Im Test! Dark Souls: Artorias of the Abyss

Vor etwas mehr als einem Jahr erschien bei uns Dark Souls für PlayStation 3 und Xbox 360, was wir damals bereits ausführlich getestet haben. Nicht nur unser...

Von uns getestet: Die PS3-Fassung

Vor etwas mehr als einem Jahr erschien bei uns Dark Souls für PlayStation 3 und Xbox 360, was wir damals bereits ausführlich getestet hatten. Nicht nur unser Test verteilte dem Titel kräftig Lorbeeren und so forderten immer mehr PC-Spieler eine Portierung. Mit Erfolg! Im Spätsommer erschien Dark Souls in der Prepare to Die Edition für Windows und bot dabei sogar einen größeren Umfang. Klar, dass dieser Zusatzinhalt relativ zügig den Weg zurück auf die Konsolen fand als DLC mit dem Titel Dark Souls: Artorias of the Abyss (PSN: €12.99, XBLA: 1200 Punkte). Auch die Prepare to Die Edition wurde für Neukäufer für Konsolen aufgelegt. Wie die PS3-Version dabei abschneidet, das erfahrt ihr in unserem Test!

Ohne Fleiß kein DLC

Dark Souls hat sich nicht gerade als Spiel einen Namen gemacht, welches den furchtlosen Zocker mit unbeschwertem Spielvergnügen überschüttet und diese Philosophie wird im DLC gewissermaßen gleich fortgeführt. Das Zusatzszenario um Artorias, den Abgrundschreiter, ist nämlich nicht einfach schnöde über das Hauptmenü auswählbar, nein, man muss die Hauptkampagne von Dark Souls bis etwa zur Hälfte durchspielen und noch weitere Voraussetzungen erfüllen, damit man überhaupt in den Genuss von Artorias of the Abyss kommt. Als Käufer muss man sich also dieser Tatsache bewusst sein. Hat man es dann aber endlich geschafft, dann öffnet sich ein Portal in die Vergangenheit, durch welches man schon schreiten will, als man von einer überdimensionierten Hand gepackt wird, wodurch jeder weitere Schritt überflüssig gemacht wird. Willkommen in Oolacile, werter Zeitreisender!

Eine kleine Geschichtsstunde

Pilze sammeln auf eigene Gefahr!

Artorias of the Abyss erzählt die Geschichte von Artorias, dem Abgrundschreiter. Gut, darauf wärt ihr sicherlich auch von alleine gekommen, aber wer ist dieser Artorias überhaupt? Aufmerksamen Spielern wird der Name aus der Hauptkampagne von Dark Souls bereits bekannt sein, denn vor allem der Ring von Artorias fungiert als unerlässliches Schlüsselitem und ermöglicht dem Spieler, selber in den Abgrund vorzudringen. Als einer der vier Ritter von Lord Gwyn hat sich Artorias in der Vergangenheit ebenfalls dem Abgrund gestellt, viel mehr gibt es über ihn jedoch nicht berichten. Aber was ist genau aus ihm geworden? Was passierte zu seiner Zeit? Diese Fragen werden geklärt und in Dark Soul-typischer Manier erzählt – das heißt sehr dezent und ohne großes Brimborium, aber dennoch ist es dem Spieler gut möglich, seine Schlüsse aus dem Geschehen zu ziehen. Da die Zusatzkampagne in der Vergangenheit spielt, kann man sogar die Gegenwart – also die Hauptkampagne – ein klein wenig beeinflussen. Viel darf man nicht erwarten, aber ein starker Moment ist sicherlich dabei.

Eine Reise in die Tiefe

Ein dunkler Ort

Ein Spaziergang wird das aber nicht! Wenn man öfter stirbt, dann spielt man auch länger, so die einfache Faustregel, aber mit etwas über 10 Stunden darf man ruhig rechnen. Neben abwechslungsreichen Gebieten, welche immer dunkler und düsterer werden, kann man sich auch auf neue Waffen, Rüstungen und Zaubersprüche freuen. Angereichert wird das Ganze von gewohnt skurrilen Nebencharakteren, welche den tapferen Helden teilweise auch mit Waren versorgen, ansonsten jedoch wenig Optimismus und Lebensfreude verbreiten. Oolacile droht nämlich vom Abgrund verschlungen zu werden, was den Bewohnern des Landes offensichtlich nicht gut bekommen ist. Damit wären wir auch schon bei den Gegnern, welche kreativ gestaltet sind und nicht viele Fehler verzeihen. Wer unüberlegt in eine Gegnerhorde stürmt, der darf sich auf einen schnellen Tod gefasst machen. Steht man gar einem Boss gegenüber, dann kann man sich auf harte und schnelle Angriffe freuen, welche bei Unachtsamkeit sogar die Schilddeckung durchbrechen können. Was man tunlichst vermeiden sollte. Hat man den Rhythmus und die Angriffsmuster aber einmal verinnerlicht, liegt schließlich auch der härteste Gegner früher oder später im Dreck. Der erste Gegner des DLC ist übrigens gleich ein Boss, welcher den Tarif durchgibt für den beschwerlichen Weg nach unten.

Neues vom Online-Modus

Hier ist Flucht keine Schande

Schon in unserem Test zu Dark Souls hatten wir den Online-Modus lobend erwähnt und dieser wurde sogar noch weiter ausgebaut. Neben dem gewohnten Eindringen in die Welt anderer Spieler oder dem Support eines Helden in Bedrängnis kann man sich nun auch in Arenen – zwei an der Zahl – die Köpfe einschlagen. Zur Auswahl stehen dabei die Optionen Mann gegen Mann, 2 gegen 2 und das 4-Spieler-Deathmatch. Die Partien werden zufällig nach Spielerlevel zusammengestellt und diejenigen Spieler, welche die längsten Siegesserien erzielen, werden auf einer Ehrentafel verewigt. Mehr zu gewinnen gibt es jedoch nicht. Wer hier zu den Besten gehören will, der wird sich vermutlich einen neuen Charakter erstellen müssen und jeden Skillpunkt sorgfältig investieren.

Stark negativ ist jedoch, dass gewisse Grafik-Elemente stark flackern, sobald man das DLC-Gebiet erkundet, während man mit der PS3 online ist. Nachrichten anderer Spieler (diese werden direkt auf den Boden geschrieben) sind davon ebenso betroffen wie Gegenstände (dargestellt durch leuchtende Kugeln) und Zaubersprüche von Gegnern. Gerade letzterer Punkt macht das Ausweichen extrem schwierig und führt zu unnötigen Toden, weshalb man die Internetverbindung genervt trennen wird. Dies ist sehr schade, da das Spiel online erst seine wahre Stärke zeigt und die Nachrichten der anderen Spieler oft nützliche Tipps beinhalten wie das Warnen vor Hinterhalten oder Geheimgängen, welche man ansonsten sehr leicht übersieht. Auch der Besuch anderer Welten fällt dadurch aus. Hoffentlich wird hier noch mit einem Patch nachgebessert, denn in der Hauptkampagne gibt es glücklicherweise keine derartigen Probleme.

Dichte Atmosphäre, durchdachtes Leveldesign

Gelobt sei die Sonne!

Ein großer Pluspunkt von Dark Souls war bereits die düstere und bedrückende Atmosphäre und das zieht sich im DLC nahtlos weiter. Auch hier wandelt sich die zuerst helle, nichtsdestotrotz aber gefährliche, Umgebung immer mehr in einen Ort purer Dunkelheit, wo ein Fehltritt einen Sturz ins bodenlos Schwarze zur Folge hat. Als Folge davon wird man wieder an das zuletzt besuchte Leuchtfeuer zurückversetzt, welches jeweils als Speicherpunkt dient. Überflüssig zu erwähnen, dass diese Leuchtfeuer dünn gesät sind und nach jedem Tod alle Gegner erneut auf unseren Helden lauern. Durch die zusammenhängende Welt kann man jedoch immer wieder Abkürzungen öffnen und so bereits ein Erfolgserlebnis erzielen. Auch gibt es verwinkelte Pfade und Geheimgänge zu entdecken.

Die Geräuschkulisse stellt einen atmosphärischen Glanzpunkt dar. Außer bei Bossen fehlt Musik komplett und man hört die Gegner, welche oft unheimliche Laute von sich geben, schon von Weitem. So kann man sich schon einmal auf eine Auseinandersetzung freuen, wenn man um die nächste Ecke huscht. Bei Bossen spielt dann hingegen orchestrale Musik, welche der Auseinandersetzung zusätzliches Gewicht verleiht.

Fazit

Dark Souls: Artorias of the Abyss kommt als waschechte Erweiterung daher mit neuen Gebieten, Gegnern, Bossen, Zaubersprüchen und Ausrüstungsgegenständen. Der Preis mag für einen DLC eher hoch angesetzt sein, aber der Inhalt rechtfertigt die Ausgaben locker, denn wo andere Entwickler mit belanglosen Kostümen oder langweiligen Neuerungen zu punkten versuchen, erfreut FromSoftware seine Fans mit einer knackig-schönen Herausforderung mit mehreren Stunden Spielzeit. Wäre der mehr als nervige Grafik-Bug in der von uns getesteten PS3-Version nicht vorhanden, könnten wir dem DLC zu höchsten Meriten verhelfen, so gilt das jedoch nur für Offline-Spieler. Diese können bei unserer Wertung also getrost noch einen Stern hinzuaddieren. Dasselbe gilt, falls ein Patch die Probleme noch beheben sollte.

Story: Sie alleine kann bestimmt niemanden bei der Stange halten, wer sich allerdings mit der Welt und seinen Charakteren auseinandersetzt, der wird mit dem einen oder anderen Aha-Erlebnis belohnt. Angemessen für das Genre. (7/10)

Grafik: Beim Online-Spielen wird die ansonsten sehr stimmige, jedoch nicht überragende, Grafik von einem üblen Flacker-Effekt getrübt. Dies wiegt umso schwerer, da der Online-Modus enorm Spaß macht. Schade! (6/10)

Sound: Musik nur in Bosskämpfen, ansonsten stimmige Natur-, Monster- und Kampfgeräusche. Im Wald tönt es wie im Wald und Schwerthiebe tönen wie Schwerthiebe. Atmosphärisch stark! Stimmige Sprachausgabe, welche jedoch nur sehr spärlich eingesetzt wird. (10/10)

Gameplay: Das Herzstück. Kämpfe als Einzelkämpfer gegen scheinbar übermächtige Gegner, große Auswahl an Ausrüstungsgegenständen und Zaubersprüchen. Knackiger Schwierigkeitsgrad! (10/10)

Sonstiges: Gelungene neue und alte Online-Modi (mit den unter dem Punkt “Grafik” gemachten Einschränkungen), hoher Schwierigkeitsgrad, gutes Level- und Gegnerdesign. Über 10 Stunden alleine für den Zusatzinhalt, welchen man erst in der Mitte der Hauptkampagne freischalten kann. Packend, düster. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. (9/10)