Im Test! Mario & Luigi + Bowser’s Schergen

Unsere pinke Lieblingsprinzessin Peach braucht mal wieder heldenhafte Rettung. Wer kommt dafür in Frage? Na, nur unser roter Lieblingsklempner...
Titel Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen
Japan 05. Oktober 2017
Nintendo
Nordamerika 06. Oktober 2017
Nintendo
Europa 06. Oktober 2017
Nintendo
System 3DS
Getestet für 3DS
Entwickler Alpha Dream
Genres RPG
Texte
Japan 
Vertonung

Unsere pinke Lieblingsprinzessin Peach braucht mal wieder heldenhafte Rettung. Wer kommt dafür in Frage? Na, nur unser roter Lieblingsklempner Mario natürlich! Aber er ist nicht allein unterwegs, denn sein Bruder begleitet ihn (eher unfreiwillig) ins unbekannte Bohnenland, um die bezaubernde Stimme der Edeldame zurückzuholen. Diese wurde ihr nämlich von Lugmilla gestohlen, um sie für ihre üblen Zwecke zu missbrauchen. Wie sich die Brüder bei dieser ungewöhnlichen Rettungsaktion anstellen, erfahrt ihr in unserem Test.

Mit Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen für 3DS liefern uns Nintendo und Alpha Dream eine Neuauflage eines Klassikers für Game Boy Advance und fügen noch ein unabhängiges kleines Spiel rund um ein tapferes Gumba bei. Beim Hauptspiel handelt es sich nicht um ein Jump and Run aus der Seitenansicht, wie man es besonders früher bei dieser Reihe gewohnt war. Die Superstar Saga ist ein aktionsreicher RPG-Titel mit rundenbasierten Kämpfen, Ausrüstungsgegenständen und gesprächigen NPCs.

Gehupft wie gesprungen

Im Bohnenland gibt es für Mario und seinen grünen Anhang einiges zu entdecken, unter anderem Strände, Gebirge und große wie kleine Siedlungen. Die Brüder laufen im Gleichschritt in der Gegend herum, können aber unabhängig voneinander springen. Weiterhin gibt es so einige Moves und Fähigkeiten, die sie gemeinsam oder selbstständig ausführen. Das ist auch bitter nötig! Das Terrain im Bohnenland ist abwechslungsreich und voller Hindernisse. Da kommt man ohne Marios Hammer oder den gemeinsamen Wirbelsturmsprung der beiden Klempner nicht weit – um nur zwei Beispiele zu nennen. Die große Auswahl an Techniken ist löblich und bringt viel Abwechslung. Stellenweise kann das ständige Hin- und Hergeschalte zwischen den Fähigkeiten auf der Auswahlleiste aber auch ziemlich nervig sein.

Im Bohnenland gibt es neben versteckten Schätzen, Rätseln und gelben Münzblöcken für Mario und den dürren Angsthasen noch mehr zu erforschen. Immer wieder begegnen euch Minispiele, die nicht nur Laune machen, sondern auch Preise bereithalten. Diese Einlagen sind abwechslungsreich und werden mit der Zeit immer schwieriger. Da man diese aber nicht bis zum höchsten Grad meistern muss, um voranzukommen, bleibt das Frustlevel meist angenehm niedrig.

Timing ist alles

Natürlich wäre das hier kein richtiges RPG, wenn es nicht von Monstern wimmeln würde. Im eigenen Kampfbildschirm und in rundenbasierter Manier stellt man sich wilden Bohnen, Bomben und anderen Schädlingen und heizt ihnen mit Sprüngen, Bruder-Kombos und anderen Fähigkeiten ein. Wer glaubt, er kann die Finger ausruhen, wenn die eigene Runde vorbei ist, hat schlechte Karten. Sowohl bei eigenen Angriffen als auch bei Attacken der Gegner wird Geschick vom Spieler abverlangt: Nur mit dem richtigen Timing kann man ordentlichen Schaden austeilen oder vermeiden. Konkretes Beispiel: Um den Feind mit seinem Hammer zu treffen, muss dieser weit aufgezogen werden, um maximalen Schaden zu erzielen. Lässt man sich mit dem erneuten Drücken der Taste zu viel Zeit, bricht das Metall vom Stiel und der Gegner trägt nicht einmal eine Beule davon. Möchte man mit dem Hammer einen Angriff abwehren, gilt es, im richtigen Moment zuzuschlagen, um den herannahenden Widersacher davonzuscheuchen.

Die Kämpfe in Mario & Luigi: Superstar Saga sind durchweg gelungen, denn die zahlreichen Gegner, die von knuffig bis unheimlich reichen, kommen alle mit unterschiedlichen Attacken daher. Nahezu jeder Gegenangriff der Monster erfordert ein anderes Timing, um den Schaden abzuwehren oder zu kontern. Dabei gibt es auch immer wieder einmal Überraschungen. So stolperte ein Gegner bei seinem zweiten Angriff gegen den Protagonisten und es musste ein anderer Moment abgepasst werden, in dem man ausweichen musste. Ein verrückter Kaktus bewarf Mario und den grünen Lulatsch nach mehreren Stachelattacken plötzlich mal mit einem heilenden Pilz – dem ich aus Reflex natürlich ausgewichen bin.

Die Bosskämpfe legen sogar noch einen drauf, denn die Gegner sind komplexer und erfordern mehr Taktik und Geschick. Während der durchschnittliche Mob gut in den Griff zu bekommen ist, sind die Kämpfe gegen Bossgegner ziemlich knackig. Dank günstiger Heilitems kann aber auch ein Bewegungslegastheniker wie ich den Gegner irgendwann in die Knie zwingen. Zur Not kann der Schwierigkeitsgrad aber auch heruntergeschraubt werden. Trotzdem ziehen sich die Kämpfe gerne in die Länge und können mit der Zeit anstrengend werden.

Frisch gebohnert

Dieses Abenteuer kann sich sehen lassen und ist wahrlich eine Neuauflage. Mario & Luigi: Superstar Saga entzückt durch saubere und klare Grafik in einem zuckersüßen Stil. Die ganze Welt und deren Bewohner sehen liebevoll aus und die zahlreichen, kleinen Animationen von Helden, Freunden und Monstern hauchen dem Bohnenland Leben ein. Wenn man meckern möchte, dann am ehesten noch über manche Plattformen, deren Höhe und Abstand zueinander schwer einzuschätzen sind.

Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen

Musikalisch gesehen bietet der Titel einige bekannte Lieder, die eingefleischte Fans freuen dürften. Die restlichen Stücke sind durchweg melodisch und passen zur Situation. Insgesamt sind sie aber etwas seicht und verblassen neben den guten alten Ohrwürmern. Auch in Sachen Soundkulisse macht das Spiel nichts falsch. Ulkige Töne und witzige Voicesamples peppen den Titel auf und fügen sich super in die meist freundliche und niedliche Welt der Superstar Saga. Besonders das Gebrabbel und die Ausrufe von Mario und dem anderen haben zu Schmunzelattacken geführt.

Ein Gumba, sie zu knechten

Bowsers Schergen, die Dreingabe zum Hauptspiel, spielt parallel zu dessen Handlung. Es wird die Geschichte von Bowsers Untertanen erzählt, die nach einem Unfall im Bohnenland verstreut sind – allen voran die putzigen, braunen Gumbas. Im Spiel wechseln sich Zwischensequenzen mit Kämpfen ab. Mit einem stetig wachsenden Team an Schergen zieht man in Kämpfe, die automatisch ablaufen. Lediglich mit geschickt gesetztem Knopfdruck kann man die Wucht einer Attacke verstärken. Vorher kann man seine Gruppe aber trainieren und mit Fähigkeiten rüsten.

Das kleine Nebenspiel hat erstaunlich viel Humor und ist gerade durch den naiven Gumba-Protagonisten wirklich charmant. Das Gameplay für sich ist jedoch nicht besonders spannend, da der Spieler zu viel Passivität verdammt ist. Als zusätzliches, zwangloses Zuckerl kann Bowsers Schergen jedoch punkten.

Nicht die Bohne wert?

Es ist besonders die Leichtigkeit und Fröhlichkeit von Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen, die es zu bekömmlichem Unterhaltungsfutter macht. Wer jetzt natürlich nach einem Fantasy-Epos trachtet, weil es sich bei dem Titel um ein RPG handelt, wird enttäuscht. Die Story ist, wie man es von dem Franchise gewohnt ist, harmlos und simpel, aber trotzdem charmant. Auch die Spielzeit von knapp 20 Stunden passt nicht in das typische Rollenspiel-Schema. Besonders aber der Humor wusste zu gefallen und die zweitklassige Behandlung von Luigi, die sich wie ein roter Faden durchs Spiel zieht, war besonders witzig. Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich das Gleiche im Rahmen dieses Testberichtes versucht habe?

Wer sich von einer niedlichen und etwas flachen Story nicht abschrecken lässt und nichts gegen den kindgerechten Stil des Spiels hat, bekommt ein hübsches und abwechslungsreiches Erlebnis. Gespickt mit Minispielen, Rätseln, fordernden Kämpfen und Raum zum Erkunden kann jeder, der sich darauf einlässt, viel Freude mit dem Titel haben. Für Kinder ist er ohnehin uneingeschränkt zu empfehlen!

Simpel, nett und witzig. Es muss ja nicht immer tiefgründig sein.
Das Repertoire an Fähigkeiten, das die Brüder auf Lager haben, wird voll ausgeschöpft – ob im Kampf oder auf Reisen. Wenn gerade keine Schätze gesucht, Rätsel gelöst und Gefechte gewonnen werden, erkundet man die Welt und deren Bewohner.
Der bunte und knuffige Stil ist sehr hübsch anzusehen. Eine gelungene Überarbeitung des Ursprungstitels.
Einige tolle Ohrwürmer und ein paar seichte Dudeleien. Der Sound ist witzig, aber abgesehen von ein paar Samples gibt es keine Sprachausgabe.
Mit Bowsers Schergen gibt es einen eigenständigen Titel neben dem Hauptspiel. Als Dreingabe nett, aber es kommt nicht an das eigentliche Spiel heran.