Culture Slot: Bedanken mit Senf ist nicht erwünscht

Normalerweise bedankt sich nach einem Essen in einem Restaurant beim Kellner mit einem Lob oder einem guten Trinkgeld, sofern es denn gemundet hat.

Normalerweise bedankt man sich nach einem Essen in einem Restaurant beim Kellner mit einem Lob oder einem guten Trinkgeld, sofern es denn gemundet hat. In Japan ist das Geben von Trinkgeld unüblich und kann sogar als eine Beleidigung aufgefasst werden, doch der neue Trend, über den wir im heutigen Culture Slot berichten, wird in den Restaurants auch nicht gerne gesehen.

Eine neue Phrase,  „Mustard Thanks“ (masutaado sankusu“ oder マスタードサンクス) ist im Februar und im März in Japan im Internet immer wieder aufgetaucht. Anstatt sein Lob mit Worten an die Bedienung zu richten, wird ein Dank mit Senf (je nach Geschmack kann auch man auch Mayonnaise, Ketchup, Salat Dressing oder Soja Sauce nehmen) auf den leeren Tellern mit ein paar Wörtern oder einer Zeichnung hinterlassen.

Zwar existieren einige Bilder, die solche Werke präsentieren, jedoch ist es noch unklar, inwieweit sich diese Danksagung im Land wirklich verbreitet haben. Auf Twitter findet man noch nicht sehr viele Fotografien und es scheint, also ob die Leute die Mustard Thanks noch in einen Trend verwandeln wollen. Auf 2ch, einem großen japanischen Forum, sind in der letzten Zeit Bilder zu diesem Thema aufgetaucht. Auf den Tellern findet man kurze Sätze wie: „Vielen Dank“ oder „Das war deliziös“ und dazu kleine Zeichnungen.

Doch was sagen die Japaner zu diesem aufkommenden Trend? Die Reaktionen auf diese Nachrichten fallen nicht sehr positiv aus. Viele Leser sind entrüstet und äußern sich mit Kommentaren wie, ob man sich nicht persönlich bedanken könnte, dass in Japan solche Traditionen nicht existieren und dass dieser Umgang mit den Nahrungsmitteln sehr verschwenderisch ist. Zudem erschwert man damit auch die Säuberung des Geschirrs.

Jedoch gibt es einen weiteren neuen Trend, der für die Restaurantbesitzer ein noch viel größerer Dorn im Auge ist. Die Rede ist hier von „Flipped Bowl“ („fuse don“ oder 伏せ丼), der ebenfalls vermehrt in den letzten Monaten aufgetaucht ist. Um zu zeigen, dass man den Ramen vorzüglich fand, wird die Schüssel, in der sich das Essen befand, umgedreht und davon wird ein Foto gemacht.

Natürlich entsteht durch diesen Umgang mit dem Geschirr viel Dreck und die arme Bedienung muss nach einer solchen Aktion den Tisch wieder säubern. Zu Beginn des Jahres gab es eine Meldung einer Person, dass sie aus einem berühmten Restaurant verwiesen wurde, weil sie ihre Schüssel umgedreht hatte, um ein Bild von einem Flipped Bowl zu machen.

Im Anschluss findet ihr noch einige Bilder zu diesen Aktionen. Was haltet ihr von diesen „Trends“?

via kotaku