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Im Test! Mario Party 9

Vor 14 Jahren erschien der erste Teil der ältesten Minispiel-Serie auf dem Nintendo 64 und nun erschien in diesem Monat der neunte Teil der Reihe. Nintendo versucht das Prinzip etwas aufzulockern. Doch macht das Brettspielen noch Spaß? Erfahrt es in unserem Review!

Ein Mario Kart?

Bei bisher jedem Ableger der Reihe mussten sich Mario & Co mit Würfelwürfen fortbewegen und im Rundentakt in Minispielen gegeneinander antreten. Der Spieler mit den meisten Sternen gewann das Spiel. Grundlegend hat sich bei diesem Teil an diesem Prinzip nicht viel geändert, jedoch bewegen sich die Figuren nun zusammen in einem Fahrzeug. Außerdem sind die Bretter nicht mehr endlos angelegt: es gibt einen Startpunkt und es gilt, das Ende des Levels zu erreichen. Auch neu sind die gemeinsamen Bosskämpfe: Wer einem King Bomb-Omb oder Bowser Jr. am meisten Schaden hinzufügt, gewinnt.

So fährt man auf dem Spielbrett umher.

Spielbar sind natürlich die altbekannten Helden und Bösewichten der Mario-Welt wie Toad, Luigi und Yoshi oder Wario und Waluigi. Zur Auswahl stehen sieben verschiedene Bretter, die sich alle deutlich voneinander unterschieden. Jedes Brett ist inspiriert von einem typischen Ort oder einem bekannten Level eines Mario-Spieles.

Im Hintergrund lassen sich viele liebevolle Details finden, die das Spiel lebendig machen. Auch muss auf jedem Brett eine andere Strategie gespielt werden. So muss man in der Magma-Mine dem aufsteigendem Lava-Strom mit einer hohen Anzahl an Augen auf dem Würfel entkommen oder im Toad-Tal mit hohen geworfenen Zahlen über die Schlucht springen.

Nur mit Glück gewinnen?

Das Gameplay der „Mario Party“-Spiele hing schon immer sehr vom Zufall ab. So wie es wohl bei den meisten Würfelspielen eben naturgemäß der Fall ist. Bei einem anderen Brettspiel-Videospiel wie „Straßen des Glücks“ hätte ich dieses Merkmal zu einem Kritikpunkt gefasst, doch muss ein „Party“-Titel hier anders bewertet werden. Der Zufallsfaktor macht dieses Spiel frischer und unterhaltsamer. Mit Freunden zusammen darauf zu hoffen, dass der Würfel beim nächsten Zug nun sechs Augen anzeigt fördert die Geselligkeit des gemeinsamen Spielens. Als Einzelspieler ist dieses Merkmal nicht positiv, da dieser aus seinem eigenen Potenzial heraus die meisten Punkte sammeln möchte. Empfehlen würde ich dieses Wii-Game also nur Spielern, die vorhaben, es mit mehreren Personen zu spielen.

Pizza Wettessen?!

Die Minispiele stellen natürlich den Kern von jedem Mario Party-Titel dar. Und Nintendo war hier auch nicht faul: In über 80 Minispielen kann man gegen seine Freunde antreten. Dies kann in verschieden Variationen geschehen: So gibt es Spiele, in denen zwei Spieler gegen zwei andere antreten, oder Minispiele, wo ein einziger sich allein gegen alle andere behaupten muss. Auch bei den Minispielen benötigt mitunter viel Glück, um zu gewinnen. Zwar gibt es Challenges, wie das Schneemobil-Rennen oder das Gumga-Bowling, bei denen Geschicklichkeit zum Sieg führt, jedoch kommt es bei Minispielen, wie „Mit 10 zum Sieg“ oder „Wummp-Wuums“ fast ausschließlich auf die Göttin Fortuna an. Dies trägt jedoch zur Spannung des laufenden Spiels dabei. Es ist beeindruckend, wie detailliert animiert jedes Minispiel ist. Fast jedes Spiel übernimmt Elemente von klassischen Mario-Titel und erwärmt somit jedes Herz eines Nintendo-Fans.

Auch Shy Guy ist mit von der Partie

Mario Party 9 bietet verschieden Modi: Im Mittelpunkt steht natürlich der „Party“-Modus, der es ermöglicht, mit Freunden oder gegen den Computer auf einem Brett seiner Wahl zu spielen. Im Einzelspieler-Modus hingegen muss der Spieler mit einer Figur seiner Wahl mehrere Bretter im Wettlauf gegen den Computer absolvieren. Dies wurde in eine Geschichte verpackt, in der Marios Erzrival Bowser versucht, alle Mini-Sterne der Galaxie an sich zu nehmen und ihre Macht nutzen will um die Welt zu beherrschen.

Wer also bei Mario Party nach einer epischen und interessanten Story sucht, wird sicherlich enttäuscht sein – aber wer sucht die schon. Außerdem ist es möglich, alle Minispiele einzeln zu spielen, ohne sich dafür auf Spielbrettern herumzutreiben müssen. Sehr interessiert ist auch der „Extra“-Modus. Dieser bietet verschiedene Minispiele, die man im Party-Modus sonst nicht so finden wird. So kann man zum Beispiel im „Perspektiven-Modus“ bestimmte Minispiele in einer unübersichtlicheren Kamera-Perspektive spielen, was das gewinnen ganz schön schwer macht. In allen Modi sammelt man, wenn man erfolgreich ist, Ministerne, welche man im Bonus-Modi gegen Extras eintauschen kann. So kann man sich neue Bretter, Schwierigkeitsgrade und Lieder kaufen. Dies erhöht natürlich die Motivation und macht häufigers Spielen lohnenswert.

Fazit

Spriiiiiiing!

Der neuste Teil der Mario Party-Reihe konnte mich problemlos überzeugen. Das neue Spielprinzip bringt frischen Wind in den traditionellen Minispiel-Wettkampf. Nintendo hat dazu noch das Spiel sehr liebevoll gestaltet. Farbenprächtige Figuren und bewährte Mario-Lieder machen das Spiel zu einem guten Titel. Naturgemäß macht das Spiel am meisten mit drei Mitspielern Spaß. Einzelspieler müssen selbst, entscheiden. Alle Anderen sollten sich den vielleicht letzten großen Multiplayer-Titel für die Wii kaufen!

Story: Die Story ist hier sehr detailarm, jedoch benötigen Mario-Spiele nie eine ausgeprägte Story. Bowser möchte einfach die Welt beherrschen, das reicht doch!

Gameplay: Das neue Spielprinzip bringt frischen Wind in die Serie. Außerdem sind die 80 Minispiele zusammen mit Freunden sehr spaßig. (8/10)

Grafik: Farbenfrohe Figuren in detaillierte Welten befriedigen das Auge. Sehr stimmig. (8/10)

Sound: Altbewährte Melodien und formelgemäße Hintergrundmusik bleiben unauffällig, aber so sollte das auch sein. (8/10)

Sonstiges: Es gibt viele Extras zum freischalten, sowie einen Bonus-Modus. (8/10)

 

von Final Radio