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Final Fantasy XIV: A Realm Reborn – Alles auf Anfang!

Eindrücke aus London von Adriell K.

Zeit für neue Zeiten

Manche finden es keck, manche finden es kühn. Was Square Enix gerade mit seinem Onlinetitel „Final Fantasy XIV“ wagt, ist auf alle Fälle eines: mutig und radikal. Nachdem „Final Fantasy XIV (1.0)“ nach seinem Release Ende 2010 nicht den erwünschten Erfolg verbuchte und in Kritik geriet, entschloss sich Square Enix einen Relaunch zu wagen. Der opulente Trailer zu A Realm Reborn kündigt es an, die Welt von Eorzea fällt in ihrer bekannten Form auseinander und ein neues Kapitel wird eröffnet. Hier setzt „Final Fantasy XIV: A Realm Reborn“ in vielerlei Hinsicht frisch an.

Quoi de neuf?

Soll auch in zehn Jahren noch erstrahlen!

Nun, was ist denn nun neu und anders? Square Enix hat uns zu einer Präsentation zu „A Realm Reborn“ im Februar 2013 eingeladen, bei der wir ein Interview mit Naoki Yoshida führen durften und allerhand Eindrücke über die Innovationen und Zukunftspläne erhaschen konnten.

Am Augenscheinlichsten fällt das Redesign auf. Unfertige Abschnitte wurden ergänzt, grafisch ausgebessert oder ganze Areale komplett neu designt. Gamer können sich nun freier bewegen. Wo man früher auf eine verschlossene Türe traf, findet sich jetzt beispielsweise eine Taverne. Kleinere Klippen und Zäune überspringt die eigene Spielfigur jetzt auch automatisch. Das bedeutet vor allem eines: etliche Erkundungsmöglichkeiten, denn die vormals bekannten Orten aus „Final Fantasy XIV (1.0)“ treten teilweise in komplett neuer Größe und frischem Gewand auf. Neben spiel-architektonischen Änderungen wird auch deutlich, dass die Grafikqualität erhöht wurde. So finden Detailverliebte nun mehr visuelle Finessen an: das Wasser ist nun klarer animiert, schwenkt man die Kamera gegen die Sonne, bricht sich das Licht in ihr oder Sterne am Nachthimmel funkeln brillanter.

Zudem wurde das Game-Interface umrangiert, auch wenn das Battlesystem vom Prinzip her gleichbleibt. Allerdings laufen Kämpfe im Vergleich zur Version 1.0 nun viel schneller und dynamischer ab, sodass die Wartezeiten zwischen Aktionseingabe und deren Ausführung viel kürzer und somit das Kämpfen flüssiger verläuft. Aus „Final Fantasy VII“ wurde das Limitbreak-System geborgt und an das Partyplay des Onlinetitels angepasst. Eine Party kann also in besonders heiklen Momenten mit vielen unterschiedlichen Spezialkommandos aufwarten (bspw. „Lv.3 Meteo“) und somit stärker und effektiver der Monsterhorde entgegentreten.

Ein Chocobo in Aktion

Im Weiteren kann es nun auch passieren, dass bei einem friedlichen Spaziergang durch die Welt ein so genanntes FATE (Full Active Time Event) als neues Gameplay-Element spontan eintritt, sodass ein großes Monster aus dem Nichts eine Stadt angreift oder sich ein Überfall auf einen NPC ereignet. Gamer können hier auch ohne Partyzugehörigkeit ihre Waffen zücken und gemeinsam zurückschlagen. Square Enix verspricht selbst, dass sie den Versuch unternehmen möchten, die Balance und den Wechsel zwischen Solo-Gaming und Party-Play zu gewährleisten. Das Game sei so konzipiert, dass es bis Lv.15 allein bestritten werden kann und es viele Quests (u.a. für Items) gibt. Oder Spielerinnen und Spieler finden einen Zeitvertreib in der Aufzucht eines eigenen Chocobos oder Minispiele im neu implementierten Gold Saucer (bekannt aus Teil 7).

Wer aber das Szenario der Hauptgeschichte in seiner Völle mit verfolgen möchte, muss sich auf das gemeinsame Spielen mit anderen Gamern einlassen und als Party durch „Final Fantasy XIV“ streifen. Und wem es zu mühselig ist, sich seinen Trupp selbst zu rekrutieren, dem kann mit dem neuen Content Finder / Duty Finder geholfen werden. Dieses Feature soll es ermöglichen Serverübrgreifend, Vorschläge zu Mitstreitern für eine balancierte Party zu erhalten. Auch lassen sich Gesuche erstellen, mit denen man andere Gamer zu einem gemeinschaftlichen Abenteuergang in Dungeons ermuntern kann.

Eorzea, ein Schicksal in 3 Akten

Neben den bereits genannten Optionen seine Zeit in diesem MMO mit Kämpfen, Quests und Minispielen zu bestreiten, sollte man nicht vergessen, dass „Final Fantasy XIV: A Realm Reborn“ eine Geschichte zu erzählen hat, die man gemeinsam mit anderen Gamern verfolgen kann.

Die Story der Welt von Eorzea lässt sich in 3 Haupthandlungsbögen untergliedern. Der erste Bogen illustriert die Kosmologie des Spiels. Hydaelin ist ein Planet mit eigenem Leben und Bewusstsein. Er ist verbunden mit dem ‚Mutterkristall‘, welcher mit seiner Stimme die Helden, welche die Gamer selbst als Avatare kreieren, zu Abenteuern aufruft. Im zweiten Bogen erhebt sich das technologische Garlean Empire an die Macht, das die Eroberungen der drei Hauptstaaten Gridania, Limsa Lominsa und Ul’dah verfolgt. Mit dem Relaunch von „A Realm Reborn“ beginnt nun der dritte Erzählstrang, der unter dem Titel „Bahamuth‘s Return“ gefasst wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner Eorzeas erheben sich in einem Kampf gegen die Schöpfergottheiten, die Primals, welche in Gestalt altbekannter Beschwörungen aus der FF-Serie (wie u.a. Shiva, Titan, Bahamut) auftreten.

Ein FATE-Event!

Zentraler Hauptaustragungsort, der über das Schicksal der Welt bestimmen soll, wird hierbei das neue Areal namens „Bahamuth‘s Labyrinth“. Hier werden die Gamer herausfinden können, warum die Welt wie wir sie aus der 1.0-Version kannten, dem Untergang geweiht war.

Wichtige Story-Elemente sind dabei, wie in lieb gewonnener Manier bekannt aus den Offline-Titeln, in cineastischen Zwischensequenzen inszeniert. Als zentrales Schlüsselmotiv in „Final Fantasy XIV: ARR“ wird auch wieder der Warrior of Light auftreten, also der Lichtkrieger aus dem Ursprungstitel der Saga „Final Fantasy I“.

Töne der Vergangenheit und Zukunftsmusik

Wie für jeden „Final Fantasy“-Teil üblich, begegnen Gamer Inhalten aus älteren FF-Teilen. Auch in „A Realm Reborn“ sehen wir alte Bekannte in gewohnter, aber auch neuer Erscheinung und Funktion wieder. Neben den reitbaren Kampfmaschinen namens Magitek aus Teil VI, werden vor allem viele Elemente aus Teil III, wie der Zwiebelritter („Onion Knight“), der Kristallturm („Crystal Tower“) und Wesen wie Cloud of Darkness und Amon eine Wiederkehr feiern. Auch auf Kultfigur Gilgamesh, der im fünften Teil debütierte, dürfen wir uns freuen und sicher noch auf weitere beliebte Elemente.

Beispielsweise sollen Luftschiffe und andere Transportmittel selbst zusammenstellbar und modifizierbar sein. Auch erwarten uns neue eigens komponierte Tracks für „A Realm Reborn“ von dem beliebten Hauskomponisten Square Enix namens Nobuo Uematsu. Produzent Yoshida verspricht sich mit dem Relaunch von „Final Fantasy XIV“ eine Mischung aus grafisch hochwertigem MMO und den besten Momenten der alten Offline-Teile. Das Online Game soll nämlich dauerhaft aktuell gehalten und ausgebaut werden.

Zusammenkünfte durch Crossgame-Platforming

„Final Fantasy XIV: A Realm Reborn“ wird fürs Erste in Englisch, Deutsch, Französisch und Japanisch auf zwei Plattformen veröffentlicht – weitere Lokalisationen seien aber auch angedacht. Dabei soll das Release von der PC-Version und der PS3-Version simultan geschehen. Gamer beider Systeme werden auf denselben Servern spielen. Zusätzlich möchte Square Enix in Zusammenarbeit mit einem Hardwareproduzenten ein Gamepad für die PC-Version entwickeln, mit dem das Offline-Konsolenpublikum auch an ihren Rechnern die Möglichkeit haben soll mit gewohnter Haptik eines Controllers und eigener Tastenbelegung zu spielen. Die Hotkey-Zuweisung soll ebenso bei der PS3-Version frei für Gamepads individualisierbar sein. Grafisch möchte Square Enix auch die Variante für PS3 gleich auf mit kaum merklichen Qualitätsunterschieden zur PC-Version anbieten.

Fazit

Wird „Final Fantasy XIV: A Realm Reborn“ die Spielewelt um ein gutes MMORPG bereichern? Fans der Serie werden sich sicherlich über viele bekannte, sowie auch ganz neue Elemente der Serie in Onlineform freuen. Das beliebte Flair aus Kämpfen mit typischen Rollenspielwaffen und Zaubern der Serie kann man gemeinsam mit seinen Freunden genießen und dabei in eine nun aktualisierte Story in einer fantastischen Welt in top Grafik eintauchen.

Square Enix scheint gleichzeitig aus gewissen Fehlgriffen der Vergangenheit zu lernen und geht verstärkt auf die Bedürfnisse von Spielerinnen und Spielern ein. „A Realm Reborn“ zeigt sich sehr bemüht ein Videospiel zu werden, das versucht Gamer mit immer wieder neuen Inhalten herauszufordern. Zumindest eins ist ganz klar: Fanservice wird dies Mal großgeschrieben.

Unser Interview mit Naoki Yoshida in London: