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Im Test! Was kann der Nintendo 3DS XL?

Mit dem Nintendo 3DS XL ging alles ganz schnell. Viele Monate lang gab es Gerüchte um eine neue Version des Nintendo 3DS, vor allem wegen des zweiten Circle Pads, das Nintendo mit dem Nintendo 3DS offenbar irgendwie vergessen hatte. Mitte Juni enthüllte Nintendo den 3DS XL dann bei einer Nintendo Direct Konferenz und nur gut einen Monat später stand er schon weltweit in den Ladenregalen. Die größte Überraschung, wenn nicht gar Enttäuschung: Ein zweites Circle Pad hat die XL-Variante nicht. Vor allem größere Bildschirme verspricht Nintendo. Reicht das?

Das ist übrigens nicht der japanische "Snake Eater" 3DS, sondern ein spiegelndes Katzennetz auf der glänzenden 3DS-Oberfläche.

Mit 15,6 cm Breite, 9,3 cm Tiefe und 2,2 cm Höhe ist der 3DS XL auf den ersten Blick in der geschlossenen Form gar nicht so arg viel größer als der Nintendo 3DS. Dieser Ersteindruck ändert sich aber, sobald man den 3DS XL aufklappt. Die Bildschirme wirken für Spieler des 3DS zunächst mal monströs. 4,88 Zoll (bisher 3,53 Zoll) also 12,4 cm (bisher 8,97 cm) misst die Bildschirmdiagonale des 3DS XL. Klingt gar nicht so viel mehr, wirkt aber um einiges größer.

Im Vergleich zum 3DS bietet der größere obere Bildschirm ein deutlich angehmeres Spielgefühl, gerade bei Spielen wie Kingdom Hearts 3D, Resident Evil Revelations oder Metal Gear Solid: Snake Eater 3D. Dazu muss allerdings gesagt werden: Die Auflösung bleibt auf Niveau des 3DS. Schlechter sehen die genannten Spiele deswegen allerdings nicht zwingend aus. Natürlich hier und da unschärfer, aber der größere Bildschirm hat auch Vorteile. Und gerade bei vielen kleinen Objekten auf dem Bildschirm ist der 3DS XL eine echte Erleichterung. Bei grafisch schwächeren Spielen ist allerdings doch eine Kante und Treppe mehr zu sehen, ganz klar. Das der größeren Touchscreen bei einigen fummeligen Spielen ein Vorteil ist, soll nicht unerwähnt bleiben.

Aufgeklappt übereinander.

Apropos Erleichterung. Die bietet der 3DS XL nicht, denn mit 337 Gramm ist der XL etwa 100 Gramm schwerer als der 3DS. Das ist allerdings keine Veränderung, die negativ auffallen würde. Hält man beide Modelle in den Händen, ist der Unterschied nur schwer spürbar. Angenehm ist aber die veränderte Position des Stylus. Der Stylus-Slot liegt nun nicht mehr an der Hinterseite des Geräts sondern wieder rechts. Nur die Linkshänder dürfte das nicht so freuen. Auch der Stylus selbst hat sich verändert. Er ist nicht mehr ausfahrbar, ein wenig dicker und liegt gut in der Hand.

Wie übrigens auch der Nintendo 3DS XL. Sicher ist das Geschmackssache. Aber wer wie ich schon beim alten 3DS lieber mit als ohne Circle Pad Pro gespielt hat, der wird spürbar mehr Komfort erfahren. Der 3DS XL liegt besser in der Hand, auch dank der abgerundeten Ecken und dem griffigeren Material. Zudem ist die Oberfläche des 3DS XL übrigens matt und nicht mehr glänzend. Optisch schöner (?) und vor allem sieht man Fettfinger und andere Abdrücke nicht mehr so schnell.

Aber erst nebeneinander gelegt wird klar, wie viel größer die Bildschirme des 3DS XL wirklich sind.

Ansonsten bietet der 3DS XL vor allem Evolutionen, keine Revolution. Die eingelassenen Druckflächen für Home, Start und Select sind nun echten Tasten gewichen. Ist angenehmer. Der 3D-Regler lässt sich weiterhin stufenlos regeln, allerdings rastet er nun spürbar ein, wenn man den 3D-Effekt ganz ausstellen will. Das macht die 3D-LED-Leuchte überflüssig, die verschwunden ist. Die Abstandhalter sind nun auf dem Rand des oberen Bildschirms und liegen im zugeklappten Zustand auf der Fassung des Touchscreens auf. Kratzer und Abdrücke sind somit unwahrscheinlicher.

Außerdem hat der 3DS XL nun zwei Einraststufen beim Aufklappen des Bildschirms. Einmal wie gewohnt „am Ende“ und einmal in der Mitte. Und auch die Spiegelung wurde von 12% auf nur noch 3% verringert. Viele Mini-Änderungen, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht, aber die in der Summe ein angenehmere Handhabe zur Folge haben.

Weniger angenehm ist das bereits angesprochene zweite Circle Pad. Nachdem Nintendo für Monster Hunter 3G extra das Circle Pad Pro entwickelte, schien das zweite Circle Pad eigentlich der Grund für den 3DS XL. Doch es fehlt. Zunächst muss man anmerken: Bei allen 3DS-Spielen – und es sind nicht wenige – die ich zuhause liegen habe, war das zweite Circle Pad eigentlich nur für Resident Evil: Revelations unerlässlich und für Metal Gear Solid 3D zumindest ein Zuwachs an Komfort. Rechtfertigen also gefühlte zwei von zwei Dutzend Spielen diese doch recht umfangreiche Erweiterung? Reicht da nicht das Circle Pad Pro, dass es auch für den XL wieder geben soll?

Diese Frage vermag ich nicht zu beantworten. Nintendo musste sie beantworten und schätzt offenbar ein, dass auch in Zukunft ein verschwindend geringer Teil der Nintendo 3DS Spiele das zweite Circle Pad unverzichtbar macht. Jedenfalls hat sich Nintendo gegen das zweite Circle Pad entschieden. Mehrere Faktoren habe man beim Redesign beachten müssen, erklärte Satoru Iwata dazu kürzlich. Dazu gehörten die Größe und die Akkulaufzeit. Einer der Kompromisse sei das fehlende zweite Circle Pad. Denn das hätte aus dem 3DS XL einen 3DS XXL gemacht, so Iwata. Oder man hätte den Akku verkleinern müssen. Ein Kompromiss also.

Die neuen Buttons im Vergleich zu den alten eingelassenen Buttons des 3DS.

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob dieser Kompromiss richtig ist. Aber spätestens wenn der nächste 3DS-Blockbuster erscheint, der das zweite Circle Pad unerlässlich macht, wird es wieder zu Diskussionen kommen. Und auch das Circle Pad Pro XL wird aus dem 3DS XL einen 3DS XXL machen. Fakt ist aber auch: Aktuell scheint das zweite Circle Pad eher verzichtbar als unerlässlich. Und Fakt ist ebenfalls: 3DS-Käufer kaufen sich für den 3DS XL dann schon das zweite Circle Pad Pro, denn das erste ist freilich nicht kompatibel.

Definitiv unerlässlich für elektrische Geräte aller Art ist hingegen ein Netzteil. Anders als in Nordamerika liegt in der europäischen 3DS XL-Verpackung doch tatsächlich kein Netzteil bei. Nintendo begründet das mit dem Kostenfaktor. Dafür seien Netzteile des 3DS, DSi XL und DSi aber kompatibel. Sind sie. Und ich persönlich habe definitiv genug Netzteile zuhause rumliegen. Wer das nicht hat, bekommt passende Netzteile ab fünf Euro – das wiederum spricht gegen das Argument Kostenfaktor. Aber das ein Zubehörteil wie das Netzteil bei einem Gerät nicht zum Lieferumfang gehört, das darf man zumindest als arg seltsam bezeichnen. Und auch wenn der Hinweis auf der Vorderseite der Verpackung prangt, so sind planlose Eltern nicht davor gefeit, ihrem Spross zu Weihnachten einen 3DS XL ohne Netzteil zu kaufen.

Nicht unerwähnt bleiben soll dabei aber, dass man zumindest bei der SD-Karte drauflegte. Mit einer 4GB-Karte ist der mitgelieferte Speicherumfang nun doppelt so groß. Angesichts dessen, dass Nintendo in Zukunft verstärkt auf Downloadinhalte setzen will, ist das eine sinnvolle Erweiterung. Und auch die Akkulaufzeit wurde verbessert – weshalb ja u. a. das zweite Circle Pad wegbleiben musste, argumentiert Nintendo. Immerhin verspricht man nun eine Mindestlaufzeit von 3,5 gegenüber 3 Stunden und eine Maximallaufzeit von 6,5 statt 5 Stunden.

Fazit

Und noch ein offizieller Vergleich.

Der Nintendo 3DS XL ist schwerer, größer und auf jeden Fall auch besser als der Nintendo 3DS. Viele kleine Veränderungen sorgen für mehr Spielvergnügen, dazu kommen die größeren Bildschirme. Der 3DS XL ist keine Revolution, aber er ist schließlich auch kein neuer Handheld, sondern eine Weiterentwicklung. Wie die Entscheidung gegen das zweite Circle Pad Pro wiegt, wird die Zeit zeigen. Das fehlende Netzteil ist allerdings nach wie vor eine seltsame Entscheidung. Für Fans des Nintendo 3DS ist der 3DS XL dennoch eine lohnenswerte Investition. Und Neukunden können nun sicher sein, nicht in ein paar Monaten ein neues Modell vor die Nase gesetzt zu bekommen – das war bisher immerhin ein großer Unsicherheitsfaktor für potentielle 3DS-Neukunden.

Der 3DS XL ist nicht viel teurer als der 3DS, daher würde ich auch Einsteigern den besseren 3DS XL empfehlen. Der Nintendo 3DS ist derzeit in der Farbe Kosmosschwarz für 155 Euro bei Amazon zu haben. Für andere Farben zahlt man um die 169 Euro und die ersten Bundles mit Spiel gibt es ab 179 Euro. Der 3DS XL kostet mit 199 Euro also mindestens 20 Euro mehr. Das erste attraktive Bundle wird aber wohl nicht lange auf sich warten lassen.

Letztlich ist aber insbesondere der Umstieg eine Geschmackssache. Kleine Hände, lieber scharf als groß? Lieber glänzend als matt? SD-Karte egal? Dann sollte man vielleicht doch lieber beim 3DS bleiben. Wer jedoch mit dem 3DS hin und wieder über schmerzende Finger klagt, für den wird der 3DS XL ein großer Komfortzugewinn sein. Auch mit seinen vielen kleinen Änderungen.

Und weil’s so schön war, nachfolgend noch ein Unboxing Video von uns mit freundlicher Genehmigung von GamingPirat, der beim Auspacken ziemlich aufgeregt war, aber auch einige schöne Vergleiche zum Nintendo 3DS zieht. Und noch mal was „bewegtes“ nach so viel Text ist ja auch ganz nett. Abonniert bei der Gelegenheit doch gleich unseren neuen YouTube Channel!

 

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