Warum PlayStation 4 in Japan nicht durchstartet

In Japan kommt Sonys PlayStation 4 noch nicht so richtig auf die Beine. Die Verkaufscharts der Vorweihnachtswoche zeigen ziemlich eindrucksvoll...

In Japan kommt Sonys PlayStation 4 noch nicht so richtig auf die Beine. Die Verkaufscharts der Vorweihnachtswoche zeigen ziemlich eindrucksvoll, woran das liegt. Mit GTA V befindet sich nur ein einziger PlayStation-4-Titel in den Top 20 der Software-Charts, und das unmittelbar vor Weihnachten.

So wurden in der Vorweihnachtswoche auch nur knapp 31.000 PlayStation-4-Systeme in Japan verkauft. In der Vorwoche waren es noch 68.000 Einheiten. In der Woche vom 8. bis zum 14. Dezember erschien jedoch das „Dragon Quest Heroes: Slime Bundle“ in Japan. Das schicke Bundle hat jedoch zwei kleine Nachteile: Das Spiel selbst erscheint erst im Februar (es liegt nur ein Downloadcode bei) – und wenn Dragon Quest Heroes im Februar in Japan für PlayStation 4 erscheint, wird es auch für PlayStation 3 erscheinen.

Dragon Quest ist in Japan unheimlich populär und kann ein System im Alleingang zum Generationensieger krönen (ebenso wie Monster Hunter). Natürlich ist Dragon Quest Heroes nur ein Musou-Ableger, aber viele PlayStation-4-Fans legen ihre Hoffnungen auf eine größere Hardwarebasis dennoch auch in diesen Titel.

So ist es also interessant zu erfahren, wie viele Dragon-Quest-Fans verrückt genug waren, das Bundle „ohne“ Spiel zu kaufen. Media Create hat dazu nun Zahlen veröffentlicht. Von den 68.000 verkauften PS4-Systemen in der Launchwoche entfielen 38.000 auf das Bundle. Das ist genauso viel, wie sich Nintendos Wii U in der Vorweihnachtswoche auch ohne Neuerscheinung verkaufen konnte.

Die Februar-Verkaufszahlen von Dragon Quest Heroes für PlayStation 4 werden also schon einmal um 38.000 Dragon-Quest-Fans verringert sein. Wie sehr der Ableger die Heimkonsole PS4 im Februar dann aufrichten kann und wie viele Fans noch zur PS3-Version greifen, wird sich zeigen. Wie im Westen dürften es im Falle von Sonys PS4 wohl größtenteils Perspektivkäufe sein, doch Japan hat bereits gezeigt, dass es hier nicht so euphorisch ist wie der Westen.

Und die Perspektive in Japan ist auch eine ganz andere für PlayStation 4. Final Fantasy Type-0 ist in Japan bekanntlich schon ein altes Eisen, auch wenn die HD-Version natürlich trotzdem einige Fans locken wird. Ansonsten warten Japaner in den ersten Monaten des neuen Jahres nur auf PS4-Spiele, die für mehrere andere Systeme ebenfalls erscheinen. So zum Beispiel God Eater 2: Rage Burst (auch PS3, PS Vita) oder One Piece: Pirate Warriors 3 (analog). Siehe auch unsere gepflegte Releaseliste. Bloodborne ist eine der wenigen Ausnahmen, hat aber wahrscheinlich ohnehin mehr Fans im Westen.

Durchaus denkbar, dass sich an der Situation der Heimkonsole PlayStation 4 in Japan auch in den nächsten Monaten nichts ändert. Um eine Heimkonsole in Japan zu verkaufen, braucht es für die handheldliebenden Japaner Exklusivspiele. Am besten ein neues Monster Hunter oder Dragon Quest. Im Westen hat Sonys PlayStation 4 eine Eigendynamik entwickelt, die so auf dem japanischen Konsolenmarkt nicht mehr zu erwarten ist und auch nicht zu erwarten war.

Doch gerade unsere Leser dürften sich einen starken Verkauf der Konsole in Japan wünschen. Sicher laufen wir nicht der Gefahr, unsere Final Fantasys und Bloodbornes einzubüßen – dafür sind diese Spiele im Westen zu stark. Doch was ist mit den vielen japanischen Spielen, die im Westen allenfalls Nische sind? Das wird vielleicht schon das kommende Jahr zeigen.