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Im Test! Naruto Shippuden: UNS Generations

Der Kampf der Generationen beginnt und findet nun endlich den Weg in den europäischen Handel. Eine glühende Vollmondnacht, zwei Horden von Kämpfern stehen sich freudenerfüllt gegenüber, stürmen aufeinander zu und schwingen die Fäuste; so begrüßt uns das Spiel. Kurz darauf finden wir uns auch schon im Hauptmenü wieder. Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm Generations wurde als Jubiläumsgeschenk für die Fans der Serie und der Spieleserie Storm im Eiltempo hervorgezaubert und soll mit einer riesigen Kämpferauswahl und seinem ohnehin schon guten Kampfsystem, mit weiteren Neuerungen und Verbesserungen glänzen. Einem geschenkten Gaul schaut man üblicherweise nicht ins Maul sagt man, aber da dies ein Review ist, gehen wir einmal ins Detail!

Offline Modi

Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm Generations bietet zwei Offline-Modi, den Geschichtsmodus und den Freien Kampf. Bevor es allerdings mit dem Geschichtsmodus losgeht, liest das Spiel die Storm 1 und 2 Spielstände aus und belohnt damit, die jeweiligen Charaktere direkt freizuschalten. Der Geschichtsmodus bietet 11 zusammengefasste Geschichten, aus der perspektive der jeweiligen Charaktere erzählt. Hierbei verzichtet das Spiel, wie erwartet, völlig auf eine Spieloberfläche und verlässt sich gänzlich auf jeweils eine Intro und Outtro Sequenz, beide jeweils schön gezeichnete Highlights.

Anfangs sind nur 3 Geschichten anwählbar, die des jungen Naruto Uzumaki, des älteren und die Geschichte des älteren Sasuke Uchiha, die restlichen schalten sich durch das durchspielen der vorhandenen Geschichten frei. Die Geschichten sind sehr emotional gestaltet und manche werden die Herzen der Fans höher schlagen lassen. Wenn man sich Zeit nimmt ist man mit den Geschichten nach etwa 5 Stunden durch. Die sehr knapp gehaltenen Geschichtseinführungen zu den Kämpfen werden in Standbildern erzählt.

Abstecher zur Grafik

Schöne Animesequenzen leiten die Geschichten ein und aus

Lustigerweise hat man die Standbilder der Cell Shading Qualität angepasst, sie also kantig gemacht. Ob das ein Brüller, oder ein Witz der nach hinten losgegangen ist, kann jeder für sich selbst entscheiden, doch der Gesamteindruck der Grafik ist im Gegensatz zu Storm 2 schwächer. Die Konturen der Figuren sind so treppig, dass wir bei manchen Charakteren dachten, sie hätten ein Rasterstyling kurz vor dem Release des Spiels bekommen. Was in der Demo noch verfeinerter wirkte entpuppt sich im fertigen Spiel als zu lieblos.

Auch die Effekte, gerade die der neuen Jutsus, glänzen zwar immer noch inhaltlich durch astreine Kamerafahrten, doch dominiert meist ein Schatten über den Effekten und den schwammigen Texturen. Bei dem rasanten Tempo kein großer Abstrich könnte man sagen, doch wenn man in die Augen des Kyubi schaut und sich an N64 Zeiten erinnert fühlt, geht es doch ein wenig zu weit. Die Statuswerte auf den Spielerkarten die man für den späteren Onlinekampf ausrüsten kann, sind so eng zusammengepresst, dass man sie auf alten Röhrenfernsehern gar nicht mehr erkennen kann. Natürlich hat man auch auf den modernen High End Fernseher Probleme sie zu lesen.

Der freie Kampf

Treppchen diesmal nicht nur für die Charaktere

Wer nach dem Geschichtsmodus noch nicht genug vom Offline-Erlebniss hat, weiter für den bevorstehenden Onlinekampf trainieren und noch weitere der zahlreichen Extras freischalten möchte, kann sich im Endlos,- also Survival Kampf, Turnierkampf und Versus Modus mit zahlreichen CPU Herausforderern oder Freunden messen. Die CPU Gegner sind so auf ihr nervendes Kunai Rumgeschmeiße fixiert, dass man ihnen locker am Anfang des Kampfes ein verheerendes Ultimatives Jutsu als Begrüßung entgegenbringen kann.

Kaufen, kaufen, kaufen!

Die hiesige Währung, Ryo, die man nach den Kämpfen erhält, wird großzügig vergeben, denn es gilt viele Extras freizukaufen. Hunderte Karten mit Statuswerten, Titeln und zig Ninjawerkzeuge warten nur in dem Shop auf euch. In Generations muss man aber nicht wie in Storm 1 und 2 noch alle möglichen Videos und Soundtracks freikaufen, um später an heiß begehrte Trophäen zu kommen, die Karten und Titel ersetzen diese, sind aber so zahlreich das sich das mehr als ausgleicht. Die Shops dazu findet man im Off- und Onlinemodus wo man sich auch mit den Bildern aus dem Geschichtsmodus eindecken kann.

Mit den gekauften Ninja Werkzeugen kann man sich diesmal eigene Sets zusammenstellen die man in den Extramodi benutzen kann… für Ryo! Also wer reichhaltig eigene Sets verwenden möchte, sollte vorher ein paar Ryo ansparen und sich nicht direkt dem Kaufrausch hingeben. Zur Not kann man auf die Standard-Sets zurückgreifen die auch nicht schlecht sind.

Das ist mein Ninja Weg!

Wenn man sich dann bereit fühlt, kann man sich in das Hauptvergnügen des Spiels, dem Onlinemodus stürzen. Dieser bietet die bekannten zwei Obergruppen Mitspieler-Suche und Ranglisten-Spiel an. Das Ranglisten-Spiel bietet das Standard-Rang-Spiel und das Extra Rang-Spiel an, also der Modus wo die modifizierten Ninjawerkzeuge-Sets und Profilkarteneffekte zur Geltung kommen.

Die Mitspieler-Suche bietet noch zusätzlich den Turnier-Modus mit entweder 4 oder 8 Teilnehmern und den online Endlos-Kampf, an. Der normale Versus Kampf, hier Spieler-Kampf, bietet bis zum Jo-Nin Rang noch eine Anfängersuche an. Sehr praktisch und angesichts der Neuerungen des Kampfsystems auch eine dringliche Empfehlung.

Das Herz des Spiels -Das Kampfsystem-

Qual der Wahl: Die Reichhaltige Kämpferpalette

So kommen wir zum Hauptteil, dem Kernstück des Spiels und des Reviews. Versprochen und angekündigt wurde, auf die Wünsche der Fans einzugehen und Verbesserung in das Kampfsystem einzubauen, doch auf welche Fans hat man da gehört? Die neu eingeführte Tausch Jutsu Leiste, die nur das maximal viermalige  schadenlose Ausweichen ermöglicht bis sie sich wieder auflädt, der neue Luftsprint, der Abbruch des Bodensprints und die Abbruch-Sprinttechniken um die Combos zu verlängern oder um geschwind auszuweichen, die kurze Pause nach einem Kunaiwurf in einem Ninja-Sprung, entziehen dem Kampfsystem jegliche Dynamik und öffnen die Türen für unfaires Rumgespamme und drehen einem vor Frust den Magen um.

Was vorher noch wie eine gute Idee wirkte, entpuppt sich im Online und Offline Spiel als die Achillisferse von Naruto Shippuden Ultimate Nina Storm Generations. Nicht nur das die „Kunst-des-Tauschens“ Leiste den Spielfluss enorm stört; hat man einmal seine Ladungen verbraucht, und das geht sehr einfach und schnell in Anbetracht der Mehrfachangriffe von fast jedem Kämpfer, ist man der Gnade des Gegners vollkommen ausgeliefert. Der Block hält auch nicht lang genug und der einzige Hauch einer Chance den man hat, ist sich durch das – wie man es nennen könnte – Frosch Jutsu, in einer Ecke zu verkriechen. Das -Frosch Jutsu- ist das permanente Blocktaste-gedrückt-halten und durch Sprünge fortbewegen, um sich im permanenten Block zu bewegen. Was vorher eine schändliche Ausnutzung der Spieldynamik war ist nun zum Kavaliersdelikt geworden.

Wenn man nicht so viel Glück hat und keine Gnade von seinem Gegner erfährt, kann man zusehen wie man mit einer verheerenden Komboattacke, die dank des Abbruchjutsus, dass die Kombos erweitert solange man Chakra hat, locker 70% der Energieanzeige runterspammt. Auch der neue Abbruchmoment während des Kunai-werfens während eines Ninjasprungs, eröffnet den Spielern eine weitere, unelegante Art Spam die man aus Storm 2 schon kennt. Man springt einmal und wirft dabei die Kunais anstatt in einem Ninjasprung, um schneller werfen zu können. Das sieht nicht nur unschön aus, es nervt noch und wird wie oben schon erwähnt, vom CPU Gegner direkt vorgemacht.

Kampfsystem: Dieses Bild spricht Bände

An dieser Stelle ist es kaum noch nötig auf die ohnehin schon zu starken Erwachen-Modi von z. B. Narutos Kyubiformen oder den Susano’os der Uchihas einzugehen, diese erhalten nämlich genau dieselben Boosts durch die Neuerrungenschaften des Kampfsystems und sind somit noch schwerer zu überleben.

Wer es eh nicht so mit Fair Play hat kann sich auch darauf freuen, mit den ohnehin schon völlig überzogen starken Charakteren aus Storm 2, wie Deidera, nun übermächtig durch simple Spammerei zu werden und damit noch nicht genug: Die Möglichkeit den Sprachchat vor dem Kampf an und auszuschalten wurde entfernt. So kann man sich darauf freuen während der Kämpfe auf internationalem Niveau beleidigen zu lassen, oder es gar selber machen. Wer jüngere Kinder im Haushalt hat sollte den Fernseher direkt auf stumm stellen, denn jemanden mit Sprachchat und ohne Manieren zu treffen ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Solche Spieler auf die Blockliste zu setzen ist auch keine große Hilfe, da sie immer noch ungestört in die Sessions kommen können und die Blockliste ist auch angesichts der Anzahl solcher Spieler schnell voll.

Neben der versprochenen Neuerrungenschaften im Kampfsystem und dem tollen Online-Erlebnis, wurde auch von einer Upload Funktion der Kampf-Wiederholungen für Seiten wie YouTube gesprochen. Die gibt es allerdings nicht. Man kann, nur im Spiel, nur alle 24 Stunden, seine Wiederholungen auf den Server hochladen und nur den NSUNS G Spieler präsentieren, doch auf externe Seiten kann man sie nicht uploaden.

Fazit

Die weiltweite Wiederholungengsgallerie, jpisch oder?

Die Grundidee des Spiels war hervorragend. 72 Kämpfer und 15 Hilfscharaktere, spannende Onlinemodi und auf das Wesentliche reduzierte Geschichtsmodi, etliche Extras und viele modifizierbare Kampfvorteile. Über die leichte Schwäche der Grafik, der CPU KI und dem wenigen Offline-Material kann man locker hinwegsehen, wären da nicht die Neuerungen im Kampfsystem. Sie ersetzen das taktische Kampfsystem, das zwar Änderungen nötig gehabt hätte, aber hinterlassen ein kaum spielbares Online-Fiasko.

Unfaire und frustrierende Kämpfe stehen im Vordergrund. Zusätzlich muss man sich ständig der verpöhnenden Beleidigungen der Kontrahenten via Voice Chat aussetzen oder den Sound des Fernsehers abschalten. Wer sich auf ein verbessertes Epos ala Storm 2 gefreut hat wird kläglich enttäuscht. Serien-Neueinsteiger haben kaum eine Chance im Online Tohuwabohu zu bestehen, die Königsdisziplin des Kampfes heißt nun: Wer als erstes die Kunst des Tausches nutzt, erliegt Spam. Wer generell nicht gerne online spielt, muss wohl leider einen Bogen um das Spiel machen. Auch wenn man ein riesiger Fan der Serie oder der Storm Spieleserie ist, braucht man ein dickes Fell für Naruto Shippuden Ultimate Ninja Storm Generations und sollte vor einem Kauf lieber ein Probespiel machen.

Story: Es war von vornherein klar, dass es keinen großen Storymodus geben wird, die vorhandenen Kurzgeschichten sind kurz, aber emotional inszeniert (6/10)

Grafik: Die Grafik kommt im Detail dem direkten Vorgänger der Serie nicht hinterher, ist dennoch effektvoll, flink und weiß zu überzeugen (7/10)

Sound: Wieder nur eine Dolby Ausgabe. Die SFX werden in den Vordergrund gestellt und unterstützen das Spielgeschehen erfolgreich. Der OST ist serientypisch. (9/10)

Gameplay: Durch ein paar unausgereifte Änderungen, verliert das Spiel Grazie, so gut wie jeden taktischen Ansatz und Fluss. Das Spiel ist hauptsächlich Online-Modus orientiert. (2/10)

Sonstiges: Keine Replay Upload Funktion; das beiliegende Sammelkartenspiel ist nicht Jedermanns Sache; die angepriesenen – nie erzählten Geschichten – sind sehr rar; japanische und englische Sprachausgabe. (4/10)

von Kairos