Im Retro-Review! Pokémon Schwarze und Weiße Edition

Ursprünglich veröffentlicht 2011, unser (alter) Blick auf Pokémon Schwarze Edition in unserer neuen Retro-Review-Reihe. Schwelgt mit uns in Erinnerungen!

Bildmaterial: Pokémon Schwarze und Weiße Edition, The Pokémon Company / Nintendo

Unsere neue Reihe: Retro-Review!

Pokémon Schwarze Edition und Weiße Edition erschienen im März 2011 in Europa für Nintendo DS – also vor bald acht Jahren. Die Spiele haben die fünfte Generation von Pokémon eingeläutet, es folgten X & Y sowie Sonne und Mond. Wir nehmen die Veröffentlichung von Pokémon Let’s Go zum Anlass, den nachfolgenden Text als erste Ausgabe unserer neuen „Retro-Review“-Reihe auszuwählen.

In dieser neuen „Retro-Review“-Reihe veröffentlichen wir die Karteileichen unserer uralten Reviews erneut. Das Besondere ist, dass wir die Reviews unverändert veröffentlichen. Im Gegensatz zu Retrospektiven, bei denen alte Spiele mit dem (unweigerlichen) Wissen von heute betrachtet werden, sind die Texte unserer „Retro-Review“-Reihe also ein ganz unverfälschter Spiegel in die Zeit von damals. Wir haben nur die Screenshots erneuert und das Review optisch an unser aktuelles Layout angepasst. Schwelgt mit uns in Erinnerungen!

Titel Pokémon Schwarze und Weiße Edition
Japan 18. September 2010
Nintendo
Nordamerika 6. März 2011
Nintendo
Europa 4. März 2011
Nintendo
System Nintendo DS
Getestet für Nintendo DS
Entwickler Game Freak
Genres RPG

Im Original von Para

Dieses Review basiert auf der Schwarzen Edition, die sich aber nur gering von der Weißen Edition unterscheidet. Leute, die an einen Kauf der Weißen Edition interessiert sind, sind hier nicht benachteiligt. Pokémon Schwarz und Weiß ist der zweite Haupteintrag der Pokémon-Reihe, der für Nintendo DS erscheint. Technisch gesehen haben die Spiele daher viele Gemeinsamkeiten mit den Diamant- und Perl-Editionen, die ebenfalls für diesen Handheld erschienen sind. Jedoch versprechen Schwarz und Weiß viele Neuheiten, die das Herz neuer wie auch alter Pokémon-Fans höher schlagen lassen soll. Ob die neusten Editionen diese Versprechen einhalten, seht ihr in diesem Review!

Gleich drei Rivalen warten auf euch

Der Anfang des Spiels beginnt wie gewohnt mit dem Kind (Name und Geschlecht sind wie immer frei wählbar) einer alleinerziehenden Mutter, das sich als Ziel gesetzt hat, der größte Pokémon-Trainer aller Zeiten zu werden. Die „große“ Innovation ist jedoch in den Details der Handlung zu erkennen. Diesmal gibt es nicht nur einen Rivalen, sondern gleich drei. Bell und Cheren, Jugendfreunde unseres Helden, und der später erscheinende und mysteriöse Junge mit dem Namen „N“, der eine höchst eigenartige Motivation hat, die sich erst im Laufe des Spiels erklärt.

Wie für Pokémon üblich steht zu Beginn die Wahl des ersten Pokémons zwischen drei verschiedenen auf dem Programm. Hat unser Held erstmal eines der Pokémon ausgewählt, fallen die anderen zwei auf unsere beiden Freunde ein. Dieses erste Duell dient auch als Tutorial für jene Spieler, denen Pokémon noch neu ist. Kurz darauf begibt man sich ins Labor von Professorin Esche, die uns sowie unseren Freunden den Auftrag erteilt, so viele Informationen über die Pokémon von Einall (der Region in der das Abenteuer stattfindet) zu sammeln wie möglich. Dabei gibt es auch wieder zahlreiche Orden zu sammeln, indem man die verschiedenen Arenaleiter zum Duell herausfordert.

Team Plasma stellt sich euch in den Weg

Im Grunde genommen wäre alles gesagt und unserem jungen Trainer steht nichts mehr im Weg, durch das Land zu reisen und der Beste der Besten zu werden… wäre da nicht Team Plasma und der zuvor erwähnte N. Anders als das altbekannte Team Rocket, hat es sich Team Plasma als Ziel gesetzt, nicht alle Pokémon zu versklaven oder zu stehlen, sondern sie zu befreien und dabei argumentieren sie sogar auf einer fast religiösen Ebene, als ob es der Wille jedes gefangenen Pokémons wäre, in Freiheit zu leben. Der geheimnisvolle N denkt da ziemlich ähnlich, was seine Beziehungen zu Team Plasma aber sind, stellt sich erst später heraus.

Die Story geht in Schwarz und Weiß durchaus tiefer und man merkt, dass sich die Entwickler so ihre Gedanken gemacht haben. Jedoch bleibt die Handlung weiterhin sehr simpel, also sollte  keiner die Komplexität eines Final Fantasy VII erwarten, doch für ein Pokémon-Spiel ist die Entwicklung in Richtung tiefgründigere Story doch eine sehr erfrischende Erfahrung.

Viele bekannte Gameplay-Elemente

Pokémon Schwarze und Weiße EditionÜber das Gameplay ist eigentlich nicht viel Neues zu sagen. Man sammelt verschiedene Pokémon, trainiert sie, fordert die Arenaleiter zum Kampf heraus, besucht verschiedene Städte und Dungeons und gegen Ende kommt man als großer Trainer hervor. Ähnlich ist es mit den Kämpfen, die sich vom Ablauf her kaum von den ersten Ablegern auf dem GameBoy unterschieden.

Die meisten Kämpfe finden zwischen zwei Pokémon statt, bei denen man pro Runde zwischen einer von vier Attacken wählen kann oder dem Einsatz eines Items (z. B. einem Pokéball zum Fang eines wilden Pokémon) oder, falls es sich nicht um ein Duell mit einem Trainer handelt, die Ergreifung der Flucht. Das Pokémon mit der höheren Initiative beginnt mit dem ersten Zug. Eine große Rolle spielen dabei die verschiedenen Elemente der Pokémon und deren Attacken.

In einem System, ähnlich Schere-Stein-Papier, gibt es Elemente, die auf ein anderes Element schädlicher wirken und bei anderen resistenter. Ein Pokémon mit einer Attacke des Typs Wasser fügt z. B. einem Feuer-Pokémon mehr Schaden zu als einem Pokémon mit dem Typ Pflanze. Mehr an Taktik sollte man sich bei den Kämpfen aber nicht erwarten. Wenn man eine ausgewogene Party an Pokémon mit verschiedenen Elementen besitzt, ist der größte Teil schon getan.

Team-Kämpfe, neue Pokémon und Versionsunterschiede

Leider sehen das viele Trainer und Arenaleiter anders, die nur zu gerne an einem bestimmten Typ von Pokémon hängen bleiben, weshalb die meisten Kämpfe recht einfach sind. Dieses Manko gab es schon in den vorigen Teilen und Schwarz und Weiß bildet da keine Ausnahme. Eine hochgepriesene Neuerung in Schwarz und Weiß sind Team-Kämpfe, bei denen mehrere Pokémon gleichzeitig kämpfen können. Diese Kämpfe finden in der Story aber eher selten statt und kommen daher eher bei Multiplayer-Duellen zum Einsatz.

Wie gewohnt bieten Schwarz und Weiß eine reichliche Zahl an neuen Pokémon. Pokémon aus älteren Editionen kommen jedoch kaum vor, was ebenfalls eine kleine Neuheit darstellt. Eigentlich eine sehr vernünftige Idee, denn Schwarz und Weiß kommt so etwas frischer rüber, da es nicht auf die Popularität von klassischen Pokémon Pikachu, Mewtu, etc. vertraut. Eine andere große Innovation stellen die Unterschiede zwischen Schwarz und Weiß dar, denn diesmal sind es nicht nur die Unterschiede im Vorkommen bestimmter Pokémon, sondern auch ganze Gegenden, denn jede Edition besitzt diesmal sein eigenes Dungeon, was ebenfalls zur Frische beiträgt.

Imposante Städte und bewegte Pokémon-Modelle

Pokémon Schwarz und Weiß basiert auf der Grafik-Engine des DS-Vorgängers Diamant und Perle, holt aber weitaus mehr heraus. Die Städte und andere Gegenden kommen imposanter rüber und die manchmal verstellende Perspektive an einigen Stellen lassen das Spiel dynamischer wirken. Ebenso wurde an den Bewegungen der Pokémon in den Kämpfen gearbeitet und diese kommen daher lebendiger rüber als noch die unbeweglichen Abbildungen aus den Vorgängern.

Das Design der neuen Pokémon erinnert leicht an Monster aus alten Final-Fantasy-Teilen. Ein Pokémon wirkt abstrakter als das andere. Während sich frühere Pokemon an Tiere oder Gegenstände anlehnten und so unter anderem ihr Element abzuschätzen war, so ist es nun ein Ding der Unmöglichkeit genau zu sagen gegen was für ein Ding da man jetzt überhaupt kämpft. Nicht nur sehen viele Pokémon recht eigenartig aus, sondern fast schon richtig hässlich. Aber bei mittlerweile über 500 verschiedenen Pokémon sollte es wohl nicht mehr verwundernd sein, wenn den Designern langsam die originellen Ideen ausgehen.

Was die Musik angeht, so ist diese gänzlich zum Vergessen, was nicht heisst, dass sie schlecht ist, sondern keinen weiteren bleibenden Eindruck hinterlässt. Aber wer kauft sich schon aufgrund des Soundtracks ein Pokémon-Spiel?

Traditionsbewusst mit wenigen Experimenten

»Wem die Pokémon Spiele vertraut sind, der weiß was auf einen bei den beiden neuen Editionen zukommt. Schwarz und Weiß bleiben von der Spielweise her sehr traditionsbewusst und die Entwickler wagen (noch) keine großen Sprünge bei ihren Experimenten. Was eigentlich recht schade ist, da Schwarz und Weiß durchaus das Potential hatte, mehr zu sein als ein nur „ein weiteres Pokémon“. Doch bei allem Respekt für das Engagement bei Gamefreaks, ist es in meinen eigenen Augen nicht mehr. Ich vergebe daher 3 von 5 Sternen. Fans der Serie werden durchaus ihren Spaß haben und die kleinen Neuheiten mit offenen Armen begrüßen. Für Leute, die schon früher nichts mit Pokémon anfangen konnten, wird die Schwarze und Weiße Edition kaum überzeugend wirken.«

 

Wie habt ihr Pokémon Schwarze und Weiße Edition damals gesehen? Und wie seht ihr es heute?