Im Test! Azure Striker Gunvolt: Striker Pack

Wenn man vom Herausgeber Inti Creates spricht und dazu den Namen Keiji Inafune hört, dann bekommt man wahrscheinlich nach dem Mighty-No.-9...
Titel Azure Striker Gunvolt: Striker Pack
Japan 31. August 2017
Inti Creates
Nordamerika 31. August 2017
Yacht Club Games
Europa 31. August 2017
Yacht Club Games
System Nintendo Switch
Getestet für Nintendo Switch
Entwickler Inti Creates
Genres Action-Plattformer
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Japan

Wenn man vom Herausgeber Inti Creates spricht und dazu den Namen Keiji Inafune hört, dann bekommt man wahrscheinlich nach dem Mighty-No.-9-Desaster ein mulmiges Gefühl im Bauch. Doch das sollte man ganz schnell ablegen, wenn es um Azure Striker Gunvolt geht. Zwei Ableger unter diesem Titel erschienen bisher für Nintendo 3DS und der erste Teil wurde sogar auf PCs portiert. Für Nintendo Switch erschien nun digital das Azure Striker Gunvolt: Striker Pack, welches beide Gunvolt-Spiele sowie alle dazugehörigen herunterladbaren Inhalte beinhaltet. Ob sich die Portierung lohnt, habe ich mir als Fan der Reihe einmal angeschaut.

Wer die Gunvolt-Spiele nie gespielt hat, für den hier eine kleine Zusammenfassung beider Spiele, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten: Auf der Erde gibt es Wesen, welche zwar aussehen wie Menschen, aber über spezielle Fähigkeiten verfügen und deswegen Adepten genannt werden. Der Protagonist namens Gunvolt verfügt beispielsweise über die Macht Elektrizität zu kontrollieren. Nachdem er sich den Anweisungen seines Vorgesetzten widersetzt und ein junges Mädchen vor dem Tod gerettet hat, ist er im ersten Ableger als Einzelgänger unterwegs und erledigt für seinen alten Arbeitgeber weiterhin Aufträge, welche beinhalten, gegen die Sumeragi-Gruppe vorzugehen. Diese nutzen Adepten als Waffen oder für schreckliche Experimente. Die Ereignisse überschlagen sich nach kurzer Zeit und Gunvolt wird vor schwierige Entscheidungen gestellt.

Im zweiten Teil übernehmt ihr nicht nur die Kontrolle über Gunvolt, sondern auch über Copen, welcher in Gunvolt 1 als Feind auftrat. Bei Copen handelt es sich um einen Menschen, welcher sich auf die Jagd nach Adepten spezialisiert hat und in Gunvolt seinen Feind sieht. Er kümmert sich um seine Schwester, welche mit einer schweren Krankheit im Bett liegt, bis sie von einer unbekannten Person entführt wird. Er macht sich natürlich auf die Suche nach seiner Schwester, während Gunvolt eine neue Organisation bekämpft. Dass deren beide Schicksale sich letztendlich kreuzen, ist wahrscheinlich keine große Überraschung und sorgt für so manche Wendung.

Die Spielmechanik der Gunvolt-Reihe erinnert auf den ersten Blick – wahrscheinlich nicht ganz ohne Grund – an Mega Man. Nach einer Einführungsmission könnt ihr euch die Reihenfolge, in welcher die Level durchlaufen werden, recht frei auswählen. Ihr rennt, springt und ballert euch durch die Stages, welche aus mehreren Abschnitten bestehen und euch am Ende einen starken Boss entgegen stellen. Doch da hören die Gemeinsamkeiten eigentlich auch schon auf. Wenn ihr als Gunvolt spielt, liegt euer Fokus nicht darauf, alles niederzuschießen, sondern die Feinde mit euren Geschossen zu markieren. Ist ein Feind mit einer Markierung versehen, könnt ihr auf Knopfdruck ein elektrisches Feld um Gunvolt aufbauen, welches die markierten Gegner ordentlich brutzelt. Bis zu drei Mal kann ein Feind auf diese Weise anvisiert und gebrutzelt werden. Je mehr Markierungen auf ihm sind, desto mehr Schaden verursacht die Attacke.

Doch nicht nur zum Angriff ist das elektrische Feld um Gunvolt gut. Beispielsweise könnt ihr damit feindliche Geschosse direkt verpuffen lassen oder euren Sturz ein wenig bremsen. Manchmal müsst ihr auch einfach das Licht, welches Gunvolt dadurch erzeugt, nutzen, um euch durch die Gegend zu navigieren. Jedoch könnt ihr das elektrische Feld nicht unendlich lang nutzen, denn eine kleine Anzeige gibt euch an, wie viel Energie Gunvolt noch besitzt. Ist diese aufgebraucht, muss sich der blaue Held regenerieren, was für euch bedeutet: Kein Angriff möglich. Aber auf Knopfdruck kann man direkt nach wenig Verbrauch die Energie sofort wieder aufladen, was man nach kurzer Spielzeit eigentlich verinnerlicht haben sollte.

»Wenn ihr als Gunvolt spielt, liegt euer Fokus nicht darauf, alles niederzuschießen, sondern die Feinde mit euren Geschossen zu markieren.«

Anders als in Mega Man erhaltet ihr jedoch mit Gunvolt keine neuen Waffen nach dem Sieg über einen Boss, doch durch das Spielen schaltet ihr immer weitere neue Fähigkeiten und Ausrüstungsgegenstände frei. Während man auf Nintendo 3DS die Fähigkeiten über den zweiten Bildschirm aktivierte, so könnt ihr auf Nintendo Switch dies mithilfe des rechten Analogsticks durchführen. Dabei reichen die Fähigkeiten von Gunvolt über bildschirmfüllende Angriffe, welche den Feinden ordentlich Schaden zufügen, bis hin zu einer Heilfähigkeit, falls der Lebensbalken des Helden zur Neige geht. Das Nutzen einer Fähigkeit verbraucht jedoch noch einmal einen Teil einer eigenen Leiste, also achtet immer darauf, dass ihr genug Energie dafür zur Verfügung habt und setzt die Kräfte von Gunvolt geschickt ein.

Im zweiten Gunvolt-Titel könnt ihr, wie bereits erwähnt, den menschlichen Kämpfer Copen spielen. Die Mechanik unterscheidet sich mit ihm ein ganz klein wenig, aber nicht sehr. Anders als mit Gunvolt kann Copen mit seinen Geschossen durchaus Schaden anrichten. Doch auch er kann seine Feinde markieren und somit schneller zum Sieg kommen. Hat Copen einen Boss besiegt, übernimmt er die Fähigkeiten des besiegten Feindes und bekommt auf diese Weise zahlreiche neue Angriffsmöglichkeiten, welche man jederzeit im Level umschalten und nutzen kann. Dadurch, dass Copen direkter und schneller Schaden austeilen kann, erschien mir sein Spieldurchlauf bereits auf dem Nintendo-3DS-System einfacher, aber auch auf Nintendo Switch hatte ich nur wenig Probleme bei ihm.

Beide Spiele sind in wenigen Stunden mit dem wahren Ende durchgespielt, doch damit endet es nicht. Es gibt zahlreiche Ausrüstungsgegenstände, welche ihr basteln könnt. Dafür muss man aber erst einmal die nötigen Materialien bekommen. Diese erhält man durch Zufall nach einer Mission, je nachdem, wie gut ihr wart und wie viele versteckte Medaillen gefunden wurden. Neben den sammelbaren Gegenständen gibt es auch einige Herausforderungen, welche beispielsweise das Abschließen eines Levels in einer gewissen Zeit erfordern.

Große Unterschiede gibt es zwischen beiden Ablegern nicht, abgesehen davon, dass man im zweiten Teil als Copen einen recht anderen Spielstil verfolgt. Dennoch wird es nicht langweilig, selbst wenn man einen Ableger durchgespielt hat und direkt den nächsten beginnt. In Reihenfolge sollte man das Paket übrigens definitiv spielen, denn die Story von Gunvolt 2 setzt direkt da an, wo der erste Teil aufhört.

Was die Grafik anbelangt, nun ja, so sah Azure Striker Gunvolt auf dem Nintendo-3DS-System einfach klasse aus. Die Pixelgrafik ist flüssig und hübsch, die Effekte, welche den Bildschirm füllen, sind beeindruckend. Auf dem größeren Bildschirm der Nintendo-Switch-Konsole wirkt alles trotz einer „HD-Überarbeitung“ etwas pixelig, vom großen TV-Bild ganz zu schweigen. Das heißt nicht, dass Azure Striker Gunvolt: Striker Pack hässlich ist, aber auch nicht ganz so knackig scharf. Immerhin ist der Titel in flüssigen 60 Bildern pro Sekunde zu spielen, was gerade bei einem so flotten und actionreichen Abenteuer eine willkommene Neuerung ist.

Wer Fan von J-Pop ist, der wird sich über die absolut bombastischen Songs freuen, welche ab und an spielen, sobald gewisse Bedingungen erfolgt sind. Ansonsten hält sich der Titel musikalisch recht stark zurück. Eine japanische Sprachausgabe gibt es ebenfalls, welche für euch in deutschen Texten übersetzt wird. Knackpunkt: Die Lokalisierung lässt manchmal ganz schön zu wünschen übrig und sorgt für unfreiwillige Lacher. Aber immerhin hat man den Titel lokalisiert.

Doppelt hält besser!

»Wer Bock auf nicht nur eins, sondern zwei actionreiche Abenteuer mit zusätzlichen Herausforderungen hat und nichts gegen Spiele hat, die durch und durch nach Anime-Klischee schreien, der sollte an dem Azure Striker Gunvolt: Striker Pack sehr viel Spaß haben. Auf Nintendo Switch macht sich der Titel äußerst gut, zumal man mithilfe des HD-Rumble noch bessere Rückmeldung für die Spielmechanik bekommt. Wer die Spiele schon einmal gespielt hat, aber noch einmal Bock drauf hat, sollte ebenfalls zugreifen. Immerhin sind, wie bereits erwähnt, auch die zusätzlichen herunterladbaren Level mit dabei.«

 

In beiden Spielen geht es um den Adepten Gunvolt, welcher spezielle Fähigkeiten besitzt. Im zweiten Ableger kommt sein menschlicher Gegenspieler Copen hinzu und beide Figuren sind durch das Schicksal eng verbunden.
Zwei Spiele in einem Paket. Ihr rennt, springt und schießt durch zahlreiche Stages. Im zweiten Ableger gibt es sogar einen weiteren Charakter, welcher sich recht anders spielt als der Hauptcharakter.
Flüssige 60 Bilder pro Sekunde, doch durch die Portierung vom 3DS-System auf den großen Bildschirm wirkt die Pixelgrafik etwas, naja, pixelig. Auf dem Bildschirm der Switch-Konsole selbst sieht es dadurch angenehmer aus.
Tolle J-Pop-Songs, klasse japanische Synchronisation. Eher schlecht als recht ist die deutsche Lokalisierung.
HD-Rumble gibt euch eine angenehme Rückmeldung über die Spielmechanik, zahlreiche Herausforderungen halten euch auch nach Story-Ende bei der Stange. Amiibo-Support bringt im zweiten Ableger einen knackigen Boss, wenn ihr den richtigen amiibo besitzt.