Der perfekte Lückenfüller: Fairune Collection

Manchmal darf es auch gerne simpel und kurz sein – wie es bei Fairune der Fall ist. Fairune ist ein charmantes kleines „Action“-RPG im niedlich-minimalistischen...

Bildmaterial: Fairune Collection,  Flyhigh Works / Skipmore, Esquadra

Manchmal darf es auch gerne simpel und kurz sein – wie es bei Fairune der Fall ist. Fairune ist ein charmantes kleines „Action“-RPG (Action bewusst in Anführungsstrichen) im niedlich-minimalistischen Retro-Pixelstil, welches von der Spieleschmiede Skipmore (u. a. Kamiko) entwickelt wurde. Verfügbar ist das Spiel derzeit digital auf PCs und Nintendo Switch. Spielerisch erinnert es an eine Mischung aus 2D-Ys- und Zelda-Titel. Gerne wird es auch mit dem zweifelhaften Retro-Klassiker Hydlide aus dem Jahr 1984 verglichen.

FairuneIn jeder Hinsicht ist das Spiel arg simpel und auf die grundlegendsten Kernmechaniken heruntergebrochen: Man läuft als stumme Spielfigur durch die Welt, kämpft gegen Monster, levelt auf, löst Mini-Rätsel und sammelt Items. Der gesamte Spielablauf folgt dabei dem Schema „Laufe nach A, finde Item X, gehe nach B, setze Item X ein, um Item Y zu finden“.

Die Kämpfe sind simple Level-Abgleiche mit dem Gegner, bei denen es nur drei Fälle gibt:

  1. Man ist zu schwach, erleidet Schaden und prallt vom Gegner zurück.
  2. Man ist ebenbürtig, fügt dem Gegner Schaden zu, erhält selbst Schaden und bei einem Sieg EXP.
  3. Man ist überlegen, der Gegner wird besiegt, man erhält keine EXP.

Weitere Interaktionen finden nicht statt.

Wunderbar unkompliziert

Das Schöne an Fairune ist, dass das Spiel so unkompliziert ist. Man kann einfach spielen, man kennt die Mechaniken, muss nichts Neues lernen, sich keine langen Texte durchlesen. Neben den „Kämpfen“ sucht man nach Geheimgängen, löst kleine Schalter-Puzzles und verwendet an den richtigen Orten die richtigen Gegenstände, was nach und nach weitere Teile der Spielwelt zugänglich macht. Nur zwei bis drei Stunden benötigt man für einen Durchgang. Kurioserweise ist der letzte Boss ein Shoot-’em-up-Minispiel, also im Gegensatz zum Rest des Spiels eine Sache von Geschicklichkeit.

Fairune 2 ist fast genau wie Fairune, nur mehr. Das Spiel ist in etwa dreimal so lang, hat eine deutlich größere Welt, mehr Gegner, mehr Items, mehr Geheimgänge und etwas mehr Story. Spielerisch hat sich fast nichts geändert, die bewährte Formel funktioniert weiterhin. Die Rätsel sind jedoch ein bisschen interessanter.

Leider wirkt sich der größere Umfang nicht nur positiv auf das Spiel aus. Die zweite Spielhälfte artet in einer Suchorgie aus, die ohne Walkthrough (von denen es ohnehin keine guten gibt) frustrierend sein kann. Man muss nämlich haufenweise Gegenstände finden, die teils in leicht zu übersehenden Geheimgängen versteckt sind. Hinweise liefert einem das Spiel keine. Dies ist das größte Manko, welches das Spielerlebnis zum Ende hin leider auch erheblich mühseliger gestaltet. Abgesehen davon macht aber auch Fairune 2 Spaß.

Zwei weitere Minispiele

Die Collection enthält weiterhin zwei Minispiele: Fairune Origins, eine Art Prototyp des Spiels mit noch simplerer Grafik und noch simplerem Gameplay, und Fairune Blast, ein einziges Shoot-’em-up-Level. Beide sind in wenigen Minuten durchgespielt.

Die Fairune-Spiele bieten nichts, was nicht Dutzende Spiele schon vorher geboten haben, sind aber ausgezeichnete Lückenfüller und besonders geeignet, wenn man gerade keine Zeit für oder Lust auf den nächsten 40-Stunden-Brocken hat. Durchaus empfehlenswert für Spieler, die ein kurzweiliges, unkompliziertes und anspruchsloses Spielerlebnis im Stil älterer Ys- und Zelda-Titel suchen.