aus dem Weg zu gehen.

Als die Tarnung der beiden jedoch auffliegt, bleibt Cal nichts anderes übrig, als sein Lichtschwert zu nutzen, um sich und seinen Freund Prauf zu schützen. Damit legt er jedoch gleichzeitig dem Imperium offen, dass es sich bei ihm um einen der letzten noch verbleibenden Jedi handelt. Cal bleibt also nichts weiter übrig, als die Flucht zu ergreifen. Dabei lernt er eher unfreiwillig die Crew der Mantis, Cere Junda und den Piloten und Eigentümer des Schiffs, Greez, kennen.

So nimmt das Abenteuer dann Fahrt auf und auch der ein oder andere Storytwist darf dabei natürlich nicht fehlen.

Kampfsystem mit Anspruch und Ideen aus den Souls-Titeln

Star Wars Jedi: Fallen Order spielt sich grob gesagt wie ein Souls-like im Star-Wars-Universum und das ist keinesfalls schlecht. Denn die Kämpfe fühlen sich wuchtig und zufriedenstellend an und in den höheren Schwierigkeitsgraden können euch selbst die kleinsten Gegner das Leben zur Hölle machen. Diese lassen so zumindest zum Teil ein Souls-Frust-Feeling aufkommen.

»Ihr visiert Gegner für Gegner an, beharkt diese mit gezielten Schlägen und weicht deren Angriffen gekonnt aus.«

Das Kampfsystem lässt sich kurz gesagt am ehesten mit einem Dark Souls vergleichen. Ihr visiert Gegner für Gegner an, beharkt diese mit gezielten Schlägen und weicht deren Angriffen gekonnt aus. Auch das obligatorische und nur in begrenzter Anzahl nutzbare Heil-Item darf dabei nicht fehlen. Auch das „Checkpoint-System“ der Souls-Spiele hat seinen Weg ins Spiel gefunden, jedoch in Form von Meditations-Kreisen, um in das Star-Wars-Universum zu passen.

Der finstere Planet Dathomir spielt eine wichtige Rolle im Verlauf der Story

In diesen Meditationskreisen, die über die ganze Spielwelt verstreut sind, kann Cal Kestis neue Fähigkeiten und Moves erlernen und sich heilen beziehungsweise die Anzahl der Heil-Items wieder auffüllen. Während der zahlreichen Kämpfe erhaltet ihr Erfahrungspunkte, welche ihr dann wiederum bei den Meditationspunkten einlösen könnt, um so noch stärker und mächtiger zu werden.

Als kleines Extra könnt ihr sogar den Griff und die Klingenfarbe eures Lichtschwerts modifizieren und so ganz nach eurem Geschmack gestalten. Die verschiedenen Bauteile sowie die Klingenfarben schaltet ihr im Laufe des Spiels frei beziehungsweise müsst diese in den zahlreich in der Spielwelt versteckten Kisten finden.

Verschachtelte und ikonische Locations laden zum Erkunden ein

Die Spielwelt selbst besteht aus mehreren unterschiedlichen Planeten, welche ihr im Laufe der Story nacheinander besucht. Nachdem ihr den Story-Part des jeweiligen Planeten abgeschlossen habt, könnt ihr diesen theoretisch jederzeit wieder verlassen und an bereits besuchte Locations zurückkehren, um vorher nicht begehbare Pfade und Areale zu erkunden und so noch das ein oder andere Geheimnis zu lüften.

Insgesamt kann man sagen, dass die Planeten und Locations sehr liebevoll gestaltet sind und zu jeder Zeit das gewohnte Star-Wars-Feeling aufkommen lassen. Die Gestaltung der Locations könnte man außerdem ebenfalls als Souls-like bezeichnen, denn diese sind teilweise genau so verschachtelt und verwinkelt gestaltet wie in den Vorbildern.

Genau diese verschachtelten und verwinkelten Levelkonstruktionen sind es jedoch, die einen immer wieder in bereits erkundete Gebiete zurückführen, um auch noch das letzte Geheimnis aus dem Spiel herauszupressen.

Da es jedoch nur eine Hand voll Planeten gibt und diese auch nicht ganz die Größe einer Dark-Souls-Spielwelt bieten, beläuft sich die Spielzeit von Star Wars Jedi: Fallen Order auf circa sechs bis acht Stunden bei normalem Spieltempo. Ich selbst habe rund zehn bis zwölf Stunden mit dem Spiel verbracht, da ich jede Location unzählige Male durchsucht habe, um wirklich alle Geheimverstecke zu finden.

Technisch sehr ordentlich, jedoch kein Meilenstein

Auf der technischen Seite ist Star Wars Jedi: Fallen Order, welches mit der Unreal Engine 4 läuft, ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite glänzt das Spiel mit wunderschön gestalteten Locations, tollen Charaktermodellen und brachialen Licht- und Reflektionseffekten. Auf der anderen Seite hat das Spiel jedoch mit allerlei FPS-Drops und Nachladerucklern zu kämpfen, welche euch vor allem in den zahllosen Kämpfen das Leben schwer machen.

»Das Spiel glänzt mit wuchtigen Soundeffekten, tollen Klangteppichen und dem gewohnt phänomenalen Star-Wars-Soundtrack.«

Auf den Standardausführungen von PlayStation 4 und Xbox One läuft das Spiel daher mal mehr und mal weniger flüssig. Auf PlayStation 4 Pro und Xbox One X gibt es dank der stärkeren Hardware jedoch kaum noch spürbare beziehungsweise wirklich störende FPS-Drops und Nachladeruckler. Für PCs läuft das Spiel aber absolut reibungslos, vorausgesetzt man verfügt über die entsprechende Hardware in seinem Rechner.

Hier hätten die Entwickler vielleicht noch etwas Feintuning in die Engine investieren sollen, um die teilweise doch störenden FPS-Drops und Nachladeruckler der Konsolenversionen vollends auszumerzen.

Soundtechnisch aus einer anderen Galaxie

Was die Sounduntermalung angeht, gibt es jedoch absolut nichts zu meckern, denn das Spiel glänzt mit wuchtigen Soundeffekten, tollen Klangteppichen und dem gewohnt phänomenalen Star-Wars-Soundtrack, den jeder Fan kennt und liebt.

Egal ob während eines actiongeladenen Lichtschwert-Duells oder einer eher ruhigen und atmosphärischen Szene, der Sound macht zu jeder Zeit eine überragende Figur und passt stets zur jeweiligen Spielsituation.

 

Fazit

Alles in allem bietet Star Wars Jedi: Fallen Order also Star-Wars-Kost auf allerhöchstem Niveau und hat bis auf die vielleicht etwas zu kurz geratene Spielzeit und die FPS-Drops auf der technischen Seite eigentlich keine nennenswerten Schwächen vorzuweisen.Ich als eingefleischter Star-Wars-Fan kann euch das Spiel, solltet ihr etwas mit dem Thema Star Wars anfangen können, also nur wärmstens empfehlen. Denn hier erwartet euch ein Story-Abenteuer auf höchstem Niveau, welches den sehr hohen Erwartungen der Fans gerecht wird und jedem Star-Wars-Fan das Herz aufgehen lässt.

Respawn Entertainment hat mit Star Wars Jedi: Fallen Order einen langjährigen Traum vieler Star-Wars-Fans wahr gemacht und endlich wieder ein hochkarätiges Singleplayer-Spiel im Star-Wars-Universum auf den Bildschirm gezaubert. Ich hoffe schon jetzt auf einen Nachfolger, der vielleicht in puncto Spielzeit noch einen draufsetzt und auch die restlichen technischen Schwächen noch vollends beseitigt.

Von mir gibt es also eine absolute Kaufempfehlung für jeden Star-Wars-Fan und alle, die auch nur ein klein wenig mit der Materie anfangen können. Aber auch für nicht Star-Wars-Fans ist der Titel allemal einen Blick wert, da es nicht zwingend erforderlich ist, jede Einzelheit aus dem Universum zu kennen, um den Titel spielen zu können.

 

Story

Der vom Imperium verfolgte Padawan Cal Kestis will zum Jedi-Ritter werden, um einen neuen Jedi-Orden zu gründen und den Frieden in der Galaxis wiederherzustellen.

Gameplay

Souls-orientiertes Spiel- und Kampfsystem mit sehr schönen und verschachtelten Locations mit hohem Wiederspielwert.

Grafik

Sehr schöne Locations, Charaktermodelle und Lichteffekte dank Unreal Engine 4. Jedoch gibt es einige FPS-Drops und Nachladeruckler.

Sound

Brachiale Soundeffekte, schöne Klangteppiche und der bombastische Star-Wars-Soundtrack sorgen für Stimmung.

Sonstiges

Lediglich die FPS-Drops und immer wieder auftauchende Nachladeruckler trüben den ansonsten sehr guten Eindruck des Spiels.

Bildmaterial: Star Wars Jedi: Fallen Order, Electronic Arts / Respawn Entertainment

2 Kommentare

  1. Schöner Test auch wenn der jetzt nun nen Paar Monate zu spät kommt ^^

    Die Ruckler wurden zumindest auf der PS4 Pro mittlerweile ganz gut in den Griff bekommen. Es gibt zwar immernoch nen paar Drops aber ganz so schlimm wie zum Release ist es nicht mehr.
  2. Schöner Test, auch wenn ich subjektiver nicht alles ganz so toll fand. Ich habe das Spiel zwischen den Tagen gespielt und beendet. Zumal ich erstmal froh bin das es als "soulslike" bezeichent wird, denn der Schwierigkeitsgrad war mir deutlich zu knackig. Ich kann mit den Souls-Spielen nichts anfangen und dazu stehe ich auch. Es gibt halt unterschiedliche Geschmäcker. Jedoch kann ich mich für Star Wars begeistern und das war auch der erste Anreiz der mich dazu verleitet hat das Spiel zu kaufen.

    Nochmal zum Schwierigkeitsgrad, nachdem ich optimistisch mit dem Dritten von insgesamt Vier Stufen angefangen hatte habe ich nach dem ersten Drittel des Spiels eine Stufe runter gestelt. Wobei auch der zweite Schwierigkeitsgrad noch sehr fordernd ist, jedenfalls nach meinem empfinden. Angriffe werden nahezu perfekt von den Gegner pariert. Hier muss man sich intensiv mit dem Gameplay auf jeden Fall auseinander setzen. Wie schon oben erläuter bin ich erhlich, das liegt mir einfach nicht. Deshalb hab ich ca. das letzte Drittel nur noch im Story Modus durchgezogen um es beenden zu können. :(

    Die Story hat schon Ihre Höhen und Tiefen, aber generell sehr spannend zu verfolgen und lässt Star Wars-Herzen höher schlagen. Auf jeden Fall richtig gut in Szene gesetzt. Das Gameplay und vor allem das verschachtelte Leveldesign hat in mir eher eine Hass-Liebe ausgelöst. Auf der einen Seite sind die Level ohne Frage gut designt, aber auf der anderen Seite gingen mir die Irrwege irgendwann auch auf die Nerven. Das ist aber auch wieder Ansichtssache. Es gibt zum Beispiel Wege die man nicht mehr zurück gehen kann, wenn man z.B noch irgendwo ein Geheimnis entdeckt hat. Hier muss man fast bis ganz an den Anfang zurück und die Route komplett nochmal abgrasen. Hin und wieder schalten sich später aber auch durchaus sinnvolle Abkürzungen frei. Das mit den "Geheimnissen" ist auch so eine Sache. Ich sag mal ca. 90% der Schätze und Collectables sind eher kosmetischer Natur(Outfits, Lichtschwert oder Raumschiff-Anpassungen.) und irgendwelche Daten- bzw. Textlog einträge. NIchts was mich persöhnlich dazu motiviert hat alles zu komplettieren. Das ein oder andere hat man zwar mitgenommen, aber der Anreitz das zu vervollständigen hat sich bei mir irgendwie nicht gegeben.

    Grafisch trifft es "solide" auf den Punkt. Es ist defintiv auf aktuellem Niveau, aber nach ein bisschen mehr sehnt sich das verwöhnte Auge dann doch schonmal. Wobei einige Wasser/Spiegelungs-Effekte auf einem Planeten besonders hervorstachen. Hin und und wieder FPS-Drops und Nachlade-Probleme hatte ich aber selbst auf der PS4 Pro noch einige. Einmal ist mir das Spiel sogar komplett ohne nachvollziehbaren Grund abgestürzt. :/ Ich denke da ist noch Luft nach oben, gerade bei der nächsten Konsolen-Generation wird da sicherlich auch hardwaretechnisch noch mehr rauszuholen sein.

    Ich bin tatsächlich hin und her gerissen, ich möchte das Spiel mögen. Aber leider traf es nur bedingt meinen Geschmack, was aber auch durchaus subjektiver Natur ist. Das sehen sicherlich viele anders. Wer überlegt sich es anzuschaffen, sollte sich das Gameplay gut anschauen. Es ist durchaus fordernd. Es gibt zwar noch die Notbremse mit dem leichtesten Schwierigkeitsgrad dem "Story Modus", aber das kratzt natürlich etwas am Ego. Wenngleich sich dieser Modus gefühlt deutlich von den anderen drei abhebt.
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