Im Test! Beat the Beat: Rhythm Paradise

Ein Jahr nach dem Release in Japan erscheint auch nun bei uns der neuste Ableger der "Rhythm Heaven"-Reihe unter den Namen "Beat the Beat: Rhythm Paradise".

Ein Jahr nach der Veröffentlichung in Japan erscheint auch nun bei uns der neuste Ableger der „Rhythm Heaven“-Reihe unter den Namen „Beat the Beat: Rhythm Paradise“. Wie der Name schon zu erkennen lässt, geht es in dem Wii-Spiel nur um eine Sache: im Takt zu bleiben. Ob Nintendo dieses Konzept erfolgreich in einen spaßigen Titel verwandelt hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Mach keinen Fehler…

Fang die Erbse!

Rhythm Paradise ist nicht wie ein typisches Videospiel aufgebaut, sondern ist eher als eine Sammlung von Variationen des selben Prinzips zu verstehen. In mehr als 50 Minispielen müsst ihr mit Hilfe der A- und B-Knöpfe die rhythmischen Vorgaben bewältigen, was sich als schwierig herausstellt. Bei Beginn des Spiels müsst ihr jedoch zuerst einen Rhythmus-Test bewältigen, der euch einerseits mit dem Konzept des Spiels vertraut macht als auch euch Aussagen gibt, ob ihr tendiert eher zu früh oder zu spät einen Taktschlag zu betätigen.

Nach Abschluss des Tests fängt der Hauptteil des Spiels auch schon an. Hier heißt es Minispiel nach Minispiel zu bewältigen. Nach 4 Minispielen folgt immer ein „Remix“-Spiel. In solch einem Remix werdet die vier vorhergehenden Spiele zusammengemixt, also in einem Lied werden alle vier Spiele fragmentarisch vereint.

Die Minispiele selbst sind alle ähnlich gestaltet: Vor jedem Minispiel wird euch in einem Tutorial erklärt, was zu tun ist und wie die verschiedenen rhythmischen Motive aufgebaut sind.  Danach beginnt das Minispiel selbst und nun dürft ihr nur noch wenige Fehler machen. Der Verlauf jedes Minispiels ist auch sehr ähnlich. Zuerst werden nur einfache Motive abgefragt, doch zum Ende hin werden diese komplexer variiert bis ihr ins Schwitzen kommt.

Auch kann es vorkommen, dass auf dem Bildschirm ablenkende Animationen versuchen euch aus dem Takt zu bringen. Nach einem Minispiel folgt die Bewertung. Es gibt vier verschiedene Bewertungen: Wenn ihr den Rhythmus einfach im Blut habt und ihr keinen einzigen Fehler gemacht habt erhaltet ihr eine perfekte Bewertung und eine Medaille. Falls ihr nur ein oder zwei Fehler gemacht haben solltet, erhaltet ihr eine „superbe“ Bewertung und ebenso eine Medaille. Die etwas wackligeren Kandidaten erhalten nur ein „O.K.“ am Ende des Spiels, dürfen aber fortfahren und sich beim nächsten Minispiel beweisen. Und falls ihr einfach zu viele Fehler gemacht haben solltet, dürft ihr nicht fortfahren und müsst euch nochmal wagen. Nach mehreren Fehlversuchen wird das Spiel aber gnädig und erlaubt euch das Minispiel zu überspringen.

Tierisches Einlochen

Auch Boni hat das Spiel im Petto. Mit den zuvor erspielten Medaillen ist es möglich, kleinere Rhythmus-Spielzeuge freizuschalten. Diese Spiele erweisen sich als kurzweiliger Zeitvertreib, bieten jedoch keine besondere Tiefe. Zum ersten Mal in der Reihe ist es nun möglich das Spiel zu zweit zu spielen. Im abgesonderten Multiplayer-Modus sammelt man Medaillen um weitere Spiele freizuschalten.

All diese Boni trösten ein wenig über einen Kritikpunkte hinweg: In allen Minispielen wird zwar variiert, aber das Grundprinzip ist stets gleich. Man hätte vielleicht bei dem ein oder anderen Minispiel ein neues Spielprinzip vorstellen können, das mehr Abwechslung bietet.

Ein Ulkiges Design

Riskante Höhe für ein Badminton-Spiel

Dass das Spiel von den selben Entwickler der „WarioWare“-Reihe entwickelt wurde, ist deutlich zu erkennen. Wie die soeben genannte Serie weist Rhythm Paradise ein liebevolles, aber simples Grafikdesign aus. Merkwürdige aber umso mehr ulkige Minispiele zaubern das ein oder andere Lachen auf dem Gesicht des Spielers hervor. Es folgen Beispiele: In „Date zu Viert“ ist man in Kontrolle eines Schülers, der während eines Dates Fussbälle, Basketbälle und Footballs wegkickt, damit die Partnerin nicht verletzt wird.

Doch es wird noch merkwürdiger: In „Konferenzraum“ sitzen vier Schweine mit Sonnenbrille und Schnäuzer auf Bürostuhlen und drehen sich wie Wirbelwinde. Der Spieler muss das vierte Schwein synchron anhalten. Solche kuriosen Bilder sind häufig vorzufinden in „Rhythm Paradise“. Doch gerade dies macht den Titel zu einem Party-Hit, denn der Charme des Spiels ist nicht zu verleugnen.

Dieser Eindruck entsteht auch durch das tolle Audio-Design. Die Beats sind ab und zu zwar etwas trashig, doch stets einprägsam. Besonders witzig sind die verschieden Voice-Samples, die entweder positiv die Fähigkeiten des Spielers bewerten oder umgekehrt ein mangelhaftes Rhythmusgefühl tadeln. Je nach Bedarf kann man auch zum japanischen Soundtrack wechseln.

Fazit

Die Wii hat mittlerweile sechs Jahre auf dem Buckel, doch es erscheinen immer noch platzierte qualitativ hochwertige Produkte für die Konsole. Rhythm Paradise überzeugt durch sein einfaches, aber schwer zu beherrschendes Konzept und durch seine einzigartiges, witzige Präsentation. An der ein oder anderen Stelle ermüdet das einzige Spielprinzip, doch dies ändert nichts am guten Eindruck. Wer einen spaßigen Titel für Abende mit Freunden oder Nachmittage mit der Familie sucht, sollte hier zugreifen.