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Culture Slot: Der Japantag in Düsseldorf

Heute gibt es zur Abwechslung mal einen Culture Slot am Montag und aus Deutschland! Zum elften Mal trafen sich Japaner und Japan-Fans in Düsseldorf zum diesjährigen Japantag. Anfänglich bildeten wirtschaftliche Kontakte die Grundlage für die große, japanische Gemeinde in der Stadt am Rhein. Immer mehr Japaner zog es nach Deutschland, sodass die Gemeinde und das kulturelle Angebot stätig wuchs. Heute hat Düsseldorf nicht nur die “Japanmeile” (oder auch Immermannstraße) zu bieten, sondern auch Bildungsttätten wie Kindergärten und Schulen oder aber auch das Ekō-Haus.

So lockt Düsseldorf nicht (mehr) nur Japaner in die Stadt, sondern auch immer mehr Japan-Begeisterte. Mittlerweile ist es Gang und Gebe, alljährlich gemeinsam die japanische Kultur in Düsseldorf zu zelebrieren. Am 2. Juni fand der elfte Japantag (日本デー) statt. Anders als im letzten Jahr, wo das Fest aufgrund des traurigen Ereignisses am 11. März, in den Oktober verschoben wurde, konnten diesmal die Besucher beim warmen, angenehmen Wetter das gebotene Programm genießen.

Wie üblich waren die verschiedenen Attraktionen und Events auf verschiedene Bühnen und Schauplätze verteilt, wobei sich das meiste an der Rheinuferpromenade konzentrierte. Neben den Bühnen am Burgplatz, der ADAC-Bühne am Mannesmannufer und der Sportbühne reihten sich jede Menge Aktions- und Verkaufsstände entlang der Promenade. Pünktlich um 13 Uhr wurde auf der Burgplatzbühne der Japantag 2012 eröffnet. Oberbürgermeister Dirk Elbers, Shunichi Matsui (Präsident des Japanischen Clubs), Harry Kurt Voigtsberger (Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW), Kiyoshi Koinuma (Japanischer Generalkonsul in Düsseldorf) und der Gouvaneur der Präfektur Chiba, Kensaku Morita, gaben sich die Ehre.

Von 14 bis 23 Uhr ging das Bühnenprogramm von der Burgplatzbühne weiter. Die (japanischen) Kindergärten Düsseldorfs schickten ihre begabten Nachwuchstalente auf die Bühne, welche nicht nur ihre Gesangskunst unter Beweis stellten, sondern auch auf sogenannten Taiko-Trommeln ihr Bestes gaben. Es folgten Auftritte der Japanischen Internationalen Schule. Zum Ende hin klang das Programm auf der Burgplatzbühne mit einem Konzert von Ohara Yasuto, einem der repräsentativsten, japanischen Jazzpianisten, vor dem großen, japanischen Feuerwerk aus.

Währenddessen begann gegen 14 Uhr das Programm auf der ADAC-Bühne mit dem Cosplay-Modenschau-Wettbewerb, bei welchem sich wieder einige gute Cosplayer auf die Bühne wagten (gegen 16 Uhr wurde der Gewinner bekannt gegeben, der Hauptreis war ein Flugticket nach Japan). Auf die Modenschau folgte direkt ein halbstündiger Auftritt von Désirée Richter (Rinoa1). Ab 16:15 Uhr konnte jeder Besucher des Japantages, der sich traute, auf die Bühne stellen und sein gesangliches Können der Masse beim Karaokewettbewerb präsentieren.

Diese gaben die Mikros nach 2 Stunden Karaoke-Spaß an die J-Pop Bands Ongaku no Kara (Deutschland) und YUIMINO (Japan) weiter. All diejenigen, die sich weniger für die japanische Popkultur als für die japanische Kampfkunst interessieren bekamen einiges auf der Sportbühne geboten: Sumō, Jûdō, Iaidō, Kyûdō, Karate Okinawa-Kobudō, Jiû-Jitsu, Naginata, Kendō und Aikidō-Künste gab es zu bewundern.

Tolle Cosplays!

Auf der restlichen Rheinuferpromenade zwischen den Bühnen gab es ein reiches Angebot an Demonstrations-, Ausstellungs- und Verkaufsständen. Zum einen gab es einen generellen Informationsstand zur japanischen Kultur, wo auch die Heinrich-Heine-Universität anzutreffen war, welche über den Studiengang Modernes Japan informierte. Außerdem konnten sich Hobby-Mangaka hier zum Manga-Wettbewerb eintragen und teilnehmen und hatten so ebenfalls die Chance ein Flugticket nach Japan zu gewinnen. Ein paar Schritte weiter war der Stand des Japanischen Clubs anzutreffen, welche Schnupperkurse in Ikebana, Origami und Kalligraphie, sowie eine Kimono-Anprobe anboten.

Die Präfektur Chiba war ebenfalls mit ihrem Maskottchen Chîba-Kun vertreten. Ebenfalls auf der Rheinuferpromenade befand sich die japanische Popkultur-Zone, wo Tokyopop, AnimaniA, Animexx oder aber auch Nintendo mit eigenen Ständen vertreten war. Fans konnten sich hier nicht nur mit reichlich Manga eindecken, sondern auch Anime, Actionfiguren, Konsolenspielen oder Accessoires.

Auch jenseits der Bühnen Richtung Landtag hörte das Rahmenprogramm des Japantages nicht auf: hier befand sich das Heerlager der Samurai-Gruppe Takeda und Interessierte konnten sich im japanischen Bogenschießen üben. Aber auch westliche Sportarten kamen nicht zu kurz, so gab es ein Deutsch-Japanisches Street Soccer Turnier zwischen der Japanischen Internationalen Schule und deutschen Grundschulen.

Im BLACK BOX, dem Kino des Filmmuseums, wurde ein Kurzfilmprogramm aus seltenen, experimentellen und vielversprechenden Arbeiten zusammengestellt. Begleitet wurde dieses durch die Live-Performance “Turntable Animation” des japanischen DJ’s VJ Chuu und Kraftwerk-Gründungsmitglied Eberhard Kranemann. Das Ekō-Haus der veranstalte im Rahmen des Japantages bereits am 1. Juni ein Konzert mit Satoshi Katano, welcher auf der Shinobue (Bambusflöte) spielte. Am 2. Juni konnten Besucher die Ekō-Anlage kostenlos besichtigen. Diese besteht aus mehreren japanischen Gärten, einer Tempelglocke, einem buddhistischen Tempel (indem auch regelmäßig Zeremonien abgehalten werden), sowie ein traditionelles, japanisches Holzhaus und ein Museumsabstrakt.

Der krönende Abschluss des Japantags 2012 war mal wieder das große japanische Feuerwerk, welches zum 200ten Jubiläum der Gebrüder Grimm unter dem großen Motto Märchen stand. So setzte sich das gesamte Feuerwerk aus 5 Szenen zusammen: Eröffnung, Märchenhafte Fabeltiere, Schneewittchen, Das Knusperhäuschen, Final/Goldregen. Insgesamt dauerte das Feuerwerk ca. 25 Minuten und versetzte die Besucher das Japantags wiedereinmal ins Staunen.