Im Test! Sword Art Online: Fatal Bullet

Die Sword-Art-Online-Reihe existiert seit fast zehn Jahren und wird auch hierzulande immer bekannter und beliebter. Mittlerweile läuft die Reihe um Kirito...
Titel Sword Art Online: Fatal Bullet
Japan 08. Februar 2018
Bandai Namco Games
Nordamerika 23. Februar 2018
Bandai Namco America
Europa 23. Februar 2018
Bandai Namco Europe
System PlayStation 4, Xbox One und PC
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Dimps
Genres Third-Person-Shooter
Texte
Deutschland 
Vertonung Japan

Die Sword-Art-Online-Reihe existiert seit fast zehn Jahren und wird auch hierzulande immer bekannter und beliebter. Mittlerweile läuft die Reihe um Kirito und seine zahlreichen Freunde sogar im Free-TV bei uns, auch die Videospiele zur Reihe erfreuen sich größter Beliebtheit. Bisher ähnelten sich die Titel, welche größtenteils auf PlayStation-Konsolen erschienen sind, vom Gameplay her stark. Doch mit dem neuesten Ableger, Sword Art Online: Fatal Bullet, springt die Reihe in das Shooter-Genre und ändert die bekannte Formel in diversen Aspekten.

Zu Beginn von Sword Art Online: Fatal Bullet dürft ihr euch einen eigenen Charakter erstellen, der dieses Mal auch eine komplett eigene Geschichte hat und nicht nur als Ersatz für den eigentlichen Hauptprotagonisten der Reihe, Kirito, dient. Das bedeutet, dass ihr euch dieses Mal mit eurem eigenen Charakter deutlich besser identifizieren könnt und komplett euer eigenes Abenteuer erlebt. Nach Erstellen des Charakters landet ihr in der Welt von Gun Gale Online, einem Virtual-Reality-MMO in der Sword-Art-Online-Welt. Hierbei handelt es sich um ein Shooter-MMO in einer postapokalyptischen Welt, welche im sogenannten „Death-Gun“-Teil des originalen Werks vorgestellt wurde.

Mit eurem selbst erstellten Charakter trefft ihr schnell auf eure Jugendfreundin Kureha, welche euch zum Spielen von Gun Gale Online eingeladen hat. Da ihr absolute Profis in VRMMOs seid, geht es auch direkt zu einem großen Turnier, welches für den Spieler als Tutorial dient. Darin lernt ihr, wie das Gameplay genau funktioniert. Am Ende des Turniers findet ihr eine künstliche Intelligenz als Charakter, welche euch künftig im Kampf hilft und hauptsächlich als treibende Kraft für die Story des Spieles dient. Denn bei den sogenannten ArFA-Sys-Modellen handelt es sich um neue seltene Bestandteile von Gun Gale Online, welche ihr jedoch erst einmal aufrüsten müsst. Euer eigenes Modell könnt ihr übrigens komplett selbst erstellen, wie euren eigenen Charakter.

Was mir persönlich an der Story von Sword Art Online: Fatal Bullet sehr gefällt, ist der eigene Charakter. Das ist Geschmackssache, aber bei den bisherigen Teilen stand Kirito immer im Mittelpunkt und das schränkte irgendwie die Möglichkeiten und die Freiheit ein wenig ein. Zwar ist natürlich die komplette Sword-Art-Online-Truppe vertreten und kann in eurer Gruppe mit euch reisen, aber dieses Mal dreht es sich hauptsächlich um euren eigenen Charakter und sein ArFA-Sys-Modell.

Da es sich in der Welt von Gun Gale Online um einen Shooter handelt, konnte das bisherige Gameplay der Spiele, welche in Fantasy-Welten mit Schwertern und Co. spielten, nicht einfach übernommen werden. Dementsprechend ist Sword Art Online: Fatal Bullet erstmalig in der Reihe in Shooter in der dritten Person. Ein automatisches Zielsystem hilft euch dabei, die Feinde besser treffen zu können, aber auch ein manuelles Zielen ist möglich und letztendlich auch besser, um kritische Treffer zu perfektionieren. Ihr besitzt die Auswahl über viele verschiedene Waffenarten, von normaler Pistole über Bazooka oder Maschinengewehr bis hin zu einem Energie-Schwert. Die Munition für die Waffen bekommt ihr durch das Besiegen von Feinden oder in einem Shop, falls das Schießfutter euch doch mal ausgehen sollte.

Zwei Waffen könnt ihr ausrüsten und auf Knopfdruck zwischen ihnen wechseln. Das ist theoretisch ausreichend und fein, manchmal könnt ihr jedoch nur schwer im Kampf dann auf unerwartete Situationen reagieren. Das liegt daran, dass ihr beim Wechsel der beiden ausgerüsteten Waffen in euer Inventar gehen und dort die Waffen wechseln müsst. Nur pausiert das Spiel dann nicht und wenn ihr gern anstatt Sniper-Gewehr und Pistole auf Schrotflinte und Bazooka wechseln wollt, wird das nichts. Denn ihr müsst eure Waffen wegstecken, im Menü alles umstellen und wieder in den Kampf zurück. Dabei geht einiges an Zeit verloren und die vom Computer gesteuerten Charaktere helfen euch nur bedingt dabei, denn wirklich intelligent agieren sie oftmals nicht.

Ihr könnt immer bis zu drei weitere Figuren in der Gruppe haben, welche verschiedenen Klassen zugeteilt sind. Manche sind besser darin, viel Schaden zuzufügen, andere agieren als Beschützer. Da es sich letztendlich immer noch um ein Rollenspiel handelt, sammelt ihr natürlich auch Erfahrungspunkte und steigt im Level auf, ebenso eure Kameraden. Diese werden von alleine stärker, während ihr bei eurem eigenen Charakter diverse Statuspunkte verteilen könnt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn ihr neue Ausrüstungsgegenstände bekommt. Neue Schießeisen erfordern oft bessere Werte, um genutzt werden zu können. Das Schöne daran ist, dass selbst eine Waffe mit demselben Namen oft besser sein kann, da sie andere und oft bessere Eigenschaften hat. Je seltener der Rang des Gegenstands, desto mehr und bessere Fähigkeiten bringt sie mit sich. Beispielsweise erhaltet ihr mehr Munition von Feinden, fügt einer speziellen Feind-Klasse mehr Schaden zu oder habt bessere Werte. Während ihr zahlreiche Feinde niedermäht, sammelt ihr Materialien. Diese können dafür genutzt werden, eure Waffen zu verbessern. Auch ist es möglich, gesammelte Knarren zu verschmelzen und somit die besten Eigenschaften auf eine Waffe zu packen.

Wenn ihr weiter im Level aufsteigt, erhaltet ihr Punkte zum Freischalten neuer Fähigkeiten. Diese gelten manchmal nur für bestimmte Waffen, können euch aber ordentliche Boni bringen. Ob Heil-Fähigkeit oder ein direkter Angriff, es gibt viele abwechslungsreiche Hilfsmittel. Jedoch muss jedes Skill-Set für jede Waffenart einzeln eingestellt werden, was beim Erlernen einer neuen nützlichen Fähigkeit dann ein wenig nervig sein kann, da man alle Sets einzeln updaten muss. Neben den Skill-Sets gibt es auch Gadget-Sets, die Granaten oder Heil-Items beinhalten. Skills und Gadgets können im Kampf genutzt werden und haben unterschiedlich lange Zeiten, bis man sie wieder nutzen kann.

Ihr könnt neue Kostüme freischalten, indem ihr sie entweder kauft oder mithilfe von Materialien herstellt. Um ein Kostüm für euren Charakter oder das ArFA-Sys-Modell zu erschaffen, muss jedoch erst das benötigte Rezept in der Spielwelt gefunden werden. Auch auf andere Weise könnt ihr neue Waffen, Gegenstände und Kostüme bekommen. In den Kämpfen werden spezielle Aktionen mit Medaillen belohnt, beispielsweise das Heilen eines Charakters oder mehrere Feinde in Folge zu besiegen. Die Medaillen können dann gegen Gegenstände eingetauscht werden. Gleichzeitig dient der Medaillen-Status im Kampf dafür, euch diverse Status-Boni zu geben. Spielt ihr also dauerhaft gut und klug, habt ihr im Kampf zusätzliche Boni und könnt noch stärker angreifen.

Der Hauptplatz, von dem ihr meist ins Abenteuer startet, ist die Lobby. In dieser könnt ihr den Großteil der euch möglichen Dinge erledigen. Neue Nebenquests auswählen, Gegenstände kaufen oder den Online-Multiplayer starten. Dieser besteht entweder aus einer Art PvP-Modus, in welchem ihr gegen andere Spieler antreten könnt oder ihr erledigt gemeinsam mit anderen Personen Boss-Kämpfe. Von der Lobby aus könnt ihr euch in die verschiedenen Gebiete teleportieren, aber das funktioniert über die Karte und die dazugehörige Schnellreise-Funktion eigentlich besser. Nur die langen Ladezeiten stören manchmal, wenn man mehrere Male hintereinander neue Gebiete betritt.

Apropos neue Gebiete, auf jeder neuen Gebietskarte gibt es verschiedene Dungeons. Hier beginnt der Teil des Spieles, welcher am langweiligsten und zeitgleich am spannendsten ist. Langweilig ist das Design der Dungeons, welche größtenteils gleich aussehen und sich nur im Layout unterscheiden. Ihr flitzt von Raum zu Raum, ballert alles nieder und erreicht letztendlich den Boss des Dungeons. Hier beginnt dann der spaßige Teil, denn die Boss-Kämpfe können sich durchaus sehen lassen. Die Feinde sind abwechslungsreich gestaltet und haben stark unterschiedliche Herangehensweisen. Deswegen wirken die Dungeons letztendlich gar nicht so langweilig, da man oft gespannt sein kann, was den Spieler am Ende erwartet.

Im Gesamtbild sieht Sword Art Online: Fatal Bullet gar nicht so schlecht aus, aber wirklich beeindrucken kann das Spiel grafisch nicht. Immerhin bleibt es immer flüssig, zumindest auf PlayStation 4 Pro. Es ist schade, dass man so oft durch langweilige, stählerne Korridore flitzt und somit alles gleich aussehen kann. Die offenen Gebiete geben da schon ein wenig mehr Abwechslung.

Die japanische Sprachausgabe ist, wie gewohnt, gelungen. Sämtliche Originalsprecher aus der Anime-Serie sind mit an Bord. Der Soundtrack hingegen ist ziemlich vergesslich. Was mich am Sound-Design ein wenig störte, da es sich ja um einen Shooter handelt, sind die Geräusche der Waffen. Diese sind in Projektil- und Strahlen-Waffen unterteilt und besonders bei den Strahlen-Waffen gibt es ein so langweiliges „Pew pew“, dass sich das Schießen da irgendwie nicht wirklich befriedigend anfühlt. Das klingt nun sicher merkwürdig und ist Meckern auf hohem Niveau, aber bei einem Shooter sollte das Schießen durchaus einen gewissen Wumms mit sich bringen, aber das macht es bei diesem Titel irgendwie einfach nicht.

Guns Art Online?

»Sword Art Online: Fatal Bullet ist kein Shooter, der die Welt revolutioniert und das möchte es auch gar nicht. Fans der Reihe bekommen mit dem neuen Gameplay ein wenig Abwechslung und können endlich mit einem eigenen Charakter Abenteuer erleben, die nicht komplett auf Kirito fixiert sind. Dennoch kann man mit den geliebten Charakteren abhängen und sie auch in Gesprächen besser kennenlernen und ihnen näherkommen. Wer jedoch die Vorgänger nicht gespielt hat, der wird sich über viele neue Gesichter wundern, da dieser Titel direkt daran anknüpft. Fans von Sword Art Online sollten definitiv zuschlagen, Neulinge sollten aber auch einen Blick riskieren.«

 

In einem Virtual-Reality-Shooter der Sword-Art-Online-Welt erstellt ihr euch einen eigenen Charakter, trefft auf die bekannten Charaktere der Reihe und wollt ein mysteriöses Raumschiff erreichen.
Shooter in der dritten Person mit zahlreichen Waffen-Arten, Skills und vielen Charakteren für eure Gruppe, welche ihr euch aus über einem Dutzend Charaktere zusammenstellen könnt.
Hübsche Figuren, abwechslungsreiches Gegner- und Boss-Design. Super langweilige Dungeons, welche sich allesamt ähneln.
Tolle japanische Sprachausgabe, durchschnittlicher Soundtrack.
Komplett deutsche Texte, Online-Multiplayer ist für diejenigen, welche die Story durchgespielt haben, eine willkommene Erweiterung des Spieles. Season-Pass ist erhältlich und bringt zusätzliche Inhalte und Charaktere.