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Im Test! Tekken 3D Prime Edition

Nun also auch Tekken. Wird aber auch Zeit, dass sich die 18 Jahre alte Serie langsam auf dem Nintendo 3DS breit macht. Immerhin ist der Handheld mit Street Fighter IV 3D Edition, Dead or Alive: Dimensions und BlazBlue: Continuum Shift 2 trotz seiner jugendlichen Erscheinung bereits zu einem kleinen Fighter-Mekka geworden. Kann sich Tekken 3D: Prime Edition die Genre-Krone aufsetzen? Ihr erfahrt es in unserem Test!

Tekken 3D Prime Edition ist irgendwie kein richtig neuer Teil der Serie, sondern vielmehr eine Art „Best Of“ mit Kämpfern aller Teile für den schnellen Prügelspaß. Wie viel „Best“ und wie viel „Spaß“ dahinter steckt, wird sich noch zeigen. Auf eine Kampagne mit Story hat man vollkommen verzichtet. Dafür gibt es 40 Kämpfer, ein Schnitt quer durch die Tekken Geschichte. Allerdings sind keine Neulinge dabei. Ein paar neue Kampfarenen, ein bisschen neue Musik. Dafür gibt es als Bonus aber auch den Film Tekken: Blood Vengeance, der auch schon dem PS3-Titel Tekken Hybrid beilag. Leider nur mit deutschen Untertiteln. Der 3D-Effekt hält sich im Film in Grenzen.

Was denn, mehr Spielmodi gibts nicht?

Bei Dead or Alive: Dimensions (unser Test hier) habt ihr noch die Unmengen an Spielmodi versucht zu überblicken, da habt ihr in Tekken 3D schon einige Kämpfe bestritten. Denn die Spielmodi in Tekken 3D sind überschaubar. Einen Survival-Modus („Überleben Spezial“) gibt es, in dem ihr euch durch die Gegnerhorden schlagt, immer auf den Lebensbalken schielend. Denn der lädt sich vor jedem Kampf nur geringfügig wieder auf.

Daneben gibt es noch einen klassischen Arcade-Modus („Schneller Kampf“) und den üblichen Trainingsmodus. Der Modus „Schneller Kampf“ ist ein wenig irreführend, immerhin muss man gegen 10 Kontrahenten antreten. Eine Kampagne werdet ihr, wie bereits erwähnt, nicht finden. Auch keinen Tag-Team Modus oder sonstige Variationen. Darüber hinaus gibt es nur noch den Multiplayermodus „Zweikampf“.

Einzelkämpfer geraten schnell ans Ende der Fahnenstange von Tekken 3D. Der Survival-Modus bietet dabei noch die meiste Spannung. Am Anfang heißt es, gegen fünf Kämpfer zu bestehen. Später muss man gegen 20 oder 40 Kämpfer am Stück antreten. Das Ganze wird aufgelockert durch einige Specials, wenn der Gegner z. B. sofort mit dem Zorn-Modus in den Ring springt. Wer viel schafft, kann Tekken-Karten freischalten. Artworks, Charakterportraits, Kleinigkeiten. Insgesamt gibt es 765 Tekken-Karten, die völlig wahnsinnige Tekken-Fans sammeln können oder via StreetPass tauschen können. Viel mehr hat der Einzelspielermodus nicht zu bieten!

Bam, bam, bam!

Damit Tekken-Fans nicht ganz ohne Neuigkeiten vom Mishima-Clan auskommen müssen, hat Namco Bandai den Film Tekken: Blood Vengeance mit draufgepackt. Nur mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln. Der Film ist wahrlich kein Kinokassen-Schlager, aber danach könnt ihr sagen, ihr habt euren ersten 3D-Film auf dem Handheld gesehen. Der 3D-Effekt hält sich allerdings in Grenzen. Blood Vengeance ist zeitlich zwischen dem fünften und sechsten Teil der Serie angesetzt. Die Handlung dreht sich um die Schülerin Xiaoyu, die von Anna Williams den Auftrag bekommt, einen Schüler namens Shin ausfindig zu machen.

Natürlich dürft ihr aber auch gegen menschliche Kämpfer antreten, sowohl lokal als auch online. Lokal benötigt leider jeder Spieler auch Tekken 3D, mit nur einer Cartridge könnt ihr nicht kämpfen. Im Mehrspielermodus steht alles zur Wahl, was es auch im Einzelspielermodus gibt. Außer der 3D-Modus. Für flüssige Mehrspielerkämpfe wollten die Entwickler auf diesen Bonus verzichten, allerdings gelingt das nicht immer Zumindest kann man die Regionen ganz grob einschränken und es gibt motivierende Ranglisten.

Bei der Steuerung setzt Tekken 3D wie schon andere Genre-Vertreter auf einen Mix aus Buttons und Touchscreen. Wie schon in Street Fighter IV 3D Edition könnt ihr vier Angriffe auf den Touchscreen legen, die sich dann mittels Fingerdruck auslösen lassen. Allerdings dürfen die schwierigsten Angriffe da nicht mit drauf – ein Vorteil für die Profis. Alternativ kann man auf die vier Belegungen auch mit einer Kombo aus Schultertaste und A, B, X oder Y-Taste zugreifen. Das Schiebepad des 3DS tut wie immer seine Dienste, mit dem Steuerkreuz wird es aber mitunter präziser. Insgesamt geht die Steuerung gut von der Hand und man bekommt das gewohnte Tekken-Gameplay serviert. Das ist im Vergleich zu

Optisch ansprechend.

Optisch und technisch ist Tekken 3D ebenfalls ein zweischneidiges Schwert. Während die Charaktere sehr gut aussehen, wirken die Hintergründe sehr leblos. Kein Publikum und auch sonst nichts anderes, was sich bewegen könnte. Schafe im Hintergrund wirken wie Pappaufsteller – fast schon kurios. Wahrscheinlich ist das Absicht, denn dafür läuft Tekken 3D zumindest im Einzelspielermodus und im lokalen Mehrspielermodus sehr flüssig und konstant mit guter Framerate. Dem Soundtrack kann man nichts vorwerfen. Abwechslungsreich, treibend, absolut in Ordnung! Auch die Sprachausgabe, eine Mischung aus Japanisch und Englisch (je nach Charakter), ist gelungen.

Fazit

Insgesamt hat Tekken 3D einfach zu wenig zu bieten, um mit der bereits recht guten Auswahl an Beat’em Ups auf dem Nintendo 3DS mitzuhalten. Wenn es doch wenigstens wackelnde 3D-Brüste in der Einzelansicht geben würde (kleiner Dead or Alive Spaß). Beat’em Up Fans, denen es nach neuem Stoff dürstet, können sich Tekken 3D sicher ansehen. Auch die dürften aber irgendwann ein Motivationsproblem bekommen, zumindest im Einzelspielermodus. 765 Tekken-Karten sind gut und schön, regen aber wohl nur die wahnsinnigsten Tekken-Fans zum Spielen aller Charaktere an. Hier fehlen eine Kampagne, mehr Belohnungen oder mehr Spiel-Modi. Tekken 3D: Prime Edition ist solide Beat’em Up Kost und bietet richtig schnelle, spaßige Kämpfe, aber auch nicht mehr. Vor allem wer die Multiplayer-Herausforderung sucht, kann zu Tekken 3D greifen. Für Einzelspieler, sind sie nicht gerade echte Genre-Fans, gibt es aber schon bessere 3DS-Titel.

Grafik: Schöne Effekte, gute Animationen und Framerate, langweilige Hintergründe (8/10)

Soundtrack: Abwechslungsreich, treibend, absolut in Ordnung (9/10)

Story: Keine Kampagne, dafür ein Filmchen (3/10)

Gameplay: Gängige Steuerung, Touch-Buttons, kaum etwas auszusetzen (9/10)

Sonstiges: Eben zu wenig (1/10)

von Prevailer