Retro-Flashback: Seiken Densetsu 3

Seiken Densetsu 3 – Das ist der Name eines SNES Games, welches es seiner Zeit leider nicht schaffen konnte in die deutschen Läden zu kommen. Das hält...

Seiken Densetsu 3 – Das ist der Name eines SNES Games, welches es seiner Zeit leider nicht schaffen konnte in die deutschen Läden zu kommen. Das hält uns natürlich nicht davon ab dieses Oldschool-Spiel zu zocken, um etwa 16 Jahre später eine Review zu schreiben. Review ist vielleicht das falsche Wort, nennen wir es doch einfach mal einen Blick in die Vergangenheit, als alle Rollenspiele noch in 2D liefen und mit völlig anderen Werten überzeugen konnten. Seiken Densetsu 3 (auch unter dem Namen Secret Of Mana 2 bekannt) erschien 1995 in Japan auf dem Super Nintendo Entertainment System und gilt seither als Geheimtipp. 16 Jahre sind es jetzt also her. Was lässt sich also über ein Spiel erzählen, welches fast zwei Jahrzehnte auf dem Buckel trägt und erwartungsgemäß nicht mit heutigen Titeln mithalten kann? Viel Gutes, denn SD3 schafft es tatsächlich immer noch zu begeistern!

Seiken Densetsu

Hat sich der Gamer für einen der sechs spielbaren Charaktere entschieden, beginnt das Spiel mit einer kleinen Einleitung über den von uns ausgewählten Helden. Jeder Held hat seine eigene Hintergrundstory und seinen eigenen Heimatort von dem aus er/sie in die weite Welt aufbricht, um sich seinem/ihrem Schicksal zu stellen. Wie in guter alter Zelda-Manier treffen wir irgendwann auf eine Fee, die uns eher notgedrungen, als gezielt zum Auserwählten erklärt.

Wir erfahren, dass ganz, ganz fiese Typen an die begehrten Manasteine heran wollen, um die ultimative Macht zur Eroberung der Welt in die Finger zu kriegen. Wir lassen uns das natürlich nicht gefallen und kurze Zeit später treffen wir auf zwei weitere Abenteurer, die sich unserer “Ein-Mann-Armee“ anschließen, um den bösen Buben und Monstern gekonnt in den Allerwertesten zu treten. Die Story von Seiken Densetsu 3 weiß auch heute noch gekonnt zu unterhalten, allerdings wünscht man sich hier und da ein wenig mehr Informationen zu den Protagonisten. Das Konzept mit der, nennen wir sie jetzt mal, alternativ generierten Story funktioniert trotzdem gut, nur hätte man schon zu seiner Zeit einen ticken mehr Tiefe aus ihr rausholen können. Bei dem heutigen Mangel an guten JRPGs, macht Seiken Densetsu 3 aber nach wie vor eine verdammt gute Figur und bietet einen hohen Wiederspielwert.

Seiken Densetsu

Das Kampfsystem ist, wie in allen Mana-Teilen, stark actionorientiert. Zusammen mit Eurer dreiköpfigen Party läuft ihr also durch die Gegend und kloppt mit Schwertern, und was ihr sonst so dabei habt, auf eure Feinde ein. So richtig rund werden diese Kämpfe aber erst dann, wenn Ihr Eure ersten Zauberangriffe erlernt habt. Durch normale Angriffe gegen Feinde, lädt sich eure Powerleiste auf, ist sie voll, so kann der Spaß losgehen und das Feuer eröffnet werden. Die Sache mit der Powerleiste wurde seit dem dritten Teil auch in späteren Manaspielen übernommen.

Ein anderes Feature, welches Seiken Densetsu 3 einzigartig gemacht hat, war die Möglichkeit Klassen zu wechseln. Im späteren Spielverlauf kann jeder Charakter zwischen einem von zwei wählbaren Klassen wechseln, dabei entscheidet der Spieler natürlich auch selbst, welchem Charakter, welche Rolle zugeteilt wird. Jede Klasse hat natürlich ihre Vor- und Nachteile zu bieten, die neu erworbenen Fähigkeiten hängen außerdem vom jeweiligen Partymitglied ab.

Moment mal – Ihr denkt das war’s schon? Es gibt da ein weiteres Feature, welches sich vor allem im Kampf als überaus nützlich erweist, nämlich der Kalender des Spiels. Jeder Wochentag hat nicht nur Auswirkungen auf Ereignisse im Spiel, sondern auch auf Eure Gruppe. Jeder Tag ist einem Mana-Geist zugeordnet, welcher Euch einen Boost auf bestimmte Zauberangriffe einbringt. Jede Stadt in Seiken Densetsu 3 bietet eine Herberge an, in der ihr übernachten könnt, so also auch die Möglichkeit habt den Wochentag zu wechseln. Ihr könnt Euch übrigens entscheiden, ob ihr bei Anbruch der Nacht oder am Tag wieder aufbrechen wollt, diese Entscheidung macht sich bei Gegnern und der Gruppe deutlich bemerkbar. Einige Monster schlafen nachts, während andere nur tagsüber im Spiel zu finden sind. Es gibt Partymitglieder, dessen Spezial-Fähigkeiten erst durch bestimmte Tageszeiten zum Vorschein kommen, so kann sich z.B. Kevin bei Nacht in einen gefährlichen Werwolf verwandeln.

Seiken Densetsu

Bei diesen vielen tollen Features stellt sich einem eigentlich nur noch die Frage auf, weshalb es Seiken Densetsu 3 nie nach Deutschland, geschweige denn nach Nordamerika geschafft hat, ein wirklich heikles Thema. Bis heute kann man sich nicht zu 100% sicher sein, woran die Lokalisierung des Spiels scheiterte, da sich Square nie dazu geäußert hat. In Nordamerika vermuteten viele Gamer, dass man auf einen Release zu SD3 verzichtet habe, um Secret of Evermore den Vortritt zu überlassen.

Wahrscheinlich spielen aber mehrere Faktoren eine Rolle. Bugs in Videospielen sind nicht nur heute ein großes Problem, auch ein Spiel wie Seiken Densetsu 3 hatte einige schwerwiegende Mängel aufzuweisen. Spielt man SD3 auf dem SNES, statt dem Emulator (*kicher*), kann es bei Kämpfen mit reichlich Zaubereinsatz zur “Einfrierung“ des Bildschirms kommen. Dies lag nicht zuletzt daran, dass die gute alte Super Famicom mit gerade mal 128 KB RAM-Speicher zu viel Arbeit leisten musste. Als nächste Hürde dürfte sich wohl auch die Übersetzung des Spiels entpuppt haben. In Japan reichen schon wenige Schriftzeichen aus, um dialogtechnisch auf den Punkt zu kommen, im Westen bedarf es da schon mehr Zeichen, was sich wiederum in der Anzahl der Dialogfenster bemerkbar macht.

Solche Kleinigkeiten haben natürlich zur Folge, dass eine Lokalisierte Version mehr Speicher frisst, als die eigentliche Originalfassung. Es kursierten einst Gerüchte, dass Seiken Densetsu 3 sogar halbwegs übersetzt, das Projekt aber dann im Laufe der Zeit fallen gelassen wurde. Es ist durchaus denkbar, dass all diese Faktoren letzten Endes dazu geführt haben, dass wir dieses grandiose Game nie über unseren heimischen Konsolen spielen durften. Zu schade, und auch irgendwie verwunderlich, dass sich Square Enix bisher noch nicht an ein Remake gewagt hat.

Eine Sache, welche die Manaspiele schon immer ausgezeichnet hat, waren die kräftigen Farben, die schon zu SNES-Zeiten viele andere Spiele in den Schatten stellen konnten. Zur damaligen Zeit waren die Farben in vielen Titeln ziemlich dunkel und wirkten dadurch atmosphärisch eher trist, was durchaus Einfluss auf das Spielerlebnis haben kann. Seiken Densetsu 3 bietet eine große Welt gefüllt mit Inseln, Wüsten, Höhlen, Bergen, Wäldern, Ruinen, Schlössern… Ihr merkt es selbst, die Liste könnte sogar noch fortgesetzt werden, an dieser Stelle ersparen wir Euch aber die wilde Aufzählerei. Seiken Densetsu 3 schafft es den Spieler gekonnt in seine Welt zu ziehen und das ohne sich dem Spieler aufzuzwingen. Wenn Ihr also die Möglichkeit haben solltet Seiken Densetsu 3 zu spielen, dann können wir Euch nur dazu raten Schwert und Schild einzupacken, denn die könnt Ihr auf eurer Reise mehr als gut gebrauchen!

von Lobodreamz