Im Test! A.O.T. 2 – Attack on Titan 2

Eine der beliebtesten Manga- beziehungsweise Anime-Serien der letzten Jahre ist ohne Zweifel Attack on Titan. Darin geht es, wie der Name es schon vermuten...
Titel A.O.T. 2 (Attack on Titan 2)
Japan 15. März 2018
Koei Tecmo
Nordamerika 20. März 2018
Koei Tecmo America
Europa 20. März 2018
Koei Tecmo Europe
System PlayStation 4, PlayStation Vita (JP), Xbox One, Nintendo Switch, PC
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Omega Force
Genres Action
Texte
Deutschland 
Vertonung Japan

Eine der beliebtesten Manga- beziehungsweise Anime-Serien der letzten Jahre ist ohne Zweifel Attack on Titan. Darin geht es, wie der Name es schon vermuten lässt, um riesige Titanen, welche die letzte Bastion der Menschheit angreifen. Diese lassen sich das natürlich nicht gefallen und schlagen zurück. Vor einiger Zeit erschien eine Videospielumsetzung des Ganzen, welche den Gedanken der Reihe gut umsetzte. Nun veröffentlichte Koei Tecmo mit A.O.T. 2, wie es hierzulande aus Lizenzgründen heißt, eine weitere Umsetzung der beliebten Reihe um Eren, Mikasa und Co. für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PlayStation Vita und PCs.

In A.O.T. 2 erstellt ihr direkt zu Beginn des Spieles euren eigenen Charakter, welcher von dem Zeitpunkt an eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Story spielen wird. Dabei spielt ihr die bekannte Geschichte aus der Attack-on-Titan-Reihe nach, allerdings nicht indem ihr Eren oder andere bekannte Charaktere kontrolliert, sondern eure eigene Figur. A.O.T. 2 macht einen guten Job darin euch die Story des Mangas näherzubringen, womit auch Neueinsteiger alle wichtigen Aspekte verstehen sollten. Alle Details versteht man manchmal vielleicht nicht, aber wer daran interessiert ist mehr zu erfahren, kann sich das Original zu Gemüte führen. Ebenfalls einen guten Job macht der Titel dabei, euren Charakter wie eine natürliche Figur in die Reihe einzubinden. Manchmal haben eigene Avatare in Anime-Umsetzungen dieses „Ich bin fehl am Platz und nur irgendwie eingebunden“-Problem. In A.O.T. 2 hingegen gehört ihr von Anfang an fest zur Gruppe.

Dabei hilft auch die Tatsache, dass ihr zwischen den Kampf-Missionen mit den bekannten Charakteren sprechen und eure Freundschaft vertiefen könnt. Dies hilft nicht nur dabei die Truppen näher kennenzulernen, sondern auch um neue Fähigkeiten zu erlernen. Bei der Erhöhung einer Freundschaftsstufe gibt es oft eine neue Fähigkeit, welche euer eigener Charakter ausrüsten kann um bessere Werte zu bekommen oder besondere Manöver zu erlernen. Um eurem eigenen Charakter eine persönliche Note zu geben, könnt ihr oft zwischen verschiedenen Antwort-Möglichkeiten in den Gesprächen auswählen, welche die Freundschaftsstufe unterschiedlich stark erhöhen.

In den zahlreichen Missionen, die ihr im Spiel absolvieren werdet, geht es logischerweise immer darum Titanen zu erlegen. Dies hatte man bereits im ersten Teil gut umgesetzt und hat sich für Teil 2 ein paar Verbesserungen einfallen lassen. Mithilfe der sogenannten 3D-Manöver-Ausrüstung könnt ihr euch wie Spider-Man durch die Gegend schwingen und die riesigen Titanen angreifen. Dabei gibt es bei den meisten Titanen fünf Ziele, welche anvisiert werden können: beide Arme und Beine sowie den Nacken. Um einen Titanen zu vernichten, müsst ihr den Nacken angreifen. Aber die Arme und Beine vorher abzutrennen hat diverse Vorteile. Nicht nur, dass stärkere Titanen aufgrund von eingeschränkter Beweglichkeit einfacher zu besiegen sind. Auch lassen die Teile dann Materialien fallen, welche ihr außerhalb der Missionen für das Verbessern oder Kaufen von Ausrüstung nutzen könnt. Dies ist auch wichtig, denn je weiter ihr in der Story vorankommt, desto mehr halten die Titanen aus.

Wie bereits erwähnt, gibt es in A.O.T. 2 nicht viel anderes als von Titan zu Titan zu düsen. Deswegen ist das Gameplay auf den ersten Blick nicht unbedingt abwechslungsreich. Auch ist die Steuerung der 3D-Manöver-Ausrüstung für Anfänger ein wenig knifflig und nicht immer schießt der Charakter seine Haken da hin, wo es eigentlich gewünscht ist. Sobald man sich eingespielt hat, macht es jedoch viel Spaß von Titan zu Titan zu düsen und Nacken für Nacken herauszuschnetzeln. Damit ihr dennoch Abwechslung habt, gibt es verschiedene Missions-Ziele. Manchmal reicht es, eine gewisse Anzahl von Titanen auszuschalten, ab und an muss ein Charakter oder ein Gebäude beschützt werden oder ihr müsst eine gewisse Anzahl an Basen bauen.

Letzteres ist ein wichtiger, neuer Aspekt von A.O.T.2. Auf den Schlachtfeldern gibt es zahlreiche Punkte, an denen ihr eine Basis erstellen könnt. Zu Beginn des Spieles könnt ihr noch nicht über alle möglichen Bauten verfügen, schaltet aber im Verlauf der Story immer mehr frei. Dabei könnt ihr automatische Geschütze bauen, die den Titanen ordentlich zusetzen, oder Versorgungstürme, die euch mit Gegenständen versorgen. Die riesigen Feinde werden aber versuchen die Basen zu zerstören, aber auch da könnt ihr entgegenwirken. Eine Bomben-Basis beispielsweise sprengt einen angreifenden Titanen einfach in die Luft, oder ihr greift selbst aktiv ein. Mithilfe von Punkten, welche ihr in den Missionen erhaltet, könnt ihr auch die Basen weiter ausbauen oder Maßnahmen durchführen, welche diverse Boni in den Missionen bringen.

Während ihr durch die Lüfte düst und Titanen schnetzelt, verbraucht ihr die Schärfe eurer Klingen und das Gas, welches eure 3D-Manöver-Ausrüstung antreibt. Dies könnt ihr auf Knopfdruck auffüllen, aber der Vorrat ist nicht unendlich. Diesen könnt ihr dann bei dem Bau von Basen oder beim Besuch eines Versorgungsturmes auffüllen. Es gibt aber auch zahlreiche andere nützliche Gegenstände wie beispielsweise die Brandbomben, die den Titanen ordentlich Schaden zufügen oder eine Blendgranate, welche eure Feinde kurz ablenkt. Auch ein Fangnetz gibt es, welches ihr nach dem Schwächen eines Feindes nutzen könnt. Die gefangenen Titanen könnt ihr im Lager dann im Titanenlabor abgeben um Geld zu verdienen und neue Gegenstände freizuschalten.

Neu in A.O.T. 2 sind die Hinterhalt-Angriffe. Diese können dabei helfen einen Titanen mit einem Schlag auszuschalten. Dafür müsst ihr in aus einer sicheren Position anvisieren ohne dabei entdeckt zu werden. Misslingt euch das, geratet ihr direkt in das Visier des Titanen und er geht in den Wut-Modus über, in welchem er deutlich aggressiver und stärker ist.

Damit ihr nicht planlos von A nach B fliegt, gibt es immer ein Hauptziel in einer Mission. Dieses könnt ihr natürlich direkt erledigen, aber die Notrufsignale eurer Team-Kameraden sollten Priorität haben. Nicht nur weil eure Freundschaft dadurch erhöht werden kann, sondern auch um den Kampf nachher selbst einfacher zu gestalten. Rettet ihr einen Kameraden, schließt sich dieser euch im Kampf oft an oder baut eine große Basis.

Kameraden in eurem Squad zu haben kann immens helfen. Auf Knopfdruck könnt ihr ihnen Befehle geben, welche je nach Charakter anders aussehen. Ein normaler Angriff auf den Nacken eines Feindes, euch heilen oder sogar die Verwandlung in einen Titanen könnt ihr veranlassen. Bei manchen Verwandlungen könnt ihr den Titanen dann sogar selbst steuern. Werdet ihr von einem Titanen geschnappt, helfen euch die Team-Kameraden aus der Klemme. Bis ihr einen Kameraden wieder einsetzen könnt, vergeht jedoch immer ein bisschen Zeit. Dementsprechend wird taktisch kluges Vorgehen manchmal benötigt.

Habt ihr den Story-Modus durchgespielt, schaltet ihr eine schwerere Version davon frei oder ihr stürzt euch in den „anderen Modus“, in welchem ihr auf Erkundungstouren gehen könnt. Außerdem besitzt ihr hier nun die Möglichkeit, während der Story freigeschaltete Charaktere aus der Serie zu spielen. Und davon gibt es unfassbar viele! Auch hier unterscheidet sich das Gameplay zwischen den Figuren nur leicht, aber die besonderen Fähigkeiten machen dann doch einen gewissen Unterschied aus. Selbst nach dem Beenden des Story-Modus fehlen noch einige Figuren, was zum Weiterspielen motiviert.

In dem „anderen Modus“ geht ihr immer auf eine Reihe von Missionen, welche immer länger und schwerer werden, je weiter ihr vorankommt. In diesem Modus könnt ihr auch online mit anderen Spielern oder gegen andere Spieler auf Titanen-Jagd gehen. Dabei gibt es verschiedene Spiel-Modi und ihr könnt außerdem andere Besitzer von A.O.T. 2 darum bitten, euch bei dem Herstellen von neuer Ausrüstung zu unterstützen. Besitzt ihr selbst also nicht die nötigen Materialien um eine Waffe herzustellen, einfach um Hilfe rufen und abwarten.

Leider ist nicht alles so rosig in A.O.T. 2, wie man es gern hätte. Meist gibt es am Ende einer Mission einen besonders starken Titanen, dessen Schwachstellen erst angegriffen werden müssen, bevor ihm richtiger Schaden zugefügt werden kann. Das ist grundsätzlich eine coole Sache, denn ein Boss einer Stage soll fordernd sein! Das Problem liegt im Gameplay beziehungsweise dem Anvisieren der jeweiligen Schwachstellen. Diese wechseln nämlich meist nach jedem Treffer, was bedeutet, dass ihr flott vom linken Beim zum rechten Arm und dann zum Nacken wechseln müsst. Das Anvisieren mit dem rechten Analog-Stick will nur manchmal nicht so recht und so schaltet ihr oft hin und her, bis endlich der gewünschte Teil angepeilt wird. Das ist nun kein Spielbrecher, aber manchmal nervt es durchaus ein wenig.

Auch ist das ganze Gameplay, wie bereits erwähnt, recht geradlinig und eintönig. Während ich wahrscheinlich noch 40-50 Stunden lang durch die Städte und Wälder fliegen und Titanen schnetzeln könnte, wird es für manch anderen nach fünf Stunden langweilig. Man muss sich bereits vor dem Kauf bewusst sein, dass nur gegen Titanen gekämpft wird und auch wenn es Boss-Kämpfe mit ein wenig Abwechslung gibt, sich am Gameplay selbst nur minimal etwas ändert. Nicht immer optimal arbeitet auch die Kamera. Insbesondere in den Städten, wenn ihr euch in Bodennähe befindet.

Auf der PlayStation 4 (Pro), auf welcher wir A.O.T. 2 getestet haben, sieht der Titel wirklich gut aus. Die Anzahl der möglichen Titanen wurde stark erhöht, was natürlich für mehr Abwechslung bei Feinden sorgt. Diese sehen auch beeindruckend beängstigend aus, auch die verschiedenen Gegenden sind hübsch gestaltet. Leider bricht die Bildrate immer genau dann ein, wenn die Häuser in den Städten das Gleiche machen. Sprich, ein Titan zerstört mehrere Häuser und das Spiel gerät ins Ruckeln. Abgesehen davon läuft der Titel äußerst flüssig und sieht dabei auch noch gut aus. Vor allem die Zwischensequenzen sind klasse gestaltet und setzen den Stil des Animes super um.

Der Soundtrack des Spieles ist klasse, aber man vermisst als Kenner des Animes manchmal durchaus die Musik-Stücke daraus. Auch die japanischen Original-Sprecher machen wieder einen klasse Job. Daran ändert auch das ständige „EREEEEEEN!“-Geschrei von Mikasa nichts, was durchaus nervig ist, aber so ist der Charakter nun mal gestaltet…

Seid ihr das Essen? Nein, ich bin das Fazit!

Die Titanen-Jagd hat mir persönlich sehr viel Spaß gemacht und wird mich auch nach dem Test noch eine Weile beschäftigen. Allerdings kann es für manche Spieler durch die nicht besonders große Abwechslung im Grund-Gameplay den genau gegenteiligen Effekt haben. Wer jedoch Bock auf das Schnetzeln von Titanen hat, der wird mit A.O.T. 2 lange Zeit viel Spaß haben. Der Anime wurde hier sehr gut in Videospielform umgesetzt.

 

Ihr erlebt die Geschichte von Attack on Titan aus der Sicht eures eigenen Charakteres und werdet dabei sehr gut in das Geschehen eingebunden
Wie Spider-Man schwingt ihr euch durch die Level und tötet hunderte Titanen. Über 30 spielbare Charaktere vorhanden.
Hübsche Gegenden, zahlreiche Titanen-Formen sorgen für Abwechslung. Kleine Einbrüche in der Bildrate bei dem Zerstören von Gebäuden.
Guter Soundtrack, tolle japanische Sprachausgabe. Komplett deutsche Texte.
Online-Modus lässt euch mit anderen Spielern auf Titanen-Jagd gehen, verschiedene Modi halten euch für einige Zeit bei Laune.