Im Test! Touhou Kobuto V: Burst Battle

Als ich vor nicht allzu langer Zeit Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet für JPGames getestet hatte, hatte ich durchaus Lust auf mehr Spiele aus der Reihe bekommen, auch...
Titel Touhou Kobuto V: Burst Battle
Japan 02. November 2016
CUBETYPE
Nordamerika 10. Oktober 2017
NIS America
Europa 13. Oktober 2017
NIS America
System PlayStation 4, Nintendo Switch PlayStation Vita
Getestet für PlayStation 4
Entwickler CUBETYPE
Genres Action
Texte
 Nordamerika 
Vertonung  Japan

Als ich vor nicht allzu langer Zeit Touhou Genso Rondo: Bullet Ballet für JPGames getestet hatte, hatte ich durchaus Lust auf mehr Spiele aus der Reihe bekommen, auch wenn der Titel nun keine Bäume ausgerissen hat. Mit gewisser Spannung erwartete ich also den Release von Touhou Kobuto V: Burst Battle, welches die gleiche Spielmechanik in eine 3D-Umgebung packt und somit theoretisch noch mehr Action und Abwechslung verspricht. Aber Versprechen werden halt doch ab und an gebrochen, wie ich mittlerweile festgestellt habe.

Das Gameplay von Touhou Kobuto V: Burst Battle ist recht simpel erklärt, aber aufgrund eines fehlenden Tutorials im Spiel dürften Neueinsteiger erst einmal verwirrt sein. Ihr seht euren ausgewählten Charakter von der Rückseite, der Feind ist euch im besten Falle von der Kamera direkt zentriert gegenübergestellt. Ich spreche von im besten Falle, weil die Kamera leider manchmal nicht ganz hinterherkommt und auch manuelle Justierung nur wenig hilft. Da sich beide Charaktere in einer 3D-Arena befinden, könnt ihr euch in alle möglichen Richtungen bewegen. Mithilfe eines Knopfdrucks könnt ihr euch schneller bewegen und somit deutlich bessere Manöver hinlegen.

Es handelt sich bei dem Spiel aber um kein Tanzspiel, in dem ihr nur durch die Gegend düst, sondern um eine Mischung aus Bullet-Hell- und Beat-‚em-up-Spiel. Bullet Hell bedeutet quasi, dass ihr von zahlreichen Projektilen beschossen werdet. Ihr selbst könnt aber auch ordentlich losballern. Wirklich voll mit Projektilen ist der Bildschirm jedoch nicht, so wie es in den ursprünglichen Touhou-Spielen oft der Fall ist. Jeder Charakter besitzt dabei unterschiedliche Projektil-Arten, welche mit drei verschiedenen Tasten abgefeuert werden können. Wenn ihr gerade am Herumflitzen oder in der Luft seid, schießt der Charakter sogar nochmal abgewandelte Formen seines normalen Feuers ab.

Unendlich ballern ist aber nicht, denn zu jeder Angriffstaste gibt es eine Energie-Leiste am unteren rechten Bildschirmrand. Ist diese leer, müsst ihr auf einen anderen Angriff ausweichen. Oder eine weitere Möglichkeit wäre es, die Distanz zum Feind zu verringern. Denn seid ihr nah genug an der feindlichen Kämpferin dran, könnt ihr Nahkampfangriffe durchführen. Letztendlich werdet ihr aber sehr wahrscheinlich eher auf Distanz bleiben und auf diese Weise umherballern.

»Im Story-Modus spielt ihr eine Geschichte, welche wohl nur für Hardcore-Fans der Touhou-Reihe irgendwie interessant oder lustig ist.«

Das Ziel ist es natürlich, die Lebensenergie des Feindes auf null zu bringen, während man selbst überlebt. Um dieses Ziel effektiv zu erreichen, gibt es sogar einen Super-Angriff für jeden Charakter. Dieser lädt sich auf, wenn ihr es schafft, die Projektile des Feindes mit euren eigenen zu negieren. Dabei herrscht ein gewisses Stein-Schere-Papier-Modell, zumindest erschließt sich dies für mich aus meinen eigenen Beobachtungen. Wie gesagt, ein Tutorial gibt es nicht und somit musste ich mir das irgendwie selbst erklären, wie man an die nötige Power für einen Super-Angriff kommt. Immerhin, wenn dieser dann trifft, haut er ordentlich rein und bringt oft einen schnellen Sieg.

Was bei einem solchen Spiel wichtig ist, sind die verschiedenen Modi, welche euch bei Laune halten sollen. Das schafft der Titel aber irgendwie so gar nicht. Im Story-Modus spielt ihr eine Geschichte, welche wohl nur für Hardcore-Fans der Touhou-Reihe irgendwie interessant oder lustig ist. Alle anderen gähnen über die banalen Gespräche und das stupide Gelaber, während im Hintergrund die immer gleiche, nervige Melodie vor sich hin dudelt. Erzählt wird alles im Visual-Novel-Stil und während die Zeichnungen ja ganz nett sind, so rettet das absolut nichts. Habt ihr den Story-Modus zum ersten Mal durchgespielt, geht es danach mit einem anderen Charakter, den ihr natürlich nicht selbst auswählen könnt, weiter. Zwar ändern sich die Gespräche dann ein wenig, interessant ist und bleibt es aber nicht. Besonders spaßig: Den Story-Modus muss man am Stück bewältigen. Zwar dauert das höchstens 20 bis 25 Minuten, aber wenn man zwischendurch aufhören muss, darf man alles noch einmal von vorn anfangen.

Ansonsten gibt es an Spielmodi den Arcade-Modus, welcher selbsterklärend sein dürfte. Darin tretet ihr gegen eine gewisse Anzahl an Feinden mit einem von euch gewählten Charakter an. Im Versus-Modus könnt ihr gegen eine CPU spielen oder trainieren. Der Kernpunkt von Touhou Kobuto V: Burst Battle liegt dann wohl aber im Online-Modus, in welchem ihr gegen andere Spieler antreten könnt. Das Problem ist nur: Es spielt scheinbar kein Mensch dieses Spiel im Online-Modus. Zumindest habe ich nie einen anderen Spieler angetroffen und ich habe es wirklich oft probiert. Wer einen Freund hat, der den Titel besitzt, kann aber natürlich dann auf diese Weise zu zweit spielen.

Ganz besonders an der PlayStation-4-Version des Spieles ist die Tatsache, dass ihr mit PlayStation VR spielen könnt. Dabei schlüpft ihr aber nicht in die Rolle eines der Mädels und ballert aus der Ego-Perspektive, sondern es handelt sich dann nur um eine andere Art von Kamera, welche ihr dann halt mit eurem Kopf steuert. Das funktioniert aber irgendwie auch nicht so richtig und macht mehr Kopfschmerzen als Spaß.

Apropos Kopfschmerzen: Ich habe absolut nichts gegen Spiele, welche keine grafische Bombe sind. Dennoch ist es schon ein bisschen schade, wie schlecht Touhou Kobuto V: Burst Battle aussieht. Ich denke, es ist wahrlich keine Übertreibung zu sagen, dass es auf PlayStation-2-Niveau läuft: lahme Charaktermodelle, hässliche Effekte als Projektile und uninspirierte Arenen ohne jeglichen Charme. Auf einer PlayStation 4 sollte da dann doch mehr drin sein, auch bei einem Budget-Spiel wie diesem.

Ich habe es bereits angesprochen, aber musikalisch überschlägt sich Touhou Kobuto V: Burst Battle ebenfalls nicht. Die ganze Zeit dieselbe, nervige Melodie im Hintergrund, mit ein paar anderen Songs im Kampf. Diese sind nun aber auch nicht wirklich gut. Gegen die japanische Sprachausgabe kann man nichts sagen, dafür gibt es einfach nicht genug.

Touhou? Wohl eher Tou-NO!

»Touhou Kobuto V: Burst Battle hat mir persönlich absolut nicht gefallen. Ich hatte wirklich mit mir zu kämpfen, überhaupt den Story-Modus ein zweites Mal abzuschließen. Sicherlich können Hardcore-Fans der Touhou-Spiele dem Titel durchaus etwas abgewinnen, aber allen anderen rate ich: Lasst die Finger davon. Das ist kein gutes Spiel.«

 

Eine Puppe wurde mithilfe eines Haares besessen und greift nun Leute an, ihr müsst sie aufhalten. Oder irgendwie so, ich hab zwischendurch bei dem langweiligen Gelaber einfach abgeschaltet.
In einer 3D-Arena frei umherfliegend euren Feind niederballern. Leider sehr träge und langweilig umgesetzt.
Es grenzt an eine Frechheit, wie der Titel auf einer PlayStation 4 ausschaut. Grafisch einfach schwach, auch für ein Spiel im unteren Preissegment.
Sound: Der Soundtrack des Spieles fällt eher negativ auf. Eine japanische Sprachausgabe ist in den Kämpfen vorhanden.
VR-Modus ist langweilig, im Online-Modus findet sich niemand.