Business: Wenn Mitarbeiter ihren Arbeitgeber bewerten

Sich öffentlich über seinen derzeitigen Arbeitgeber beschweren kann schwerwiegende Folgen haben. Doch die Seite Glassdoor.com bietet Mitarbeitern...

Sich öffentlich über seinen derzeitigen Arbeitgeber beschweren kann schwerwiegende Folgen haben. Doch die Seite Glassdoor.com bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, vollkommen anonym ihren derzeitigen oder ehemaligen Arbeitgeber zu bewerten, positiv wie negativ. Kotaku hat sich die Mühe gemacht,  Reviews von Mitarbeitern aus der Videospielbranche anzusehen und das Ergebnis kann durchaus als interessant und sogar aufschlussreich betitelt werden. Zu berücksichtigen ist, dass die Reviews anonym – auch wenn Glassdoor.com versichert, dass die Mitglieder überprüft werden – sind und nicht zwingend die ganze Firma miteinbeziehen (verschiedene Studios etc.). Zudem darf man nicht den Fehler machen, einzelne Reviews als indikativ anzusehen. Da es jedoch mehrere Reviews zu den Firmen gibt, bildet sich ein repräsentativer Konsens.

In keiner japanischen Videospielfirma, gemeint sind die nordamerikanischen Niederlassungen, sind die Mitarbeiter vollauf zufrieden. Auf einer Skala von 0 bis 5, wobei 5 der beste Wert ist, liegt der Durchschnittswert bei 3. Auf Platz 1 rangiert Nintendo mit einem Wert von 3.3, gefolgt von Square Enix mit 3.1 und Sony mit 2.8. An letzter Stelle der japanischen Firmen liegt Sony Online Entertainment mit 2.5. Zum Vergleich: Microsoft hat einen Durschnittswert von 3.5. Lesenswert sind die Reviews allemal, da sie einen Einblick in Firmenstrukturen gewähren, die andernfalls nur schwer zugänglich sind.

Die amerikanischen Nintendo-Mitarbeiter fühlen sich vom japanischen Hauptquartier ausgeschlossen, da Aktionen ausschließlich aus dem Osten vorgenommen werden. Eigeninitiative wird nicht unterstützt, so ein Mitarbeiter. Öfter zu lesen ist Kritik an der strengen Hierarchie bei Nintendo. Auch die Chefetage in Japan wird angegangen: “Da die “Oldtimer” nicht gehen wollen, gibt es keinen Platz für jüngere Talente zum Aufsteigen. Viele sehr intelligente junge Leute haben den Konzern verlassen. Diejenigen, welche eine Beförderung bekommen, sind faule Arbeiter, die 50% des Tages damit verbringen, das Management anzulügen. Das ist einfach enttäuschend für ehrliche, hart arbeitende und fähige Leute.

Bei Sony geht es hingegen einen Tick schärfer zu. “Die Führungsetage ist nicht nur inkompetent, sondern auch wahnsinnig”, schreibt ein Mitarbeiter. Diese Meinung beschreibt anscheinend das Dilemma, in dem Sony sich befindet. In anderen Reviews ist von fehlender Struktur in nahezu allen Bereichen der Firma herauszulesen. Das dies eine schlechtes Arbeitsklima schafft, bestätigt widerum ein anderer Mitarbeiter.

Sicherlich darf man diese Meinungen und Bewertungen nicht als Bares verkaufen. Dennoch zeigt sich, dass vor allem die Führungsetage in diesen Reviews ihr Fett abbekommt, vor allem bei Sony.

via Kotaku, ntower