Im Test! Senran Kagura Burst Re:Newal

Zurück zum Anfang. Honey∞Parade Games begibt sich mit dem Remake Senran Kagura Burst Re:Newal zum Ursprung ihrer Serie zurück. Lest den Test!
Titel Senran Kagura Burst Re:Newal
Japan 22. Februar 2018
Marvelous Inc.
Nordamerika 22. Januar 2019
XSEED Games
Europa 18. Januar 2019
Marvelous Inc.
System PS4, PC
Getestet für PS4
Entwickler Honey∞Parade Games
Genres Action
Texte
Nordamerika 
Vertonung Japan

Bildmaterial: Senran Kagura Burst Re:Newal, Marvelous / XSEED

Kürzlich erschien Senran Kagura Burst Re:Newal für PlayStation 4, ein Remake des alten 3DS-Ablegers Senran Kagura Burst. Der Entwickler Honey∞Parade Games schuf aus dem Side-Scroller ein vollkommen neues 3D-Erlebnis mit zusätzlichen Extras. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und uns an den Ninja-Akademien für euch eingeschrieben.

Nach einem harten Training neben dem Alltag als Student an der Akademie wollen wir euch nun unsere Ergebnisse präsentieren, die wir mit der Limited Edition erleben durften. Ob Senran Kagura Burst Re:Newal sich mit den Änderungen brüsten kann oder ob das Abenteuer nicht ganz so rund ist wie die üppigen Oberweiten der Heldinnen, erfahrt ihr bei uns.

Zwei Seiten einer Medaille

Das Leben eines Ninjas in Ausbildung ist nicht leicht. Hartes Training, Bereitschaft zur Aufopferung und eiserne Disziplin sind nur einige der Erwartungen, die man an die jungen Schülerinnen hat. Darin unterscheiden sich weder die Hanzo National Academy für gute Ninjas noch die Hebijo Clandestine Girls’ Academy für die Schülerinnen mit einer nicht ganz so weißen Weste.

Asuka und Homura sind zwei dieser Studentinnen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben den Weg des Shinobis zu gehen. Asuka, die 17-jährige Enkelin des Elite-Ninjas Hanzo, und ihr Gegenstück, die gleichaltrige Homura, erleben während ihrer Ausbildung Freud und Leid. Langsam aber stetig merken beide, dass die Welt um sie herum nicht ganz so schwarz und weiß ist, wie beide anfänglich dachten. Wo Licht existiert, muss es auch Schatten geben. Die Reise der beiden beginnt, aber in den Schatten lauert bereits eine dunkle Gefahr.

Zwischen Kampf und Alltag

Senran Kagura Burst Re:NewalDie Geschichte in Senran Kagura Burst Re:Newal wird in zwei Kampagnen abgehandelt. Einmal aus der Sicht der Hanzo-Schülerin Asuka und ihren Freunden sowie aus der Sicht der Hebijo-Schülerin Homura und deren Kameraden. Man lernt das Leben eines Ninjas an der jeweiligen Akademie kennen, teilt Freud und Leid mit den Charakteren und erfährt mit der Zeit mehr über die einzelnen Figuren.

Das Ganze ist als eine Mischung aus Slice of Life mit Actionpassagen zu verstehen. Ihr erlebt also nicht nur das brutale Leben eines Ninjas, der sich im Kampf opfern soll, sondern auch die ganz alltäglichen Freuden und Problemchen, die das Schulleben so mit sich bringt.

Senran Kagura nimmt sich dabei nicht sonderlich ernst, auch wenn es versucht teilweise durch den Plot so zu wirken. Die vielen Slapstickeinlagen und die klischeehaften Charaktere nehmen dem Ganzen etwas den Wind aus den Segeln. Es fehlt ein wenig die Balance zwischen Slice of Life, Komödie und Drama.

Die Geschichte wird hierbei episodisch erzählt und wechselt zwischen Dialogsequenzen, novelartigen Erzählungen und Kämpfen. Die Gespräche zwischen den Charakteren während der Mission wirken steif und teilweise aufgesetzt, während wiederum die novelartigen Passagen mit lebendigen Texten und schönen Artworks aufwarten. Das Remake bietet eine solide Geschichte mit einigen Makeln hinsichtlich der Erzählweise. Die Sicht aus zwei Perspektiven ist interessant, gleicht sich aber teilweise recht stark. Einerseits ist dies gewollt um ein gewisses Gleichnis der beiden verschiedenen Parteien hervorzuheben, andererseits fehlen dadurch ein wenig die Eigenheiten der beiden Kampagnen.

Kampf für das Gute oder das Böse

»Die Geschichte ist als eine Mischung aus Slice of Life mit Actionpassagen zu verstehen.«

Wie eingangs erwähnt, spielt die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven, respektive in zwei verschiedenen Kampagnen zu je 41 Missionen. Besitzer der Limited Edition dürfen sich darüber hinaus noch über eine Minikampagne mit Yumi aus Shinovi Versus freuen. Die größte Änderung seit dem 3DS-Ableger ist, dass man sich wegbewegt hat von den Side-Scroll-Passagen und sich mehr an Nachfolgetiteln wie Estival Versus orientiert. Das heißt, dass man nunmehr in kompletten 3D-Kampfarealen seine Kämpfe austrägt.

Ihr startet dabei in einem Hub, einem Raum, der für euch als Zentrale fungiert. In eurer Zentrale stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Wahl. Zum einen könnt ihr hier eure Charaktere mit neuen Kleidungsstücken und Accessoires ausstatten, welche ihr im Shop kaufen könnt. Die so ausstaffierten Figuren könnt ihr wiederum in verschiedenen Dioramen ausstellen. Die Möglichkeiten zur Anpassung sind dabei recht umfangreich ausgefallen.

Daneben findet ihr noch eine umfangreiche Bibliothek bestückt mit Statistiken, Videos, Artworks, Musik und dergleichen. Über den Menüpunkt „Schulauswahl“ wechselt ihr zwischen den einzelnen Kampagnen. Von der Zentrale aus startet ihr auch in die verschiedenen Missionen und treibt die Erzählung voran. Auf den Intimacy-Modus mit dem Minispiel wurde hingegen bei der westlichen Version verzichtet.

Leicht oder schwer, es liegt an euch

Senran Kagura Burst Re:NewalDrei Schwierigkeitsgrade und der Frantic-Modus stehen euch zur Wahl. Mit jeder erfolgreichen Mission schaltet sich die nächste Mission frei. Zugleich werden Trainingsareale und freie Missionen freigeschaltet. Der Frantic-Modus ist ein besonderer Schwierigkeitsgrad, der in Kombination mit einem der drei Grade vor der eigentlichen Mission gewählt werden kann.

Ihr verliert dabei bis auf eure Unterwäsche sämtliche Klamotten und ein gutes Stück eurer Abwehrkraft. Im Gegenzug könnt ihr aber wesentlich härter austeilen und habt andere passive Fähigkeiten zur Wahl. Beim erstmaligen Absolvieren einer Mission ist die Figur, mit der ihr startet, fest vorgeschrieben. Bei wiederholten Durchgängen steht es euch frei, mit welcher Figur ihr kämpfen wollt.

Womit wir auch schon beim Kern sind, dem Kämpfen. Nachdem ihr durch die Geschichte in die jeweilige Episode eingeführt wurdet, werdet ihr in das Areal gesetzt. Bei den Missionen unterscheidet man zwei Kernvarianten. Eine, in der ihr gegen eine oder mehrere Wellen an Gegnern ankämpfen müsst, an deren Ende ein Bosskampf aufwarten kann, oder direkte Eins-gegen-eins-Auseinandersetzungen.

Dynamische Kämpfe mit hüllenloser Action

Die Kämpfe sind dabei recht schnell und fühlen sich von der Dynamik her gut an. Man fängt mit wenigen Skills an und lernt durch Aufstufung entweder neue Fähigkeiten oder erweitert bestehende Kombinationen. Während des Kampfes füllen sich verschiedene Leisten, mit denen ihr nach einer Transformation besonders harte Spezialangriffe ausführen könnt.

Dabei bieten nicht nur die Transformationen etwas fürs Auge. Während der Kämpfe werdet ihr in bestimmten Fällen mit Fanservice der besonderen Art belohnt. Trefft ihr den Gegner besonders hart, lässt dieser langsam seine Hüllen fallen. Stück für Stück könnt ihr so euren Gegner entkleiden. Trefft ihr diesen mit einem Finisher zum Abschluss, zieht dieser unter Umständen komplett blank und präsentiert sich in fragwürdigen Posen, welche wiederum zensiert sind. Wem der Ecchi-Anteil zu groß ist, kann sowohl die Transformation als auch die Zerstörung der Kleidung abstellen.

Die einzelnen Charaktere bieten mit ihren Fähigkeiten genug Spielraum für spaßige Kämpfe. Dabei unterscheidet man auf Nah- und Fernkampf spezialisierte Einheiten. In den Grundkombinationen unterscheiden sich die Figuren eher weniger voneinander, hier stechen mehr die einzelnen Sonderfähigkeiten hervor.

Ein Manko bei den sonst so schnellen Kämpfen ist allerdings die Kamera. Zu oft passiert es, dass ihr euch in einer Ecke befindet oder zwischen Objekten steht und die Kamera nicht mehr hinterherkommt. Meist schaut ihr dann aus einem Busch heraus oder schaut euch das Ganze aus einer schrägen Perspektive an, die manuell nachjustiert werden muss. Das stört den sonst guten Kampffluss erheblich und nervt, wenn man den Gegner gerade eingekesselt hat oder eben ihr eingekesselt wurdet. An sich bietet das Kerngeschäft des Spiels gute Unterhaltung, bleibt aber auch hier nur im Bereich der soliden Unterhaltung ohne den gewissen Pep.

Schöne Charaktere, vielfältige Kampfareale und nette Musikstücke

Das Remake zeigt seine grafischen Vorzüge hauptsächlich bei den Charakteren und den verschiedenen Artworks. Die üppig bestückten Heldinnen sind schön designt und können durch die zahlreichen Accessoires weiter angepasst werden. Das Design der Überproportionierung der Charaktere sowie das Posing mag allerdings nicht jedermanns Geschmack sein.

Im Gegensatz zu den Charakteren wirken die Kampfareale schon ein wenig farblos. Nichtsdestotrotz bietet man hier eine recht große Auswahl an verschiedenen Kampfgründen. Vom Sportgelände über den Badestrand bis hin zum traditionellen Dorf ist einiges dabei. Von kleinen Arealen, die nur innerhalb eines Raumes spielen, bis hin zu langgestreckten Schlaucharealen ist alles dabei.

Dabei wirken die Areale grafisch etwas altbacken und teilweise ein wenig langweilig. Dafür glänzt das Spiel mit recht vielen verschiedenen Arealen. Da man allerdings sowieso meistens auf die recht schnellen Kämpfe konzentriert ist, achtet man auch eher weniger auf die etwas angestaubte Grafik.

Bei der musikalischen Untermalung erwarten euch ebenso schnelle und dynamische Melodien. Eine Mischung aus elektronischer Musik mit rockigen Riffs erwartet euch dabei überwiegend in Senran Kagura Burst Re:Newal. In den Dialogpassagen gibt es hingegen eher ruhiges Elektropop-Gedudel aus dem Fahrstuhl. Das Spiel bietet euch ausschließlich eine japanische Synchronisation mit englischen Untertiteln. Die Wahl der betreffenden Stimmen schwankt dabei in der Qualität von gut bis nervig, unterstreicht aber meist den dargestellten klischeehaften Charakter der jeweiligen Person.

 

 Solide Action, aber fragwürdiger Fanservice

»Ich hatte mir ein wenig mehr von Senran Kagura Burst Re:Newal erhofft. Die Story ist solide, nicht herausragend, aber unterhaltend. Die klischeehaften Charaktere hatten genug Spielraum zur Entwicklung um nicht komplett als eindimensionale Püppchen für Männerfantasien durchzugehen. Die novelartigen Abschnitte haben mir dahingehend sogar besser gefallen als die Dialoge, in denen man die Charaktere sehen konnte. Die Kämpfe waren spaßig, aber nichts Besonderes. Teilweise nervt die Kamera durch missglückte Kameraperspektiven, welche man manuell nachjustieren muss.

Zu dem Fanservice kann man stehen, wie man will, Fans wird der teilweise fragwürdige Fanservice sicherlich auch weiter erfreuen. Wer vorher damit nichts anfangen konnte, wird auch hier nicht warm werden. Das Fehlen des Intimacy-Modus wird Fans der Reihe vermutlich eher abschrecken, für ein Verständnis des Spieles ist dieser allerdings nicht wichtig. So nischig, wie die Reihe an sich schon ist, kann man auch bei Senran Kagura Burst Re:Newal keine direkte Kaufempfehlung aussprechen. Fans werden sicherlich ihren Spaß mit dem Titel haben, aber allen anderen ist ein vorheriges Anspielen anzuraten.«

 

Solide Geschichte mit mäßig interessanten Charakteren. Zwei Kampagnen bieten zwei verschiedene Blickwinkel ohne sich dabei großartig voneinander zu unterscheiden.
Dynamische Kämpfe mit einem guten Dutzend spielbarer Charaktere, welche durch eine schlechte Kameraführung beeinträchtigt werden.
Abwechslungsreich designte Charaktere kämpfen in mehr oder weniger altbacken wirkenden Kampfarealen.
Ein Mix aus elektronischen und rockigen Rhythmen unterstreicht die Dynamik der Kämpfe. Entschleunigt das Geschehen in den ruhigen Novelparts. Den Spieler erwartet eine japanische Synchronisation.
Die Limited Edition bietet neben einer zusätzlichen Minikampagne noch einen Soundtrack (58 Titel) und ein Theme für eure Konsole.