Im Test! Final Fantasy III für PSP

Ganze sechs Jahre mussten sich PSP Besitzer auf eine Version von dem dritten Ableger der Final Fantasy Reihe, nach dem Remake auf dem Nintendo DS...

Ganze sechs Jahre mussten sich PSP-Besitzer auf eine Version von dem dritten Ableger der Final Fantasy Reihe, nach dem Remake auf dem Nintendo DS, gedulden. Doch 2012 war es nun endlich soweit, und nach einer Virtual Console Version und sogar einer Version für die gängigen Smartphones, durften sich jetzt auch die PSP Besitzer mit dem Klassiker auseinander setzen. Leider erhielt Final Fantasy III nicht den für die PSP Remakes fast typischen Retrolook, sondern man entschloss sich dazu, das Design der NDS und Smartphone Version, beizubehalten. Komplett identisch sind die Versionen allerdings nicht, so schenken wir dem Final Fantasy, welches von den Klassikern für die Nintendo Konsolen am wenigsten Liebe entgegen gebracht wurde, die Aufmerksamkeit die es verdient.

Vier Persönlichkeiten zu verschenken

Die vier Krieger des Lichts

Nicht nur das Design der DS Version wurde beibehalten, sondern auch die leichten Änderungen der Story, beziehungsweise dem Anfang des Spiels. Hatten wir es in der ursprünglichen Famicom (NES) Version mit vier Waisen Kindern ohne Namen und ohne Herkunftsnachweis zu tun, so bekamen diese ab dem DS Remake eine Persönlichkeit zugesprochen und müssen sich erst in einer Art Prolog zum Spiel finden. Hat man nun seine Party zusammen, bestehend aus den vier Kriegern des Lichts,  heißt es die Welt zu erkunden und die Kristalle ausfindig machen. Um letztendlich die Welt wieder in ihr Gleichgewicht zu bringen.

Eben jenes Gleichgewicht scheint nämlich nach einem zunächst harmlos klingenden Erdbeben gestört und unzählige „Zufälle“ ereignen sich. Nahezu jedes Dorf hat seitdem ein Problem und es liegt an unseren vier Helden sich um diese zu kümmern. Je weiter sie die Welt erkunden und den Bewohnern helfen, desto mehr wird klar, dass die Probleme nicht nur durch ein Erdbeben allein entstanden sind. Das ganze hat, wie es sich für ein klassisches RPG gehört, einen größeren Ursprung und das Böse, welches zu Anfang noch unerkannt seinen Plan durchführen kann, tritt immer mehr in den Vordergrund. So fügt sich eine Aneinanderreihung von „Nebenaufgaben“ zu einer umfassenden Story zusammen und weiß somit den Spieler mit den geringen Mitteln der damaligen Konsolengeneration zu überraschen und zaubert ein wenig mehr als eine 08/15 Geschichte auf den Bildschirm.

Für alle Jobs geeignet

Das Abenteuer beginnt

Unsere vier Krieger des Lichts müssen eine sehr gute Ausbildung genossen haben, denn sie sind für alle Job Klassen gleichermaßen geeignet. Spaß bei Seite, doch in der Tat ist es so, dass die vier Helden sich zu Beginn von Statuswegen kein Stück unterscheiden und es somit am Spieler selbst liegt, welchen Job er für die Charaktere anpeilt. Im Laufe des Spiels kommen immer mehr der begehrten Professuren hinzu und stellen somit den Spieler vor die Qual der Wahl.

Einen gewissen Trend legt man aber schon mit dem ersten Jobs fest, so erhält man je nach gerade ausgewähltem Job für ein Level Up einen festen Statuswert. Ein gut gelevelter Black Mage wird somit im späteren Verlauf des Spiels nützlicher in Jobs, welche Angriffszauber nutzen und ein Warrior wäre später auch eher als Nahkämpfer zu nutzen. Doch alles bleibt natürlich dem Spieler überlassen, so lassen sich unzählige Kombinationen im Laufe des Spiels erstellen und erlauben dem Spieler seine eigene Strategie gegen bestimmte Gegner zu entwickeln.

Doch auch die einzelnen Jobs sollten gelevelt werden, denn was soll man zum Beispiel mit einem Schwertkämpfer mit zwei linken Händen. Das Leveln der Jobs geht meist einfach nebenher. Ganz nach dem Prinzip learning-by-doing wird man durch das Benutzen der Jobs auch besser in diesen. Sorgenlos herumwechseln zwischen den Jobs kann man jedoch nicht, so muss man meist ein paar Kämpfe mit einem Statusnachteil leben, um den Job dann voll ausnutzen zu können. Wie viele Kämpfe das sind, bestimmt meist die jeweilige Job-Klasse und je mehr diese sich von der gewünschten unterscheidet, desto mehr Kämpfe muss man mit dem Nachteil leben. Dies macht das Wechseln in Dungeons (in denen man nicht speichern kann) nicht empfehlenswert, da man mit recht starken Gegner zu rechnen hat.
Vorsicht ist also auch in Final Fantasy III besser als Nachsicht.

The Art of War

Nach dem Job-Center direkt in den Kampf

Ganz so kunstvoll ist das Kampfsystem von Final Fantasy III nicht, aber dennoch klassisch. Im Vergleich zum Originalspiel wurde hier so gut wie gar nichts verändert. Zu Final Fantasy III Zeiten gab es noch keine MP. Magier können hier eine gewisse Anzahl an Zaubern pro Level anwenden. Je Zauberlevel gibt es drei der Kategorie schwarze Magie, sowie drei der weißen Magie. Jede Anwendung eines Zaubers verbraucht auch nur einen Zähler, jedoch ist die Anzahl für höherwertige Zauber in der Regel immer um einiges geringer, als die für schwächere Zauber.

Ansonsten ist soweit alles wie es der klassische Final Fantasy Spieler kennt. Zu Beginn des Kampfes wählt man für alle vier die gewünschten Attacken aus und je nach Agilitätswert werden die verschiedenen Aktionen ausgeführt. Auch die Art der Attacken, beziehungsweise der Aktionen, spielt hier eine Rolle. Doch das wird im Spiel leider wenig ersichtlich, so heißt es hier auch einmal wieder selber ausprobieren und Erkenntnisse sammeln. Alles in Allem bietet Final Fantasy III ein recht simples, einsteigerfreundliches Kampfsystem, welches zwar die Hilfestellungen neuerer Rpgs missen lässt, aber dennoch seinen Zweck erfüllt. Dem Spieler wird so genug Handlungsfreiraum gelassen, um selber ohne zu viel an die Hand genommen zu werden, seine Strategie für etwaige Boss-Kämpfe zu erstellen und zu verfolgen.

Besonders die Boss-Kämpfe erfordern meist eine gewisse Vorbereitung und Strategie, wenn man in diesen erfolgreich sein möchte. Die regulären Kämpfe bieten so etwas leider bis gut über die Hälfte des Spiels nicht. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, denn die recht hohe Wahrscheinlichkeit in einen Zufallskampf zu geraten, schmälert die Motivation des Spielers nach taktischen Kämpfen. Um die in der Ds-Version noch ellenlangen Kämpfe erträglicher zu machen, kommt die PSP-Version hier mit der Auto-Battle-Funktion. Keine riesige Innovation, aber dennoch eine der besten Anpassungen der PSP-Version, denn die Kämpfe können einem doch recht langsam und zäh erscheinen, kämpft man ohne die Funktion. Nutzt man dieses Feature werden nämlich nicht nur die letzten Aktionen wiederholt, sondern auch das Tempo um einiges erhöht. Das erleichtert das Leveln der Jobs und der Charaktere ungemein und raubt dem Spieler auch nicht die Motivation weiterzuspielen.

Aus zwei Bildschirmen wird einer

Wie schon erwähnt gibt es keine Veränderungen im Design. Die NDS-Version wurde hier eins zu eins übernommen. Sieht man einmal davon ab, dass wir auf der PSP nur noch einen Bildschirm zur Verfügung haben. Negativ fällt diese jedoch nicht auf. Weiter anzumerken wäre, dass man auf Grund des höherwertigen Displays eine schärfere Auflösung geboten bekommt. Das einzige Manko hierbei ist, dass wir zwischen den Versionen eben keine großen Unterschiede haben und der dritte Teil sich nun nicht wirklich nahtlos in die Riege der anderen PSP-Remakes einreihen kann. Das eigentliche Remake bleibt hierbei auf dem NDS, Smartphone und PSP bekommen nur eine höhere Auflösung, welches besonders für die PSP-Spieler, die nun gut sechs Jahre auf das Spiel warten mussten, ärgerlich ist.

Nostalgie für die Ohren

Prinzessinen schützen sich selbst in FFIII

Auch bei der musikalischen Untermalung setzt Final Fantasy III für die PSP auf den arrangierten Soundtrack aus der NDS-Version, jedoch hat man auf der PSP die Möglichkeit auch den originalen Soundtrack auszuwählen, welches besonders den Nostalgikern unter uns gefallen wird. Der Final Fantasy III Soundtrack im Original wird auch Spielern von Theathrythm Final Fantasy für den 3DS nicht fremd sein, so werden beide Versionen des OST ihre Anhänger finden. Dem Spieler die Option zu lassen bleibt aber wohl eine der besten Entscheidungen.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass es etwas ärgerlich ist, dass der Westen nur mit einer PSN-Version des Spiels leben muss und die in Japan erhältliche Retail Version auch Japan intern bleibt.

Ferner passen sich Bildschirmtexte je nach eingestellter Sprache in den PSP-Einstellungen an und bieten dem Spieler sofort ein für ihn verständliches Abenteuer. Als Bonus winkt eine über das Hauptmenü zugängliche Galerie, die mit zahlreichen Bildern und Musikstücken aufwartet. Etwas unangenehm stoßen da noch die vorhandenen Ladezeiten auf, die sich doch recht in die Länge ziehen können.

Lohnt sich die PSP-Version?

Wer sich für Final Fantasy III interessiert, der sollte auf keinen Fall eine unglaublich epische Story oder eine ausschweifende Liebesgeschichte erwarten, denn mehr als eine klassische „Helden machen sich auf, um die Welt zu retten“ Story bekommt man nicht geboten. Vorhersehbar und langweilig ist die Geschichte dennoch nicht und weiß auch zu überzeugen, wenn man nicht zu viel erwartet. Gameplaytechnisch und grafisch gesehen gibt es recht wenig Unterschiede zum sechs Jahre alten NDS-Remake, allerdings nimmt die neue Auto-Battle-Funktion viel Frust aus den teilweise langwierigen Zufallskämpfen. Grafisch hätte sich nach sechs Jahren Wartezeit sicher ein anderer Look für die PSP gelohnt, um auch dem Stil der restlichen Remakes treu zu bleiben. Jedoch wählte man hier den einfacheren Weg. Was den Sound betrifft, sammelt die PSP-Version allerdings wieder Pluspunkte, denn die Möglichkeit den originalen Soundtrack zu wählen ist eine Option, die dem NDS Spieler verwehrt blieb.

Final Fantasy III ist sicher kein Spiel, welches man gespielt haben muss, aber dennoch empfehlenswert. Besitzer der NDS-Version können sich aber quasi den Kauf sparen, denn zum Einen gibt es einfach zu wenig richtige Neuerungen und zum Anderen ist das Spiel in unseren Gefilden nur als Download erhältlich. Ist einem das Spiel jedoch bis jetzt entgangen, dann ist die PSP-Version wohl die beste Alternative gegenüber der nahezu identischen Versionen für NDS und Smartphones, sofern man über das Fehlen einer Retail-Version hinwegsehen kann.

Story: 08/15 Story ohne wirklich epische Momente oder herausragenden Charakterwandlungen. Dennoch nicht vorhersehbar und motivierend. 6/10

Gameplay: Bleibt dem Original treu und macht damit wenig falsch. Auto-Battle hält den Spieler bei der Stange. Job-System bietet zahlreiche Optionen. 8/10

Grafik: Höhere Auflösung zur NDS-Version, ohne etwas Neues zu bieten. Nach sechs Jahren etwas zu wenig. 6/10

Sound: Arrangiert oder Original. Die Qual der Wahl, beide Versionen äußerst hörenswert. 8/10

Sonstiges: Nur Download-Version. Port der NDS-Version mit zu wenig Neuerungen. Wi-Fi Sidequests aus der DS-Version sind über Fortschritt im Spiel freischaltbar und offline zu erledigen. Galerie mit Illustrationen und Musik. Teilweise lange Ladezeiten.
4/10

von saebaxyz