GC18: Unsere Eindrücke zu Twin Mirror

Neben Life is Strange 2 arbeiten Dontnod Entertainment zusammen mit Bandai Namco an Twin Mirror. In dem narrativen Psycho-Thriller trefft ihr auf Sam, einen...

Neben Life is Strange 2 arbeiten Dontnod Entertainment zusammen mit Bandai Namco an Twin Mirror. In dem narrativen Psycho-Thriller trefft ihr auf Sam, einen Enthüllungsjournalisten, der in seine Heimatstadt zurückkehrt. Sam besitzt die Fähigkeit, den sogenannten Mind Palace zu erschaffen, um bestimmte Szenarien oder Erinnerungen nachzuerleben. Auf der diesjährigen Gamescom hatten wir die Gelegenheit, bei Bandai Namco ein bestimmtes Szenario mit Sams Hilfe nachzustellen.

Ohne jegliche Erinnerungen an den vorherigen Abend erwacht Sam in einem Hotel. Um einen klaren Kopf zu bekommen, beschließt er, erst einmal ins Bad zu gehen. Bevor er jedoch einen Schritt ins Bad setzt, taucht sein Double auf. Dabei handelt es sich um seine innere Stimme, welche Sam widerspiegelt, jedoch etwas eleganter gekleidet ist. Dieser Double-Sam schlägt uns vor, besser nicht ins Bad zu gehen und die Stadt zu verlassen. Die Demo bot mir drei verschiedene Möglichkeiten, dem Double zu sagen, dass ich entweder nicht mehr an ihn glaube oder nicht die Stadt verlassen werde.

Unbeeindruckt und mit keinem Bock auf seine innere Stimme geht Sam also ins Bad und findet dort ein blutiges Shirt. Da ihm jegliche Erinnerungen an letzte Nacht fehlen, beschließt er, seinen Mind Palace aufzusuchen. Dieser sieht wie eine weitläufige Traumwelt aus, in der schwebende Felsen oder Bruchteile seiner Erinnerungen herumfliegen. Zum Bestaunen bleibt aber nicht viel Zeit, denn es gilt, die letzte Nacht nachzustellen.

Dabei musste ich verschiedene Szenarien durchspielen und mich am Ende für eine entscheiden. Zum Beispiel fragt sich Sam, ob er sich zu Beginn erst ins Bett gelegt hat oder ins Bad gegangen ist. Ihr spielt diese Szenarien durch und kommt anschließend zu einer passenden Lösung. Jedoch ist nicht nur der Mind Palace vonnöten. Per Schultertaste ist man in der Lage, zwischen dem Mind Palace und der realen Welt zu wechseln, um weitere Hinweise zu finden. Diese könnt ihr anschließend in eure Erinnerung einbauen, bis diese schlussendlich komplett ist und abgespielt wird. Danach war die Gamescom-Demo leider schon vorbei.

Dreckig, düster und mysteriös

Mir hat der Sherlock-Ansatz der Rekonstruktion von Sams Erinnerungen sehr gut gefallen. Durch die etwas düstere und dreckige Atmosphäre des Spiels hatte man doch das Gefühl, etwas Sinnvollem auf der Spur zu sein. Außerdem ist das Konzept des Mind Palace sehr schön, weil es anscheinend die  konfusen und unübersichtlichen Gedanken Sams widerspiegelt, die eventuell mit seinem Double zu tun haben könnten. Die Frage ist natürlich nur, wie lange trägt sich dieses Konzept durch das Spiel und wie originell bleiben die Gedanken-Rätsel dabei?

Es stellt sich ebenfalls die Frage: Wie ausführlich muss man Sams Erinnerungen rekonstruieren? Bei dem besagten Szenario ist einem von Beginn an klar, dass sich Sam ins Bad begeben haben muss, weil dort nun mal sein Shirt liegt. Jedoch muss ich mir diese Ausführung erst erspielen. Für die gesamte Betrachtung der Erinnerung ergibt das zwar Sinn, wirkt jedoch ebenfalls etwas spielstreckend. Hier müsste Dontnod wahrscheinlich einfach die richtige Balance zwischen Ausführung und bereits bekannten Hinweisen schaffen.

Mein anfänglicher positiver Eindruck von Twin Mirror hat sich nach der Gamescom-Demo noch stärker bekräftigt. Das Spiel wirkt düster, mysteriös und besitzt anscheinend spannende Rätseleinlagen, die durch den Mind Palace visuell sehr schön dargestellt werden. Dontnod haben bewiesen, dass sie gute Geschichten erzählen können. Wer das mag, ist hier sicherlich nicht fehl am Platz. Zudem kennt man noch kaum die Bedeutung von Sams Double. Ich habe das Gefühl, Twin Mirror könnte ein gutes Mindfuck-Spiel werden!