Tokios geheime Bar für Künstler und Nintendo-Mitarbeiter

Seit einigen Jahren schon schwirrt ein Gerücht im Netz herum, das vor allem Nintendo-Fans zu echten Schatzsuchern werden lässt. Irgendwo in Tokios...

Seit einigen Jahren schon schwirrt ein Gerücht im Netz herum, das vor allem Nintendo-Fans zu echten Schatzsuchern werden lässt. Irgendwo in Tokios Großstadtdschungel liegt eine versteckte Bar, deren Adresse nur Mitgliedern und Eingeweihten bekannt ist. Seit Ewigkeiten versuchen Gamer aus aller Herren Länder, die exklusiv für Künstler und Mitarbeiter vom großen N eingerichtete Spelunke unter dem Titel 84 (jap. hashi) zu finden, um im sogenannten „Mekka für Nintendo-Fans“ einen Plausch mit großen Namen zu erhaschen. Tofugu, der Blog rund um japanische Kultur und Sprache hat die Möglichkeit bekommen, sich einen Abend lang dort umzusehen und berichtet Erstaunliches.

Geheim bis in die Spitzen

Der Besitzer des 84 stellte sich den neugierigen Journalisten als Hashimoto vor. Unter anderem deshalb trägt die Bar ihren Namen, der hashi ausgesprochen wird, was im Japanischen 84 bedeutet. Im Kreis der Mitglieder trägt der Eigentümer allerdings den treffenden Nickname Chōkan, was so viel heißt wie „Boss“. Dass es sich bei ihm um einen echten Geheimniskrämer handelt, wird nicht nur durch die versteckte Adresse deutlich, sondern auch im Gebaren des Japaners. Tofugo berichtet von einer Business-Karte, die relevante persönliche Informationen nur dann preisgibt, wenn man sie im richtigen Licht betrachtet. Ganz schön ausgefuchst, der Herr Chōkan!

Die Bar selbst beschreibt das Team als eine Zusammenstellung unauffälliger Räume, die bis oben hin mit Fan-Artikeln zugestopft ist. Vor allem Nintendo ist oft vertreten. So weit so typisch für einen echten Fan der Marke. Erst ein zweiter Blick auf die ausgehängten Bilder und Dekorationsstücke verrät: Das 84 ist eine echte Künstler-Bar: Keine Besuche in einem bunten, fernöstlichen Casino, Tests & Erfahrungen können auf die Schätze vorbereiten, die dort auf staunende Fremde warten.

Altbekannte Namen

Jede Wand der Japan-typischen Räumlichkeiten scheint mit Kunstwerken aus 25 Jahren Videospielgeschichte gepflastert zu sein. In einer Ecke stießen die Journalisten auf eine Zeichnung von Pikachu, dem wohl weltberühmtesten Pokèmon. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um eine Fan-Skizze, sondern vielmehr um ein Werk von Mitarbeitern aus dem Hause Gamefreak. Selbst Ken Sugimori, der Designer von Pikachu hatte sich auf dem Bild verewigt.

Auch Kirby, unser allerliebster Wattebausch, hat einen Ehrenplatz in der geheimen Bar ergattern können. Auf einem Teller bestaunen wir das saugende Knuddelwesen umringt von klassischen „Snacks“ aus der Reihe. Ein Blick auf die Signatur verrät: Auch Kirby wurde vom Schöpfer selbst gezeichnet, namentlich Masahiro Sakurai. Darüber hinaus finden etliche weitere Charaktere, die wir über die Jahre ins Herz geschlossen haben, Platz im 84, zumeist illustriert von ihren Erfindern oder beteiligten Größen.

Die Blicke schweifen über eine Original Cartridge des japanischen Rockman, in westlichen Gefilden besser bekannt als Megaman, bleiben an Link hängen, der mit Essstäbchen in der Hand für die Nachwelt festgehalten wurde und ruhen schließlich auf niemand anderem als Super Mario, gezeichnet von Shigeru Myamoto hächstpersönlich – alles in allem eine erstaunliche Sammlung.

Glaubt man den Aussagen des Besitzers, gehört rund die Hälfte der Mitglieder des 84 zum erlesenen Kreis der japanischen Spieleentwickler. Die andere Hälfte besteht aus Comedians, Musikern, oder Manga-Künstlern.