Angespielt! Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order

Ich gehöre sicher zu keiner Minderheit, wenn ich behaupte, dass ich das Marvel Cinematic Universe liebe, jedoch noch nie einen dazugehörigen Comic...

Bildmaterial: Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order, Nintendo / Koei Tecmo, Team Ninja

Ich gehöre sicher zu keiner Minderheit, wenn ich behaupte, dass ich das Marvel Cinematic Universe liebe, jedoch noch nie einen dazugehörigen Comic in der Hand gehalten habe. Superhelden haben es mir immer schon angetan, aber eben nur auf der großen Leinwand. Seit Iron Man im Jahre 2008 war ich in jedem MCU-Film im Kino und habe den Großteil dieser sehr genossen. Das „Marvel-Gaming-Universe“, welches zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, konnte mich jedoch noch nie fesseln.

Ein Handschuh, sie zu knechten

Die meisten Spiele mit dem Marvel-Logo darauf habe ich mal angespielt, aber selten konnten mich diese lange halten.

Erst Spider-Man aus dem Hause Insomniac Games konnte diese Flamme entzünden – dem Umfang und der Qualität sei dank. Daher war ich sehr froh, als während der Game Awards im Dezember letzten Jahres Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order angekündigt wurde.

Das Artdesign war zwar gewöhnungsbedürftig, aber die Chance alle, bis heute, liebgewonnenen Helden in einem Spiel zu haben und massenweise Bösewichte auszuschalten, klang äußerst verlockend. Die Tatsache, dass es sich hierbei um ein exklusives Spiel für Nintendo Switch handelt, hat die Vorfreude eigentlich nur weiter gesteigert, da ich Nintendos kleinen Hybriden aktuell am leidenschaftlichsten bediene.

Nun konnte ich auf dem Post-E3-Event von Nintendo endlich selbst Hand anlegen. Das Fazit, welches ich aus der kurzen Demo ziehen konnte, hätte praktisch jeder bereits im Dezember vorausahnen können. Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order wird Hardcore-Marvel-Fans erfreuen, während alle anderen sich eher damit schwer tun werden.

Hulk SMASH!!!

Optisch haben sich die Entwickler natürlich mehr von den Comics als von den Realfilmen inspirieren lassen. Der bunte Look überzeugt.

Selbstverständlich sollten Fans hier kein grafisches Meisterwerk erwarten, da es sich um einen lizenzierten Hack-’n’-Slay-Titel handelt. Dennoch mochte ich den übertriebenen Stil.

Gespielt wird immer im Team von vier Helden. Spielt man alleine, so kann man einfach per Knopfdruck den Charakter und somit die verschiedenen Angriffe und Fortbewegungsmöglichkeiten wechseln. Dabei sind zu jeder Zeit alle vier Helden präsent, nur werden diese dann von der KI gesteuert. Spielt man mit drei weiteren Kollegen oder online, so übernimmt jeder einen spezifischen Marvel-Charakter.

Die Auswahl ist gigantisch. Weit über 30 Charaktere werden dafür geboten. Darunter alte Bekannte aus dem Marvel Cinematic Universe, aber auch Kollegen aus X-Men kann man spielen. Mit Post-Lauch-DLCs sollen auch Kämpfer aus dem Fantastic-Four-Universum hinzugefügt werden.

Wo bin ich?

Da das Spiel ganz klar auf den Vier-Spieler-Koop-Modus ausgelegt ist und keinen Splitscreen bietet, ist die Kamera natürlich fix. Sie bewegt sich mit dem Charakter, der am schnellsten voranschreitet.

Zu Beginn stehen dem Spieler, wie bei Prüglern üblich, ein schwacher und ein starker Angriff zur Verfügung. Richtige Kombos sucht man leider vergeblich. Hinzu kommen zwei Spezialattacken, die das Fan-Herz höher schlagen lassen.

Mit zunehmendem Progress steigen die Level der Charaktere und so werden bis zu vier Spezialattacken freigeschaltet. Für diese und weitere Aktionen, wie zum Beispiel Fliegen, gibt es eine Extra-Leiste, die sich schnell leert, aber auch ebenso schnell wieder füllt.

Alle paar Minuten gibt es zudem Checkpoints, an welchen man seine Helden mit diversen Gegenständen optimieren oder gleich das ganze Team wechseln kann. So sollte der Monotonie entgegengewirkt werden, da sich alle Charaktere, obgleich sie dasselbe Tastenlayout haben, ein wenig anders spielen.

Fan oder kein Fan?

Hat man sich erfolgreich durch die feindlichen Ninja-Horden gekämpft, so kann man durch das Drücken beider Schulter-Tasten kolossale Gruppen-Angriffe ausführen. Hier wird der größte Schaden ausgeteilt und optisch das beeindruckendste Ergebnis erzielt.

Das waren die Basics des zugegebenermaßen sehr simplen Kampfsystems. Die Spezialattacken und Gruppen-Angriffe sind natürlich der absolute Höhepunkt. Leider sind sie teilweise so ausufernd, dass es bei vier verschiedenen Spielern, die alle gleichzeitig ihr volles Arsenal ausleeren, viel zu verwirrend sein kann, das Geschehen im Auge zu behalten.

Generell haben die Spieler mit der Kamera zu kämpfen. Oft sieht man die Feinde nicht, weil alle Helden ein paar Zentimeter zu weit rechts oder links stehen. Und in den wilden Kämpfen, wenn zu den vier Spielern noch 20 Feinde und Gast-Helden hinzukommen, kann man die Übersicht gleich vergessen und sinnlos Knöpfe drücken.

Bei all der Negativität freue ich mich dennoch auf das Spiel. Ganz einfach, weil ich es mag, mit meinen geliebten Helden auf sinnlose Klon-Gegner einzuschlagen. Da ich dies dann auch unterwegs kann, freut es mich umso mehr.

Aber ich bin mir absolut sicher, dass sich bis zum Release nichts daran ändern wird, dass nur Fans ihr Vergnügen mit Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order haben werden. Alle anderen sind eingeladen, es gerne zu versuchen, aber es sollte niemanden überraschen, wenn das Spiel sie nicht fesselt.

Marvel Ultimate Alliance 3: The Black Order erscheint am 19. Juli 2019 weltweit. Wer sich aufgrund der 3 im Namen Sorgen macht, der kann beruhigt werden. Dieser Teil hat inhaltlich nichts mit den beiden anderen zu tun.