Im Test! Straßen des Glücks

Seit Beginn der Reihe vor fast 21 Jahren hat es nach noch nie ein Teil der in Japan beliebten "Itadaki Street"-Serie in die westliche Welt geschafft. Bis heute. Unser Test!

Seit Beginn der Reihe vor fast 21 Jahren hat es nach noch nie ein Teil der in Japan beliebten “Itadaki Street”-Serie in die westliche Welt geschafft. Doch dies änderte sich nun mit dem Release des Wii-Titels Straßen des Glücks, das schon seit dem 23. Dezember 2011 hierzulande erhältlich ist. Kann das kuriose Finanzmanagment-Spiel auch westliche Fans überzeugen? Erfahrt es in unserem Review!

So sieht ein Spielbrett aus!

Straßen des Glücks lässt sich als Monopoly-Klon bezeichnen, jedoch wird diese Bezeichnung dem Spiel nicht gerecht. Denn das bekannte und vereinfachte Prinzip des Immobilienkaufs wird in Straßen des Glücks durch Faktoren wie Aktienkurse und den Beförderungen noch ein ganzes Stück vertieft. Trotzdem bestimmt der Würfel immer noch sehr den Spielverlauf. Es gibt viele verschiedene Felder auf denen die Figuren aus dem Nintendo- und Dragon Quest-Universen landen können. Landet der Spieler z. B. auf dem Feld mit einem lächelnden Stern, erhält dieser für die aktuelle Runde eine hohe Provision auf alle Zahlungen. Außerdem kann der Spieler auch Fortuna-Karten erhalten, wenn er auf bestimmten Felder landet. Diese ähneln sehr den Ereigniskarten aus Monopoly, so muss z. B. der reichste Spieler dem ärmsten 200 G zahlen.

Der Aktienkurs steigt!

Der beste Weg zum Geld verdienen ist jedoch das kluge Kaufen von Aktien. Ein Spielbrett ist in mehrere Distrikte unterteilt. Der Aktienkurs eines Distrikt steigt, wenn ein Spieler in die Immobilien eines Distrikts investiert oder jemand Aktien kauft. Dies und der Würfel sind die wichtigsten Faktoren für ein siegreiches Ende, denn wenn eine Figur sich auf eine Immobilie eines Gegners bewegt, muss er in dieser Einrichtung (mal ein Friseur, maleine Eisdiele) Geld ausgeben. Für den Einzelspieler ist der Faktor Glück eindeutig zu groß, denn kann eine unglückliche Anzahl von Augen auf dem Würfel sofort einen immensen Verlust an Vermögen für den Spieler bedeuten. Der Einzelspieler sollte durch ein kluges Spielen die Kontrolle haben können, doch wie bei vielen Gesellschaftsspielen ist die Macht des sechsflächigen Wegweisers ziemlich stark. Bei Mehrspieler-Partien kann der Würfel jedoch naturgemäß für sehr viel Schadenfreude sorgen.

Der visuelle Stil des Spiels ist nicht sehr innovativ. Anstatt die verschiedenen Felder in den Kontext der Mario- und Dragon Quest-Welten zu setzen, hat der Entwickler “Armor Project” die verschieden Felder über die Hintergründe der Welten schweben lassen. Dies ist natürlich sehr übersichtlich, doch hätte eine visuell ansprechendere Verarbeitung des Spielbretts mehr Eindruck schinden können. Zu Beginn sind zwölf Bretter verfügbar. Jedes dieser Bretter ist anders angelegt und sorgt für Abwechslung. Außerdem sprechen die Gegner vor jeder Aktion. Allerdings nur in Form von Sprechblasen, nicht in Form von Sprachausgabe. Die Stimme des Charles Martinet (Mario) hätte dem Spiel jedenfalls gut getan. Überraschenderweise sind diese Texte aber humorvoll geschrieben und bei Bedarf auch abschaltbar.

Luigi mal anders...

Beide Spieluniversen sind auch akustisch vertreten. Besonders gefallen hat uns z. B. die klassische und seichte Musik des Trodian-Brettes, die aus dem tollen Dragon Quest VIII schon bestens bekannt ist. Jedoch ist auf jedem Brett nur ein Titel zu hören, der sich unendlich loopt. Bei Partien die bis zu zwei Stunden dauern, kann das sehr nervig sein.

Wer wird Erster?

Straßen des Glücks ist ein sehr eigenartiges Spiel. Es fasziniert mich, dass Spiele-Entwickler auf die Idee kommen, ein Finanzbrettspiel mit solchen Figuren zu entwickeln. Die sehr bizarre Idee wurde hier konsequent durchgeführt, doch wirkt das Spiel sehr leblos. Ohne irgendeine Story oder irgendeine freundliche Stimme kämpft der Spieler um sein Geld. Kein gesunder Spieler wird die beiden Hauptkampagnen durchspielen, nur um ein paar Outfits für den Multiplayermodus freizuschalten. Was haben sich die Entwickler hierbei gedacht? Eine einzige Partie dauert schon sehr lange und ist auch nicht leicht zu gewinnen. Zwar ist die Präsentation an manchen Stellen charmant, doch bietet der aktuelle Markt viele bessere Spiele mit mehr Herz und Menschlichkeit.

Trotz alledem kann Straßen des Glücks auch ein paar Stunden Freude bereiten. Der flüssige Spielablauf  kann die ersten Male Spaß machen, doch im Grunde ist das Spiel nur ein Zahlenspiel. Ich muss mich wiederholen: Leblose Zahlen können nicht der Kern eines Spiels sein.

 

 

Grafik: Sehr funktional angelegt, hätte man besser und schöner lösen können.

Sound: Schöne bekannte Klänge, die sich unendlich loopen. Keine Stimmen zu hören!

Gameplay: Reizendes Finanzspiel, der Faktor Glück ist aber zu groß .

Sonstiges: Nette Ausrufe der Figuren in Textform, Spaßig mit mehreren Personen. Sehr starr.

Story: Absolut nichts!

 

Final Radio

 

 

 

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