Im Test! Bleach: Soul Resurrección

Neben Naruto und One Piece erfreut sich auch Bleach von Tite Kubo großen Beliebtheit in vielen Teilen der Welt. Unser Test der Videospielumsetzung!

Neben “Naruto” und “One Piece” erfreut sich auch der Manga “Bleach” von Tite Kubo einer sehr großen Beliebtheit in vielen Teilen der Welt. So gibt es neben einem Anime und mehreren Movies auch unzählige Videospielumsetzungen des bekannten Stoffs. Die PlayStation 3 ging dabei bisher allerdings immer leer aus, was sich nun mit Bleach: Soul Resurrección ändert.

Die Handlung des Spiels orientiert sich dabei an der Manga-Vorlage und teilweise auch am vierten Kinofilm, welcher im Dezember letzten Jahres in den japanischen Lichtspielhäusern lief. Das Spiel fängt mit dem Sturm auf Hueco Mundo an und endet mit der finalen Schlacht zwischen Hauptfigur Ichigo und Aizen, dem Anführer der Espadas. Für ein reibungsloses Verständnis der Handlung ist also ein gewisses Vorwissen unabdinglich, da man von Seiten des Spiels im Stich gelassen wird…statt bombastischer Zwischensequenzen gibt es lediglich trockene Bildschirmtexte. Die Präsentation des Spiels fällt somit völlig unspektakulär aus, was in Anbetracht der wiederum sehr spektakulären Vorlage äußerst bedauerlich ist! Zudem ist das Spiel komplett auf Englisch gehalten, was dem einen oder anderen durchaus Schwierigkeiten bereiten könnte.

Bleach: Soul Resurrección

Nett ist allerdings, dass man wahlweise auch die japanische Synchronisation auswählen kann…aber zurück zur lieblosen Präsentation! Sehr ärgerlich ist, dass ein Großteil aller wichtigen Ereignisse nur in auditiver Fassung existiert, die ich wie folgt beschreiben möchte: Während man sich mitten im Spiel befindet und eifrig am Kämpfen ist, laufen am unteren linken Bildschirmrand hin und wieder Konversationen ab, die diese eben benannten Ereignisse in Form eines Dialogs symbolisieren. Womit wir wieder beim Vorwissen wären, denn wer den Manga bzw. den Anime nicht kennt, dürfte so seine Probleme haben, beim Nachvollziehen der eben geschilderten Situation – zumal man ja auch noch parallel dazu in Kämpfe verwickelt ist und somit ohnehin nur die Hälfte mitbekommt! Um es kurz zu machen: Die Inszenierung der Handlung ist mehr als enttäuschend und wird der Vorlage nicht einmal ansatzweise gerecht. Hinzu kommt das die Haupthandlung mir ihren 13 Kapiteln sehr knapp ausgefallen ist und man bereits nach 2 bis 3 Stunden den Abspann betrachten kann.

Was allerdings nicht enttäuscht ist der grandiose Anime-Look! Die virtuellen Charaktermodelle sehen ihren 2D-Vorlagen zum verwechseln ähnlich und auch die Kampfeffekte können sich sehen lassen. Eine besondere Erwähnung verdienen die Areale, welche sehr steril und profan wirken…was in diesem Fall allerdings sehr treffend ist, denn wer den Manga kennt, weiß, dass das dem Stil von Bleach 1 zu 1 entspricht. Was allerdings weniger schön ist, sind die Schlaulevel, die einen kontinuierlich dazu zwingen, stupide von A nach B zu laufen. Als wäre das nicht schon schlimm genug wird man auch noch permanent von eintönigen musikalischen Stücken begleitet, die einem so oder so ähnlich auch schon in “Dynasty Warriors” den Verstand geraubt haben…

Bleach: Soul Resurrección

Apropos Dynastie Warriors!? Man braucht kein Genie zu sein, um die offensichtlichen Parallelen zwischen Koeis Schnetzelorgie im fernen Osten und dem Spielprinzip von Bleach: Soul Resurrección zu erkennen. Denn egal, welchen Level ihr spielt oder wie weit ihr im Spiel voranschreitet… es gibt immer nur einen Missionstypen: Metzelt euch euren Weg bis zum Boss! Auf eurem Pfad zu eben diesem werdet ihr mit einer großen Anzahl Gegner konfrontiert, die erstens aus dem Nichts erscheinen und zweitens im Sekundentakt das Zeitliche segnen. Ganz im Dynasty Warriors-Stil gibt es dann dazu passend einen Counter, der euch die genaue Anzahl eurer niedergemetzelten Feinde anzeigt. Sogar einen Art Mosou-Modus gibt es – nur das dieser auch eine farbliche Aura und mehr Angriffskraft verschafft. Auch seid ihr diesem Hitzemodus in der Lage einen alles vernichtenden Angriff zu starten, der in einer kleinen Animation dargestellt wird. Abgesehen von dieser Spezialattake stehen euch nicht einmal eine Handvoll Standartangriffe zur Verfügung, was das Gameplay sehr schnell eintönig werden lässt. Auch das nett gemeinte Levelsystem kann daran nichts mehr ändern. Mit jedem abgeschlossenen Kapitel oder auch jeder beendeten Mission erhaltet ihr nämlich Erfahrungspunkte, die ihr auf einem Skillbrett verteilen könnt, was ganz klassisch mehr Angriffskraft, Verteidigung und Mana bringt – nur halt keine neuen Angriffe…

Neben dem belanglosen Storymodus könnt ihr euch auch noch in dem noch belangloseren Missionsmodus austoben, der euch, wie der Name schon sagt Missionen mit bestimmten Vorgaben bereit stellt. Die Missionen unterscheiden sich dabei kaum voneinander, da man auch hier nur von A nach B rennt, alles auf dem Weg niedermäht und am Ende einem Boss gegenübertritt. Der kleine Unterschied ist hier nur, dass es teilweise Zeitvorgaben gibt oder ihr manchmal auf etwas verzichten müsst, wie zum Beispiel die Fähigkeit zu sprinten. Im Grunde genommen fühlen sich die Missionen also genauso wie der Storymodus an und zwar lieblos! Ein wenig interessanter ist der Missions-Modus nur dadurch, dass man hier frei  wählen kann, mit welchem Charakter man spielen möchte. Dabei stehen euch zum Ende hin mehr als 20 verschiedene Charakter aus dem Bleach-Universum zur Verfügung. Die meisten Charaktere erhält man dadurch, dass man den jeweiligen passenden dazu Boss besiegt. Achja, die Bosse unterscheiden sich im übrigen zu den normalen Gegnern dadurch, dass sie eine längere Lebensleiste haben… ansonsten sind sie genauso unspektakulär wie der Rest des Spiels inszeniert.

Bleach: Soul Resurrección

Bleach: Soul Resurrección ist leider eine einzige große Enttäuschung und ist im Grunde genommen kaum der Rede wert. Grafisch ist es wirklich fantastisch, aber der Rest kann einfach nicht überzeugen… Fans werden sicherlich einen Blick riskieren wollen, aber alle Anderen sind dazu aufgefordert das Spiel mit Nichtachtung zu strafen. Nur eine Frage stellt sich mir nach dem Game: Warum kann CyberConnect2 nicht alle Anime-Umsetzungen entwerfen?!

 

 

Sound: Sehr monoton, kaum Wiedererkennungswert, japanische Synchro (4/10)

Grafik: Perfekter Übergang zwischen Manga/Anime und PS3. (10/10)

Story: Gut gegen Böse und das auch noch lahm bzw. kaum inszeniert? Gähn… (3/10)

Gameplay: Sehr eintönig, Abwechslung? Fehlanzeige. (4/10)

Sonstiges: Kein Onlinemodus, Schlauchlevel, geringe Spielzeit, nettes Intro. (3/10)

 

Die Gesamtbewertung stellt nicht den Durchschnitt aus den Einzelwertungen dar. Die Einzelwertungen dienen lediglich zur besseren Einschätzung von bestimmten Kriterien. In die Gesamtwertung fließt neben Spielspaß auch der Gesamteindruck zusätzlich ein.

 

Geschrieben und getestet von Nero