Im Test! Naruto to Boruto: Shinobi Striker

Als die Manga-Reihe Naruto vor einigen Jahren endete, waren viele Fans traurig darüber. Denn es war nicht direkt klar, dass wir noch viele weitere Monde...
Titel Naruto to Boruto: Shinobi Striker
Japan 30. August 2018
Bandai Namco
Nordamerika 30. August 2018
Bandai Namco US
Europa 30. August 2018
Bandai Namco Europe
System Xbox One, PlayStation 4, PC
Getestet für Xbox One
Entwickler Soleil Ltd.
Genres Beat ’em up
Texte
Deutschland 
Vertonung Nordamerika Japan

Als die Manga-Reihe Naruto vor einigen Jahren endete, waren viele Fans traurig darüber. Denn es war nicht direkt klar, dass wir noch viele weitere Monde mit Naruto, Sasuke und Co. Spaß haben werden. Wie wir mittlerweile wissen, geht die Reihe mit den Kindern der damaligen Hauptcharaktere weiter und zeigt uns die Abenteuer von Boruto und seinen Freunden. In dieser Zeit setzt auch das neue Spiel Naruto to Boruto: Shinobi Striker an, welches für Xbox One, PlayStation 4 und PCs erhältlich ist.

Ein großes Ninja-Welt-Turnier steht an und ein vielversprechender Ninja macht sich für den Wettkampf bereit. Die Rede ist von euch selbst, denn direkt zu Beginn von Naruto to Boruto: Shinobi Strikers müsst ihr euch einen eigenen Ninja erstellen. Dabei könnt ihr aus einer passablen Auswahl aus Möglichkeiten wählen, wobei beispielsweise viele Frisuren auf bereits vorhandenen Hauptcharakteren basieren und man das Gefühl hat, einfach eine bekannte Figur nachzubauen, aber mit kleinen Änderungen. Euren eigenen Charakter könnt ihr dann aber im späteren Spielverlauf noch ändern, denn man schaltet auch für den Editor unter anderem neue Frisuren oder Gesichtsbemalungen frei.

Auf nach Konoha-Gakure!

Nachdem ihr nun eurem Charakter ein Aussehen und einen Namen gegeben habt, geht es in das Hauptgebiet des Spieles, in dem ihr viel Zeit verbringen werdet. Nicht unbedingt, weil es da so viele spannende Dinge zu erledigen gibt, aber dazu später mehr. Direkt nach der Erstellung des Ninja beginnt das Tutorial, in welchem euch das Prinzip der VR-Missionen erklärt wird.

Bei den VR-Missionen handelt es sich um eine Möglichkeit für das Spiel, euch in bekannte Momente aus der Naruto-Geschichte zu versetzen, da das Spiel nach dem Ende der ursprünglichen Reihe angesiedelt ist. Nach den obligatorischen Tutorial-Missionen, in denen euch die Steuerung des Spiels beigebracht wird, könnt ihr offline oder online mit bis zu drei weiteren Spielern versuchen, die Missionen erfolgreich zu bewältigen. Dabei sind die VR-Missionen in Ränge unterteilt, um die Schwierigkeit darzustellen. Ihr kämpft hier nicht nur gegen normale namenlose Ninja oder berühmte Figuren aus der Reihe, sondern auch gegen größere Feinde. Dabei ist Teamwork gefragt und ihr müsst alles geben, um den Sieg davontragen zu können.

»In insgesamt fünf Maps, die unterschiedlich groß sind und auf verschiedenen Schauplätzen in Naruto basieren, springt, rennt und kämpft ihr um diverse Ziele.«

Spielt ihr eine VR-Mission alleine, stellt euch Naruto to Boruto: Shinobi Striker einen VR-Meister zur Seite, den ihr euch aussuchen könnt. Durch das Aufleveln des Ranges eures Meister könnt ihr außerdem nach und nach seine oder ihre Fähigkeiten erlernen und für euren eigenen Ninja verwenden. Am sinnvollsten ist es jedoch, die Aufgaben gemeinsam mit anderen Spielern zu bewältigen. Hierfür könnt ihr entweder anderen Spielern, welche gerade eine Mission gestartet haben, beitreten oder ihr eröffnet selbst die Suche nach anderen Ninja.

Ich persönlich habe das Spiel auf Xbox One gespielt und hatte sehr starke Probleme damit, überhaupt mal Mitspieler zu finden, was direkt nach Launch doch durchaus ein wenig schade ist. Möglicherweise läuft dies auf PlayStation 4 und PCs besser, aber als Xbox-One-Spieler musste ich durchaus länger als zehn Minuten warten, bis sich mal jemand zu meiner Mission gesellt hat. Oder sagen wir lieber: Wenn mal jemand dazustieß, denn oft habe ich letztendlich die Aufgaben dann doch versucht, alleine zu bewältigen, oft ohne Erfolg. Das ist recht schade und nichts, was man dem Spiel grundsätzlich ankreiden kann, aber wirklich spaßig ist so eine Warterei dann halt nicht. Vor allem dann, wenn es doch endlich mal klappt und man mit den unfassbar langen Ladezeiten belästigt wird. Noch unspaßiger ist dann, dass man Gespräche und Zwischensequenzen in den Missionen nicht überspringen kann. Kein Wunder also, dass mir niemand beitreten will, wenn man sich immer und immer wieder dieselben Gespräche anschauen muss.

Doch wie genau sieht das Gameplay in Naruto to Boruto: Shinobi Striker aus? In insgesamt fünf Maps, die unterschiedlich groß sind und auf verschiedenen Schauplätzen in Naruto basieren, springt, rennt und kämpft ihr um diverse Ziele. In den VR-Missionen wird euch immer angezeigt, wo eure nächsten Feinde sind oder welches Objekt verteidigt werden muss. Das Manövrieren durch die Arenen ist durchaus eines der spaßigsten Dinge an Shinobi Striker. Ihr könnt mit einem Jutsu-Sprung große Strecken überwinden, mit nahtlosem Übergang an den Wänden rennen oder euch mithilfe einer Art Ninja-Enterhaken aus einer gewissen Entfernung in der Luft an eine Wand heranziehen.

Gerade in der Stadt-Arena wird schnell deutlich, wie wendig man eigentlich ist. Da es sich hierbei nicht um ein Parcours-, sondern ein Kampf-Spiel handelt, könnt ihr die Feinde auf Knopfdruck angreifen. Wie es sich für ein Naruto-Spiel gehört, sind dabei zahlreiche Möglichkeiten verfügbar, unter anderem auch das Werfen von Kunai oder anderen Ninja-Utensilien. Die serientypischen Jutsu sind natürlich auch dabei, wovon ihr immer zwei ausrüsten könnt. Außerdem besitzt euer Charakter noch ein ultimatives Jutsu. Je nach Klasse haben diese unterschiedliche Auswirkungen auf den Spielverlauf.

Vier Klassen braucht ein Team?

Ihr besitzt insgesamt vier verschiedene Kampf-Typen, was bei einem Team-Spiel wie Naruto to Boruto: Shinobi Striker durchaus Sinn ergibt. Die Wahl fällt auf Nahkämpfer, Fernkämpfer, Verteidiger oder Heiler. Je nach Klasse könnt ihr dann andere Jutsu und Ninja-Werkzeuge ausrüsten, welche dann dementsprechend natürlich dazu passen. Ein Verteidiger besitzt beispielsweise eine Fähigkeit, bei der eine Steinmauer errichtet wird, um ankommende Ninja zu blocken oder ihre Jutsu zu negieren. Falls ihr merkt, dass ein zweiter Fernkämpfer benötigt wird oder ihr mit eurer aktuellen Klasse nicht viel anrichten könnt, ist nach jedem Bildschirm-Tod ein Wechsel zu einem anderen Kampf-Typ möglich. Übrigens könnt ihr natürlich auch in die Rollen von Naruto und Co. schlüpfen, wobei ihr hier erst einen Großteil der Charaktere freischalten müsst. Diese sind dann auch in die vier Klassen unterteilt.

Neben den VR-Missionen gibt es den eigentlichen Hauptmodus, den Online-Kampf-Modus. Darin treten zwei Vierer-Teams an Ninja gegeneinander an, in vier verschiedenen Kampf-Typen: Flaggenkampf, Basis-Kampf, Kampfgefecht und Barriere-Kampf. Eure Wahl kann dabei zwischen Schnelles Spiel und Welt-Rangkampf gefällt werden. An jedem Tag wechselt die jeweilige Kampf-Art automatisch bei den beiden Spielmöglichkeiten, zumindest ist dies zum Zeitpunkt des Tests so, und ihr könnt nicht selbst eine Wahl des Modus fällen. Während beim schnellen Spiel nichts auf dem Spiel steht, könnt ihr im Welt-Rangkampf euren Rang verbessern. Je höher der Rang, desto bessere Belohnungen erhaltet ihr am Ende der aktuellen Saison.

Die Namen der jeweiligen Kampfmodi erklären sich eigentlich schon fast von selbst. Beim Flaggenkampf geht es darum, die Flagge des gegnerischen Teams zu ergattern, während gleichzeitig die eigene beschützt werden muss. Dabei ist das schlaue Manövrieren der Charaktere natürlich eine wichtige Sache, damit ihr möglichst schnell eure Gegner abhängen könnt.

Im Basis-Kampf gibt es drei Basen auf der Karte, welche jeweils von den Teams eingenommen und dann beschützt werden sollen. Je mehr Basen gleichzeitig von einem Team besetzt werden, desto schneller füllt sich die Anzeige für den Gewinn. Im Kampfgefecht geht es um das reine Bekämpfen eurer Feinde. Das Team, welches alle Leben verloren hat, muss sich eine Niederlage eingestehen. Der Barriere-Kampf ist eine interessante Abwechslung, denn hier werden die Teams in Angreifer und Verteidiger aufgeteilt. Das angreifende Team muss dabei ein Siegel zerstören, um den Boss-Gegner hinter einer Barriere zu erreichen. Logischerweise muss das Team, welches in der Verteidigung steht, dies verhindern. Schafft es das Angreifer-Team nicht in der vorgegebenen Zeit, den Boss zu besiegen, ist die Runde verloren. Bei den Bossen handelt es sich übrigens um computergesteuerte Riesengegner aus der Naruto-Serie.

Ladezeiten no Jutsu!

Eigentlich sollte der Multiplayer-Modus das Kernstück des Spieles sein, aber zwischen der ewigen Suche nach Mitspielern in manchen Momenten und den nervig langen Ladezeiten gibt es noch ein kleines Problem, welches mir persönlich nicht gefällt: Das Anvisieren der Feinde. Das funktioniert zwar gut, aber die Kamera ist manchmal nicht besonders optimal, was an den großartigen Bewegungsmanövern im Spiel liegt. Ihr seid wendig, aber eure Feinde auch, also springt das anvisierte Ziel um euch herum. Dann dem Kampfgeschehen zu folgen, während ihr einem Gegner folgt, ist schwierig. Hinzu kommt, dass nach einem Ausweichmanöver eures Feindes ihr direkt das Ziel verliert und neu anvisieren müsst, was zu einem gewissen Nachteil für euch wird.

Seid ihr dann noch das arme Schwein, das sich dazu entschieden hat, Heiler zu spielen, ist man eh der persönliche Spielball der Feinde. Aber zugegeben, dass ich an der Stelle schlechte Erfahrungen gemacht habe, lag einfach an meinen Team-Kameraden und weniger am Spiel. Jedoch wirkt es manchmal schon so, egal welche Klasse man spielt, dass man seinen Feinden absolut ausgeliefert ist, sobald man es mit mehr als einem Gegner zu tun hat. Gleichzeitig ist es ein Leichtes für euch, mit einem Kameraden einen vom gegnerischen Team abgeschotteten Feind zu erledigen. Oft seht ihr aufgrund der hektischen Kamera gar nicht, was euch überhaupt gerade trifft und man ist schneller tot, als man überhaupt selbst reagieren könnte.

»Grafisch kann Shinobi Striker durchaus überzeugen, die Jutsu sehen prachtvoll aus und das Spiel läuft, zumindest auf Xbox One S, flüssig. Irgendwie wirkt das Gesamtbild jedoch ein wenig verwaschen.«

Ein wenig nervig ist die Art und Weise, wie ihr an neue Kleidungsstücke kommt. Man kann bei den VR-Missionen je nach Mission diverse Sachen freischalten, was noch völlig okay ist und euch dazu anspornt, die Aufgaben zu bewältigen. Einen Großteil der neuen Avatar-Teile schaltet ihr über die Schriften frei. Diese könnt ihr bei Tenten im Shop schätzen lassen, nachdem ihr sie durch ein Level-up oder einen Sieg in einem der Spiel-Modi erhalten habt.

Diese sind in unterschiedliche Seltenheits-Stufen eingeteilt und bringen zufällig einen neuen Gegenstand oder, was durchaus frustrierend ist, ein wenig Geld. Schnell fällt dabei auf, dass hunderte Kleidungsstücke lediglich immer wieder dieselben Teile, aber in anderen Farben sind. Auf diese Weise wird die Anzahl von möglichen Stücken für euren Avatar künstlich aufgeblasen und ein Großteil der Klamotten sind einfach nur die Kostüme der Hauptcharaktere, aber in unterschiedlichen Farben und Mustern. Hinzu kommt dann, dass ihr nicht sehen könnt, wie das neue Ausrüstungsteil aussieht und ihr dann erst zu einem anderen Charakter laufen müsst, um neue Teile auszurüsten oder überhaupt sehen zu können.

Grafisch kann Shinobi Striker durchaus überzeugen, die Jutsu sehen prachtvoll aus und das Spiel läuft, zumindest auf Xbox One S, flüssig. Irgendwie wirkt das Gesamtbild jedoch ein wenig verwaschen. Ich dachte erst, es liegt am TV, aber nachdem ich drei verschiedene Geräte ausprobierte, wirkten Charaktere und Hintergründe noch immer manchmal ein wenig unscharf. Vielleicht soll das auch Teil des Pastell-ähnlichen Stils sein, was dann durchaus Sinn ergibt.

Beim Soundtrack des Spiels sticht nichts wirklich heraus, aber Fans von der japanischen Sprachausgabe wird es freuen, dass diese von Anfang an ausgewählt werden kann. Aber auch die englische Synchronisation ist gut, immerhin werden viele Charaktere von bekannten Sprechern gesprochen, beispielsweise Sasuke von Yuri Lowenthal.

Ich will dann doch nicht Hokage werden!

»Ich möchte ganz ehrlich sein: Die Kämpfe in Naruto to Boruto: Shinobi Striker fühlen sich nicht besonders spaßig für mich an. Alles ist zu hektisch, die Kämpfe wirken unausgereift und eure Attacken haben keinen richtigen Wumms. Man merkt nicht einmal, ob man einen Gegner besiegt hat, wenn man nicht auf eine kurze K.O.!-Einblendung achtet. Das gesamte Spiel wirkt wie der Versuch, ein Dragon Ball Xenoverse im Naruto-Universum zu erschaffen, aber hier fällt Bandai Namco leider auf die Nase. In Dragon Ball Xenoverse hat jeder Schlag Gewicht, jeder Strahlenangriff fühlt sich gut an. Auch das Sammeln von neuen Ausrüstungsteilen machte da mehr Spaß, auch wenn es extrem grindlastig war. Hinzu kommt, dass Naruto to Boruto: Shinobi Striker ein reiner Online-Titel ist und zwar Singleplayer-Content bietet, aber dieser eher dürftig ist. Vielleicht bin ich einfach zu schlecht oder das Spielprinzip ist nichts für mich, aber davon abgesehen ist der allgemeine Inhalt im Spiel momentan für ein Vollpreisspiel auch ein wenig dürftig. Nur fünf Kampf-Arenen, „nur“ 20 VR-Meister und Klamotten, welche größtenteils einfach nur dieselben Sachen in massig verschiedenen Farben sind.«

 

In Konoha-Gakure findet ein Ninja-Turnier statt, welches den besten Ninja der Welt küren soll. Ihr könnt euch einen eigenen Charakter erstellen und dann daran teilnehmen.
Hektische Kämpfe zwischen zwei Vierer-Teams oder ihr bewältigt gemeinsam mit anderen Spielern Missionen gegen die CPU. Kamera ist ein Graus, das Bewegen der Charaktere hingegen bockt.
Pastell-ähnlicher Stil, welcher das Bild ein wenig verwaschen aussehen lässt. Spiel läuft flüssig und hat coole Jutsu-Effekte.
Tolle Synchronsprecher, im Englischen sowie im Japanischen. Musik ist gut, aber keine besonderen Kracher mit dabei.
Hunderte Ausrüstungsteile für euren Ninja freischaltbar, Online-„Zwang“ (bei dem man auch offline spielen kann, wenn die Server nicht erreicht werden können…), großer Fokus auf Multiplayer und PVP.