Im Test! Higurashi When They Cry – Ch.3 Tatarigoroshi

Mit Higurashi When They Cry - Ch.3 Tatarigoroshi erscheint das dritte Kapitel der Sound-Novel-Reihe um das Örtchen Hinamizawa...

Mit Higurashi When They Cry – Ch.3 Tatarigoroshi erscheint das dritte Kapitel der Sound-Novel-Reihe um das Örtchen Hinamizawa von 07th Expansion, für den Westen von MangaGamer lokalisiert. Die beiden vorherigen Kapitel konnten uns nur bedingt überzeugen: Schon im ersten Teil setzte die eigentliche Handlung zu spät ein, im zweiten Part gab es in der zweiten Hälfte erst einen handfesten Plot, vorher lediglich seichte Comedy. Erfahrt nachfolgend, wie sehr Tatarigoroshi hier überrascht.

Wieder einmal wird die Zeit zurückgesetzt, alles ist so, als ob nichts geschehen wäre. Wieder einmal steht das Wataganashi-Fest kurz bevor, wird es auch dieses Mal in eine Tragödie münden?

Ein langes Baseball-Spiel erwartet euch...

Ein langes Baseball-Spiel erwartet euch…

Im Fokus steht dieses Mal die junge Satoko. Während sie sich vorher als Wildfang präsentierte und keine Substanz zum Plot beitrug, lernt man hier ganz andere Seiten an ihr kennen. So erfährt Keiichi mehr über Satokos Bruder Satoshi, der Satoko stets beschützte, vor einem Jahr aber verschwand. Innerhalb kürzester Zeit fühlt sich Keiichi verantwortlich für Satoko und möchte die Rolle ihres Bruders übernehmen, um sie glücklich zu sehen.

Je mehr er von Satoshi erfährt, desto mehr möchte er für Satoko da sein, als Surrogat für Satoshi. Als Satokos Onkel jedoch nach einem Jahr der Abwesenheit nach Hinamizawa zurückkehrt und Satoko bei sich im Haushalt schuften lässt, nimmt die Handlung einen ordentlichen Schluck Trauer an. Keiichi und seine Freunde versuchen, Satoko aus ihrer Misshandlung zu befreien, doch dies stellt sich als komplexes Unterfangen heraus, bei dem sie alle scheinbar machtlos sind. Des Weiteren geht das Gerücht um, der Ermittler Kuraudo Ooishi sei der Assistent von Oyashiro-sama, der Gottheit, die jährlich Opfer verlangt…

»Im Gegensatz zu den Akten Onikakushi und Watanagashi, bietet Tatarigoroshi ein viel runderes Ergebnis als die Vorgänger.«

Im Gegensatz zu den Akten Onikakushi und Watanagashi, bietet Tatarigoroshi ein viel runderes Ergebnis als die Vorgänger. Schon im ersten Kapitel wird das Fundament für die gesamte Handlung gelegt. Zwar gibt es zu Beginn auch wieder einige Stellen mit schlüpfriger Komik, die sich wie alter Kaugummi ziehen. Diese Szenen haben allerdings deutlich abgenommen und der tatsächliche Plot überwiegt hier. Diesmal steht nicht einmal der Horror selbst im Vordergrund, sondern vielmehr die Tragik dahinter, die durchaus überzeugend dargestellt wird und auch eine willkommene Abwechslung ist. Auch ist die Tatsache interessant, dass subtile Andeutungen auf die vorherigen Werke gemacht werden. Wie es schon bei Watanagashi der Fall war, sollten die Episoden in ihrer Reihenfolge gespielt werden.

Womöglich haben die ersten beiden Kapitel auch ihren Teil dazu beigetragen, aber in ihrer Gesamtheit überzeugen auch die Charaktere in Tatarigoroshi mehr. Personen, die bisher stark im Hintergrund geblieben sind, werden hier näher beleuchtet und mehr in den Hauptplot eingebunden. Figuren, die bereits vorher gründlich etabliert waren, erhalten hier weitere Nuancen, die sogar zu gänzlich neuen Rollen führen.

Was ist mit Satoko los?

Was ist mit Satoko los?

Zwischen den einzelnen Kapiteln habt ihr nicht nur die Möglichkeit, zu verschnaufen, sondern könnt auch weiterführende TIPS lesen. Diese Sequenzen bestehen grundsätzlich aus Hintergrundinformationen. Auch ohne diese kann man die Handlung genießen, für den vollen Umfang sind die TIPS allerdings essentiell zum Verständnis. Da sie im Vergleich zu den einzelnen Kapiteln im Umfang kurz sind, lohnt sich die investierte Zeit in die TIPS auf jeden Fall, sofern man nicht in großer Eile ist. Mancher Zusammenhang wird erst durch die TIPS klar. Nach Abschluss der Handlung gibt es auch dieses Mal ein Extra mit allen Akteuren, bei dem Theorien gesponnen werden und ein Ausblick auf das nächste Kapitel in der Reihe gewährt wird.

In Sachen Grafik und Sound ist sich auch diese Episode von Higurashi treu geblieben. Da es sich um eine Sound Novel handelt, ist der Ton stärker ausgeprägt als die Grafik. Die Porträts der Charaktere zeigen die obere Körperhälfte und entsprechen gewöhnlichem Standard, im Gegensatz zu den Grafiken aus der Originalfassung, die wirklich nur für Puristen zu empfehlen ist. Die Hintergründe sind unscharf und stellen die Orte mehr in Schemen dar. Viele neue Töne gibt es auch in Tatarigoroshi nicht, aber die vorhandene Auswahl wird nun passender und mit mehr Abwechslung eingesetzt. Die Musik wechselt dabei zwischen Frohsinn, Grusel und Tragik ab.

Higurashi When They Cry – Ch.3 Tatarigoroshi ist ein großer Fortschritt in der Reihe. Anstatt die Handlung künstlich durch stark vom Geschmack abhängige Comedy zu verlängern, wird zum ersten Mal nahezu durchgängig eine interessante Handlung um Freundschaft, Familie und Tragik geboten, die durch Oyashiro-samas Fluch nur noch mehr Spannung erhält. Wer bisher mit den ersten beiden Episoden lediglich bedingt zufrieden war, könnte mit Tatarigoroshi einen angenehmen Neuanfang erleben.