Mit One Piece: Unlimited Cruise SP erscheint das bereits ältere, im Jahr 2009 erschienene Spiel für die Wii nun auch für den Nintendo 3DS, natürlich in aufbearbeiter Form und mit Verwendung von 3D. Während die amerikanische und japanische Version beide Unlimited Cruise Teile beinhalten, müssen wir Europäer uns nur mit dem ersten Teil zufrieden geben. Zusätzlich beinhaltet das Spiel einen Modus, mit dem sich die Episoden auf Marine Ford nachspielen lassen, sowie einen klassischen Survival Modus mit Horden von Gegnern und Bossen. Ob die Neuauflage ihr Geld wert ist, könnt ihr hier lesen!
Story
Eines gleich vorneweg, das Spiel ist für Fans von One Piece gedacht. Wer sich nicht dazu zählt, soll seine Finger davon lassen. Das Spiel gibt sich in keinster Weise Mühe, die nicht so bewanderten etwas unter die Arme zu greifen. Ein gewisser Grad an Kenntnissen wird von Anfang an vorausgesetzt. Das beginnt schon mit dem Prolog, der uns sofort zur Besatzung der Strohhutbande führt. Ruffy und seine Freunde geraten in einen Sturm, den sie nur mit Müh und Not entkommen. Doch plötzlich wird Ruffy von einem geheimen Licht angezogen. In diesem Licht spricht eine Stimme zu ihm und fragt ihn, ob er bereit sei, ein Geschenk anzunehmen. Ruffy beantwortet diese Frage natürlich mit „Ja“, worauf die Stimme sagt, dass er zuerst vier Prüfungen auf je einer Insel bestehen muss und basierend auf seiner Leistung ein bestimmtes Geschenk erhält. Unmittelbar vor der restlichen Besatzung, die an Bord der Sunny verblieb, erscheint ein riesiger Baum, der 4 Samen ins Wasser schleudert, woraus an jenen Stellen sich die Inseln emporheben. Währenddessen wird Ruffy, in Begleitung eines seltsamen Tieres, vom Himmel aus auf eine der Inseln geschleudert. Die restliche Crew der Strohhutbande macht sich anschließend sofort auf die Suche nach ihrem Kapitän…
Viel mehr lässt sich zur Story kaum sagen. Der restliche Verlauf der Story ist wohl typisch, wie man es von One Piece kennt. Hauptsache, es gibt viel zu verkloppen. Ein recht positiver Punkt hierbei ist, dass sich die Charaktere sehr authentisch verhalten und im Großen und Ganzen als glaubwürdiger Zusatz zum One Piece Kanon gezählt werden kann. Wer schon vom Manga oder Anime begeistert ist, wird hier mit der Story keine Probleme bekommen. Der zweite Modus im Spiel verfolgt seine eigene Geschichte. In den „Marineford Episoden“ spielt man den gleichnamigen Arc im Manga und Anime nach, indem Ruffy mit seinen Freunden versucht, seinen Bruder vor der Hinrichtung der Marine zu retten. Die Story hält sich dabei strikt an die Vorgaben und ist auf jeden Fall ein nettes Extra neben der eigentlichen Story.
Gameplay
Das Gameplay lässt sich am ehesten so zusammenfassen: Gut gemeint, schlecht ausgeführt. Ein sogenannter „Mixed Bag“ aus einer Fülle an guten Ideen, die aber allesamt ausbaufähig wären. Die Hauptstory richtet sich mehr dem eines RPG’s. Auf jeder Insel gibt es viel zu erkunden, zu bekämpfen und eine Menge an Items einzusammeln. Gespielt wird mit bloß einem einzigen Charakter der Strohhutbande, dafür sind alle von Anfang an wählbar. Jeder Charakter verfügt über seine eigenen Angriffe, von denen sich nach und nach neue freischalten, je oft man einen davon spielt. Ruffy verwendet zum Beispiel die Kräfte seiner Gum-Gum-Frucht, während Zorro auf seine üblichen drei Schwerter setzt. Ob es einen Unterschied macht, wen man spielt? Eigentlich nicht. Mit ein bisschen Übung lässt sich jeder Charakter gleich gut spielen und bestimmte Vor- oder Nachteile im Kampf traten kaum in Erscheinung. Wenn jedoch ein Charakter stirbt, ist man gezwungen einen anderen auszusuchen.
Zu den verschiedenen Angriffstechniken gehört auch für jeden Charakter eine Fülle an speziellen Angriffen. Am Anfang wird man sich noch mit den normalen Schlägen zufrieden geben müssen, doch im Laufe der Zeit, unter bestimmten Bedingungen, schaltet jeder Charakter neue Techniken frei. Diese werden auch besser, je öfter sie zum Einsatz kommen. Natürlich verbrauchen Techniken Spezialpunkte (SP), die sich aber recht schnell wieder auffüllen. Ebenso gibt es sogenannte Koop-Techniken, Angriffe mit zwei Charakteren gleichzeitig. Diese sind sehr mächtig, brauchen aber die SP beider Charaktere zur Gänze auf.
Wie schon erwähnt sind die Areale recht riesig und laden zum Erkunden ein. Jedoch erwartet der normale Spieler auf so manche Belohnungen zu treffen, wenn er alle Winkel eines Areals absucht. Hier sucht der Spieler vergebens, denn die Areale sind zwar riesig, aber meistens recht leer. Gruppen von Gegner tauchen per Zufall auf, diese gilt es natürlich zu besiegen. Herbei gibt es einen ganz netten Zusatz, den sogenannten „Kampfrausch“. Am Bildschirm taucht eine Reihenfolge von Angriffsbefehlen auf und wenn man die Reihenfolge korrekt ausführt, gibt es zusätzlichen Schaden und mehr Items.
Eine kleine Besonderheit im Spiel ist das Monster, welches die Gruppe auf ihren Reisen begleitet. Liebevoll von der Stohhutbande „Gabri“ getauft, hat es die Aufgabe das Treiben der Gruppe zu beobachten. Gabri kommt insbesondere zum Einsatz, wenn sich der Gruppe bestimmte Tore in den Weg stellen, die es zu öffnen gilt. Gabri ist nämlich ein sehr gefräßiges Monster, das sich gern mit Items füttern lässt. Füttert man es nun mit bestimmten Items erhält man „Gabri Points“, Punkte die unter anderem notwendig sind um mit der Story weiter zu kommen. Ansonsten glänzt die Hauptstory durch eine weitere Vielzahl an Nebenbeschäftigungen. Items sind sehr zahlreich, ebenso die Beschaffungsweise. Man kann Angeln, Erzschürfen, hohe Gräser im Zelda-Stil abschneiden, etc. etc. Die Thousand Sunny, das Schiff der Strohhutbande, dient nicht nur als Transportmittel, sondern ist auch frei begehbar. Alle Crewmitglieder sind ansprechbar und haben ab und an sogar witzige Sachen zu erzählen. An Bord der Thousand Sunny ist es auch möglich, neue Items zu kreiren, indem man vorhande Items miteinander kreuzt.
Die Hauptstory sticht durch eine schier immense Vielzahl an verschiedenen Möglichkeiten hervor und sorgt daher für ein recht abwechslungsreiches Spielvergnügen. Jedoch konnte keines dieser Features durch Originalität hervorstechen und alles kam halt schon irgendwie wo anders vor. Die Kämpfe erscheinen teilweise uninspiriert, arten nicht selten zum einfachen Button-Masher aus und dank Gabri muss man lange Zeit des Spiel mit ödem Grinden verbringen, was eigentlich ein absolutes No Go ist. Erfahrenen Rollenspielern wird der Modus daher etwas ermüdend vorkommen und sofern man nicht großer One Piece Fan ist, nicht lange fesseln können.
Ein etwas anderes Kapitel sind die Marineford-Episoden. Hier legt sich der Fokus allein auf das Kampfsystem. Auf einem Spielbrett mit verschiedenen Pfaden muss man sich durch bestimmte Kämpfe durchschlagen, die Bedingungen sind dabei jedoch nicht immer dieselben. Manchmal gilt es einen bestimmten Boss zu besiegen, eine gewisse Zeit zu überleben, etc. Für Leute, die die Hauptstory etwas müde sind, kommen die Marineford Episoden sehr gelegen, da die Zahl der spielbaren Charaktere weit höher ist und jeder der Charaktere unterschiedliche Techniken hat. Und wem das noch immer nicht genug ist, kann sich ja auch an den Survival-Modus wagen, bei dem man mit seinem Lieblingscharakter entweder gegen 200 normale Gegner oder eine Reihe von Bossgegnern antreten muss. Auf jeden Fall sind beide Modi perfekte Möglichkeiten, um sich mal für zwischendurch in kleine aber aufregende Gefechte zu stürzen.
Grafik
Grafisch kann sich das Spiel durchaus sehen lassen. Umgebungen wie Charaktere sind sehr detailrecht gestaltet. Die Strohhutbande hat sogar extra für das Spiel neue Outfits bekommen, wo je eines einem bestimmten Tier nachempfunden ist. Ruffy z.B. ist ein Löwe und Lysop eine Eule. Der 3D Effekt ist, dafür dass das Spiel ursprünglich für die Wii erschien, auch recht gut ausgeprägt. Er ist zwar in keinster Weise mit Spielen, wie z. B. Super Mario Land 3D zu vergeichen, doch gibt es durchaus Ableger für den 3DS, wo der 3D Effekt wesentlich armseliger rüberkommt. Einen kleinen Bremser bekommt die Grafik jedoch durch gelegentliche Einbrüche der Framerate, die zwar nicht den Spielfluss stören, aber doch etwas nerven können, treten sie vor allem während den Kämpfen auf.
Sound
Einen großen Pluspunkt bekommt der Sound. Das Spiel besitzt den japanischen O-Ton mit deutschen Untertiteln. Ob das auf ein geringes Budget für die Lokalisation zurückzuführen ist, oder bewusst so entschieden, es ist auf jeden Fall sehr angenehm, den japanischen Sprechern zuzuhören, die noch dazu sehr witzig anzuhören sind, auch wenn man kein Wort versteht. Der Soundtrack ist ebenfalls recht gut, er harmoniert in der Regel gut mit der Stimmung, die das Spiel im jeweiligen Moment vermitteln möchte, auch wenn keiner der Stücke wirklich erinnerungswürdig ist.
Fazit
Im Großen und Ganzen, ein Spiel für Fans und nur für Fans, aber wer würde sich schon ein One Piece Spiel zulegen, wenn man kein Fan davon wäre? Das Spiel ist sehr abwechslungsreich und es gibt sich sichtlich Mühe, dem Spieler lange Spielstunden zu geben und das hat das Spiel auch. Die Frage ist nur, wie viel man als Fan verzeihen kann? Alles was das Spiel zu bieten hat, findet sich ebenso in anderen Spielen und das in besser ausgearbeiteter Form. Wie gesagt, für Fans auf jeden Fall einen Blick wert, der Rest sollte sein Geld für was anderes augeben.










Story: Klassisches One Piece Erlebnis, nette und witzige Charaktere, ein gewisser Grad an Vorkenntnis wird vorausgesetzt. (6/10)
Grafik: Optisch sehr gut, jedoch vermiesen Framerate Einbrüche den Spaß etwas. (7/10)
Gameplay: Viel Abwechslung, aber nicht wirklich aufregend neues vorhanden, bzw. was den Spieler lange fesseln könnte. Grinden wird vorausgesetzt. (6/10)
Sound: Japanischer O-Ton und eine gute, stimmige Musik. Sonst noch was? (7/10)
Sonstiges: Durch den Zusatz der Marineford-Episoden und dem Survival Modus gewinnt das Spiel an mehr Inhalt, welcher eine durchaus willkommene Abwechslung sein kann. (8/10)
von Para
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Wenn ich das richtig sehe bezahlt man in Europe genau soviel wie in US/EU für das Spiel, bekommt aber nur 1 statt 2 Spielen …
Finde das geht überhaupt nicht klar und sollte auch boykottiert werden. Dazu kommt dann noch das der 3DS Region locked ist und man damit dann selbst als importfreudiger User richtig angeschissen ist =/.
Fand die Spiele ansonsten ganz okay, zumindestens auf der Wii.
So ist es…
Fand ich selber auch unverständlich, wieso gerade Europa die “halbe” Version bekommt. Aber auch ohne Teil 2 gibt es in dem Game viel zu tun!
Hat nicht alles auf die Cartridge gepasst, das ist zumindestens was ich gelesen hab (gibts extra Audio für jede Sprache oder so?). Weiß jetzt nicht mehr was genau es war, aber irgendwas mit den ganzen Sprachen und dem damit verbundenen Speicherplatzlimit zu tun (möglicherweise woltle Scamco auch kein größeres Modul für die Produktion nutzen).
Schweinerei bleibt Schweinerei.
Ja, das war die offizielle Begründung, hab ich auch mal irgendwo gelesen. Sprachen, … Speicher… wie groß ist denn das Modul? Sicher keine 4GB… mit Wille hätte man es sicher machen können. War wohl eher eine Kostenfrage…