Culture Slot: Lust auf Streicheln? Katzen-Cafés in Japan

Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt und schon direkt an der Tür von einem Vierbeiner begrüßt wird. Wer genießt...

Es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man nach der Arbeit nach Hause kommt und schon direkt an der Tür von einem Vierbeiner begrüßt wird. Wer genießt die Kuschelstunden mit den Haustieren nicht, vor allem wenn man sich nicht wohl fühlt und es ist doch ein schönes Gefühl, wenn man sich um ein Tier kümmern kann. Aber was ist, wenn man keine Haustiere halten darf oder kann, wenn die Wohnung zu klein ist, wenn ein Familienmitglied auf ein Tier allergisch reagiert oder wenn der Vermieter die Tierhaltung bestimmter Tiere verbietet? In Japan kann man in solchen Fällen ein Katzen-Cafe besuchen. Dort befinden sich zahlreiche Katzen, die man gegen eine Gebühr streicheln darf. Wieso diese Art von Cafés in Japan aus dem Boden schießen und was sie für die Japaner, aber auch Touristen bedeuten, darüber wollen wir heute im Culture Slot berichten.

Katzen-Café Neko no Jikan in Osaka

Was versteht man unter dem Begriff Katzen-Cafe, die in Japan Neko-Cafés genannt werden? Hier kann man nicht nur bei einer Tasse Kaffee abschalten und Ruhe finden, sondern man kann zwischendurch auch die Schmusetiger streicheln und mit ihnen spielen-natürlich nur, wenn die Katzen es auch wollen! In einem Katzen-Café herrschen strenge Regeln, die von den Besuchern eingehalten werden müssen, ansonsten droht ein Hausverbot. Bevor man den Raum betritt, indem die Katzen leben, müssen die Hände desinfiziert und die Schuhe gewechselt werden. Es sind keine Straßenschuhe erlaubt, stattdessen trägt man hier Pantoffeln. Natürlich ist dieser außergewöhnliche Dienst nicht kostenlos. Eine Stunde Aufenthalt in einem solchen Cafe kostet ungefähr vier Euro für eine Stunde, die Getränke muss man extra zahlen.

Die Katzen-Cafés werden in zwei Bereiche eingeteilt. In der Café-Area kann man gemütlich Kaffee trinken, Plätzchen essen (die wie eine Katze geformt sind) und sich vorsichtig den Katzen annähern. Dabei gilt hier die Regel, dass die Katzen nicht auf die Tische springen dürfen. Im nächsten Raum sind Getränke verboten, aber dafür darf gekuschelt werden. Hier leben meistens zwischen 20-25 Katzen und lassen sich von den Besuchern streicheln oder spielen mit diesen. In diesem Kuschelzimmer geht es sehr gemütlich zu, man kann sich auf den Sofas oder auf dem Fußboden entspannen und die Katzen bei ihren Tätigkeiten beobachten. Gemütlich wird es natürlich dann, wenn ein Schmusetiger sich den Schoß eines Besuchers aussucht. Dann ist eine Kuschelstunde angesagt. Damit die Katzen nicht zu sehr gestresst werden, gibt es natürlich auch für diesen Bereich strenge Regeln, die befolgt werden müssen. Schlafende Katzen dürfen nicht gestört werden, man darf sie nicht ärgern und auch nicht füttern. Und natürlich darf man die Katzen nicht am Schwanz ziehen!

Beiderseitige Freude

Aber wieso sind solche Einrichtungen in Japan so beliebt? In Japan ist es sehr schwierig ein eigenes Haustier zu halten. Entweder ist die Wohnung zu klein oder der Vermieter verbietet es. Zudem bleibt oft wenig Zeit, sich neben der Arbeit oder neben dem Studium sich verantwortungsbewusst um ein Haustier zu kümmern. Daher ist es für die Japaner eine entspannende Alternative, die Freizeit in den Katzen-Cafés zu verbringen. Und jeder Katzenbesitzer weiß, wie entspannend eine Kuschelrunde mit einer Katze sein kann. Das Schnurren einer Katze ist für uns beruhigend, es baut Stress ab und Studien haben bewiesen, dass dadurch sogar der Blutdruck gesenkt wird. So sind diese Cafés in Japan Oasen der Entspannung, dass man einmal sich von dem alltäglichen Stress erholen kann. Auch Touristen suchen diese Einrichtungen auf, um sich von dem Stress in der Großstadt zu erholen.

Ganz aktuell ist in Japan nun der Streit um die Öffnungszeiten der Cafés. Diese soll nun auf 20 Uhr beschränkt werden, damit die Katzen am Abend ihre Ruhe finden. Da die meisten Besucher erst nach der Arbeit diese Cafés aufsuchen, haben die meisten Einrichtungen bis spät in die Nacht geöffnet.

Leckere Katzenplätzchen

Und bleibt dieser Trend nur in Japan? Nein, am 4. Mai hat das erste Katzenkaffeehaus in Wien seine Pforten eröffnet! Anders als in Japan zahlt man hier nur für die Getränke, aber nicht für den Aufenthalt in diesem Café. Sechs Katzen dürfen hier von den Besuchern gestreichelt werden, sie stammen aus dem Wiener Tierschutzhaus und wurden ausgewählt, weil sie alle sehr zutraulich und verspielt sind. Damit die Katzen auch Spaß an der Sache haben, gibt es für sie einen 20 Meter langen Kletterparcours und es steht für sie ein Rückzugsraum zur Verfügung, wenn sie Ruhe vor den Besuchern brauchen.

So ist der Trend der Katzen-Cafés nach Europa gekommen. Wie denkt ihr über diese Idee der Cafés?

 

via tierchenwelt, fem, tierarztblog, vienna.at