Im Test! One Piece World Seeker

Zum 20-jährigen Jubiläum der Strohhutpiraten lockt One Piece World Seeker die Fans erstmals in eine offene Spielwelt. Hält das Spiel, was es verspricht?
Titel One Piece World Seeker
Japan 14. März 2019
Bandai Namco
Nordamerika 15. März 2019
Bandai Namco
Europa 15. März 2019
Bandai Namco
System PC, PlayStation 4, Xbox One
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Ganbarion
Genres Action-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika
Vertonung Japan

Bildmaterial: One Piece World Seeker, Bandai Namco / Ganbarion

Die Abenteuer der Strohhutpiraten finden nicht nur in Anime und Manga statt, sondern auch in diversen Konsolenspielen, die seit über 15 Jahren für verschiedene Plattformen erschienen sind. Doch von der Größe her kann es keines der bisher erschienenen Spiele mit dem neuesten Streich aus dem Hause Bandai Namco aufnehmen, das anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von Eiichiro Odas One Piece erscheint.

In One Piece World Seeker erwartet die Spieler zum ersten Mal in der Videospielgeschichte von One Piece eine große, offene Welt, in der die Areale nahtlos ohne Ladebildschirme ineinander übergehen. Das Action-Adventure wirbt mit einer großen, vielfältigen Insel, die zum Erkunden einlädt. Da die Insel allerdings Gefängnisinsel genannt wird, ist es fraglich, ob sich die Strohhüte ungehindert auf dieser bewegen können.

Dabei steuern wir das Geschehen aus der Third-Person-Sicht von Monkey D. Ruffy, doch auch die anderen Strohhüte dürfen bei diesem Abenteuer nicht fehlen. Ob der Titel nur für Hardcore-Fans von One Piece geeignet ist oder ob auch andere Spieler unbedingt in diesen Titel hineinschauen sollten, erfahrt ihr mit dem folgenden Test.

Reichtum, Macht und Ruhm

Die Geschichte in One Piece World Seeker könnte direkt aus dem gleichnamigen Anime/Manga stammen. Kein Wunder, da doch Schöpfer Eiichiro Oda seit Beginn der Spielkonzeption seine Finger im Spiel hat. Zwei der Hauptfiguren, auf die ihr im Spiel trefft, stammen aus seiner Feder: Jeanne, eine Gegnerin der Marine, und Isaac, der Direktor der Gefängnisinsel.

In so einer gigantischen Stadt laufen nur rund zehn Bewohner auf den Straßen.

Einst war die Insel berühmt für ihren Ressourcenreichtum, die Landschaft ist auch heute noch gesäumt von riesigen Kristallen und einem Bergwerk. Auch die Städtenamen wie Rubinstadt, Saphirstadt oder auch Stahlstadt erinnern an bessere Zeiten. Doch es kommt, wie es kommen muss und die Insel wird ihrer Ressourcen beraubt und anschließend von der Marine erneut aufgebaut, diesmal allerdings als ein riesiges Gefängnis.

Doch was haben die Strohhutpiraten mit der Kiste am Hut? Natürlich sind auch sie einem Schatz auf den Fersen, allerdings stellt sich dies als Finte heraus und so müssen die Piraten vor der Marine fliehen, zerstreuen sich und nun liegt es an Ruffy, seine Crewmitglieder erneut zu finden. Nützlich ist dabei, dass der Fortschritt der bisher erlebten Geschichte beim erneuten Fortsetzen des Spiels angezeigt wird, damit man auch nach einer langen Spielpause auf dem aktuellsten Stand ist und nicht erst einmal überlegen muss, was denn als Letztes geschehen ist.

Der König der Piraten

Im Verlauf der Geschichte lernt man die Sorgen und Wünsche von Jeanne näher kennen. Sie ist ein zentraler Punkt im Spiel und bei fast allen Quests eingebunden. Auch die Beziehung zu Isaac und die Rolle ihrer Mutter werden näher beleuchtet.

Mithilfe seiner Fähigkeiten kann Ruffy durch Wände sehen.

Man erkennt zudem bereits am Design der beiden Hauptfiguren, dass sie eine wichtige Rolle in der Story spielen. Denn während die beiden Figuren mit markanten Merkmalen ein individuelles Design aufweisen, bestehen die anderen Bewohner der Insel meistens aus einer Handvoll unterschiedlichen Vorlagen, bei denen nur die Haarfarbe oder die Kleidung verändert wurde.

Das Gleiche gilt natürlich für die Gegner, auch hier variieren sie nicht so häufig, weder vom Aussehen, noch von ihrem Angriffsmuster. Teilweise sehen friedlich und feindlich gesinnte Bewohner gleich aus, sodass ich meist auf meinen Erkundungen nicht einmal wusste, ob ich die Person vor mir angreifen kann oder nicht.

Ihr wollt meinen Schatz?

Das größte Spielfeature, mit dem der Titel beworben wird, ist wie eingangs erwähnt die große Spielwelt. Rein optisch handelt es sich um das bisher schönste Abenteuer der Videospielreihe. Die Gefängnisinsel ist in unterschiedliche Areale eingeteilt, zwischen denen ihr im Verlaufe des Spiels schnellreisen könnt. Im Vergleich zu anderen Spielen, die mit einer großen, offenen Welt werben, wirkt die Gefängnisinsel allerdings klein.

Zwar gibt es zwischen den einzelnen Arealen keinen Ladebildschirm, doch wenn ihr euch auf eine Schnellreise begebt, kann das Laden schon einmal länger dauern. Besonders nervig sind die Ladebalken, die erscheinen, wenn ihr eine fehlgeschlagene Nebenmission erneut starten wollt. Hier kann es gut und gerne einmal 45 Sekunden (!) dauern, bis eine simple Nebenmission neu geladen wurde. Das Laden von neuen Landschaften beim Schnellreisen gelingt ein wenig schneller, hier sind es rund 25-30 Sekunden.

Die Umgebung der Insel ist sehr idyllisch gestaltet. Sie besteht komplett aus Gras- und Felslandschaften, abwechslungsreiche Umgebungen sucht man hier vergebens. Die sind auf der Gefängnisinsel aber gar nicht vonnöten, denn die Aussicht von höher gelegenen Punkten zeigt, wie prachtvoll die Insel mit ihren riesigen Kristallen und idyllischen Landschaften aussieht.

Damit brach das große Piratenzeitalter an

Auch wenn es so aussehen mag: Gebäude können nicht betreten werden.

Die Dörfer sind wirklich detailliert gestaltet und realistisch in Sachen Häuserformation aufgebaut. Allerdings gibt es hier nicht so viel zu entdecken, wie man es gerne hätte. Denn die Häuser können nicht betreten werden, auch wenn so manches Mal eine offene Tür uns zum Erkunden des Gebäudes einlädt. Zudem befinden sich für so eine große Menge an Häusern viel zu wenige Bewohner auf den Straßen.

Besonders in Stahlstadt, die wie eine riesige Metropole mit ihren gefühlt 50-stöckigen Häusern wirkt, laufen vielleicht 20 Menschen auf den Straßen herum. Nur die Marine, die einen vom Himmel schießt, ist zahlenmäßig überall reichlich vertreten.

Wirklich schade ist, dass die Erwartung von vielen Erkundungsmöglichkeiten nicht erfüllt werden kann. Die Welt lädt zwar dazu ein, doch wirklich viel zu entdecken gibt es nicht. Es sind lediglich einige Schatztruhen und sammelbare Objekte in der Welt versteckt, die allerdings auf der Minimap angezeigt werden. So wird auch der einzige Drang, Objekte in der offenen Welt zu finden, im Keime erstickt.

Immer den Wolken hinterher

Zudem ist es nicht einmal möglich, alle Orte leichtgängig zu erreichen. Die Sprünge sind sehr niedrig, wodurch man an bestimmten Stellen nicht die gewünschte Felsformation erklimmen kann. Mithilfe der R1-Taste des DualShock-4-Controllers kann Ruffy zudem seinen Gummiarm ausstrecken und nicht nur Feinde damit niederstrecken, sondern auch Hindernisse erklimmen.

Doch nicht an allen Punkten kann Ruffy greifen, so sind es abermals die Felsen, die Ruffys Gummiarm komplett ignorieren. In einer offenen Spielwelt möchte man aber jeden einzelnen Fels erkunden können, oder etwa nicht?

Dafür macht das Fliegen durch die Lüfte unheimlichen Spaß. Mit der Gum-Gum-Rakete, die ihr im Laufe des Spiels freischalten könnt, kann Ruffy mehrere Sekunden durch die Luft fliegen und sich so schneller fortbewegen. Am Anfang bedarf es ein wenig Übung, durch die Lüfte zu gleiten, doch mit der Zeit hat man den Dreh raus. Allerdings solltet ihr kein Schwingen à la Spiderman erwarten, denn die Schussrichtung von Ruffy ist vorgegeben und der Flug somit sehr steif.

Einer Legende auf der Spur

Gleich tut’s weh!

Worauf ich mich am meisten gefreut habe, ist, dass zahlreiche Charaktere aus dem Anime vorkommen. Die Charaktermodelle von Ruffys Freunden und Feinden sind wirklich gut gelungen und weisen keine Unterschiede zu der Animevorlage auf. Neben altbekannten Feinden wie Smoker und Sir Crocodile finden sich auch neuere Charaktere wie Ichiji, Niji und Yonji, die erstmals in der Videospielreihe auftauchen.

Auf der Thousand Sunny findet ihr, nachdem ihr alle eingesammelt habt, eure Crewmitglieder wieder. Täglich könnt ihr mit jedem von ihnen sprechen, um Materialien zu erhalten. Franky und Lysop erlauben euch zudem, Ausrüstungsgegenstände herzustellen.

Mithilfe des Karma-Systems könnt ihr bei den betreffenden Parteien zudem Sympathie sammeln, indem ihr Nebenmissionen für sie erfüllt oder bestimmte Ziele erreicht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Manche Ziele erfordern beispielsweise, mit der Gum-Gum-Rakete eine bestimmte Zeit durch die Luft zu fliegen oder eine bestimmte Anzahl an Piraten zu besiegen.

Führt dein Weg dich übers Meer

»Besonders erfreulich ist, dass die originalen japanischen Synchronsprecher angeheuert werden konnten. So sind diese in einigen animierten Sequenzen ausführlicher zu hören.«

Steigt ihr prozentual im Karma-System bei den entsprechenden Parteien auf, werden Dialoge mit den Personen freigeschaltet. Diese sind allerdings überhaupt nicht die Mühe wert! Es geht meistens darum, wie die Insel zu den Piraten steht. Erwartet hätte ich hier, dass die Charaktere bestimmte Geheimnisse verraten oder eine emotionale Szene gezeigt wird, die es wert ist, 200 Sekunden durch die Luft zu fliegen. Naja.

Während des Spiels könnt ihr aber einige animierte Szenen sehen, in denen die Figuren auch vollständig vertont sind. Besonders erfreulich ist, dass die originalen japanischen Synchronsprecher angeheuert werden konnten. Den Rest der Zeit über hört man allerdings nur die typischen erstaunten Geräusche oder vereinzelte Wörter, die auf den Inhalt der Sätze deuten.

Doch wirklich charmant sind die Eigenarten, die man von den One-Piece-Charakteren aus dem Original kennt. So zeigt Sanji beispielsweise durch seine Herzaugen deutlich, was er von Jeanne hält, während eine Mission darin besteht, Zorro zu suchen, da er sich auf der Insel anscheinend verlaufen hat.

Auch die Hintergrundmusik dürfte Fans der Serie bekannt vorkommen, generell finden sich aber eher ruhigere Musikstücke innerhalb des Spiels wieder.

Finde den größten Schatz der Welt

Zu den Schwächen von One Piece World Seeker zählt das Missionsdesign. Der Inhalt der Missionen besteht entweder darin, Gegenstände zu sammeln oder Personen aufzufinden. Und an Gegenständen gibt es allen möglichen Kleinkram, den ihr euch vorstellen könnt: Muscheln, Blumen, Fische und mehr wollen den Bewohnern der Stadt ausgeliefert werden.

Die Mine bringt Abwechslung in die Graslandschaft.

So seid ihr innerhalb einer Mission damit beschäftigt, von Ort zu Ort schnellzureisen, mit einer Person zu reden beziehungsweise den passenden Gegenstand zu sammeln, um dann die Mission nach ewigem Hin und Her abzuschließen. Ab und an gibt es „Wendungen“ innerhalb der Missionen, die überraschenderweise immer aus begrenzter Zeit, zufälligen Kämpfen oder seltener auch aus Schleichpassagen bestehen.

Als Belohnung winken dafür Ausrüstungsgegenstände und Erfahrungspunkte, um die Fertigkeiten von Ruffy zu erweitern. Die Missionsübersicht ist sehr ungünstig gestaltet. Aus der Missionsbeschreibung geht nicht hervor, welche Items ihr sammeln müsst. So müsst ihr eine Mission erst aktivieren, um zu sehen, welche Items euch noch fehlen und welche ihr schon gesammelt habt.

Das Blöde daran: Ihr könnt nur eine Mission gleichzeitig aktivieren. Habt ihr mehrere Missionen in einem Areal, so wisst ihr meist gar nichts davon, da immer nur das aktuelle Missionsziel angezeigt wird. Hier wäre es übersichtlicher gewesen, mehrere Quests gleichzeitig aktiv zu lassen, so wird die Spielzeit nur künstlich in die Länge gestreckt, da man viel umherreisen muss.

Du hast hart dafür trainiert

Bei One Piece World Seeker handelt es sich teilweise auch um ein Rollenspiel. Allerdings nur ansatzweise, denn Levelaufstiege, die die Statuswerte von Ruffy verbessern, sucht man hier vergebens. Ruffy hat lediglich die Möglichkeit, mit verschiedenen Ausrüstungsstücken seine Attribute zu verbessern. Allerdings gibt es hier keine bahnbrechende Auswahl, sodass das Feature stark verkümmert wirkt und eigentlich nicht vermisst werden würde, wenn man es weglassen würde.

»Ruffy besitzt unterschiedliche Fertigkeiten, die er bei mit EXP auch verbessern und freischalten kann. Manche wirken aber recht überflüssig.«

Ruffy besitzt unterschiedliche Fertigkeiten, die er bei Erreichen einer bestimmten Anzahl an Erfahrungspunkten verbessern und freischalten kann. Die Fertigkeiten sind in unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Zu Beginn stehen euch fast alle Fertigkeiten zum Verbessern zur Verfügung, sodass man direkt zu Beginn entscheiden kann, welche Fertigkeiten und Stärken Ruffy von Beginn an haben soll.

Manche Fertigkeiten wirken allerdings überflüssig. So kann die Fertigkeit verbessert werden, dass Ruffy schneller Truhen öffnet. Dies erweist sich als sehr nützlich, da es manchmal bis zu 10 Sekunden dauern kann, bis Ruffy eine Truhe geöffnet hat und das nicht nur, weil Ruffy dank der unpräzisen Steuerung um Truhen herumeiert, sondern, weil man bis zu 10 Sekunden die Dreieck-Taste gedrückt halten muss. Doch eigentlich hätte man doch von Beginn an entscheiden können, dass sich jede Truhe mit nur einem Knopfdruck öffnet.

Es gibt nichts mehr, das dich hält

Ruffy kann zwischen zwei unterschiedlichen Kampfmodi wechseln. Das Beobachter-Haki lässt Ruffy schnellere Kombos ausführen und mithilfe der Kreis-Taste ist es möglich, Angriffen auszuweichen. Mit einem Tastendruck könnt ihr zum Panzer-Haki wechseln, bei dem ihr die Reichweite eurer Angriffe verbessert und mithilfe der Kreis-Taste nun blocken könnt.

Welchen Spielstil ihr bevorzugt, liegt ganz bei euch. Auch optisch verändert sich der Kampfstil von Ruffy, wenn ihr das Haki wechselt, denn beim Panzer-Haki verhärten sich beispielsweise die Extremitäten von Ruffy beim Angriff.

Lass dich von den Sternen führen

»Ausgeklügelte Kombos sucht man hier vergebens. Ruffy fährt leider immer wieder das gleiche Repertoire auf, um Gegner zu besiegen.«

Die Gegner teilen ordentlichen Schaden aus, da ihre Waffen mit Seestein versehen sind. Werdet ihr eine bestimmte Zeit lang nicht getroffen, so regenerieren sich die LP von Ruffy von selbst. Ihr benötigt also keinerlei Heilitems, die eure LP-Anzeige wieder füllen. Mit der Zeit, die ihr keinen Schaden mehr erleidet und auch keinen mehr austeilt, sinkt allerdings auch die Anzeige für Spezialangriffe.

Je nachdem, wie viele Kugeln in der Anzeige (bis zu 3) ihr gefüllt habt, könnt ihr drei unterschiedliche Spezialangriffe auslösen. Diese Spezialangriffe sind auch nötig, um ein wenig Pepp in das Kampfsystem von One Piece World Seeker zu bringen. Denn die Kämpfe gestalten sich meistens immer gleich. Durch simples Tastendrücken könnt ihr schon alle einfachen Gegner besiegen, ab und zu noch einen Gummiarm als Fernangriff ins Gesicht kloppen und schon liegen die Gegner auf dem Boden.

Ausgeklügelte Kombos sucht man hier vergebens. Ruffy fährt leider immer wieder das gleiche Repertoire auf, um Gegner zu besiegen. Meistens lohnt es sich auch gar nicht, Gegner zu besiegen, da sie nur wenig Erfahrung und kaum seltene Materialien als Belohnung bieten.

Deine Freunde werden dich auf diesem Weg begleiten

Eine wahre Herausforderung bieten dafür die spannenden Bosskämpfe, die sich nicht mal eben erledigen lassen. Dabei müsst ihr gegen eine Vielzahl an Fieslingen aus der Anime- und Mangareihe kämpfen, was die Herrschaften allerdings auf der Insel zu suchen haben, ist nicht immer unbedingt von Anfang an klar.

Natürlich darf die Sunny nicht fehlen.

Die Bosskämpfe erfordern die Taktik, die man bei den einfachen Gegnern vermisst. Bei schnellen Schlagabfolgen müsst ihr überlegen, ob sich das Ausführen einer Spezialattacke lohnt, ob ihr lieber ausweichen oder blocken solltet. So ereilten mich hier die meisten Bildschirmtode in One Piece World Seeker. Doch so schnell die Bossgegner kommen, so schnell hauen sie auch meist nach einem Anruf per Teleschnecke ab.

Schade ist zudem, dass euch eure Crewmitglieder nicht bei den Kämpfen helfen können. Meistens tauchen sie erst nach den Kämpfen auf oder tauchen erst nach weiteren Suchen auf. Zwar war es von vornherein klar, dass man nur Ruffy während des Spiels steuern kann, jedoch würden zusätzliche Schwertschwinger oder Tritte dem Kampfgeschehen deutlich mehr Pepp verleihen.

Aufbruch zur Neuen Welt?

»Insgesamt war ich doch enttäuscht von One Piece World Seeker. Die offene Welt hat nicht ganz das gezeigt, was Ganbarion und Bandai Namco im Vorfeld versprochen haben. Es gibt kaum etwas zu entdecken und nicht alle Orte können auf Anhieb erkundet werden. Auch die Kämpfe bringen nicht die Abwechslung, die man sich von ihnen erhofft. Oft arbeitet man sich einfach nur ähnlich wie in Hack-’n’-Slay-Titeln durch die Gegner. Lediglich die toll inszenierten Bosskämpfe erfordern Geschick und lockern die Kämpfe etwas auf.

Ein wahrer Tiefpunkt sind die Missionen, die es zu erledigen gilt. Über ein Sammeln von Materialien und Aufsuchen von Personen kommen die Missionsziele nicht hinaus, zudem ist die Missionsübersicht mehr als hinderlich gestaltet.

Ein Lichtblick hingegen sind die vertrauten Dinge, die man aus dem One-Piece-Universum kennt: Eichiiro Odas unverkennbarer Zeichenstil lässt selbst Jeanne und Isaac schnell in das Herz der Fans gleiten. Natürlich zaubern auch die altbekannten Charaktere mit ihren Eigenheiten ein Lächeln in jedes Fangesicht, doch leider sind in One Piece World Seeker keine neuen Geheimnisse oder Informationen zu den Figuren zu erwarten. In Dialogen wird lediglich die Vergangenheit der Charaktere behandelt.

Somit kann ich One Piece World Seeker keinem Rollenspielfan ans Herz legen, der ein ausgeklügeltes Charaktersystem erwartet und viel mit der Ausrüstung spielen möchte. Ich kann das Spiel auch niemandem empfehlen, der in „Breath of the Wild“-Manier jeden Kieselstein umdrehen und erkunden möchte, weil die Welt ja ach so viel bietet.

Ich kann dieses Spiel lediglich Fans der Serie ans Herz legen, die trotz der vielen Schwächen ein solides Abenteuer der Strohhutpiraten erleben möchten, zumal wirklich gute Spiele der Reihe eher rar gesät sind. Zu diesen Fans zähle im Übrigen auch ich, denn trotz der Kritikpunkte hat mir das Spiel Spaß gemacht und ich kann es kaum erwarten, mich mit Ruffy ins nächste Abenteuer zu stürzen.«

 

Es wimmeln Schätze auf der Gefängnisinsel, allerdings auch viele Probleme, bei denen die Crew aushilft.
Schnellreisen, Personen suchen, Materialien sammeln, kämpfen, wiederholen.
Das bisher schönste Abenteuer von Ruffy und seiner Crew.
Manche Hintergrundmusik dürfte Fans des Animes aufhorchen lassen.
Weiß jemand, in welche Richtung Zorro gelaufen ist?