Im Test! Crash Bandicoot N. Sane Trilogy

Bereits vergangenes Jahr erschien die N. Sane Trilogie für PlayStation 4. Wie sich das Dreiergespann auf dem PC schlägt, erfahrt ihr in unserem Test...
Titel Crash Bandicoot N. Sane Trilogy
Europa 29. Juni 2018
Activision
System Nintendo Switch, PC, Xbox One, PS4
Getestet für PC
Entwickler Vicarious Visions
Genres Plattformer
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

In den 90er-Jahren ist einiges passiert. Neben der Unabhängigkeit von Namibia und der Einführung des Grünen Punktes in Deutschland haben Brettspiel-Fans guten Grund zur Freude: “Die Siedler von Catan” kam auf den Markt. Viel wichtiger jedoch ist, was 1996 passierte: Naughty Dog veröffentlicht Crash Bandicoot für PlayStation. Als Konkurrenz zum heutigen Genre-Giganten Super Mario und dem damaligen Schwergewicht Sonic the Hedgehog geplant, bahnte sich der Beuteldachs (deutsch für Bandicoot) nicht nur seinen Weg auf Sonys erste Heimkonsole, sondern auch in die Herzen zahlreicher Sony-Veteranen der ersten Stunde.

Crash legt auch nachfolgend eine ordentliche Karriere hin, denn Veröffentlichungen der beiden Nachfolger für zahlreiche Sony-Systeme sowie das Spülen sämtlicher Mobile-Märkte mit Derivaten des Jump-’n‘-Run-Spiels reichen bis ins Jahr 2010. Neben Naughty Dog nahmen sich der Entwicklung der Videospielreihe unter anderem Eurocom und Sierra an. Crash feierte bereits im vergangenen Jahr ein Comeback für PlayStation 4. Mit der Crash Bandicoot N. Sane Trilogy fanden die drei Hauptspiele ihren Weg in aufgearbeiteter Form auf Sonys aktuelle Heimkonsole. Dieses Jahr erscheint die Trilogie außerdem für Nintendo Switch, PCs und Xbox One. Ob der Beuteldachs der Zeit zum Opfer gefallen ist oder die Neuauflage auch heute überzeugen kann, erfahrt ihr in unserem Test!

Der klassische Plot der 90er: ein gemeiner, durchgedrehter Bösewicht versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen und bedient sich dabei, selbstredend, unfairer Mittel. So versucht auch in Crash Bandicoot der verrückte Wissenschaftler Dr. Neo Cortex sich die Welt zu eigen zu machen. Mit Hilfe des Evolvostrahls versucht Cortex, Tiere durch Gedankenkontrolle zu steuern und der Weltherrschaft näher zu kommen. Wie dem auch sei, die Versuche am Beuteldachs Crash laufen nicht allzu rund und so entkommt Crash Bandicoot den Fängen von Cortex. Wie es im Leben so läuft, greift Cortex zum nächsten Exemplar – dem weiblichen Beuteldachs Tawna. Auch an ihr sollen Experimente durchgeführt werden. Da Tawna Crash seit der gemeinsamen Gefangenschaft offensichtlich gut ausstehen kann, beschließt er sich dazu, Tawna zur Rettung zu eilen und Dr. Cortex das Handwerk zu legen. So beginnt die Reise in der Haut des Beuteldachses am Strand der N.-Sanity-Insel und führt vom Strand durch den Dschungel und Ruinen bis hin ins Cortex-Labor. Grundsätzlich zieht sich die Geschichte durch alle in der Trilogie vertretenen Titel, denn Ziel ist es, als Crash die Übernahme der Weltherrschaft durch Dr. Neo Cortex zu vereiteln!

Die Crash-Bandicoot-Spiele sind primär ziemlich lineare, dreidimensionale Plattformer, in welchen sich Crash durch die Level unterschiedlichsten Gefahren stellen muss: Zahlreiche Fallen spicken die Level, welche mit tierischen, menschlichen und durchaus auch irgendwelchen mischförmigen Gegnern aufwarten. Während Widersacher zumeist einfach Kanonenfutter darstellen, können andere Gegner als Sprungbrett missbraucht werden, um an höher gelegene Kisten zu gelangen. Einige Kisten sind dabei besonders begehrenswert: mit C markierte Kisten stellen Speicherpunkte dar, an denen das Abenteuer bei Zwischenfällen wieder aufgenommen werden kann.

Kisten spielen für die Komplettierung des Spiels eine tragende Rolle: werden alle Kisten in einem Level zerstört, kann ein Diamant eingesammelt werden. In Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back gibt es neben den regulären Diamanten auch einige farbige Kristalle, die durch spezielle Herausforderungen ergattert werden können. So muss beispielsweise ein Level beendet werden, ohne eine einzige Kiste zu zerstören. Eine andere Herausforderung besteht daraus, ein Level in einer bestimmten Zeit abzuschließen. Wird in Crash Bandicoot: Warped ein Level in einer bestimmten Zeit abgeschlossen, können Relikte verdient werden. Farbige Kristalle sind hier innerhalb der Level versteckt. Deutlich öfter als Kristalle sind sogenannte Aku-Aku-Masken zu finden – werden drei dieser Stammesmasken eingesammelt, ist der Beuteldachs für eine kurze Zeit unverwundbar.

Altbekannte Mechaniken in frischem Gewand!

Crashs Repertoire an Bewegungen ist, speziell im ersten Teil der Serie, durchaus begrenzt. Außer dem Laufen, unterschiedlich hohes Springen durch das längere Betätigen der Sprung-Taste sowie dem Wirbeln, um Widersacher aus dem Weg zu schaffen oder Kisten zu zerstören, ist Crash zu nichts in der Lage. In den Fortsetzungen stehen hohe Sprünge, hohe Wirbel-Sprünge, Body-Slams sowie ein Slide-Angriff zur Verfügung. In Crash Bandicoot: Warped steht dem Beuteldachs außerdem nach jedem Endgegner eine weitere Fähigkeit zur Verfügung. Neben dem in zahlreichen Spielen obligatorischen Doppelsprung gesellt sich beispielsweise auch eine verstärkte Version des Wirbelns in Crashs Arsenal.

Einige Level ermöglichen zudem das Fahren von Jet-Skis oder Reiten eines Baby-T-Rex! Crash lässt sich sicher und zuverlässig durch die häppchenweise portionierten Level navigieren, welche zumeist nur wenige Minuten andauern. Während der Erstling, wie der Name eben schon sagt, mit den Problemen einer ersten Auflage zu kämpfen hat, sitzt die Steuerung im zweiten sowie dritten Spiel. Zusätzlich machen sich die erweiterten Fortbewegungsmöglichkeiten des zweiten und dritten Titels im Leveldesign bemerkbar und tragen sichtlich zum Spielspaß bei.

Was sich wohl hinter dem Fragezeichen verbirgt?

Zu sagen, Vicarious Visions hätten hinsichtlich des Remasters solide Arbeit geleistet, wäre ein Understatement. Die Trilogie erscheint gänzlich in neuem Glanz und kann in aufpoliertem Zustand definitiv überzeugen. Es spielt keine Rolle, ob das Grün im Dschungel, Felsblöcke in Tempelruinen, bei den Pinguinen im Eis oder in High-Tech-Labors – hier glitzert und funkelt alles! Neben den zahlreichen, speziell im zweiten Ableger schön anzusehenden Level sind auch alle Widersacher frei von den Ecken und Kanten der Originalspiele. Auch klingt die Trilogie besser denn je. Der Soundtrack kommt mit zu dem jeweiligen Setting angepasster Musik daher, welche auch lange nach dem Spielen im Gedächtnis bleibt. Speziell die Soundeffekte, welche sehr detailliert angebracht sind, hallen im Kopf nach.

Willkommen im Dschungel!

»Crash Bandicoot N. Sane Trilogy fasst die von 1996 bis 1998 erschienenen Hauptspiele der Crash-Bandicoot-Serie als aufpolierte Wiederauflage zusammen. Das Gameplay weiß vollständig zu überzeugen und technisch wird Crash im Dreierpack einwandfrei serviert. Sobald das Gehüpfe und Gewirbel losgeht, gerät auch die simpel gestrickte Geschichte in den Hintergrund. Während anspruchsvoller Sprung- und Wirbelpassagen wippt das Bein stets mit, denn auch die Spielmusik trägt zum überzeugenden Spielerlebnis bei. Wer keinen Wert auf den Charme der Polygon-Grafik der 90er legt, kann die Originalfassungen getrost überspringen und sich der neu aufgelegten Trilogie annehmen.«

 

Eine typische 90er-Jahre-Videospiel-Geschichte – Stoppt den Bösewicht, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte!
Phasenweise ziemlich anspruchsvoller, dreidimensionaler Plattformer.
Kein Vergleich zu den Originalfassungen! Auch sonst muss sich die N. Sane Trilogie nicht verstecken.
Dem jeweiligen Setting angepasste Musik sowie präzise Soundeffekte fördern das Spielerlebnis.