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Im Test! Resident Evil 2 Remake

TitelResident Evil 2
Japan25. Januar 2019
Capcom
Nordamerika25. Januar 2019
Capcom
Europa25. Januar 2019
Capcom
SystemPlayStation 4, Xbox One, PC
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerCapcom
GenresSurvival-Horror, Action
Texte
Japan Nordamerika Japan
VertonungJapan Nordamerika Japan

Bildmaterial: Resident Evil 2, Capcom

Raccoon City war so eine beschauliche Stadt. Es gab Sehenswürdigkeiten, es gab Arbeit, es gab nette Anwohner – nur leider fressen die sich jetzt gegenseitig, überall brennt es und widerlich mutierte Wesen warten nur darauf, dir den Tag zu verderben. Inmitten dieses Schlamassels gibt es aber noch ein paar Überlebende, darunter Claire Redfield, die eigentlich nur ihren Bruder besuchen wollte, und Leon Kennedy, ein Polizist des RPD und noch grün hinter den Ohren.

Beide kämpfen in dieser Zombie-Katastrophe ums Überleben – genaugenommen haben sie das schon vor einigen Jahren getan. Aber Capcom hat alles nochmal hübscher, gruseliger und dunkler gemacht und die zwei nochmal durch die Hölle geschickt. Ob neu wirklich besser ist, erfahrt ihr jetzt!

Überleben ist alles!

Anfangs müsst ihr euch entscheiden: Leon oder Claire? Wen möchtet ihr steuern? Beide wissen sich zu wehren und haben Mumm. Auch die Kampagnen sind weitgehend gleich. Es gibt aber kleine Unterschiede, die von Waffen bis hin zu NPCs und Storyabschnitten reichen. Es lohnt sich also, das Abenteuer mit beiden Protagonisten zu bestreiten. Vorausgesetzt ihr habt die Nerven dazu. Denn das Spiel wird euch einige kosten – im positiven Sinne.

Resident Evil 2 RemakeResident Evil 2 macht in Sachen Survival-Horror vieles richtig. Ressourcenknappheit steht an der Tagesordnung und die Gegner stellen eine echte und ernstzunehmende Gefahr dar. Zusammen mit der bedrückenden Atmosphäre, ein paar gut platzierten Jump-Scares und furchteinflößenden Gegnern ergibt sich ein dichtes Gruselpaket, das unter die Haut geht.

Es sind eigentlich sogar die Zeiten, in denen das Spiel nicht versucht euch vor Schreck aus dem Sessel zu katapultieren, die den Titel hervorstechen lassen. Wenn zum Beispiel ein Zombie fast geräuschlos hinter einer Ecke auftaucht, der eigene Schatten einen in die Irre führt oder Schritte aus der Ferne immer lauter werden.

Zeitweise kann es aber auch ärgerlich sein, wie viel so ein Zombie aushält. Teils brennt man durch ein halbes Magazin – trotz gut platzierter Kopfschüsse. Dank drei unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade kann man das persönliche Horror-Abenteuer etwas auf die eigenen Fähigkeiten anpassen. Der härteste Modus bringt sogar das Speichersystem mit der begrenzten Zahl an Farbbändern zurück. Richtig oldschool.

Weiterhin kann man sich darüber streiten, ob die Struktur des Spiels noch zeitgemäß ist. „Suche Gegenstand A um diesen an Ort B einzusetzen. Aber dafür wird noch Gegenstand C benötigt, der in dem Raum liegt, den du vor zwei Spielstunden noch nicht aufsperren konntest. Vergiss aber bloß nicht Gegenstand D mitzunehmen, sonst kommst du auf deinem Weg an Ort E nicht weiter und musst zurücklaufen.“ Das ständige Backtracking wird mit der Zeit etwas anstrengend. In dem sonst so frisch wirkenden Remake (schon fast eher ein Reboot) wirkt diese Spielmechanik sehr starr. Diese Struktur ist für sich nicht schlecht, nur eine kleine Auflockerung hätte dem Spiel besser zu Gesicht gestanden.

Ugly is beautiful

Resident Evil 2 RemakeWer sich noch an die alte Raccoon-City-Polizeistation und andere Orte des Spiels erinnert, dürfte vom Resident Evil 2 Remake besonders hingerissen sein. Alle Gegenden wurden generalüberholt, sind stimmig, gruselig und fangen den Geist des Originals trotzdem sehr gut ein. Besonders Zombies und sonstige Kreaturen profitieren von der Frischzellenkur und strotzen nur so vor ekelhafter Details.

Das Schadensbild der Untoten hat an dieser Stelle eine besondere Erwähnung verdient: Man verschießt seine Kugeln auf die lebenden Toten, während das Gesicht immer mehr deformiert und blutet, bis nur noch das fletschende Gebiss klar auszumachen ist. Auch einzelne Körperteile können Stück für Stück abgetrennt werden. Das verschafft einem die Illusion ein organisches, eigentlich ja menschliches, Wesen zu bekämpfen und macht die Tatsache noch beunruhigender, dass es sich nach so vielen, heftigen Verletzungen noch bewegt.

Auch die „lebenden Lebenden“ machen einen tollen Eindruck und überzeugen mit einem sehr realistischen Look und glaubhafter Mimik und Gestik. Was Kennern der Serie sauer aufstoßen könnte, sind die neuen Gesichter der Resi-Lieblinge in diesem Ableger. Diese haben nämlich nicht einfach ein grafisches Update erhalten und Gesichter, die der Realität der Umgebung standhalten. Sie sehen aus wie andere Menschen – genaugenommen wurden sie existierenden Vorbildern nachempfunden.

Im Kontext, dass das komplette Spiel überarbeitet wurde und es sich nicht einfach um eine aufgehübschte Version handelt, finde ich diesen Umstand aber zu verkraften. Ein Facelift von beliebten Helden hat in der Vergangenheit nicht jedes Spiel sinnvoll implementiert (looking at you, Final Fantasy X HD). Es ist aber letztendlich Geschmacks- und Gewöhnungssache.

Gänsehautgeräusche

Orchestrale und teils synthetische Musik bilden in diesem Resident Evil 2 Remake eine gelungene Untermalung dessen, was auf dem Bildschirm passiert. Es sind aber vor allem die Geräusche, die eure Feinde von sich geben, die die Haare im Nacken hochgehen lassen. Markerschütternde Schreie und zischende Töne, die menschlich klingen und dann wieder nicht. Beim Sounddesign haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet. Auch die Synchronisation der Charaktere ist gelungen und die kleinen Flüche, die Claire und Leon im Kampf ausstoßen, machen die beiden sympathisch. Genau wie die Gesichter sind die neuen Stimmen zunächst ungewohnt, aber sie passen gut zu den jüngeren Versionen der Helden.

Dass man das Spiel insgesamt zwei Mal durchspielen soll, um einen Bonus-Boss freizuschalten und das wahre Ende zu erhalten, ist meiner Meinung nach ein wenig überzogen. Wenigstens ist es nicht so, als müsste man genau das gleiche Spiel doppelt spielen, da man danach die Kampagne des anderen Charakters angeht und diese aufgrund des freigeschalteten B-Szenarios weiter verändert wurde. Das erste Ende das man zu Gesicht bekommt fühlt sich deshalb trotzdem etwas abgehackt an.

Das hinterlässt einen mit einem etwas unbefriedigenden Gefühl, wenn man das Spiel im Schweiße seines Angesichts durchgezockt hat. Besser wäre es, die echte Endsequenz gleich nach dem Beenden der ersten Kampagne freizuschalten und ein zweites Durchspielen mit einem verlängertem oder alternativem Ende zu belohnen. In Zeiten von YouTube ist das zwar eigentlich kein echtes Problem, aber ich war schon leicht enttäuscht, als das Filmchen nach einem anstrengenden Bosskampf so knapp und unvollständig war.

Fazit

»Trotz dieses Wermutstropfens ist die Bilanz positiv. Resident Evil 2 ist ein Remake, wie man es sich wünscht. Es nimmt fast alles, was man an dem Ursprungsspiel geliebt hat, und schmeißt fast alles raus, was nicht mehr zeitgemäß ist oder nicht ins neue Konzept passt. Hierzu gehören zum Beispiel feste Kameraperspektiven und die klobige Steuerung. Dann nimmt man den goldenen Rest und pimpt diesen zu einem Spiel, das den Controller idealerweise mit einer Schicht Angstschweiß bedeckt. Der letzte Part hängt natürlich vom Spieler ab – ich kann von mir aus sagen, das Konzept ist aufgegangen. Das etwa 7-stündige Spiel hat ein gesundes Verhältnis zwischen schleichendem Grusel und stressiger Action mit einer Story, die interessant genug ist, um bei der Stange zu halten.«

 

 Claire und Leon kämpfen in Raccoon City ums Überleben und kommen dem Ursprung der Katastrophe langsam auf die Spur.
Survival-Horror mit gelegentlichen Rätseln und viel Nervenkitzel.
Tolle, atmosphärische Grafik mit vielen ekligen Details.
Passende musikalische Untermalung und schaurig-gutes Sounddesign.
Es sind noch DLCs zum Spiel in Planung. Ein kostenloses Update ist kürzlich erschienen.

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Test zu einem der besten Resident Evil Teile!

    Lediglich dem Abschnitt, der das Backtracking und das Metroidvania artige Spielprinzip etwas kritisiert, kann ich nicht zustimmen. Diese Sachen gehören zu Resi wie Käse auf die Pizza und werden meiner Meinung nach niemals altbacken wirken. Aber sei's drum ;)

    Das Spiel macht die dunkle Ära von Teil 5 und 6 endlich komplett vergessen (nachdem Resi 7 schon ordentlich vorgelegt hatte) und lässt mich hoffnungsschwanger in die Zukunft der Reihe blicken.
  2. Wir wissen echt schon langsam was du von 5&6 hältst. Du brauchst die Spiele nicht immer schlecht reden, man kann es auch mal gut sein lassen.
    Nur weil sie dir nicht gefallen haben sind es keine schlechten Spiele und haben den Namen Resident Evil sicher nicht kaputt gemacht
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