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Sakaguchi: Der Mann, dem RPGs im Blut liegen

Hironobu Sakaguchi. Diesen Namen assoziert der Großteil der Spielergemeinde sofort mit Final Fantasy. Schließlich ist er der Vater dieser Serie. Nach langer Abstinenz kehrte er mit The Last Story zurück und lieferte mit seinem Team Mistwalker ein sehr gelungenes JRPG ab. CVG.com hat ihn in Honolulu aufgespürt und ein äußerst interessantes Interview geführt.

Der Fokus lag in diesem Interview auf seinem letzten Werk, The Last Story. Das Spiel fällt besonders wegen seinem innovativen Kampfsystem auf, weswegen dieses natürlich auch thematisiert wurde. Vor allem die Entwicklung der Ideen und die Umsetzung des Kampfsystem waren für Sakaguchi und Mistwalker zeitaufwendig: „Ich habe seit Final Fantasy 7 nicht mehr so viel Zeit in diese Experimentalphase investiert“. Zufrieden mit der Umsetzung des Kampfsystems ist Sakaguchi, der unglaublich großen Wert auf den Erfolg seiner Spiele legt, allemal. Dennoch glaubt er, dass das Spiel besser hätte sein können. Das Interview bietet noch weitere Einblicke in die Gedankengänge der Crew während der Entwicklung.

Schließlich ging es nicht nur um The Last Story, sondern man schaute über den Tellerrand hinaus. Thematisiert wurde u.a. das gute Verhältnis zu Nobuo Uematsu, für den er sehr hohe Wertschätzung empfindet. Kein Wunder also, dass man bei Spielen von Sakaguchi auch Uematsu in den Credits vernimmt.

Im Gegensatz zu seinen anderen Spielen wie Lost Odyssey, wurde The Last Story nicht von anderen Publishern, sondern von Nintendo veröffentlicht. CVG stellte die Frage nach neuen Erfahrungen mit dem neuen Publisher, und die macht er auf der Ebene der Promotion. Während er bei Square „einfallsreiche“ oder „fantastische“ Wörter und Ausdrücke verwenden sollte, ließ ihm Nintendo freie Hand, weswegen er das Spiel so beschreiben konnte, wie es nun einmal ist. Und das hat Sakaguchi anscheinend sehr gefallen.

Der Vergleich zwischen den westlichen und japanischen RPGs fällt zugunsten der westlichen aus, zumindest auf dem Gebiet der Grafik: „…vermutlich kann man sagen, dass japanische RPGs nicht mehr so stark wegen ihrer Grafik gelobt werden.“ Der größte Unterschied liegt seiner Meinung nach aber auf den Konzepten. Während die westlichen RPGs auf eine Welt setzen, die dem Spieler möglichst viele Freiheiten bieten soll, konzentrieren sich die Japaner eher auf die Story.

Abschließend stand die Frage im Raum, welcher Trend in der Spieleindustrie seiner Meinung nach zu erwarten ist. Sakaguchi sieht den Trend in Richtung der portablen Spiele, die man nur für eine kurze Zeit spielt, und in der Interaktion mit anderen Spielern. Wer sich das ganze Interview durchlesen möchte, das im Übrigen noch weitere und ausschweifende Fragen parat hat, kann das auf der Seite von CVG tun.