Im Test! Fate/Extella: The Umbral Star für Nintendo Switch

Nintendo Switch bekommt nach und nach immer mehr Spiele und auch Anime-Fans können so langsam mit der aktuellen Konsole von Nintendo warm...
Titel Fate/Extella: The Umbral Star
Japan 20. Juli 2017
Marvelous
Nordamerika 21. Juli 2017
XSEED Games
Europa 25. Juli 2017
Marvelous
System Nintendo Switch
Getestet für Nintendo Switch
Entwickler Marvelous
Genres Action
Texte
Nordamerika
Vertonung Japan

Nintendo Switch bekommt nach und nach immer mehr Spiele und auch Anime-Fans können so langsam mit der aktuellen Konsole von Nintendo warm werden. Nachdem bereits Disgaea 5 portiert wurde und Nights of Azure 2 in den Startlöchern steht, können Fans der Fate-Serie nun auch unterwegs massig Feinde schnetzeln. Auf PlayStation 4 erschien Fate/Extella: The Umbral Star Anfang des Jahres. Auf Nintendo Switch erscheint nun eine Art Game-of-the-Year-Edition, welche alle DLCs der PlayStation-4-Version bereits besitzt und sogar ein neues Kostüm mit sich bringt. Ob der Port gelungen ist? Schauen wir mal!

Die Story setzt direkt da an, wo Fate/Extra aufgehört hat. Euer Hauptcharakter, der euch verkörpern soll, hat den Kampf um den Holy Grail gewonnen und darf nun über den Supercomputer im Kern des Mondes herrschen. Zumindest theoretisch, denn nach dem Erwachen besitzt der Charakter kaum noch Erinnerungen an das, was davor geschah und Nero, sein sogenannter Servant, erklärt die Situation. Ein Servant dient seinem Master und kämpft für ihn im Holy Grail War. Der Supercomputer im Mond besitzt gigantische Kräfte und gemeinsam sollen Nero und der Protagonist, welcher übrigens von euch als Männchen oder Weibchen gewählt werden darf, auf dem Mond ihre eigene Welt aufbauen.

Mithilfe des Regalia, einem Ring, welcher die Macht über den Mond und unheimliche Power gewährt, sollte dies eigentlich ein Leichtes sein. Doch es wäre langweilig, wenn alles glattgehen würde, oder? Nur kurze Zeit nach dem Erwachen des Praetor, wie Nero ihren Master nennt, tauchen schadhafte Programme im Mond auf. Ebenfalls treffen sie bald auf eine alte Bekannte: Tamamo no Mae, welche ein exaktes Ebenbild des Praetor und des Regalia bei sich hat. Warum es plötzlich zwei Praetor gibt, wieso Tamamo ebenfalls einen Ring hat und wieso der Mond angegriffen wird, gilt es in mehreren Kampagnen zu klären.

Wer von meiner Story-Zusammenfassung verwirrt ist, dem sei gesagt, dass ich ehrlich anfangs ebenfalls kaum etwas verstanden habe. Wenn man den Vorgänger nicht gespielt hat, gibt es einige Fragezeichen, welche zu Beginn im Kopf umherschwirren. Zwar kann man ohne größere Probleme den Rest des Spieles absolvieren, da es eine eigene Geschichte erzählt, aber ein paar Infos über das allgemeine Geschehen hätten es ruhig sein dürfen. So fragt man sich anfangs nur, wieso Nero Tamamo kennt, wieso Tamamo den Praetor ihren Mann nennt und vor allem was eigentlich überhaupt der Holy Grail War ist. Ein bisschen Vorwissen des Spielers zur Fate-Reihe wird grundsätzlich vorausgesetzt.

In mehreren Kampagnen gilt es also, die Geschichte um das Schicksal der Welt zu durchleben, wobei diese meist im Visual-Novel-Stil erzählt wird. Dabei könnt ihr sogar manchmal Entscheidungen treffen, einen großen Einfluss haben diese aber nicht, abgesehen von der Erhöhung der Zuneigung eures Servant euch gegenüber. Im sogenannten MyRoom besitzt ihr diverse Möglichkeiten. Entweder ihr quatscht ein wenig mit eurem Servant oder nehmt Änderungen an der Ausrüstung vor. Diese beinhaltet diverse Power-ups, welche ihr im Kampf von den Feinden erhalten könnt. Je mehr Zuneigung euer Partner euch gegenüber besitzt, desto mehr könnt ihr ihn mit Verstärkungen verbessern. Darunter befinden sich Dinge wie mehr Angriffskraft, mehr Erfahrungspunkte oder Feuerimmunität.

Ebenfalls könnt ihr Sets ausrüsten, welche im Kampf Vorteile bringen können. Hierbei gibt es zahlreiche Kombinationen, aber ihr könnt euch nicht selbst ein Set aus Hilfsfertigkeiten zusammenstellen. Auf Knopfdruck kann im Kampf somit beispielsweise Heilung oder mehr Angriffskraft für kurze Zeit genutzt werden. Neue Sets können mit dem im Kampf gesammelten Geld erschaffen werden, allerdings muss man dafür erst einmal die Vorlage freischalten. Manche gibt es einfach nach den Kämpfen, die besonders guten Set-Vorlagen erhält man allerdings nur, wenn man am Ende einer Schlacht einen EX-Rang erhalten hat. Doch dazu gleich mehr.

Kommen wir zu den Schlachten selbst, welche einen Großteil der Spielzeit einnehmen. Wie eingangs erwähnt, ist die Spielart arg an die Warriors-Reihe angelehnt. Dies bedeutet, dass ihr euch auf einem großen Schlachtfeld bewegt, welches aus mehreren Sektoren besteht. Entweder besitzt ihr die Kontrolle über einen Sektor oder eben euer Feind. In manchen Schlachten gibt es auch leere Sektoren, welche ihr einnehmen müsst, bevor die feindlichen Truppen dort ankommen.
Ihr übernehmt die Kontrolle über einen der über ein Dutzend verfügbaren Servants, wobei ihr im Story-Modus größtenteils nur die Hauptfigur spielen könnt. Hunderte von Gegnern warten dann, um von euch in actionreichen Kämpfen vernichtet zu werden. Eure Angriffe sind in leichte und schwere Attacken unterteilt, welche sich aneinanderreihen lassen. Je mehr Feinde ihr besiegt, desto weiter steigt der Servant im Level auf und erhält auch neue Kombomöglichkeiten. Besonders sind die Extella Maneuver, welche die jeweilige Extella-Leiste verbrauchen. Dabei stoßt ihr auf einen Feind und haut auf Knopfdruck ordentlich drauf, während auch die Gegner in der Umgebung in Mitleidenschaft gezogen werden. Je mehr eure Leiste gefüllt ist, umso mehr könnt ihr auch draufhauen. Ist eure Kombo beendet, setzt der Servant noch einmal mithilfe eines speziellen Angriffs ordentlich einen drauf, was oft Dutzende von Feinden auslöscht.

Eines der Hauptmerkmale von Fate/Extella: The Umbral Star war die Tatsache, dass zahlreiche Feinde gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen sind. Eine große Sorge von Fans war daher, ob Nintendo Switch denn tatsächlich ebenfalls so viele Gegner darstellen könnte. Ich kann alle Spieler beruhigen: Auch auf der Switch und sogar im Handheld-Modus könnt ihr euch vor Feinden kaum retten. Weiterhin ist es möglich, mit den abgedrehten Kombos zahlreiche Feinde auf einmal zu schnetzeln. Auch die Framerate bleibt weiterhin flüssig und bricht nicht ein. Bei all den leicht zu besiegenden Feinden sollte man jedoch nicht vergessen, auch ab und an abzuwehren, vor allem, wenn ihr gegen einen feindlichen Servant antreten müsst. Um sie erfolgreich besiegen zu können, muss man ein wenig vorsichtiger vorgehen und seine Spezialangriffe geschickt einsetzen.

»Einen grafischen Unterschied zur PlayStation-4-Fassung konnte ich nicht wirklich feststellen.«

Ein großer Part der Fate-Reihe sind die Noble Phantasm, welche quasi den absoluten Angriff oder die beste Fähigkeit eines Charakters darstellen. Natürlich gibt es diese auch in Fate/Extella: The Umbral Star, aber um einen solchen Angriff durchzuführen, müsst ihr drei Phantasm-Teile einsammeln. Diese sind auf der Mini-Map, welche stets in der oberen rechten Bildschirmecke ist und euch einen Überblick auf das Kampfgeschehen gibt, zu sehen. Habt ihr alle drei Teile zusammen, könnt ihr einen imposanten und auf jeden Charakter zugeschnittenen Angriff sehen, welcher alles vom Bildschirm fegt.

Um einen Sektor einzunehmen, müsst ihr alle den Sektor beschützenden Aggressoren besiegen. Dies sind besonders starke Gegner und quasi die Wächter eines Sektors. Meistens befinden sich um die drei bis vier Aggressoren in einem Gebiet, allerdings nicht immer direkt bei Ankunft. Um einen Aggressor aus der Reserve zu locken, müssen erst einige normale Feinde besiegt werden. Sind alle Wächter besiegt, wandert das Gebiet in euren Besitz und ihr sammelt die Anzahl an Schlüsseln, welche der Sektor wert ist. Was der jeweilige Teil der Schlacht wert ist, seht ihr auf der Mini-Map. Doch wozu brauchen wir die Schlüssel überhaupt, fragt ihr euch sicher.

Damit eine Schlacht beendet werden kann, muss eine gewisse Anzahl an Schlüsseln gesammelt werden. Am oberen Bildschirmrand könnt ihr jederzeit einsehen, wie viele Schlüssel in eurem oder im feindlichen Besitz sind. Um eine Runde schnell beenden zu können, ist das Einnehmen von hochwertigen Gebieten sehr wichtig. Aber auch beim Verteidigen müsst ihr euer Bestes geben, denn die feindlichen Armeen versuchen oft, eure Sektoren einzunehmen. Und hier kommt einer der Punkte ins Spiel, der mir persönlich ein wenig sauer aufgestoßen ist.

Die Feinde besitzen in den meisten Schlachten sogenannte Plants, welche unaufhörlich Aggressoren produzieren, um diese dann in eines von euren Gebieten zu schicken. Somit ist natürlich euer erstes Gebot, diese Plants zu vernichten. Um dies zu machen, müsst ihr jedoch erst einmal entweder da hinkommen oder andere Gebiete, welche der Feind möglicherweise gerade einnehmen möchte, ignorieren. Ist dann eine Plant zerstört, taucht oft direkt in einem anderen Sektor des Feindes eine neue auf. Da der Feind aber nun kurz davor ist, euren Sektor einzunehmen, müsst ihr erst einmal dort zur Verteidigung hineilen. Dies gibt der gegnerischen Armee wieder Zeit, mehr Aggressoren zu erschaffen und euch an anderen Stellen zu attackieren. Ab einem gewissen Punkt in der Story ging mir dieses ständige Hin- und Herhetzen, bei welchem ich manchmal ewig nicht dazu gekommen bin, überhaupt selbst neue Gebiete einzunehmen, tierisch auf den Geist. Zumindest auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hat es mir tatsächlich den Spaß am Spiel genommen. Man kann natürlich nun auch argumentieren, ich sei einfach zu schlecht, aber ständig ohne Fortschritt durch die Gegend zu flitzen, ärgert dann einfach. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad hat mir das Spiel dann deutlich mehr Spaß gemacht, da dort die Feinde länger zum Einnehmen eines Gebietes brauchen und die Plants deutlich langsamer Aggressoren produzieren.

»Auch auf der Switch und sogar im Handheld-Modus könnt ihr euch vor Feinden kaum retten.«

Ist die nötige Anzahl an Schlüsseln gesammelt, taucht entweder ein Boss-Servant auf oder ihr müsst durch ein Portal gehen, um dort mit einem Boss zu kämpfen. Letzteres Szenario findet in abgeschlossenen Räumen statt und ihr kämpft so lange, bis einer von euch beiden fällt. Hilfreich in diesen Kämpfen ist der Moon Crux/Moon Drive, welcher eurem Charakter ordentlich Power und manchmal sogar ein neues Aussehen mit neuen Angriffen verleiht. Der Moon Crux/Moon Drive kann angewendet werden, wenn die jeweilige Leiste dafür gefüllt ist. Einmal aktiviert, erhöht sich vor allem eure Angriffskraft drastisch, womit man oft schnell einen Kampf beenden kann.

Wie ihr in einem Kampf abgeschnitten habt, wird euch am Ende durch euren Rank gezeigt. Habt ihr es geschafft, alle Sektoren einzunehmen, tausende Feinde zu besiegen und dabei aber wenig Energie zu verlieren und nur wenig Zeit gebraucht, gibt es mit dem EX-Rank die höchste Einstufung. Damit winkt dann auch eine Belohnung, wie bereits erwähnt. Passt jedoch auch nur ein einziges Kriterium nicht zum Rest, wird euch direkt der niedrigere Rang verpasst. Also, Mühe geben!

Neben dem Story-Modus gibt es noch zwei weitere Modi, in welchen ihr euch austoben könnt. In Side-Story wählt ihr einen der Servants, welche euch in der Haupt-Story unterstützen, und erlebt gewisse Dinge aus deren Sicht oder spielt einfach komplett neue Missionen. Wirklich viel zur allgemeinen Story liefert das Ganze nicht unbedingt, aber so könnt ihr die anderen Figuren ausprobieren und mit diesen ordentlich loslegen. Das Schöne an Fate/Extella: The Umbral Star, wie auch an vielen anderen Warriors-Spielen, ist die Abwechslung in den Charakteren. Jeder Kämpfer spielt sich anders, wobei für jeden Spieler etwas dabei sein sollte. Abgesehen von der Side-Story könnt ihr im Free Play euch noch mehr austoben, indem ihr einfach ohne Story oder Ähnliches mit einem beliebigen Charakter in den Kampf springt. Weitere Charaktere müssen jedoch erst freigeschaltet werden, indem die Story vorangetrieben wird.

Einen grafischen Unterschied zur PlayStation-4-Fassung konnte ich nicht wirklich feststellen. Das mag aber auch daran liegen, dass der Titel auf Sonys Konsole nun auch keine Bäume ausgerissen hat. Ein hübsches Spiel ist es und nette Effekte flitzen über den Bildschirm, aber auch auf der Switch gibt es keine großen Sprünge. Das Wichtigste bei diesem Spiel ist einfach, dass es flüssig läuft und genau das macht es. Der einzige Unterschied, der mir aufgefallen ist, sind die Ladezeiten, welche minimal länger sind auf Nintendo Switch. Aber ehrlich gesagt nehme ich das gern in Kauf, da der Titel unterwegs im Handheld-Modus eine tolle Figur macht.

Soundtechnisch gibt es eigentlich nichts zu beklagen. Der Soundtrack dümpelt vor sich hin und bringt nun keine krassen Ohrwürmer mit sich, nervt aber auch nie. Die komplett japanische Sprachausgabe ist sehr gut gelungen und vertont nahezu alle Texte im Spiel, was sehr positiv anzumerken ist. Alle Texte im Spiel sind auf Englisch, eine lokalisierte deutsche Fassung gibt es nicht. Während die Sprachausgabe wirklich toll ist, so gibt es ein kleines Problem für mich: Ich verstehe sie nicht. Dafür gibt es natürlich Untertitel für die Gespräche in den Schlachten, aber diese sind so klein und unbedeutend am unteren Bildschirmrand platziert, dass man manchmal recht wichtige Gespräche nicht mitbekommt oder nicht lesen kann. Das ist schade, da die Story vor allem im späteren Spielverlauf doch durchaus interessant ist und man möglichst nichts verpassen möchte. Gerade im Handheld-Modus von Nintendo Switch macht sich das Ganze nochmals stärker bemerkbar, da dort mein Fokus noch weniger auf einem kleinen Kasten mit Texten liegt, sondern auf den zahlreichen Feinden vor mir.

Fazit

»Bereits auf PlayStation 4 gefiel mir Fate/Extella: The Umbral Star sehr gut, die Nintendo-Switch-Variante hat mich aber ein weiteres Mal gepackt. Das Konzept passt auch einfach gut zur Switch: Die Schlachten sind lang genug, um eine Busfahrt zur Arbeit zu überbrücken oder die Mittagspause zu überwinden. Auch die Tatsache, dass alle DLC-Kostüme enthalten sind, lässt einen doch zwei Mal überlegen, zu welcher Version man denn greifen sollte. Wer eine Nintendo Switch und eine PlayStation 4 hat, dem würde ich persönlich zur Nintendo-Fassung raten. Aber vielleicht auch nur, weil das Brautkostüm von Nero so unfassbar heiß ist.«

 

Verwirrend für Neueinsteiger. Der Kampf um den Mond bringt bekannte Fate-Charaktere dazu, gegeneinander zu kämpfen. Kampagne ist in mehrere Akte unterteilt.
Auf einer in Sektoren unterteilten Karte kämpft ihr in einem actionlastigen Kampfsystem um die Herrschaft. Flotte Kämpfe mit coolen Kombos gegen Dutzende Gegner auf einmal.
Schick animierte Charaktere und abwechslungsreiches Leveldesign. Allgemein haut es aber niemanden vom Hocker. Auch im Handheld-Modus ein flüssiges Erlebnis.
Tolle japanische Sprachausgabe mit durchschnittlichem Soundtrack.
16 spielbare Charaktere, wovon einer so gut versteckt ist, dass die Publisher auf YouTube einen Walkthrough anbieten, um ihn einfacher freischalten zu können. Alle DLC-Inhalte der PlayStation-4-Version bereits freigeschaltet.