Culture Slot: Ein kleiner Platz im Otaku-Himmel

Ein Wohnplatz in Akihabara (Tokio) zu besitzen, ist doch ein ganz schöner Traum. Doch je nach Bleibe, kann es ein Alptraum werden. Erfahrt mehr in unserem Artikel.

Der Stadtteil Akihabara in Tokio (auch unter dem Namen Akihabara Electric Town bzw. Akihabara Denki Gai bekannt) ist für seine vielen Geschäfte im Bereich der Elektronik sehr berühmt. Der ganze Bereich ist eine Art Shopping-Meile für Elektronik, Computer, Videospiele und Anime-und Manga Merchandise. Während man auf der Hauptstraße vor allem Neuware findet, wird in den Nebenstraßen mehr Gebrauchtware verkauft. Somit wird für jeden Geldbeutel etwas geboten und viele Touristen ergreifen während einer Reise nach Japan die Gelegenheit, in diesem Stadtteil ihre Einkäufe zu tätigen.

Wo sonst findet man in dieser Anzahl und Vielfältigkeit Sammelobjekte für sein Hobby? Ein Himmel für einen wahren Fan, doch leider ist der Zauber vorbei, wenn man die Rückreise antritt. Es sei denn, man entscheidet sich, in Akihabara zu bleiben. Doch wo soll man sich in dieser Stadt ein Zimmer mieten, um eine längere Zeit im Otaku-Himmel verweilen zu können? In diesem Culture Slot stellen wir euch einen Raum vor, der für Menschen mit Platzangst zu einem wahren Alptraum werden könnte. Denn habt ihr euch schon einmal überlegt, wie es ist, in einer Art Box zu leben?

Mit einer Box ist hier natürlich kein Pappkarton gemeint, sondern ein Zimmer, das nur sehr wenig Platz bietet, aber dafür relativ großzügig ausgestattet ist. In diesem Zimmer befindet sich ein Stockbett, ein Fernseher, eine Klimaanlage und natürlich könnt ihr den Platz unter dem Bett verwenden. Die Dusche und das WC müsst ihr euch mit anderen Leuten teilen.

Die monatliche Miete für dieses luxuriöse Zimmer beträgt 42.000 Yen (ca. 343€). Das Haus, in dem sich diese Boxen befinden, wurde im Jahre 1973 erbaut. Für japanische Verhältnisse ist es ein sehr altes Gebäude in der Großstadt. Die regulären Appartements wurden später in mehrere Räume unterteilt, sodass nun mehrere Menschen darin wohnen können und durch die Begrenzung zumindest im Schlaf/Wohnzimmer eine Privatsphäre haben.

Über das Internet wird in Japan erzählt, dass ein Leben auf Dauer in einem Kapselhotel oder in einem Internetcafe besser ist, als in so einer Box. Einige Japaner vermuten, dass in diesem Gebäude vor allem Ausländer leben. Ein Grund für diesen Gedanken ist, dass es für Fremde sehr schwierig ist, in Japan eine Wohnung zu finden. Viele Vermieter haben Angst vor der Sprachverständigung mit Ausländern, daher vergeben sie ihre Mietobjekte lieber an Japaner. Dagegen gibt es Reisende, die eine kostspielige Vorauszahlung der Miete nicht in Betracht ziehen.

Natürlich sind die Appartements in japanischen Großstädten im Vergleich zu anderen Städten sehr klein. Doch dieser Raum ist selbst für japanische Verhältnisse (auch mit einer Raumteilung) gerade zu winzig. Könntet ihr euch in einer solchen Box überhaupt wohlfühlen?

via kotaku