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Import-Test! Tales of the Heroes: Twin Brave

Mit Tales of the Heroes: Twin Brave für PSP ist Namco Bandai ein weiteres Mal dabei die Tales Charaktere in ein neues Genre unterzubringen. Nach ihrem Ausflug ins Beat’em Up Genre mit Tales of VS, trifft es dieses Mal Hack’n Slash und man könnte es als Tales of im Dynasty Warriors Stil bezeichnen. Bleibt nur noch die Frage, ob dieses Spiel es auch schafft ein guter Vertreter des Genres zu sein oder ob es nur ein halbherziger Versuch war den aktuellen Trend zu folgen, den unter anderem auch Bleach und One Piece gegangen sind. Was das Spiel zu bieten hat, präsentieren wir euch in unseren Importreview. (Tales of the Heroes: Twin Brave erschien am 23.02.2012 in Japan, ein Westrelease ist leider unwahrscheinlich)

Wir retten die Welt, dieses Mal in der Hack’n Slash Variante

Spaß zu zweit

Tales of the Heroes: Twin Brave spielt in der Welt Velt Rung, die kontinuierlich von einer Lebensquelle namens Mana bereichert wird. Eines Tages allerdings, ereignete sich eine unerwartete Veränderung, durch die das Mana gänzlich zu verschwinden droht und das mit verheerenden Folgen. Der gesamte Lebensstandard der Menschen wird dadurch beeinträchtigt, da Pflanzen plötzlich verwittern und Wasser zu vertrocknen droht. Kleinere Dörfer sind bereits dabei zugrunde zu gehen.

Doch es gibt noch Hoffnung, denn haben es sich eine Reihe tapfere Helden zur Aufgabe gemacht, eine Lösung für das Problem zu finden und treten eine Reise an, um die Welt zu retten.

Natürlich handelt es sich bei diesen Helden, um die Protagonisten der Tales of Reihe, denen dazu noch jeweils ein Partner zugeteilt wurde. Insgesamt gibt es eine Auswahl von 30 Charakteren, angefangen bei Cless und Chester aus Tales of Phantasia, bis hin zu Jude und Milla aus dem aktuellen Tales of Xillia.

Das Spiel besitzt einen umfangreichen Storymode, der sich in ernsten und lustigen Storys einteilen lässt, die je in fünf Abschnitte präsentiert werden. Vor allem bei dem ernsten Part, wird der Charakterhintergrund, und in einigen Fällen auch wichtigere Ereignisse aus den Original Spielen, mit einbezogen und das auf eine gelungene Art und Weise.

Allerdings müssen die meisten Charaktere erst freigespielt werden, um sie benutzen zu können.

Seid ihr bereit für den Kampf?

Vorbereitung ist die halbe Miete

Das Gameplay lässt sich wohl ganz gut als Hack’n Slash in kleinerem Stil bezeichnen und bietet eine Menge bekannte Elemente für Tales Fans, die passend in das Spiel mit eingearbeitet wurden. Vor einem Kampf wählt ihr eure Waffe aus und könnt Accessoires sowie Artes ausrüsten. Im Shop stehen unter bestimmten Voraussetzungen, nach und nach stärkere Ausrüstung und Angriffe zum Kauf bereit. Allerdings kann man leider keine Items erwerben…

Jeder Charakter verfügt über insgesamt acht unterschiedliche Artes, eine Auswahl aus den Angriffen, die sie auch in ihrem jeweiligen Spiel zur Verfügung stehen haben. Mit unter diesen Artes befindet sich auch die Hi Ougi oder auch Mystic Artes genannt, die eine charakterindividuelle, mächtige Spezialattacke darstellt. Im Kampf werdet ihr drei Artes mitnehmen können, für euren Partner lassen sich leider nur zwei ausrüsten. Allgemein ist die Auswahl nicht sehr groß, aber es gibt trotzdem genug Angriffe, die das Gameplay actionreich gestalten. Zudem sind für euren, vom Computer gesteuerten Partner noch verschiedene Verhaltensweisen einstellbar, wie Brave, Assist, Defence und Wait.

Euch erwarten in Tales of the Heroes: Twin Brave insgesamt 24 Stages, die von unterschiedlicher Länge gestaltet sind. Das klingt zwar ganz gut, wäre da nicht die Tatsache, dass es genug Stages gibt, die sich vom Design der Umgebung her leider gleichen, was auf Dauer schon ein wenig den Spielspaß mindert. Etwas Ähnliches gilt übrigens für die Gegner-Vielfalt im Spiel, die gibt es nämlich kaum. Pro Stage habt ihr es mit einer einzigen Art Feind zu tun, die nur in verschiedenen Ausführungen und Größen daherkommt. Da die Tales of Reihe eine recht große Monsterauswahl hat, hätte man hier so viel mehr draus machen können. Sehr schade…

Trotzdem bieten Stages in einer anderen Form eine gewisse Abwechslung. Zum einen, werdet ihr immer mal wieder auf Fallen treffen, wie zum Beispiel Stacheln, die aus dem Boden schießen, explodierende Fässer und Truhen oder auf den Boden verteilte Minen. Manchmal stellt sich das Herauskommen aus einer Falle nur als etwas schwieriger dar und zieht mehr HP als gewollt ab.

Des Weiteren können an bestimmten Stellen Missionen auftreten, die es zu Bewältigen gilt. So müsst ihr unter Anderem auf dem Spielfeld liegende Sterne einsammeln, eine bestimmte Anzahl von Gegner besiegen oder eine gewisse Distanz ohne Schaden überstehen, begleitend von einem leider recht knapp bemessenden Zeitlimit.

Twin Brave Power!

Wem gehts zuerst an den Kragen?

Das Kampfsystem in Tales of the Heroes: Twin Brave nennt sich „Aggressive Chain Capacity System (ACC)“ und ist eine Weiterentwicklung des Chain Capacity System aus Tales of Destiny (PS2) und Tales of Graces. Das heißt zu aller erst einmal, dass ihr keine Magiepunkte durch Items auffrischen müsst und zudem kosten normale Angriffe keine ACC und können so oft ausgeführt werden, wie gewollt. Einzig die Artes-Benutzung macht Gebrauch von eurem ACC-Wert, aber da sich eure ACC nicht nur beim Abwarten wieder automatisch füllen, sondern auch beim Gegner angreifen, könnt ihr hier nach Belieben Angriffsfolgen bilden und hohe Combos erzielen. Also perfekt auf das Hack’n Slash Genre abgestimmt.

Ein weiterer Bestandteil des Kampfes ist die sogenannte Tension Leiste, die mittels eines Prozentwerts anzeigt wird und mit erfolgreich getätigten Angriffsfolgen steigt. Je nach dem, wie hoch ihr Wert ist, umso mehr Boni, in Form von erhöhten Angriff, Verteidigung und weiteres, gibt sie euch. Wenn ihr jedoch nur herumlauft und keine Gegner zum attackieren bereitstehen habt, sinkt sie nach und nach wieder auf Null herab und streicht euch die Boni.

Ganz Tales typisch ist auch die Overlimit Leiste, die sich nach und nach bei genommenen Schaden oder ausgeführten Angriffen füllt. Hat sie das Maximum erreicht, werden bei Aktivierung dieser die Statuswerte des Charakters für eine gewisse Zeit aufgepowert und Artes kosten keine ACC mehr. Nur im Overlimit Modus kann, durch Drücken der Schultertasten, auf Mystic Artes zurückgegriffen werden.

Das besondere an Tales of the Heroes: Twin Brave ist die Zusammenarbeit mit seinem Partner im Kampf. Ihr werdet Stages in den meisten Fällen zu zweit bestreiten, wobei der zweite Charakter nur für einige spezielle Aktionen herangezogen werden kann. Eine wichtige Rolle hierbei spielt die Partner-Leiste, die sich automatisch nach und nach füllt. Per Knopfdruck könnt ihr euren Partner sofort zu euch „herbeirufen“, egal wo er sich gerade befindet und ihn einen Angriff ausführen lassen, der euch zum Beispiel vor einer gegnerischen Attacke schützt. Allerdings kostet dies jedes Mal einen kleinen Abschnitt der Leiste.

Im sogenannten Twin Brave Mode, der bei voller Partner-Leiste aktiviert werden kann, wird der zweite Charakter gleichzeitig mit euch angreifen und eure Statuswerte erhöht. Je besser die Freundschaft mit dem Partner ist, umso länger bleibt der Mode bestehen. Führt ihr im Overlimit Mode eine Mystic Artes aus, so ist euer Partner dazu in der Lage auf Befehl seine im Anschluss hinterherzuschicken, was vor allem Bosskämpfe am Ende einer Stage, mitunter sehr leicht gestalten kann, wenn beide Spezialangriffe diese treffen.

Items findet ihr nur innerhalb einer Stage, entweder in Truhen oder sie werden von bestimmten Gegnern fallengelassen. Neben Apfelgummis zur Heilung, oder Orangengummis, die die Overlimitleiste füllen, gibt es noch einige andere Objekte, die euren Charakter für eine Zeit lang unterschiedliche Statusverbesserungen oder doppelte Erfahrung/Gald geben können. Ist ein Effekt aktiv, kann dieser aber jederzeit von einem anderen überschrieben werden, sobald ihr ein neues Item einsammelt.

Ausrüstung wird durch Waffen und Accessoire Punkte aufgestuft, die ebenfalls durch Einsammeln erhalten werden. Nach Beendigung einer Stage werden euch diese Punkte auf alles gutgeschrieben, was ihr zurzeit ausgerüstet habt, zudem wird euch ausgerechnet wofür ihr wie viel Erfahrung und Gald bekommt und euer Freundschaftswert mit dem Partner aufgestuft.

Und was habt ihr sonst noch anzubieten?

Twin Brave!

Nachdem ihr eine Charakterstory erfolgreich bewältigt habt, stehen euch erst die restlichen Spielmodes zur Verfügung. Ab dann könnt ihr euch im Score Attack Mode messen, um die meisten Punkte innerhalb eines Zeitlimits zu erzielen, um diese im Anschluss online zu stellen. Im Free Mode könnt ihr alle Stages mit beliebiger Charakterzusammenstellung erkunden und mit besonderen Leistungen Gold Medaillen verdienen.

Der Tournament Mode lässt die Tales Charaktere in der Arena gegeneinander antreten und Extreme ist eine Art Mission Mode, in dem euch Charaktere, Artes und Ausrüstung vorgegeben sind und von euch verlangt wird, in einem vorgegebenen Zeitlimit bestimmte Bedingungen zu erfüllen. An Schwierigkeitsgraden im Spiel, stehen euch übrigens Einfach, Normal und Schwer zur Verfügung. Neue Waffen und Missionen könnt ihr euch kostenlos herunterladen, über eine eigene für das Spiel erstellte Seite, auf die ihr über den Networkmode Zugriff habt. Bisher gab es jede Woche ein kleines Update. Außerdem bietet die Seite noch eine Highscore Liste an.

Als freischaltbare Extras bietet euch das Spiel nette Illustrationen und einen Soundtrack-Mode an, zudem könnt ihr alle bereits gesehenen Tutorials und Zwischensequenzen noch einmal wieder abrufen und zu jedem Charakter findet ihr ein Profil mit seinem Storyhintergrund.

Tales typischer Grafikstil und bekannte Musik

Belohnung nach einem harten Kampf

Die Grafik von Tales of the Heroes: Twin Brave ist für PSP-Verhältnisse als ganz in Ordnung anzusehen und präsentiert sich in einem durch und durch bunten Stil. So wie man es auch aus anderen Tales of Spielen gewohnt ist. Minuspunkte fangen sich leider die Zwischensequenzen ein, die im ernsten Storymode Anwendung finden. Die 3D Charakter-Modelle sehen Gewöhnungsbedürftig aus und wirken von der Mimik her sehr merkwürdig.

Ebenfalls im Storymode wird der bekannte Skit-Stil benutzt, hier wurde das Artwork aus den jeweiligen Spielen wiederverwendet. Das ansonsten bestehende Design, das für Profil und Mystic Artes benutzt wurde, trifft die Tales Charaktere leider nicht immer perfekt und lässt sie teils etwas fremd erscheinen. Dafür wurden aber die Galeriebilder um einiges besser gestaltet.

An der Musik und der Synchronisation gibt es nichts auszusetzen. Spielern wird es freuen, dass alle Gespräche im Spiel vertont sind und die Synchronisation sich in einem sehr positiven Rahmen bewegt. Zudem besteht der Soundtrack aus einer guten Auswahl von Tales Liedern, die Fans bereits aus den jeweiligen Spielen kennen.

Fazit

Tales of the Heroes: Twin Brave ist wirklich nur etwas für Tales Begeisterte, die dem Hack’n Slash Genre etwas abgewinnen können. Neueinsteiger sollten hier lieber mit der Tales Hauptreihe anfangen und Nichtkenner, die einfach nach einem neuen Hack’n Slash Spiel suchen, sei ihr auch weniger zu geraten, da einfach die nötigen Kenntnisse fehlen, um den Witz oder den Sinn hinter bestimmen Dialogen zu verstehen. Für Fans bietet das Spiel aber einen umfangreichen Storymode, bekannte Charaktere und Musikstücke, sowie viele typische Tales of Elemente an. Zwar hätte man an dem Spiel noch so vieles besser machen können, aber man könnte es trotzdem als einen idealen Titeln für zwischendurch bezeichnen, der sogar ein guter Vertreter des Hack’n Slash Genres ist. Für Tales of the Heroes: Twin Brave müsst ihr aber der Japanischen Sprache mächtig sein, um euch zurechtzufinden, denn das Spiel enthält kaum englische Wörter.

Story: Eher einfach gehalten und bezieht Tales of Storyelemente der Charaktere mit ein. Kenntnisse zu allen vertretenden Tales Spielen wären daher von Vorteil. Allgemein sind hier natürlich gute Japanisch Kenntnisse vorausgesetzt.

Gameplay: Typisches Hack’n Slash, das allerdings aufgrund fehlender Vielfalt in Form von Stages und Gegnern, auf Dauer etwas langweilig werden könnte. Dafür gibt es aber weitere interessante Spielmodes und eine große Auswahl an Charakteren zum ausprobieren und aufleveln.

Grafik: Für PSP-Standart ganz okay, nur in Zwischensequenzen wirken die Charakter 3D Modelle einfach nur merkwürdig. Unterschiedliche Artworkstile, die weitgehend hübsch anzusehen sind, in einigen Fällen, aber die Tales Charaktere etwas fremd erscheinen lassen.

Sound: Altbekannte Lieder, die aus dem Tales Universum ausgewählt wurden, alle Gespräche im Spiel sind synchronisiert.

Sonstiges: Langanhaltender Storymode, freischaltbare Galeriebilder, kostenlose Downloadinhalte in Form von Waffen und Missionen, allerdings wirklich nur ein Spiel für richtige Tales Fans, die sich gut mit der Spielreihe auskennen.

von Justy