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Im Test! Resident Evil 6 für PlayStation 4

Eigentlich mag ich die Resident-Evil-Reihe. Ich finde es interessant, wie viele Intrigen gesponnen wurden, was so geschah um die verschiedenen Viren zu erschaffen und wie manche Figuren miteinander agieren. Darum las ich auch die Bücher zur Reihe voller Spannung. Doch um einen Teil habe ich lange einen langen Bogen gemacht: Resident Evil 6, der aktuellste Hauptteil der Reihe. Der Grund ist einfach: Ich hörte einfach viel zu wenig Gutes. Mit der PlayStation-4-Fassung des Spieles, welche kürzlich in Europa erschien, habe ich mir aber vorgenommen, es endlich anzugehen. Das Ergebnis: Ich wurde teilweise in meiner Angst bestätigt, teilweise aber auch positiv überrascht.

resi01Wenn ihr Resident Evil 6 das erste Mal startet, werdet ihr direkt in das Geschehen hineingeworfen und übernehmt die Kontrolle über den Serienhelden Leon, welcher schon einige Zombies auf dem Gewissen hat. Diese kleine Passage dient als Tutorial, um euch die Steuerung ein wenig näher zu bringen. Wer direkt mit einem Kumpel losspielen möchte, muss sich jedoch gedulden: Das Tutorial kann nur als Einzelgänger absolviert werden. Alle Kampagnen danach könnt ihr zu zweit an einem Bildschirm spielen, was deutlich mehr Spaß bringt, als es alleine zu bewältigen.

Nach dem Tutorial werdet ihr vor die Wahl von einer von vier Kampagnen gestellt. Diese unterscheiden sich in Form der spielbaren Charaktere, aber natürlich auch in ihrer Story. Auch das Gameplay ist ein wenig verschieden in den unterschiedlichen Kampagnen. Zusätzlich könnt ihr aber auch einen der zahlreichen Multiplayer-Modi spielen, beispielsweise den beliebten Söldner-Modus oder online mit beziehungsweise gegen andere Spieler antreten.

Die Geschichte von Resident Evil 6, grob zusammengefasst, handelt im Grunde erneut davon, dass eine neue Art von Virus aufgetaucht ist. Dieser macht Zombies aggressiver, gleichzeitig aber auch intelligenter denn je. Zusätzlich müsst ihr als Spieler natürlich die Geheimnisse der bösen Konzerne aufdecken und gleichzeitig massig gigantische Mutanten mit Blei vollpumpen. Das Ganze wird tatsächlich spannend erzählt, aber wirklich „neu“ sind nur wenige Elemente der Geschichte.

In der ersten Kampagne, in welcher ihr Leon und die neue Protagonistin Helena spielt, soll es den Spieler an den Anfang der Reihe versetzen. Langsame Zombies, alte Gebäude und Minenschächte sowie ab und an der Versuch, das Ganze etwas gruslig zu gestalten. Ich spreche von Versuch, denn nur zu Beginn der Kampagne bleibt es für ungefähr zehn Minuten langsam und mysteriös, bevor ihr dann relativ regelmäßig mit Zombies zu tun habt. Manchmal müsst ihr hier sogar ein paar Schalterrätsel lösen, welche aber nun wirklich niemanden herausfordern. Gelegentlich trefft ihr in den Kampagnen auf die anderen spielbaren Charaktere und somit überschneiden sich manche Kämpfe in den verschiedenen Geschichten, was aber aufgrund der unterschiedlichen Sichtweisen sogar ein recht interessanter Ansatz ist.

»“Das Ganze wird tatsächlich spannend erzählt, aber wirklich „neu“ sind nur wenige Elemente der Geschichte.“«

Die zweite Kampagne, welche ich persönlich am schrecklichsten fand, steckt euch in die Rollen von Chris und Piers. Hier wird alles, was man aus Resident Evil kennt, entfernt und ihr ballert euch einfach den Weg von A nach B. Das Problem ist hierbei jedoch manchmal, dass die Gegenden zu dunkel sind, ihr aber teilweise gegen dunkelhäutige oder dunkel angezogene Feinde kämpft. Ihr seht also oft nicht, von welchem Ort aus ihr gerade beschossen werdet. Ja, ihr lest richtig: Die Zombies haben Waffen und schießen auf euch. Das könnte ein interessanter Ansatz sein, wenn es nicht manchmal unglaublich nervig wäre, denn, obwohl die Kampagne so stark auf Feuergefechte ausgelegt ist, findet ihr dennoch vergleichsweise wenig Munition. Wahrscheinlich hat man so versucht, den Survival-Aspekt irgendwie am Leben zu erhalten. Leider funktioniert dies einfach nicht und ihr werdet schnell merken, dass ein Großteil der Feinde lieber mithilfe von den absolut übertrieben starken Nahkampfangriffen besiegt werden sollte. Bei denen kickt ihr Zombies zu Boden oder zermatscht einen am Boden liegenden Mutanten sofort.

Die dritte Kampagne, welche mir tatsächlich richtig Spaß machte, steckt euch in die Schuhe von Jake Muller und Sherry Birkin. Fans der Resident-Evil-Reihe kennen Sherry, um Jakes Identität wird nicht lange ein Geheimnis gemacht. In dieser Kampagne stimmt die Mischung aus frischen Ideen, gutem Level-Design und Abwechslung einfach perfekt. Ihr habt natürlich einige heftige Schusswechsel, aber in manchen Passagen müsst ihr euch auf ein Jetski schwingen oder mit dem Motorrad zahlreichen Hindernissen ausweichen. Leider wird die Abwechslung durch manch unfaire Hindernisse oder nervige Quick Time Events dann auch wieder zerstört. Dennoch weiß die Kampagne zu gefallen, vor allem aufgrund der tollen Chemie zwischen den beiden Protagonisten.

In der Ada-Kampagne, welche zuletzt gespielt werden sollte, müsst ihr nach einer gefährlichen Feindin von Ada jagen. Oft trefft ihr hierbei auf das Team von Leon, seid aber immer alleine unterwegs. Dies ist in den anderen Kampagnen anders, denn immer wird euch ein KI-Charakter zur Seite gestellt. Spielt ihr im Koop, bekommt Ada einen namenlosen Söldner zur Unterstützung. Die Kampagne ähnelt stark der von Chris, gibt euch aber tatsächlich auch ein gewisses vertrautes „Resi“-Feeling.

resi03Das Gameplay von Resident Evil 6 ist deutlich actionlastiger angelehnt, als es die Anfänge der Reihe taten. Ihr schaut eurem gespielten Charakter über die Schulter und könnt auf Knopfdruck die Waffe zücken, um dann ordentlich zielen und feuern zu können. Gerade in der Chris-Kampagne müsst ihr oft auch von der Möglichkeit, hinter Objekten Deckung nehmen zu können, Gebrauch machen. Neue Waffen findet ihr im Laufe der Kampagne, manche sind aber ein wenig versteckt. Die neuen Schießeisen können auf Knopfdruck gewechselt werden, ebenso eure Sekundärwaffen wie Granaten oder Erste-Hilfe-Spray. Doch dieses kommt nur dann zum Einsatz, wenn ihr euch wirklich ganz heilen möchtet, denn das Heilsystem wurde in Resident Evil 6 überarbeitet. Mithilfe der gefundenen Heilkräuter mixt ihr euch Tabletten, welche in eure Tablettenbox wandern. Wenn ihr verletzt seid, werft ihr euch einfach eine Pille ein und heilt somit einen Teil eurer Energie. Bis zu einem gewissen Punkt werden eure Verletzungen aber auch von selbst wieder geheilt, weswegen ihr bei geschicktem Spielen euch nicht oft heilen müsst.

Wenn ihr Feinde besiegt, lassen diese oft Fähigkeitenmedaillen fallen. Stärkere Gegner geben euch natürlich mehr Punkte, als die normalen Feinde. Diese Punkte könnt ihr nach jedem Kapitel gegen Boni eintauschen, beispielsweise stärkere Schusswaffen, bessere Item-Drops oder bessere Verteidigung. Beim ersten Durchspielen könnt ihr euch immer ein Set aus drei Fähigkeiten bauen, nach dem Beenden einer Kampagne dann insgesamt acht Sets erstellen, aus welchen immer eines aktiv sein kann. Während des Spieles könnt ihr diese jederzeit wechseln, was äußerst praktisch ist.

»“Besonders die Charaktere und einige Feinde sehen klasse aus, aber oft kann man die Herkunft des Spieles anhand von den Texturen sehen.“ «

Im Spiel verstreut könnt ihr blaue Medaillen finden, welche ihr abschießen müsst. In jeder Kampagne könnt ihr so über ein Dutzend an Medaillen finden, die manchmal sehr gut versteckt, manchmal aber auch direkt vor eurer Nase platziert sind. Das Abschießen der blauen Secrets bringt euch zusätzliche Charakter- oder Ort-Informationen zum Spiel. So erfahrt ihr noch mehr über die Geschichte von Resident Evil 6, was durchaus interessant ist.

Kommen wir zum wohl interessantesten Punkt dieses PlayStation-4-Ports: Die Grafik. Resident Evil 6 sah schon auf PlayStation 3 wirklich gut aus, in 1080p und 60 Bildern pro Sekunden kann es auch auf der aktuellen Sony-Konsole gefallen. Besonders die Charaktere und einige Feinde sehen klasse aus, aber oft kann man die Herkunft des Spieles anhand von den Texturen sehen. Diese sind häufig sehr unscharf und verwaschen, was in einem solch hoch aufgelösten Port umso mehr auffällt. Immerhin läuft es meistens komplett flüssig, was natürlich ein großes Plus ist.

Was die Soundkulisse vom Spiel anbelangt, nun ja. Manchmal schafft es Capcom hier, eine wirklich tolle Atmosphäre zu erschaffen, manchmal ist es aber auch einfach langweilig aufgrund fehlender Geräusche. Die deutsche Sprachausgabe ist manchmal ganz okay, größtenteils aber einfach nur schrecklich. Auch wenn ich ein starker Verfechter des „Gebt dem Deutschen eine Chance!“ bin, so sage ich euch: Schaltet auf die englische Sprachausgabe um. Diese ist einfach um Welten besser.

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Im Großen und Ganzen ist Resident Evil 6 kein schlechtes Spiel, wie es oft manche Fans der Reihe darstellen. Besonders im Multiplayer kann der Titel begeistern, zumindest, wenn man nicht gerade die Chris-Kampagne spielt. Diese ist einfach grausam und ist wahrscheinlich auch das, was vielen Spielern von Resident Evil 6 die Laune total verhagelt hat. Die anderen Kampagnen können aber durchaus überzeugen, wenn man von Anfang an weiß: Hier steckt nur im Namen Resident Evil, der Rest ist ganz anders als das, was man von früher kennt.

Story: Ein neuer Virus ist aufgetaucht, zusätzlich verhält sich Ada auf einmal nicht wie früher. Außerdem kommt auch ein Wesker wieder vor…

Gameplay: Es wird viel geballert, manchmal gibt es aber auch ein paar Rätsel. Multiplayer-Modus macht sehr viel Spaß, auch online kann mit Freunden gespielt werden. Unterstützt lokalen sowie Online-Koop.

Grafik: Erweiterte Fassung des Originales, welche in 1080p und 60 Bildern pro Sekunde läuft. Modelle sind oft sehr hübsch, die Umgebungstexturen umso weniger.

Sound: Absolut grausame deutsche Sprachausgabe, trotz bekannter Sprecher. Musikalisch mal hui, mal pfui.

Sonstiges: Mercenaries-Modus macht wieder viel Spaß, vier spielbare Kampagnen sollen Abwechslung bringen

geschrieben von Eric