Welcome back to the Stage of History
Im Jahr 2008 schien die Geschichte um die zwei Astralklingen Soul Calibur und Soul Blade ihr Ende gefunden zu haben. Gerüchte um ein Ende der Serie machten sich breit und auch aus Namcos Gefilden kamen drei Jahre lang keine Hinweise auf einen möglichen Nachfolger. 2011 ging dann alles ganz schnell. Statements via Twitter, offizielle Ankündigung, Promotion Material, Trailer, Werbeplakate und zack, befand sich Soul Calibur in der nächsten Runde. Runde 5! Die wir ausgiebig unter die Lupe genommen haben.
Soul Calibur V spielt 17 Jahren nach den Ereignissen von Soul Calibur IV und leitet das Spiel mit dem heroischen Kampf von Gut und Böse, Siegfried mit dem heiligen Schwert Soul Calibur gegen Nightmare, der dämonischen Rüstung die das verfluchte Soul Blade trägt, ein, der die Wende in der Geschichte darstellt. Die “Verderbte” Tira, die ihr Leben in den Dienst der dämonischen Klinge Soul Blade stellte, beraubte die heilige Kriegerin Sophitia eines ihrer Kinder, Pyrrah, und füllte ihr Leben mit Hass und Angst um sie zu verderben, damit sie das neue “Gefäß” für Soul Blade werden kann.
Ihr Zwillingsbruder Patroklos stellte sich hingegen einem heiligen Orden zu Diensten der die “Verderbten” verfolgt und vernichtet. Die Verderbten sind von der dämonischen Macht, die bei der Zerstörung des Soul Blades freigesetzt wurde, infizierte Menschen die nach Macht und Seelen hungern. Auf seinem heiligen Kreuzzug kennt Patroklos keine Gnade und streckt Jeden und Alles nieder, was auch nur ansatzweise verderbt sein könnte.
Die folgenden Ereignisse, die Wege der Zwillingsgeschwister, spielt ihr im “Geschichte -1607 A.D.-Modus nach, dem Storymodus des Spiels.
“Geschichte – 1607 A.D.”
Der Storymodus gliedert sich in 20 Kapitel und erzählt die Hauptgeschichte des Spiels. Anders als in den Vorgängern bezieht sich diese Geschichte nur auf die Zwillingsgeschwister Pyrrha und Patroklos. Die Geschichte wird größtenteils in synchronisierten Bildern erzählt, die in dem gewohnten Zeichenstil angeboten werden. Wer Soul Calibur II gespielt hat wird sie noch gut vor Augen haben, da die Extro’s der einzelnen Charaktere in nur drei dieser Bilder erzählt wurden. Die Höhepunkte der Geschichte werden allerdings wieder in wunderschönen Sequenzen erzählt.
Leider bezieht sich die Geschichte nur auf die Zwillingsgeschwister. Wer auf ein Ending für jeden Charakter gehofft hat, wird hier stark enttäuscht. Egal wie schön die Geschichte um Pyrrha und Patroklos auch inszeniert sein mag, nach dem AD Modus ist Schluss mit der Story! Sehr schade denn nach dem epischen Ende der Geschichte hatten wir uns auch auf die parallelen Geschichten, gerade der neuen Charaktere, gefreut. Hier hat Namco wieder einmal eine Menge Potential in den Wind geschossen und enttäuscht vor allem Storyliebhaber
Ein paar Story-Häppchen finden sich allerdings im Arcade-Modus wieder, da man dort in Stage 5 jeweils seinen Rivalen trifft und der Wortabtausch ein wenig über die Verhältnisse der Figuren preis gibt. Doch wer die Vorgänger nicht kennt wird wohl kaum nachvollziehen können in was für Verhältnissen die meisten Charaktere zueinander stehen.
Die Spielmodi
Der Offline-Modus bietet die Spielmodi Arcade, Legendäre Seelen und Schnellkampf. Jeder besteht aus sechs Runden. Im Arcade Modus kann man den Schwierigkeitsgrad noch frei wählen – leicht, normal, schwer – und eine Route bestimmen, die Gegnerauswahl und Stages beeinflusst. Die Extra Route bietet sogar eine alternative Kameraperspektive. Der Legendäre Seelen-Modus hingegen widmet sich sechs altbekannten Kämpfern und besticht durch seinen fast schon perversen Schwierigkeitsgrad. Bei dem ersten erfolgreichen Durchlauf benötigten wir satte 40 Minuten, die sich vorwiegend aus Niederlagen zusammensetzen.
Der interessanteste Offline-Modus ist der Schnellkampf. Hier kann man Titel erwerben, Waffen und Rüstungen für den Erstellung-Modus gewinnen, in dem man bis zu 50 eigene Charaktere mit den Kampfstilen der Hauptcharaktere erstellen kann. Hier warten satte 250 Kontrahenten, allesamt mit Detailliebe von Namco erstellt.
Dein Name, dein Kämpfer, deine Klinge
Der Erstellmodus ist ein bekanntes Highlight der Serie. Hier kann man seinen eigenen Kämpfer mit Stil, Ausrüstung und allem Weiteren was man für die Schlacht braucht (oder auch nicht) erstellen. Neu, neben Ausrüstungsgegenständen, ist die Detailvielfalt die man an seinen Figuren konfigurieren kann. Dick oder dünn, riesige Oberarme dafür einen schmächtigen Bizeps, fünf verschiedene Gesamtgrößen, viele neue Gesichter und zweifarbige Frisuren sind nur einige der neuen Möglichkeiten.
Diesmal kann man sein Schwert und seinen Klingenschweif selbst einfärben, Sticker auf die Figur verteilen und Extragegenstände wie Äpfel oder Katzenschwänze an seine Figur anbringen. Selbst die Stimmlage geht nun von “oberschlumpfig” bis zu “tief drachig” mit der Zusatz-Option, die Stimme “verderbt” klingen zu lassen.
Neu ist auch, dass männliche Charaktere einen luftigen Minirock und grazile Pömps tragen könn(t)en, Kleider machen halt Leute. Zum Abschluss kann man noch einen Schnappschuss von seiner einzigartigen Figur mit schönen Hintergründen und Effekten machen. Im Erstellungsmodus wartet noch ein besonderer Extra, nämlich der Kampfstil von Devil Jin aus Tekken.
Gäste, Neulinge und alte Bekannte
Neben Jins Kampstil wartet auch ein ganzer Kämpfer darauf von euch durch die Schlacht geführt zu werden. Es handelt sich um Ezio Auditore aus Assassins Creed Brotherhood. Insgesamt sind 30 Charaktere spielbar, davon 17 Altbekannte und 8 Neulinge, die abgewandelte Stile von ihren Vorgängern geerbt haben. Dann gibt es da noch ein Pre-Order DLC Charakter – Dampierre, und nicht zu vergessen der Jin Kampfstil!
Leider befinden sich unter den Charakteren diesmal satte drei Charaktere die alle Stile beherrschen, sprich in jeder neuen Runde kämpfen sie im Stil eines anderen Kämpfers. Hier vermissen wir etliche Kampfstile aus den Vorgängern und nicht zuletzt von Teil 3, in dem es noch zusätzliche Kampfstile für den Storymodus gab die außerhalb von Teil 3 leider nie wieder gesehen wurden.
Alte Stile neu gemischt
Nicht nur die Neulinge haben dazugelernt und sich weiterentwickelt. Die vorher komplizierten Combos sind nun butterweich auszuführen und sind sehr einsteigerfreundlich. Kleine Tastenkombinationen reichen schon um die Kamera in Schwung zu bringen und ein stylisches Effektfeuerwerk zu zünden.
Durch die Neuverteilung könnte es allerdings anfangs, gerade bei Veteranen, zu Verwirrungen kommen und der Spielspaß leicht in Frust umschwenken, da es zum einen der Normal-Schwierigkeitsgrad schon in sich hat, und zum anderen auch der CPU Gegner oft mit Wiederholungen von ein und derselben Combo stark an Energiebalken und Nerven zerrt. Wer sich also nicht schnell umgewöhnen kann muss hier sogar als Veteran erst auf den Einfach-Modus ausweichen um das neue Spiel und Combogefühl zu verinnerlichen.
Denn nicht nur einzelne Moves und Combos sind auf andere Tasten gewandert, ein paar neue Errungenschaften haben sich eingeschlichen, die größtenteils auf der “Kritischen Leiste” basieren, einer Energieleiste die sich durch Angriff und Abwehr füllt. Ist sie zu einem Teil aufgefüllt, kann man in einige Moves eine “Kühne Klinge” einbauen. Eine verstärkte Combo oder ein Einzelangriff, der mit großer Effekthascherein einhergeht. Ist die Leiste über 50% gefüllt, kann man durch eine einfache Bewegung eine Kritische Klinge ausführen die einem Super- oder Finish-Stoß gleichzusetzen ist. Sie wird bei den meisten Kämpfern mit einer kleinen Sequenz unterstützt, wenn sie trifft, bei anderen Kämpfern hat sie strategischen Wert oder ist ein zusätzlicher vernichtender Schlag.
Das bekannte Rüstungssprengen ist auch wieder mit dabei, nur wird sie diesmal nur durch einen starken Treffer am Ende einer Runde abgesprengt, und diesmal die ganze. Für den eher defensiven Spieler wurde ein Präzisionsblock eingebaut. Wie sein Name schon sagt, muss man ihn präzise, sehr kurz vor dem Einschlag der gegnerischen Klinge ausführen. Wenn man Erfolg hatte ist man nicht in dem gewohnten Nachteil und kann schnell handeln. Auch geht der Verteidigungsausfall nicht so schnell voran, der passiert sofern man zu oft blockt. Man wird durch gelbes und rotes Blinken der Energieleiste gewarnt, das man kurz vor dem Verteidigungsausfall steht.
Ist man mehr der agile Typ, kann man auch mit einen neuen, schnelleren Ausweichmove in den Vorder- oder Hintergrund ausweichen, sofern der Gegner keinen horizontalen Angriff macht.
Der Kampf geht weiter
Wer nun die Offline-Modi satt hat oder erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann sich den Online-Modi widmen. Hier hat sich Namco wirklich ins Zeug gelegt und macht die Fehler aus der Vergangenheit wieder gut. Ranglistenkämpfe, Freie Kämpfe und ein großes Kolosseum warten auf den Spieler. In jedem Modus kann man freizügig bestimmen unter welchen Vorraussetzungen man sucht oder Spiele anbietet. Von “Ernsthafte Angelegenheit” über “Lockeres Spiel” hin zu “Anfängerraum” oder “Alle willkommen” heißen die großen Spielstil-Suchkriterien die angeboten werden. Region, Sprache, Sprach-Chat, Rundenanzahl und Zeit, Spieleranzahl und die Anzahl der eigenen Plätze sind die restlichen Kriterien. Vor jedem Kampf kann man seine Lieblings-Hintergrundmusik und sein Lieblingsstage wählen. Neu ist auch, dass man die Kämpferauswahl des Gegners vorher nicht sieht, womit eine faire Charakterauswahl garantiert wird.
Sollte sich ein Spieler zu eigensinnig verhalten, kann man ihn in Soul Calibur V sogar direkt über das Spiel melden, was Spieler von Kampfspielen mit Sicherheit begrüßen! Abgerundet wird das eigene Profil durch seine “Lizenz”, in der neben den gesamten Kampfdaten, auch eine aus dem Erstellung-Modus gespeicherten Karte als Profilübersichtskarte genutzt werden kann.
Das Große Kolosseum sind zahlreiche Lobbys auf der Welt in denen man freie und spontane Kämpfe genießen kann, kommunizieren und an Wettkämpfen teilnehmen kann. Hat man auf der Welt einen Spieler gefunden mit dem es richtig Spaß macht zu kämpfen, (oder den man wirklich eines Tages unbedingt besiegen muss) kann man einen Seelenlink mit ihm eingehen und ihn als Rivalen speichern, um jederzeit seinen Fortschritt zu beobachten.
Wer sich nun fragt, ob der Onlinemodus immer noch genauso langsam und unpräzise wie der seines Vorgängers ist, den können wir beruhigen. Es gibt zwar hier und da Verbindungsprobleme wie in jedem Onlinespiel, aber dann bricht der Kampf ganz ab und kann wiederholt werden. Die Online-Kämpfe halten also, was die Werbung verspricht. Sie sind genauso gnadenlos schnell und spannend wie die Offline-Kämpfe. Frust kommt nur dann auf, wenn man sich zu lange an viel erfahreneren Gegnern aufhält!
Wer übrigens einen dünnen Geduldsfaden hat, sollte auch Abstand von den Ranglistenspielen halten, denn wie bei jedem Prügler trifft man dort vermehrt auf Gegner, die natürlich eher auf Punkte als auf stilvolle und spannende Kämpf aus sind.
Möchte man aber von vornherein auf ein bestimmtes, eigenes Spielverhalten hinweisen, kann man das mit seinen Titeln, welche man wie schon erwähnt in den Offline-Modi und dem Schnellkampf-Modus freispielen kann. Einige bekommt man auch durch Langzeitspielen. Man kann angeben, dass man Logik vor brachiale Kraft setzt, Erstellen toll findet, lieber ein Retter der Welt ist oder doch die fleischgewordene Apokalypse. Es warten einige hundert Titel darauf freigespielt und von euch benutzt zu werden. Uns hat übrigens der Titel “Was ist HD” in unseren Onlinekämpfen begleitet!
Fazit – ein solides Prügelspiel
Zusammenfassend kann man also sagen, dass Soul Calibur V ein solides Prügelspiel ist, das sich nicht vor seinen Vorgängern und anderen Genrekollegen verstecken muss. Es hat ein solides Kampfsystem, das seinen Wurzeln treu geblieben ist, nähert sich aber seinen reflexlastigeren Genrekollegen an, mit seinem vereinfachten und beschleunigten Kampfsystem. Die neuen Elemente im Kampfsystem sind ansprechend, aber nichts Neues in der Prügelspielwelt. Das Spiel ist vorwiegend für die Onlinespieler konzipiert und bietet offline, neben dem viel zu kurz geratenen Storymodus und der zahlreichen Requisiten, kaum Herausforderungen. Nicht einmal eine Galerie mit Musiktiteln und Artworks fand diesmal Platz im Spiel.

Story: Ein hauchdünner Storymodus, der zwar überzeugt, aber durch sein abruptes Ende enttäuscht.
Grafik: Die Moves, Charaktere, etliche Stages und Menüdesign sind liebevoll und detailliert gestaltet. Bei einigen Moves denkt man sich mehr denn je “das muss weh getan haben”, hinzu kommen bombastische Effekte und die coolen antiken Kostümdesigns überzeugen nach wie vor.
Soundtrack: Die orchestralen Tracks sind hervorragend komponiert. Man kann immer seine Wunschtracks wählen oder voreinstellen, bis man sie satt gehört hat!
Gameplay: Das Kampfsystem bleibt sich treu. Vertikale und horizontale Hiebe, Kicks und eine Blocktaste. Die Moves sind neuverteilt, Combos gehen flüssiger über die Hand, sehen besser aus und durch die neuen Kampfelemente ist ein Kampf spannender als der andere und man kann das Blatt jederzeit mit Fingerspitzengefühl wenden.
Sonstiges: Der Onlinemodus bietet die Möglichkeit, Kämpfe als Video hoch und runterzuladen, Langzeittrophäen, Ezio Auditore als spielbarer Charakter, Devil Jins Kampfstil und ein pervers schwerer Offline-Modus für die ganz Harten. Stages mit mehreren Ebenen! Japanische und englische Synchonisation auswählbar!
von Kairos
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Finde die Wertung zu hoch, für mich gibt es zu viele Sachen die mich extrem an SCV stören. U.a. das es 3 Random-Charaktere gibt und das der Single Player die reinste Enttäuschung ist. Der Storymodus ist zwar nett gemacht, aber man spielt selbst dort nur drei Charaktere. Ganz schwach von NamcoBandai.
Für mich eher ne 7/10 aufgrund des sonst genialen Gameplays und dem tollen Online Modus. Auf jeden Fall kommt es bei weitem nicht an Soul Calibur II ran.
8 von 10!? Etwas hochgegriffen, wie ich finde…als schwächster Teil der gesamten Reihe wären 6 eher angebracht. Der Onlinemodus ist teilweise eine ziemliche Zumutung und ein Offline-Part ist ja de facto kaum vorhanden…
Nu, hätte ich das Spiel nach Offline-Modus bewertet oder nach meinem ersten oberflächlichen Eindruck muss ich euch zustimmen, doch habe ich mir extra Zeit gelassen um das Spiel richtig zu verstehen, also das Kampfsystem (Kernpunkt des Spiels), worauf auch meine Bewertung basiert.
Vielleicht wirkt es wirklich etwas hochgegriffen wegen der schwachen offline-Funktionen doch der Kern und die Extras stellen einige Vorgänger ind en Schatten und Verbindungs-Probleme im Online-Modus, kann man einfach umgehen indem man nicht mit Leuten spielt die am anderen Ende der Welt wohnen