Im Test! Sushi Striker: The Way of Sushido

Man kann Nintendo auf keinen Fall vorwerfen, dass sie keine kreativen Ideen haben, wenn es um neue Videospiel-Themen geht. Mit Sushi Striker veröffentlichte...
Titel Sushi Striker: The Way of Sushido
Japan 02. Juni 2018
Nintendo
Nordamerika 02. Juni 2018
Nintendo
Europa 02. Juni 2018
Nintendo
System Nintendo 3DS, Nintendo Switch
Getestet für Nintendo Switch
Entwickler indieszero
Genres Puzzle
Texte
Deutschland 
Vertonung Nordamerika 

Man kann Nintendo auf keinen Fall vorwerfen, dass sie keine kreativen Ideen haben, wenn es um neue Videospiel-Themen geht. Mit Sushi Striker veröffentlichte der japanische Konzern ein abgedrehtes Puzzle-Abenteuer für Nintendo Switch und Nintendo 3DS. Darin kämpft ihr mithilfe von Sushi und müsst der Welt zeigen, wie fantastisch die japanische Mahlzeit eigentlich ist. Ich habe mir die Nintendo-Switch-Fassung angeschaut, auch wenn die Steuerung aufgrund meiner dicken Finger manchmal etwas schwerfiel. Doch dazu später mehr.

Die grausamen Sushi-Kriege

Ihr schlüpft in die Rolle von Musashi, wobei ihr selbst auswählen könnt, ob ihr einen weiblichen oder männlichen Charakter spielen wollt. Je nachdem, wie ihr euch entscheidet, gibt es sogar in den Anime-Sequenzen des Spiels das ausgewählte Geschlecht zu sehen. Der (oder die) junge Musashi lebt in einem abgeschiedenen Dorf und hilft dabei, den hungernden Kindern etwas zu essen zu besorgen. Das Land ist nach dem großen Sushi-Krieg zerrüttet und die Menschen hungern. Der Grund dafür ist das Imperium, welches Sushi komplett verboten hat und nur für die hohe Regierung nutzt. Ihr fragt euch sicher, warum dies so ist? Naja, Sushi ist in der Welt von Sushi Striker halt einfach das Leckerste, was es gibt.

Schon bald trifft Musashi auf einen mysteriösen Mann, der den Hauptcharakter erstmalig von Sushi kosten lässt. Angetrieben von diesem unfassbar leckeren Geschmack, entschließt sich Musashi, dem Rest der Welt diese kostbare Speise zugänglich zu machen. Mithilfe der Macht des mächtigen Sushi-Geists Jinrei macht sich Musashi auf den Weg, den mittlerweile vom Imperium entführten Mentor zu befreien und allen zu zeigen, wie lecker Sushi doch eigentlich ist!

An die Teller, fertig, los!

Dies geschieht in den Sushi-Kämpfen, welche euch in über 200 Level beschäftigen werden. Darin treten zwei Sushi-Striker gegeneinander an und müssen ihr Können beweisen. Vor euch seht ihr dann einige Laufbänder, auf denen Sushi durch das Bild fährt. Das Ziel ist es nun, so viele gleichfarbige Sushi-Teller wie möglich in einer Kette zu sammeln, das Sushi zu mampfen und dann den gesammelten Teller-Stapel auf den Feind zu werfen. Je mehr Teller in einer einzigen Kette gesammelt wurden, desto mehr Schaden richtet der Angriff an. Hier beginnt aber schon ein kleines Problem von Sushi Striker, denn die Steuerung ist auf Nintendo Switch nicht unbedingt optimal.

So empfinde ich es persönlich als äußerst schwierig und ungenau, die Auswahl des Sushis mithilfe eines Controllers zu treffen. Auf Knopfdruck startet man eine Kette und kann dann mit dem Analog-Stick seine Auswahl treffen. Da man allerdings nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hat, wird es dann aber manchmal hektisch und man kann nicht ganz so genau agieren, wie man möchte. Da empfehle ich dann doch eher den Handheld-Modus. Denn dank des Touchscreen von Nintendo Switch ist es deutlich angenehmer, eine Auswahl durch direktes Berühren von Sushi zu treffen. Hat man aber so dicke Wurstfinger wie ich, versperrt man sich gleichzeitig aber ein wenig die Sicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das Ganze auf Nintendo 3DS mit dem Stylus deutlich besser spielen lässt.

Während ihr genüsslich gigantische Sushi-Kombo-Ketten aufbaut, füllt sich die Leiste für das Sushi-Festival. Ist dieses aktiv, seid ihr deutlich stärker und, was noch viel wichtiger ist, erhaltet hochwertigeres Sushi. Dieses verursacht gleichzeitig direkt noch mehr Schaden. Aber auch im Laufe des normalen Spielverlaufes schaltet ihr neue Sushi-Arten frei und könnt zwischen zahlreichen Boni wählen, um die Kämpfe an euren Spiel-Stil anzupassen.

Sushi ohne Ende, dank den Sushi-Geistern

Weitere Leisten, die ihr durch das Mampfen von Sushi auffüllen könnt, sind die Zauber der Sushi-Geister. Von denen gibt es zahlreiche Arten, welche euch alle mit unterschiedlichen Attacken ausstatten oder diverse Boni verleihen. Ein guter Sushi-Striker setzt im richtigen Moment seinen Sushi-Schild ein oder beschleunigt die Sushi-Bänder seiner Feinde. Ich persönlich bin ja ein Fan der „Extra-Teller“ und „Blitz-Angriff“-Kombo, sobald ich genügend Teller angesammelt habe. Damit fügt man dem feindlichen Charakter blitzschnell unfassbar viel Schaden zu und manchmal reicht schon eine gut platzierte Kombo, um zu gewinnen. Aber dies ist nur eine von zahlreichen Möglichkeiten und auch recht früh im Spiel verfügbar. Später bekommt ihr noch viele neue Sushi-Geister, welche übrigens allesamt von euch gelevelt und verstärkt werden können. Auch Musashi selbst sammelt im Kampf Erfahrungspunkte, welche zu einem Level-up führen und beispielsweise mehr Lebenspunkte bescheren.

Um die Kämpfe noch ein wenig spannender zu gestalten, gibt es auch diverse Kapsel-Items, welche auf den beiden Bändern auftauchen können, auf die beide Spieler Zugriff haben. Um eine Kapsel zu öffnen, muss beispielsweise eine gewisse Kombo-Zahl erreicht werden, bevor man sich zur Kapsel begibt. Darin befinden sich dann beispielsweise Gegenstände, welche eure Festival-Anzeige direkt füllen. Geschickt eingesetzt kann dies bedeuten, dass ihr euch konstant in einem Sushi Festival befindet.

Trotz all den Dingen, die ihr im Kampf machen könnt, fühlt sich eine Niederlage nicht immer danach an, als wäre es komplett eure Schuld. Manchmal braucht es wirklich einfach viel Glück, um die richtige Kombination durchführen zu können. Es kommt oft vor, dass man ein Sushi auswählt, weil davon gerade einige Teller aneinandergereiht sind, aber dann plötzlich keiner mehr auftaucht oder so, dass ihr nicht herankommt. Eine Niederlage ist aber nicht weiter schlimm, da ihr trotzdem Erfahrungspunkte erhaltet und den Kampf direkt neu starten könnt. Generell sind die Runden flott bewältigt und für eine kleine Runde zwischendurch wirklich gut geeignet.

Sterne motivieren immer!

Jedes Level, das ihr absolviert, gibt euch drei Aufgaben. Diese bestehen beispielsweise darin, den Sieg in einer bestimmten Zeit zu erringen oder die eigenen HP nicht unter einen gewissen Prozentsatz fallen zu lassen. Je mehr Sterne ihr sammelt, desto mehr geheime Level schaltet ihr in einem Gebiet frei. Apropos freischalten: Nach knapp zwei Spielstunden schaltet ihr die Zentrale frei, in der ihr diverse Aktionen durchführen könnt. Dazu zählt beispielsweise der Online- oder der lokale Multiplayer, die Sushi-Puzzle oder ihr plaudert einfach ein wenig mit den Charakteren.

Die Grafik von Sushi Striker präsentiert sich in einem putzigen Anime-Stil. Die Charaktere und die Story sind vielseitig und oft übertriebene Karikaturen. Es gibt öfters animierte Zwischensequenzen, welche sehr viel Charme versprühen. Besonders interessant ist auch das Freischalten neuer Sushi-Geister, da deren Design vielseitig und einfallsreich ist.

Ein Teil der Gespräche ist mit einer englischen Sprachausgabe unterlegt, während die animierten Zwischensequenzen komplett vertont sind. Die Sprecher geben sich viel Mühe und sind manchmal sogar ein wenig zu motiviert, was aber aufgrund der allgemein nicht ganz ernstzunehmenden Thematik durchaus passt.

Ein Leben ohne Sushi ist ÖDE!

»Sushi Striker: The Way of Sushido, wie der volle Titel des Spiels lautet, ist eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Das Gameplay macht süchtig, die Charaktere sind liebevoll gestaltet und die Kampagne hält euch bei Laune, auch wenn die Geschichte sehr vorhersehbar ist. Dennoch blieb mir beim Spielen immer das Gefühl, ich würde ein Mobile-Game auf meinem Smartphone spielen. Denn für gewöhnlich zocke ich dort Spiele dieser Art und auch der Aufbau mit den Level und den drei Sternen hilft nicht dabei, dieses merkwürdige Gefühl loszuwerden. Dennoch ist Sushi Striker eine nette Sache für zwischendurch. Wer Interesse an dem Titel hat, sollte sich einmal die Demo im eShop von Nintendo Switch anschauen und sich vom Gameplay ein eigenes Bild machen.«

 

Ihr spielt Musashi, einen aufsteigenden Sushi-Striker und müsst das Land vom bösen Imperium befreien.
Schnelle Puzzle-Action, in der ihr gleichfarbige Sushi-Teller aneinanderreihen und anschließend auf den Feind werfen müsst. Zahlreiche sammelbare Sushi-Geister helfen dabei, den Sammel-Wahn zu erhöhen.
Liebevoll gezeichnete Zwischensequenzen bringen euch Schlüsselmomente der Geschichte näher, tolle Designs der Sushi-Geister machen neugierig auf neue Begleiter.
Der Soundtrack von Sushi Striker: Way of Sushido ist gut, aber wirkliche Ohrwürmer gibt es nicht, abgesehen vielleicht vom Titelsong. Eine klasse englische Sprachausgabe verleiht den verrückten Charakteren noch mehr Leben.
Multiplayer-Modus lässt euch gegen Freunde oder Unbekannte aus dem Internet antreten, jedoch nicht von Anfang an. Über 200 Level und eine lange Kampagne halten euch eine Weile bei Laune.