Seit dem 2. Dezember ist mit Mario Kart 7 ein weiteres Highlight für den Nintendo 3DS erhältlich. Nach Super Mario 3D Land der zweite vermeintliche Hochkaräter für den neuen Handheld. Ob mit diesen zwei Titeln der schleppende Launch besser gelaufen wäre? Vermutlich ja. Aber schauen wir nach vorn. Wie viel Spaß kann man mit dem neusten Mario Kart haben? Das klären wir in diesem Test!
Never change a winning videogame
Mario Kart ist ein bisschen das Dragon Quest der Arcade-Racer. Kaum Innovationen, nur hier und da mal eine Schraube gedreht. Und trotzdem erfreut sich die Serie größter Beliebtheit. Auch mit Mario Kart 7 gibt es da auf den ersten Blick keine Ausnahme. Warum auch, Mario Kart Wii hat sich wahnsinnige 30 Millionen mal verkauft. Never change a winning videogame. Und so kann man wie seit Anbeginn der Zeit im Grand Prix Modus in Cups seine Runden drehen oder Zeitrennen absolvieren. Aber Mario Kart 7 ist alles andere als nur ein Mario Kart mit ein paar neuen Strecken auf einem neuen System. Die Verbesserungen liegen im Detail.
Zunächst mal zum wohlbekannten Grand Prix Modus. Acht Cups gibt es, in denen jeweils vier Strecken bewältigt werden wollen. Macht nach Adam Riese insgesamt 32 Strecken. Von denen sind 16 bereits aus alten Mario Kart Rennen bekannt und 16 weitere völlig neu. Eine gute Quote. Dazu gibt es die ebenfalls bekannten 50ccm, 100ccm und 150ccm Klassen. Nichts anderes, als drei Schwierigkeitsgrade.
Auch die Zeitrennen gibt es natürlich wieder. Und die Ballonschlachten sind nach kurzer Abstinenz auch wieder mit dabei. Im Einzelspielermodus als Münzschlacht abgewandelt. Alle gegen Alle oder im Ko-Op Modus darf angetreten werden. Bis zu acht Spieler können lokal zusammenspielen, dafür ist nur ein Modul notwendig. Wer kein Modul hat, muss als Shy Guy fahren, ansonsten gibt es aber keine Einschränkungen.
Prunkstück ist aber der Onlinemodus. Man kann Gruppen bilden, mit denen man leichter zueinander findet. Es ist also nicht nötig, die Freundescodes von allen Mitspielern zu kennen. Einfach den Gruppencode merken und ab geht’s. Natürlich kann man auch über Auto-Matches loslegen.
Und was ist nun neu in Mario Kart 7?
Viel angepriesen wurden wurden die Geländewechsel. Zu Wasser und in der Luft würde man nun schwimmen und fliegen. Tatsächlich fallen diese Streckenstücke aber eher marginal aus, dennoch sind sie eine gelungene Abwechslung. Gerade die riesigen Sprünge machen richtig Spaß. Unter Wasser verändert sich das Fahrverhalten deutlich, ein kleiner Heckpropeller sorgt dann für Antrieb. Aber wer mag schon Unterwasserlevel?
Insgesamt haben es, wie bereits erwähnt, 16 neue Strecken geschafft, auf das Mario Kart 7 Modul zu kommen. Werfen wir also einen Blick darauf. Abwechslung gibt es auf jeden Fall. Da gibt es einsteigerfreundliche und weniger aufregende Strecken wie Toads Piste oder Daisyhausen. In der Cheep Cheep-Bucht geht es fast die ganze Zeit durch Wasser, Shy Guys Basar wird bei Nacht, klarem Sternenhimmel und Feuerwerk durchfahren. Auch Wuhu Island ist wieder mit dabei, sogar mit gleich zwei Strecken: Der Rundfahrt und dem Bergland.
Ein besonderes verrücktes Highlight ist die Instrumentalpiste, wo es schon mal über Klaviertasten geht. Donkey Kong hat eine neue Dschungelpiste spendiert bekommen, Bowser eine neue Festung. Der Regenbogen-Boulevard erinnert zunächst an die Regenbogen-Pisten der Vorgänger, ist aber abwechslungsreicher. Es ist auch eine der wenigen Strecken, die in Abschnitte unterteilt ist und nicht in Runden. So fährt man bis zum Ende durch neue Kurven, ohne Wiederholungen.
Außerdem gibt es natürlich auch ein paar neue Items. Da ist zuerst der Tanuki-Schwanz, der als Tuningteil scheinbar nicht so viel Aufsehen unter Tierschutzorganisationen erregen konnte wie als Ganzkörperkostüm in Super Mario 3D Land. Mit ihm könnt ihr Schildkröten abwehren und Gegner von der Strecke fegen. Auch die Feuerblume feiert wieder ihren Einstand. In Double Dash hatte sie bereits einen Auftritt, allerdings nur für Mario und Luigi. Jetzt können auch Yoshi und alle anderen losfeuern. Neu ist zudem die Glückssieben. In deren Genuss kommt man aber recht selten, wenn man nicht gerade eine Rechts-Links-Schwäche hat und fahrtechnisch völlig versagt. Mit der Glückssieben steht ein wahres Feuerwerk bereit, das euch wieder an die Fahrerspitze katapultieren soll. Stern, Geist, Bombe, die Panzer sowie die Banane und der Pilz stehen nacheinander zur Verfügung.
In Mario Kart 7 dürft ihr zudem die Tuning-Garage betreten. Vor jedem Rennen gilt es, eine Kartvariante, einen Satz Reifen und einen Schirm (zum Fliegen) auszuwählen. Die unterschiedlichen Zusammensetzungen sind in Kombination mit dem unterschiedlichen Fahrverhalten der Charaktere dabei auf der Strecke durchaus spürbar. In der Garage werden die Auswirkungen der unterschiedlichen Zusammenstellungen durch Balken für Handlung, Tempo, Beschleunigung und Co. symbolisiert. Mario Kart 7 verzichtet hier aber richtigerweise auf zu viel Tiefgang. In wenigen Sekunden hat man sein Kart zusammengestellt. Wer stundenlang Autos tunen will, bevor es endlich auf die Strecke geht, der spielt nicht Mario Kart. Und trotzdem freut man sich, wenn am Ende eines Grand Prix’ mal wieder ein neues Kartteil freigeschalten wurde.
Auch im Fahrerfeld gibt es ein paar neue Gesichter. Die Bienenkönigin (macht sich besonders gut im Bananenmobil mit Pilz-Reifen) und Metall-Mario warten u. a. auf euch. Zunächst sind acht Charaktere spielbar, darunter die üblichen Verdächtigungen von Mario über Luigi bis Bowser und Toad. Insgesamt warten aber 16 Fahrer auf euch. Die werden wie Kartteile über das Sammeln von Münzen freigeschalten.
Was außerdem auffällt, ist die bessere Balance im Vergleich zu Mario Kart Wii. Dort wurde man als Erstplatzierter fast immer mit tödlichen Items von den Gegnern bedacht. Das war besonders ärgerlich, wenn man durchweg auf der Pole war und dann kurz vor der Ziellinie noch abgefangen wird. So etwas passiert nun weniger häufig, wer gut fährt, gewinnt auch oft. Irgendwie fühlt sich Mario Kart 7 besser ausbalanciert und seltener unfair an.
Grafisch gibt es an Mario Kart 7 nichts zu meckern. Es sieht tatsächlich fast so gut aus wie Mario Kart Wii, der kleine 3DS-Bildschirm macht dabei jedenfalls einiges her. Und was den 3D-Effekt angeht, ist Mario Kart 7 ein Paradebeispiel. Der Racer sieht mit 3D noch mal um einiges besser aus als ohne 3D-Effekt. Und immer läuft Mario Kart 7 dabei mit 60 FPS flüssig und schnell.
Für die Ohren gibt es dabei die typischen Mario Kart Klänge, immer abgestimmt auf den Kurs, nie nervig. Natürlich gibt es auch viele vertraute Melodien auf den bereits bekannten Strecken. Und irgendwie muss sich Mario Kart 7 auch den Vorwurf des Recycelns gefallen lassen. Nur, weil Mario Kart das schon immer so macht, ist das ja nicht besser. Die bekannten Kurse sind zwar überarbeitet, aber eben bekannt. Wenn gleich es in Mario Kart auch immer seinen Reiz hat, im neuen Spiel über bekannte Pisten zu brettern. Da ist man hin und her gerissen…
Mario Kart macht Spaß. Wie immer!
Hin und her gerissen sind wir aber nicht bei der Bewertung. Insgesamt ist Mario Kart 7 ein Titel, den jeder Nintendo 3DS Besitzer früher oder später in der Sammlung haben muss. Wie immer macht der Arcade-Racer höllisch Spaß, vor allem im Onlinemodus. Aber auch für den Einzelspielermodus benötigt man zum ersten Durchspielen gut und gerne acht Stunden. Wenn man dann noch perfekt sein will gerne auch noch die ein oder andere Stunde mehr.
Übrigens haben wir Mario Kart 7 auch mit dem 3DS-Lenkrad von Hori (12,99 Euro bei Amazon) gespielt. Auch mit Lenkrad spielt sich Mario Kart 7 hervorragend. Die Bewegungssteuerung hat genau die richtige Empfindlichkeit. Wer Herausforderung sucht, spielt in der Cockpitperspektive mit Lenkrad. Macht Spaß, ist wegen fehlender Übersicht nicht ganz einfach (am besten alle Strecken schon kennen), ist aber auch neu auf einem Handheld. Mit etwas Übung kann man sogar mit 3D-Effekt spielen.

Grafik: Da gibt es nichts zu meckern. Mit 3D-Effekt noch schicker als ohne!
Sound: Bekannte Klänge, neue Klänge, auf die Kurse abgestimmt. Sehr gut!
Gameplay: Gewohnt einfache Steuerung, besser ausbalanciert, guter Onlinemodus.
Sonstiges: Ja, die Hälfte kennt man schon. Aber jetzt auch mit Kart-Teilen…
Story: Huh?
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Der Onlinemodus ist super, ich suchte den jeden Tag mittlerweile. ^^ Einige Nachteile sind nur, falls ich noch ergänzen darf, dass er teilweise recht dumm aufgebaut ist. Einladungen zu Gruppen und Time Trials, die man über SpotPass bekommt, sind nicht unter der Option des Onlinemodus zugänglich, sondern extra vom Hauptmenü aus, obwohl beides auf das Nintendo Netzwerk zugreift. Ebenso ist es etwas störend, dass die Wahl des Karts unter einem Timer läuft *bevor* man erst anderen Spielern zugewiesen wird. Da bleibt keine Zeit um sorgäflig sein Kart mit den passenden Komponenten auszuwählen, sofern man nicht im Vorhinein weiß, was man nehmen will.
Abgesehen davon gibt es auch keine Rennmissionen mehr. (wo es auch z.B. Endbosse gab)