Im Test! Valkyria Revolution

Wenn man an die Valkyria-Chronicles-Reihe denkt, wird bei vielen Spielern gerade der erste Teil durch seine Erzählung, den Stil und das taktische...
Titel Valkyria Revolution
Japan 19. Januar 2017
Sega
Nordamerika 27. Juni 2017
Sega
Europa 30. Juni 2017
Deep Silver
System PlayStation 4, Xbox One, PlayStation Vita
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Media.Vision
Genres Action JRPG
Texte
Nordamerika 
Vertonung Nordamerika Japan

Wenn man an die Valkyria-Chronicles-Reihe denkt, wird bei vielen Spielern gerade der erste Teil durch seine Erzählung, den Stil und das taktische Kampfsystem sehr geschätzt. Aufgrund des Handheld-Umzuges der Nachfolger, was so einige Einschränkungen und vor allem grafische Abzüge mit sich brachte, hoffte man dementsprechend sehr auf einen neuen Konsolen-Ableger. Dieser Wunsch wurde letztendlich erfüllt, aber in einer Form, die gerade Fans sauer aufstößt. Bei Valkyria Revolution handelt es sich nämlich um ein Spin-off, das den Anfang einer allein stehenden Reihe innerhalb des Valkyria-Universums darstellen soll und mit so einigen Veränderungen daherkommt. In der Anfangsphase machte gerade das Kampfsystem einen katastrophalen Eindruck und Entwickler Media.Vision, in Zusammenarbeit mit Sega, ging vermehrt auf die Beschwerden und Verbesserungsvorschläge der Demospieler ein. Aber reicht das aus, um aus Valkyria Revolution ein lohnenswertes Spiel und Vertreter der Reihe zu machen oder hat man hier nur den Namen Valkyria verwendet, in der Hoffnung mehr Verkäufe einzubringen? Wie es genau damit aussieht, erfahrt ihr in unserem Test zur PlayStation-4-Version!

Die Geschichte der fünf Verräter

Wie für die Reihe typisch stellt auch Valkyria Revolution das Thema Krieg in den Vordergrund. Allerdings wird in diesem Fall eine alternative Realität mit übernatürlichen Elementen angereichert, was dem Ganzen ein starkes Steampunk-Fantasy-Gefühl vermittelt.

Erzählt werden die Ereignisse um Jutland und die Auseinandersetzung mit dem Königreich Ruz als historisches Ereignis von einer Geschichtslehrerin. Sie besucht um 1950 herum zusammen mit ihrem Schüler ein besonderes Grab – die letzte Ruhestätte der fünf Verräter, die für Jutland eine entscheidende Rolle im Kriegsgeschehen und dessen Verlauf gespielt haben.

Da Geschichtsbücher sowie Erzählungen gerne die Wahrheit verdrehen und die genauen Beweggründe nie im Detail aufgeführt wurden, ist es nun die Aufgabe der Geschichtslehrerin, ihrem Schüler die Ereignisse, die 100 Jahre in der Vergangenheit liegen, genauer zu schildern und dabei vermehrt auf die bedeutenden Persönlichkeiten wie Jutlands Prinzessin und vor allem die Verräter einzugehen.

Wenn nicht gerade über die historischen Geschehnisse geredet und diskutiert wird, wechselt die Darstellung zu normalen Sequenzen, die die damalige Zeit ins Hier und Jetzt holen. Dabei werdet ihr gerade zu Anfang auf eine Geduldsprobe gestellt, da eine Zwischensequenz nach der anderen über den Bildschirm flimmert und ihr kaum bis gar nicht zum Zuge kommt. Zeitweise fragt man sich, ob man nicht versehentlich einen Film mit viel zu vielen ‘Now Loading’-Abschnitten dazwischen gekauft hat anstelle eines Spieles. Leider wird aufgrund einer trockenen Erzählweise weniger das Interesse geweckt, wobei dies zum Glück nicht so bleibt.

Einmal über den trägen Anfang hinaus, lässt sich die Handlung durchaus als interessant bezeichnen. Gerade das Setting, die Kriegsgeschehnisse und der Hintergrund der Verräter fällt hier positiv auf. Jedoch hapert es oftmals an der Darstellung und das Spiel macht gerne Gebrauch von JRPG-Klischees, wodurch es immer wieder Szenen gibt, die leider ihre Wirkung verfehlen.

Die im Mittelpunkt stehende Anti-Valkyria-Elite-Einheit, die von Amleth, einem der fünf Verräter und Protagonisten des Spiels, angeführt wird, ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, bei dem man sich zum Teil fragt, wie es die Mitglieder überhaupt in die Truppe geschafft haben. Hier werden einige Stereotypen und Klischees abgedeckt und innerhalb der Handlung besteht wenig Möglichkeit, wirklich allen von ihnen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, wodurch das Thema Charakterentwicklung eher klein geschrieben wird.

Durch Missionen zum Ziel

Euer Basispunkt ist die Hauptstadt von Jutland, wobei nur sehr wenige Bereiche betreten werden können. Hierzu zählen ein Marktplatzabschnitt mit Händlern, die Waffenfabrik, eine Bar, der Friedhof und das Hauptquartier.

Händler bieten Materialien an, die zum Herstellen von Ausrüstung verwendet werden können. Preislage und Sortiment sind davon abhängig, wie der Krieg verläuft und sie schwanken daher regelmäßig. Leider gibt es viel zu wenige Materialien, was es komplett unnötig macht, sich genauer mit dem Ausrüstungssystem zu beschäftigen, zumal kein Ausrüstungsteil von sich aus die Statuswerte erhöht. Man erstellt sich zwei bis drei Sets mit gewünschten Effekten und braucht es danach nie wieder.

In der Waffenfabrik lassen sich nicht nur neue Zusatzwaffen wie Schusswaffen und Granaten entwickeln und ausrüsten, sondern auch die Werte der Charaktere verbessern. Dies passiert mittels Ragnite, ein Mineral das mit Magie gleichzusetzen ist und welches nicht nur im Alltag, sondern auch im Krieg eine bedeutende Rolle spielt. Gesammelt wird bessere und neue Magie durch erfolgreich bewältigte Missionen. Allerdings können nicht immer gleich alle Ragnites frei einem Charakter zugewiesen werden, weil das Level des jeweiligen Elements auf gleicher Höhe stehen muss und es zudem klassenspezifische Arten gibt.

Alle Ragnites, die nicht gebraucht werden, können zum Aufwerten verwendet werden. Hierzu wird ein Fähigkeitenbrett genutzt, welches je nach Charakter etwas unterschiedlich aussieht. Man hat hier im eingegrenzten Rahmen etwas Freiheit gelassen und Stärken und Schwächen herausgearbeitet. Selbst Charaktere gleicher Klasse weisen bei komplett ausgefülltem Brett keine identische Entwicklung auf.

Amüsant sind die kleineren Gespräche zwischen den Teammitgliedern, die zufällig nach Missionen auftauchen. Jedem Charakter ist ein anderes Thema gewidmet, zu dem sich dieser mit jeweils zwei anderen Personen zusammenfindet. Der Inhalt mag oft etwas belanglos wirken, wird aber sehr lustig erzählt und gibt euch mehr Informationen über die Charaktere, ihre Beweggründe und Ansichten.

Im Hauptquartier gibt es nicht nur die Möglichkeit Gegenstände zu erwerben, sondern es ist auch der Punkt, an dem die Handlung voranschreitet. Valkyria Revolution verwendet ein Missionen-basierendes System. Der jeweils nächste Einsatz, aber auch zur Verfügung stehende freie Aufträge werden über eine eindrucksvolle Landkarte ausgewählt. Habt ihr eure Entscheidung getroffen, wird die Planung der Mission mithilfe einer bildlichen Darstellung besprochen. Bevor ihr auf das Schlachtfeld geschickt werdet, kann man zudem noch einmal die Ausrüstung überprüfen und die vier am Kampf teilnehmenden Teammitglieder festlegen.

Im Bereich Gameplay werden aus der Hauptreihe gewohnte Funktionen mit allerhand neuen Ideen vermischt. Taktische Elemente werden hierbei nicht mehr allzu groß geschrieben und es ist mehr Action vorhanden. Gerade Fans hat das dazu bewegt, bereits im Vorfeld negativ darüber zu urteilen, wobei es nicht ungewöhnlich ist, dass ein Spin-off ein anderes Kampfsystem verwendet. Diese etwas andere Richtung wirkt leider immer noch unausgereift und wackelig, sogar nach den ganzen Änderungen und Verbesserungen, die anhand von Meinungen der Demospieler durchgeführt wurden. Es hätte aber mit mehr Ausarbeitung und Planung das Potenzial dazu, ein wirklich gutes System zu sein.

Um einmal genauer darauf einzugehen: Ihr führt aktiv einen Charakter in Echtzeit über das Schlachtfeld, während eure Kameraden vom Computer gesteuert werden. Allerdings ist jede vorgenommene Aktion mit einem Wartebalken verbunden, sodass man sich nicht wie in einem Hack ’n’ Slash frei durch die Gegner schlagen kann. Ihr entscheidet zwischen einem normalen Angriff, Verteidigen oder dem Aufrufen eines Menüs. Letzteres pausiert den Kampf und lässt euch in Ruhe aussuchen, ob ihr Magie wirken, eine Zusatzwaffe nutzen oder Gegenstände verwenden wollt. Zusätzlich könnt ihr euren Kameraden Befehle erteilen, die Formation ändern und per Knopfdruck frei zwischen den Charakteren hin und her wechseln.

Diese Kombination funktioniert durchaus ganz gut, aber wer einige Partien gespielt hat, wird schnell merken, dass dem so einige Probleme im Wege stehen.

So wurden nicht wenige Dinge mit eingebracht, die kaum bis gar keine Verwendung finden. Überall sind Elemente verstreut, die versuchen dem Ganzen ein taktisches Gefühl zu vermitteln. So gibt es Häuserecken zum Verstecken, Sandsäcke und hohes Gras um sich zu verbergen sowie verschiedene Schusswaffen und Granaten.

Da jedoch die Möglichkeit besteht, sich einfach mit einer Kombination aus Waffe und Magie durch die meisten der normalen Gegner zu schlagen, bleibt vieles leider ungenutzt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ihr euch immer direkt auf die feindlichen Soldaten stürzen könnt. Es muss je nach Situation abgeschätzt werden, was die beste Wahl ist, denn ins gegnerische Feuer zu geraten kann unschöne Folgen haben. Maschinen und vor allem Endgegner sind zudem recht robust und einige Soldaten verstecken sich auf Hausdächern, die nur umständlich zu erreichen sind. In solchen Fällen wird zumindest eine kleine Auswahl der Zusatzwaffen Pflicht. Dennoch kann man gut und ganz auf den Rest verzichten.

Ein viel schwerwiegender Kritikpunkt ist allerdings das Verhalten von Kameraden und Feinden, was sehr zu wünschen übrig lässt. Trotz individueller, taktischer Einstellungen werden vorgegebene Verhaltensmuster liebend gerne ignoriert. Gegnerische Soldaten zu überraschen schlägt oftmals fehl, da eure Leute gleich auf sich aufmerksam machen müssen, und wäre das nicht schon genug, stehen sie auch permanent im Weg. Wer da nicht schnell genug reagiert, kann explosive Fässer nicht zu seinem Vorteil nutzen, da Kameraden zu dicht dran stehen und es wird auch munter auf jede Landmine getreten. Ganz schlimm ist es, wenn Gegner außer Reichweite sind. Dann wird nicht nur wild herumgelaufen, sondern auch noch Angriffe ausgeführt, die natürlich nie ihr Ziel erreichen. Fast jede Aktion erscheint unüberlegt und dumm.

Die Feinde hat es leider auch nicht viel besser erwischt. Sie können je nach Situation schon eine Bedrohung darstellen und gerade Attacken von Maschinen sollte man nicht unterschätzen, aber es gibt genug Fälle, wo Gegner euch mit Verwirrung und Ratlosigkeit entgegenkommen, bevor sie sich dann irgendwann einmal dazu entscheiden euch anzugreifen.

Ihren Teil dazu bei tragen zudem Emotionen, die sowohl bei euch, als auch bei Feinden auftreten können. Geratet ihr ins Dauerfeuer, wird zum Beispiel Angst verursacht, was Reaktionen und Geschwindigkeit verlangsamt. Werft ihr eine Granate auf die Gegner, werden auch die direkt danebenstehenden Feinde negativ beeinflusst. Manchmal reicht es sogar schon aus, überlevelt zu sein, um Todesangst und Panik bei bloßer Sichtung auszulösen. In solchen Momenten ist es wirklich leicht, einfach nur in die Menge zu rennen und Attacken oder Magie zu spammen. Es ist ein interessantes System, was allerdings schlecht umgesetzt wurde.

Positiv aufgefallen bei der Gestaltung der Missionen sind unter anderem die Benutzung von Suchlichtern, die es zu umgehen gilt, und dass die Möglichkeit besteht, seinen Kameraden wieder aufzuhelfen, sollten ihre HP auf null herabsinken. Auch dass bei Einbruch der Nacht die beachtenswerte Valkyria plötzlich im Kampfgeschehen mitmischen kann, der man lieber aus dem Weg gehen sollte, ist eine Erwähnung wert.

Malerische Gestaltung

Optisch schaut Valkyria Revolution gerade durch den auf den Bildschirm gelegten Filter und die Farbwahl recht hübsch aus und die eingeschränkten Bereiche der Stadt sind detailliert ausgearbeitet. Es wirkt fast schon malerisch, wobei die Anime-Optik mehr hervorsticht. Während die meisten 3D-Modelle der Charaktere gelungen erscheinen, gibt es ein paar wenige Fälle, wo die viel zu großen Augen nicht zum Rest der Figur passen und so ein eher negatives Bild vermittelt wird.

Die Gebiete, durch die man sich kämpft, wirken hingegen etwas lieblos und trist. Es mag vielleicht passend erscheinen, aber es ist trotzdem schade, dass es wenig zu entdecken gibt und die Areale sogar schon beim ersten Durchlaufen langweilig erscheinen.

Auffällig sind verzögerte und künstlich aussehende Bewegungen der 3D-Modelle, was viele Momente seltsam rüberkommen lässt. Hierbei fehlen häufiger nötige Emotionen, Reaktionen und allgemein sieht man die Figuren oft dumm herumstehen, während sich nur bestimmte Charaktere aktiv unterhalten. Es gibt aber durchaus Zwischensequenzen wo die Darstellung zu überzeugen weiß und nichts störend auffällt. Schade, dass dies nicht durchgehend erzielt werden konnte. Schön anzusehen ist es, wie die 3D-Modelle nicht komplett leblos wirken und Lippensynchronität, Augenblinzeln und Atembewegungen vorhanden sind.

Während man in der Demo zur Tokyo Game Show 2016 noch mit heftigen Slowdowns zu kämpfen hatte, schaut es in der fertigen Version um einiges besser aus. Es ist dem Entwickler jedoch nicht gelungen das Problem komplett zu beseitigen und so merkt man schon einmal Verlangsamungen in Situationen, wo sehr viel los ist. Störend sind auch die ständigen Ladezeiten innerhalb der Handlung. Nach jeder Szene muss nachgeladen werden, egal, ob sie nun fünf Minuten lang ist oder zehn Sekunden und zwischendurch passiert dies sogar mittendrin. Weitere technische Probleme sind bei der PlayStation-4-Version jedoch nicht aufgefallen.

Die musikalische Untermalung kommt mit eindrucksvollen, orchestralischen Klängen und mystischen Gesängen daher. Manche Stücke werden ein wenig zu sehr wiederholt, aber davon einmal abgesehen ist der Soundtrack einer der stärksten Punkte des Spiels. Ebenso positiv zeigt sich die japanische Synchronisation, die mit so einigen bekannten und talentierten Sprechern aufwarten kann. Leider kann die englische Sprachausgabe dagegen nicht so ganz überzeugen.

Nicht komplett lobenswert, aber dennoch in gewissem Maße gelungen ist die Lokalisierung. Hier wurden sich einige Freiheiten genommen, um den Sprachstil am jeweiligen Charaktertyp anzupassen und amüsante Wortspiele hinzuzufügen. Gerade durch die Kreativität lässt es sich gut lesen und erscheint positiv, auch wenn es nicht durchgehend aufrechterhalten wird. Leider gibt es ein paar kleinere Fehler, die zwischendurch in Texten aufgefallen sind, und es wurden Spitznamen verwendet, wo keine sind. Bedenkt man, wer die Spitznamen verwendet und in welcher Beziehung diese Charaktere zueinander stehen, ist es keine verkehrte Wahl, aber es ist eben nicht so in der japanischen Version vorhanden. Ebenfalls auffällig ist, dass einige Begrifflichkeiten etwas abgeändert wurden. So hört man deutlich etwas von Britannia, aber die englische Version benutzt hier eine andere Bezeichnung, die sich weiter vom richtigen Namen des Landes entfernt.

Etwa 40 Stunden werdet ihr mit Valkyria Revolution beschäftigt sein, um einmal durch die Handlung zu spielen. Damit verbunden ist das wiederholte Bewältigen von freien Aufträgen und Kämpfen, um mit dem stetigen Levelanstieg mithalten zu können. Auch der Schwierigkeitsgrad spielt hier mit rein. Wer es als wichtig ansieht alle handlungsbezogenen Missionen auf S-Rang zu bringen, hat später auch noch die Möglichkeit diese zu wiederholen.

Schön ist zu sehen, wie Herausgeber Sega das Spiel im Westen gehandhabt hat. Valkyria Revolution wird nicht nur günstiger angeboten als andere Vollpreistitel, auch werden alle herunterladbaren Inhalte kostenlos sein. Hierzu zählen neue Szenarien, nützliche Ragnites und sogar ein zusätzlicher Charakter.

Fazit

»Valkyria Revolution bewegt sich als Spin-off-Titel der bekannten Valkyria-Chronicles-Reihe in eine etwas andere Richtung, sowohl von der Atmosphäre, als auch von dem Kampfsystem her. Trotz gewohntem Kriegssetting vermitteln die Gegenden und das Design einiger Charaktere, in Kombination mit der Verwendung von Magie, ein starkes Steampunk-Fantasy-Gefühl. Erzählt wird das Geschehen in zum Teil übermäßig langen Szenen, die nicht selten Gebrauch von JRPG-Klischees machen. Einmal abgesehen von einigen Fehltritten in der Darstellung und einem trägen Anfang, ist es aber eine interessante Erzählung. Leider hätte Valkyria Revolution noch einiges an Ausarbeitung und Planung gebraucht, um das Action-orientierte Kampfsystem zu etwas zu machen, das dauerhaft den Spielspaß aufrecht erhält. Nicht nur finden viele der eingebauten taktischen Möglichkeiten keine Verwendung, auch mangelt es sowohl den computergesteuerten Kameraden, als auch den Feinden erheblich an Intelligenz. Seine Stärken findet das Spiel hingegen in der Hintergrundmusik, der japanischen Sprachausgabe und bis auf einige Ausnahmen auch in der optischen Darstellung und Atmosphäre. Zudem sind einige andere Spielmechaniken, wie das Waffen-Upgrade-System, interessant gestaltet.

Insgesamt erwartet euch mit Valkyria Revolution ein durchwegs mittelmäßiges Spielerlebnis, was durchaus Spaß bringt, aber mit so einigen negativen Aspekten zu kämpfen hat. Durch den ansprechenden Preis ist es trotzdem nicht verkehrt einmal einen Blick zu riskieren.

Allerdings muss für Fans der Valkyria-Chronicles-Reihe noch einmal deutlich gesagt werden, dass es sich hierbei um ein Spin-off handelt, welches nicht im direkten Bezug zur Hauptreihe steht, sondern als eigenständig angesehen wird. Wer etwas erwartet, was qualitätsmäßig an den ersten Valkyria-Chronicles-Teil heranreicht, ist hier auf jeden Fall an der falschen Adresse und wird wahrscheinlich eher verärgert und enttäuscht werden.«

 

Geschichte um fünf Verräter in der Kriegszeit. Trotz etwas trägem Anfang eine interessante Erzählung mit Höhen und Tiefen, macht Gebrauch von JRPG-Klischees, nervige Ladezeiten.
Basiert auf Missionen. Unausgereiftes, Action-orientiertes Kampfsystem mit einigen taktischen Elementen, nettes Magie- und Waffensystem, nicht komplett frei von Slowdowns.
Malerische Optik durch Filter und Farbwahl, die mehr in Richtung Anime-Stil geht, schön gestaltete, ausgearbeitete Stadtgegend und ansprechendes Charakter-Design. Einige 3D-Modelle wirken durch zu große Augen jedoch recht befremdlich.
Schöner, orchestraler Soundtrack und mystische Gesänge, lobenswerte japanische Sprachausgabe, englische Sprachausgabe eher mittelmäßig.
Unterhaltsame Charaktergespräche, kreative Lokalisierung mit einigen Mängeln, ansprechender Preis, kostenlose Zusatzszenarien und andere Inhalte.