Im Test! Dark Souls Remastered für Nintendo Switch

Mittlerweile ist es über sieben Jahre her, dass die nun legendäre Videospielreihe von Hidetaka Miyazaki das Licht der Welt erblickte und die Spieler...
Titel Dark Souls Remastered
Japan 19. Oktober 2018
Bandai Namco Entertainment
Nordamerika 19. Oktober 2018
Bandai Namco Entertainment
Europa 19. Oktober 2018
Bandai Namco Entertainment
System PlayStation 4, Xbox One, PC, Switch
Getestet für Switch
Entwickler FromSoftware
Genres Souls
Texte
Deutschland Nordamerika
Vertonung Nordamerika

Mittlerweile ist es über sieben Jahre her, dass die nun legendäre Videospielreihe von Hidetaka Miyazaki das Licht der Welt erblickte und die Spieler fast zur Verzweiflung getrieben hat. Diese süße Verzweiflung, die Dark Souls zu einem der beliebtesten Namen gemacht hat. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der (zweite) Grundstein des Soulslike-Genres dem aktuellen Remaster-Trend folgen würde. Dieses Mal jedoch mit einer Premiere auf Nintendos neuster Konsole. Die zusätzliche Zeit für die Portierung hat sich hier definitiv gelohnt. Denn ihr werdet sterben. Und dann wieder und wieder und wieder.

You Died… on Nintendo Switch

Das Wichtigste zuerst: Dark Souls Remastered läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus absolut flüssig. Zwar werden keine 60fps geboten wie auf den konkurrierenden Plattformen, jedoch ist dies bei dem vorsichtigen Gameplay auch überhaupt keine Notwendigkeit. Weder kommt das Bild zum Stocken, noch fällt die Anzahl der Bilder pro Sekunde auf ein merklich niedrigeres Level als 30.

Dabei profitiert die Switch-Version ebenfalls von den scharfen Texturen und den wesentlich eindrucksvolleren Licht-Effekten. Hier haben sich dennoch kleinere Kritikpunkte eingeschlichen. Im Handheld-Modus ist das Bild generell zu dunkel. Nur mit maximaler Helligkeit lässt es sich unterwegs angenehm spielen. Hinzu kommt, dass nicht alle optischen Verbesserungen, die es auf PlayStation 4, PCs und Xbox One geschafft haben, auch auf der Hybrid-Konsole zu sehen sind.

Die Joy-Cons tun dabei ihr Bestes und steuern den Charakter sehr präzise. Dabei sollte jedoch eine Warnung ausgesprochen werden an all jene, die sich bereits mit dem Tasten-Layout der Nintendo-Konsole angefreundet haben. Anders als bei den meisten anderen Spielen wurde für Dark Souls das Layout unverändert übernommen. Das bedeutet, dass man mit B akzeptiert und mit A abbricht, was entgegen des Menüs von Nintendo Switch ist. Somit gibt es anfangs eine unnötige Umgewöhnungszeit, die mehr als einmal das Leben und damit die Seelen kosten wird.

Damals wie heute absolut Kult. Das Remaster macht seine Arbeit gut, aber der Raum für weitere Verbesserungen war gegeben.

Inhaltliche Neuerungen sind, wie nicht anders zu erwarten war, auch bei dieser Version nicht vorhanden. Bei Dark Souls Remastered handelt es sich um das originale Spiel mit der einzigen Erweiterung, Artorias of the Abyss. Diese beinhaltet einige neue Gebiete, Charaktere, Waffen und natürlich knallharte Boss-Kämpfe. Für die Menüs haben sich die Entwickler etwas Neues einfallen lassen, um den Austausch von Seelen und Eiden angenehmer zu gestalten. Diese Veränderungen sind sehr willkommen, aber es ist schade, dass man hier nicht weiter gegangen und die großen Kritikpunkte, mit denen Dark Souls seinerzeit konfrontiert war, angegangen ist.

Praise the Sun…

Nachdem der Spieler im Charakter-Editor seinen individuellen Helden erschaffen hat, erwacht dieser im Asyl der Untoten. Von hier aus und selbstverständlich nach dem ersten fordernden Boss-Kampf führt der Weg nach Lordran, einem verfluchten Königreich, welches am Scheideweg steht. Belagert von wahnsinnigen Monstern, die einst Menschen waren, gilt es zuerst die Glocken der Erweckung zu läuten, um den Fluch aufzuheben. Von hier entwickelt sich die Geschichte, welche auch in den kommenden Spielen weitergesponnen wird und viele Spieler heute noch vor ein Mysterium stellt. Denn Dark Souls ist kein Spiel vieler Zwischensequenzen oder Worte. Diese sind ganz rar gesät. Es sind vielmehr die Welt selbst und das Level-Design, welche die wahre Geschichte erzählen. Der entropische Verfall der beachtlichen Architekturen sowie der Menschen, die einst dort lebten, spricht ganze Bände.

»Dark Souls Remastered läuft sowohl im Handheld- als auch im Dock-Modus absolut flüssig.«

Stundenlang kann man in den großen Gebieten, die wie gewohnt intelligent ineinander verwoben sind, nach kleinen Details suchen, die weiteren Aufschluss über die Natur von Welt und Einwohnern bieten. Das setzt natürlich voraus, dass der Spieler daran interessiert ist und Zeit investiert. Der grandiose und atmosphärische Soundtrack hilft dabei, wo er nur kann.

Dark Souls besitzt heute wie damals fantastisches Storytelling, welches viele Dialoge unnötig macht. Lässt man sich darauf ein, findet man sich zwischen Feuer und Dunkelheit wieder. Zwar bleiben so viele Details im Verborgenen, doch mit jedem bisschen Information bildet sich so ein Bild, das der Spieler selbstständig zusammensetzt. Was einige Spiele mit Skripten, die mehrere Romane in Masse überschatten, nicht schaffen, erreicht dieses hier mit Design und Kreativität. Wer sich das beim ersten Durchgang hat entgehen lassen, der sollte auf jeden Fall noch einen Blick wagen, auch wenn es tödlich enden kann.

…aber nur bei maximaler Helligkeit

Nach zwei Sequels, sieben Jahren Übung und unzähligen neuen Spielen, die oft vergeblich versucht haben die Magie wieder einzufangen, sind viele Spieler mit dem Genre nun so vertraut, dass sie bei Weitem nicht mehr so viele Probleme haben wie noch 2011. Viele Bosse und Taktiken sowie geheime Objekte, die bei schweren Auseinandersetzungen helfen können, sind nun kein Geheimnis mehr. Auch wenn man noch einige Male den gefürchteten Bildschirm mit den sieben Buchstaben aufleuchten sieht, so fällt das Remaster aufgrund der Übung deutlich leichter aus als noch in der Erinnerung.

Die zahlreichen und vor allem herausfordernden Boss-Kämpfe sind das absolute Highlight von Dark Souls. Selbst moderne Spiele halten da oft nicht mit.

Diejenigen, die sich besonders mit Spielen wie Nioh oder Bloodborne angefreundet haben und jetzt einen kleinen Ausflug in die Dark-Souls-Reihe wagen, werden sich jedoch wundern. Anders als bei den beiden zuvor genannten Spielen ist das Kampfsystem hier ein wenig träger und langsamer. Besonders am Anfang ist man auf den häufigen Gebrauch seines Schildes angewiesen.

Doch auch diejenigen, die lange kein Soulslike mehr gespielt haben, werden ein wenig Zeit brauchen, um wieder in die Routine hineinzufinden. Hat man sich jedoch wieder in diese Situation gebracht, so steht nichts zwischen dem Spieler und stundenlangem Spaß mit unzähligen Gegnern und fantastischen sowie vielfältigen Boss-Monstern, die jetzt noch absolut beeindruckend sind.

Der Mehrspieler-Modus läuft größtenteils ebenfalls angenehm, obwohl hier die Framerate manchmal ins Straucheln gerät. Hier haben die Entwickler ebenfalls noch einmal Hand angelegt. So kann man sich gezielt mit Freunden auf ein Abenteuer begeben und anstatt nur einem Begleiter kann man bis zu drei weitere Spieler einladen.

Estus is Bestus

»Die knapp sechs Monate Zeit, die sich die Entwickler mit der Switch-Version von Dark Souls Remastered gelassen haben, wurden, dem Endergebnis nach zu urteilen, sinnvoll investiert. Sowohl im Dock- als auch im Handheld-Modus läuft der bittersüße Kampf ums Überleben stets flüssig und sieht in vollem High Definition sehr gut aus. Wenn auch nicht so hübsch wie auf den anderen Plattformen. Mehr als eine kleine Aufhübschung und Menü-Aktualisierungen sollte man jedoch nicht erwarten. Hier wurde die Chance vertan auch inhaltlich an dem ein oder anderen Gebiet (*hust* Das Verlorene Izalith *hust*) zu arbeiten oder weitere Annehmlichkeiten wie zum Beispiel eine Schnellreise-Option von Anfang an zu bieten. Doch sowohl Fans als auch Neulinge werden einmal mehr ihren Spaß mit dem Soulslike-Vorfahren haben und, wer weiß, vielleicht auch das ein oder andere Neue entdecken.«

 

Kryptische Geschichte und grandioses Storytelling, das durch die Umgebung, das Design und die Monster vorangetrieben wird. Abhängig von der Investition seitens der Spieler.
Dark Souls in seiner Urform. Blocken, Ausweichen, Angriff. Das Timing muss stimmen, sonst wartet der Tod. Für Fans schnellerer Soulslike etwas zu träge.
High Definition in flüssigen 30fps. Die Texturen und Licht-Effekte können sich sehen lassen, aber die Konkurrenz bietet hier einfach mehr.
Atmosphäre pur. Die Sound-Effekte sind wuchtig und die Monster angsteinflößend. Die wenigen synchronisierten Dialoge sind ebenfalls sehr gut.
Minimal aktualisiertes Original mit dem einzigen DLC. Charakter-Editor, unzählige Waffen und Möglichkeiten das Spiel individuell zu gestalten. Der Mehrspieler-Modus läuft gut und bietet unzählige Stunden Spielspaß (Nintendo Switch Online vorausgesetzt).