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Im Test! Harvest Moon: Geschichte zweier Städte

Das Leben als Bauer ist nicht einfach, es steckt voll harter Arbeit und die wenige Freizeit, die einem verbleibt, muss man nutzen, um Freundschaften aufzubauen und nebenbei noch einen Streit zwischen zwei Dörfern zu schlichten. In Harvest Moon-Geschichte zweier Städte treffen alte und neue Elemente aufeinander. Dieses Mal kann man sich  zu Beginn zwischen zwei Dörfern entscheiden. Je nach Dorf werden andere Tätigkeiten in den Vordergrund gestellt. Dazu gibt es noch einige neue Features, auf die wir natürlich in unserem Test eingehen werden. Kann sich der neueste Ableger für Europa der Farm-Simulationsreihe behaupten oder handelt es sich hierbei um eine faule Kartoffel aus der Melkmaschine? Der Test bezieht sich auf die Version für den Nintendo 3DS.

Der Streit um das leckere Essen

Man kann Ackerbau…

Die Geschichte beginnt mit zwei Dörfern, deren Bewohner seit ewiger Zeit im Streit leben. Der Grund scheint ganz banal, in der Fehde geht es darum, welches Dorf die besseren Köche vorweisen kann. Ein großer Berg trennt die Dörfer voneinander, doch ein Tunnel sorgte für eine bequeme Verbindung und für gelegentliche Besuche der Bewohner untereinander. Doch eines Tages kam es wieder zu einem großen Streit zwischen den Bürgermeistern der Dörfer. Die Erntegöttin wurde sehr wütend und in ihrer Wut sorgte sie dafür, dass der Tunnel verschüttet wurde.

200 Jahre später liegen die Dörfer noch immer im Streit. Nach einem kleinen Unfall (an dem die Tiere des Waldes nicht ganz unschuldig sind), erwachst du auf der Grenze zwischen den zerstrittenen Dörfern. Nach einer kurzen Vorstellung wirst du vor die Wahl gestellt, in welchem Dorf du leben möchtest.

Pflanzen oder Tiere? Die Qual der Wahl

Du hast die Wahl… einerseits gibt es Konohana, das asiatische Dorf. Hier stehen der Ackerbau und die Pflanzenaufzucht im Vordergrund, während die Tierhaltung nur eine kleine Rolle einnimmt. Andererseits gibt es da auch noch Bluebell, ein europäisches Dorf, welches die Tierhaltung bevorzugt und deshalb auch nur wenig Fläche für den Ackerbau bietet.

Aber keine Angst, diese Entscheidung ist nicht endgültig, sollte man mit der Zeit feststellen, dass einem das gewählte Dorf nicht gefällt. In solchen Fällen kann man am Monatsende in das andere Dorf ziehen. All das was man beim Umzug nicht mitnehmen kann, wird in der Zeit betreut und versorgt, bis ihr euch entscheidet, in das alte Dorf zurückzuziehen. Dann erhaltet ihr euren Bestand wieder.

…oder Viehzucht betreiben.

Ist die Entscheidung gefallen, bezieht ihr frisch und neu eingekleidet das neue Heim. Zu Beginn gibt es dort einen kleinen Kalender, der alle wichtigen Ereignisse (Feste, Geburtstage usw.) anzeigt, einen kleinen Wagen, der dem nachempfunden ist, welcher auf eurem Hof steht, eine kleine Küche und natürlich ein Bett. Mit der Zeit werden mehr Dinge hinzukommen. Nur weniges bekommt ihr geschenkt, die meisten Gegenstände müsst ihr euch erarbeiten.

Aller Anfang ist schwer

Hat man sich für Bluebell entschieden, bekommt man anfangs eine ausgewachsene Kuh, ein Huh und die notwendigen Geräten geschenkt. Neu ist, dass die Tiere nur dann Nachwuchs bekommen können, wenn man sie für 2 Wochen in die Tierhandlung gibt. Nach dieser Zeit erhält man das Muttertier und das Jungtier zurück. Die Hühner können sich auch nur auf diese Weise vermehren. Dies ist jedoch ein langwieriger Prozess und kann durch den Kauf weiterer Tiere beschleunigt werden. Hat man gewisse Voraussetzungen erfüllt, kann man weitere Tiere freischalten, wie Schafe und später auch Alpakas.

Wenn man in Konohana lebt, wird einem alles zum Ackerbau gelehrt und man bekommt anfangs ein paar nützliche Dinge dafür geschenkt. Wie so oft freut man sich hier natürlich mehr über Regenwetter, aber Achtung…dieses Mal kann sich das Wetter im Laufe des Tages ändern.

Wie gewohnt besitzt euer Charakter seine Lebensanzeige, die für verschiedene Aktionen auf dem Hof langsam verbraucht wird. Um diese wieder zu füllen, könnt ihr etwas essen, wobei die Qualität eurer Mahlzeit entscheidend für den Wert der Regeneration ist. Ein Nickerchen in der Nacht füllt die Lebensanzeige wieder komplett auf. Später wird man eine Therme bauen können, doch zu Beginn müsst ihr euch leider anders behelfen. Ein Tag in Harvest Moon-Geschichte zweier Städte dauert diesmal ca. 25 Minuten.

Questen auf dem Bauernhof

Das Schwarze Brett ist wichtig.

Erstmals wurde ein Aufgabensystem eingeführt. Das Schwarze Brett, was sich in beiden Dörfern jeweils vor dem Rathaus befindet, bietet regelmäßig die neuen Aufgaben an,  die mit Geld und Gegenständen belohnt werden. Umso mehr man sich mit den Dorfbewohnern anfreundet, desto mehr Vertrauen bringen sie einem entgegen und Fragen bald nach Hilfe.

Wenn genug Aufträge erfüllt sind, steigt das Level und man kann bessere Aufträge annehmen. In regelmäßigen Abständen gibt es auch Spezialaufträge, durch die dann Ausbauten möglich oder Werkzeuge freigeschaltet werden.

Hat man alle nötigen  Arbeiten auf der Farm erledigt gibt es noch genug Zeit das Dorf zu erkunden. Wichtig ist es, wie immer, Freundschaften zu schließen und einen Partner zu finden. Anhand der Blumenranke, die sich an der Seite jedes Textfensters befindet, kann man erkennen wie sehr die angesprochene Person einen mag. Meist ändert sich die Farbe nach einem Date-Event.

Der Berg welcher die Dörfer trennt, bietet eine große Anzahl an Gegenständen, wie Insekten und Fische, die sich als Geschenk eignen. Auch leben viele verschiedene Tiere dort welche mit der Zeit bereit sind, ebenfalls Freundschaft zu schließen und dann ab und an Gegenstände bringen. Die regelmäßigen Kochfeste sollte man auf jeden Fall besuchen, da sie die Freundschaft zwischen den Dörfern wieder aufbauen und dies zum eigentlichen Ziel des Spiels, das Freiräumen des Tunnels, führt.

Verkaufen kann man dieses Mal wieder über eine Kiste, die sich in der Nähe der Farm befindet. Ein Vorteil ist, dass man in beiden Dörfern die Taschen leeren kann, da es egal ist in welche Kiste man liefert. Zudem besitzt man in Harvest Moon-Geschichte zweier Städte mehrere Taschen, die man mit unterschiedlichen Gegenständen füllen kann. Während man in der großen Tasche allgemeine Items verstauen kann, sind die beiden kleineren für Insekten oder Fisch gedacht.

Ein ganz neues Feature ist das Wechseln der Kleidung. Jedes neue Kleidungsstück hat eine Besonderheit(mehr Freundschaftspunkte, schönes Wetter etc) also es lohnt sich seinen Kleiderschrank zu füllen. Das Mehrspieler-Feld ist ebenfalls eine Neuerung in diesem Spiel. Am Ende des ersten Frühlings könnt ihr ein Feld anbauen und die Sachen können nur von euren Freunden geerntet werden. Dafür erhalten diese hochqualitative Produkte. Über die StreetPass-Funktion könnt ihr auch mit euren Freunden tauschen. Bei diesem Tausch verbessert sich immer die Qualität des Items.

Eine reife Grafik

Schließe Freundschaften mit den Bewohnern.

Die Grafik in Harvest Moon-Geschichte zweier Städte ist eindeutig ist erwachsener geworden. Der 3D Effekt ist in diesem Spiel nicht wirklich nötig, sorgt aber dafür, dass die Tiere niedlicher dargestellt werden. Die Landschaft ist hübsch anzusehen, die Charaktere wirken nicht mehr so kindlich wie in den anderen Teilen der Serie. Doch die Überarbeitung der Grafik besitzt einen Nachteil, denn die Figuren aus den vorherigen Spielen, wirken in dieser Version fehl am Platz. Durch ihre ehemalige Präsentation, die einfach kleiner und niedlicher gestaltet war, wurden diese für Harvest Moon-Geschichte zweie Städte nur gestreckt und passen vom Aussehen nicht in das Spiel.

Der Sound des Spiels ist etwas abwechslungsreicher als sonst gestaltet, da jedes Dorf seine eigene Melodie hat. Auf dem Hof und in den Bergen läuft jeweils die Musik der Jahreszeit oder es gibt Regengeräusche bei schlechtem Wetter. Dennoch ist die Auswahl sehr beschränkt und wirkt mit der Zeit einschläfernd.

Die Steuerung ist einfach gehalten und durch ein Anfangs-Tutorial auch leicht zu verstehen. Leider gibt es den Doppelsprung aus dem Spielvorgänger nicht mehr. Beim Ackerbau gibt es eine Spezialtechnik für die Bewässerung, die allerdings nur sehr schwierig zu benutzen und nur mit richtigen Timing möglich ist. Hier hätte man die Steuerung etwas überdenken sollen.

Mein Fazit für Fans der Reihe: Das Spiel ist durchaus zu empfehlen auch wenn es durch die langen Spieltage und eine etwas zu oft erscheinende Erntegöttin etwas langatmig erscheint.

Gameplay: einfache Steuerung, leider benötigt Spezialtechnik für Bewässerung ein gutes Timing, Doppelsprung ist nicht mehr möglich

Sound: mehr Abwechslung als sonst, verschiedene Melodien für die Dörfer und Jahreszeiten, mit der Zeit wird er eintönig

Grafik: Figuren wirken reifer, Landschaft wird hübscher dargestellt, 3D-Effekt fällt nur gering (Tiere) auf

Sonstiges: man hat die Wahl zwischen zwei Dörfer, neue Features wie Aufträge und das Wechseln der Kleidung, Mehrspieler-Feld, über StreetPass ist Tausch von Items möglich

gespielt und getestet von Retrohexe