Im Test! Persona 3 Portable

Schon seit einigen Wochen ist Persona 3 Portable (PSP) in Deutschland erhältlich. Wir wollen euch hiermit unseren Test der Portierung nachreichen!

Toller Empfang...

Bei Persona 3 Portable handelt es sich um einen Port der PS2-Spiele Shin Megami Tensei: Persona 3 und dessen Erweiterung Shin Megami Tensei: Persona 3 FES. Neben diesen beiden Spielen bietet die PSP-Version erstmals die Möglichkeit, als Mädchen zu spielen, was besonders für Kenner der Originale interessant sein dürfte.

Wo bin ich denn hier gelandet…

Nach dem ihr euch also entschieden habt, ob ihr als Mädchen oder Junge spielen wollt, beginnt das Spiel. Ihr seid ein Austauschschüler und euer erster Schultag an der neuen Schule, der Gekkoukan High steht kurz bevor. Da ihr neu in der Stadt seid, wurde euch von der Schule eine Unterkunft zur Verfügung gestellt, in die ihr euch natürlich zuerst begebt. Während ihr also in der U-Bahn sitzt und nicht böses ahnt, geschieht etwas Seltsames.

Mitternacht, die Dark Hour beginnt

Um genau 00:00 Uhr steigt der Spieler aus der Bahn und sieht plötzlich überall Särge. Die Straßen und der Bahnhof sind menschenleer und es herrscht eine seltsame Atmosphäre. Ihr begebt euch zu eurem neuen Zuhause und werdet dort direkt von einem gespenstähnlichen Jungen begrüßt, der euch bittet einen Vertrag zu unterschreiben. Um den langen Tag endlich abschließen zu können, unterschreibt ihr. Nachdem ihr unterzeichnet habt, verschwindet der Junge ebenso plötzlich wie er erschienen ist.

Schnell trefft ihr auf eine eurer Mitbewohnerinnen, die sich eine Waffe an den Kopf hält. Ihr geht natürlich von dem schlimmsten aus. Doch schon kurze Zeit später werdet ihr über all diese Geschehnisse aufgeklärt. Ihr seid in einer wahrlich “höllischen WG” gelandet, denn eure Mitbewohner jagen nachts, in der 25. Stunde Monster, die Schatten genannt werden. Sie erscheinen nur zur so genannten Dark Hour und hauptsächlich in eurer Schule, was die Vorfreude auf diese natürlich noch größer macht.

Särge, soweit das Auge reicht

Manche Leute verwandeln sich zur dunklen Stunde aber nicht zu Särgen und so sind sie für die Schatten angreifbar. Doch die Opfer sterben nicht, sondern werden zu Zombies, die fauchend durch die Stadt streifen. Während der Kämpfe werdet ihr von euren eigenen Personas, eine Art Geist unterstützt, die nach und nach stärker werden und neue Fähigkeiten erlernen. Es ist die Aufgabe des Spielers, die geheimnisvollen Schatten zu vernichten und so Ruhe in die Stadt zu bringen.

“Bist du der Neue?”

Nachdem ihr die erste Jagd hinter euch gebracht habt, fängt auch schon wieder der Ernst des Lebens an, die Schule. Ihr habt Glück und kommt in dieselbe Klasse wie eure Mitbewohnerin Yukari. Die Schule ist ein wichtiger Handlungsort im Spiel und das nicht nur in der Nacht. Je nachdem wie gut ihr im Unterricht aufpasst und welche Antworten ihr auf die Fragen des Lehrers gebt, kann sich euer Intelligenzwert erhöhen, was in manchen Situationen sehr hilfreich ist.

Neben der “Intelligenz” kann man auch seine Werte in den Kategorien “Charme” und “Mut” steigern. Die drei Fähigkeiten erleichtern das Zusammenleben und können helfen, Freunde zu bekommen. Wobei wir schon bei dem nächsten Punkt wären: Freunde. Im Verlauf des Spiels werdet ihr immer wieder Bekanntschaften machen, seien es nun Klassenkameraden, Mitglieder eures Sportvereins oder aber innerhalb des SEES, der Organisation der Jäger. Es ist von Vorteil, wenn ihr möglichst viele Freundschaften aufbaut und diese pflegt, denn der soziale Aspekt spielt eine großen Rolle bei Persona. Durch Beziehungen zu anderen Leuten könnt ihr mächtigere Personas erschaffen, die wiederum das Kämpfen erleichtern. Deshalb müsst ihr euch öfters mal Zeit für eure Freunde nehmen. Man hört sich dabei an, was sie gerade beschäftigt und sagt, was man selbst von ihren Problemen hält. Nach den Treffen steigt dann häufig das “Beziehungs-Level” was sich dann positiv auf ein Attribut, die so genannte Arcana auswirkt.

Je mehr Freunde ihr also habt, desto stärker werden euch Fusionsergebnisse. Es gibt zwei Arten von Fusionen: Die normale mit zwei Personas und die Dreifachfusion bei der sogar drei Personas zu einer neuen, mächtigen Kreatur werden.

In der Schule ist immer was los, auch nach dem Ende des Unterrichts könnt ihr euch hier mit Freunden verabreden oder euch im Sportverein austoben.

Hast du nach der Schule schon etwas vor?

Sobald ihr die Schule für den Tag abgeschlossen habt, habt ihr eine ganze Menge Möglichkeiten um euch die Zeit zu vertreiben. So könnt ihr z. B. Freunde treffen, euch in einem Sportclub anmelden oder aber in die Stadt gehen. Die gesamte Stadt bietet mehrere Schauplätze und man kann immer wieder etwas Neues entdecken. Ihr könnt scharfe Burger essen um euren Mut zu erhöhen, im Kino jobben um etwas Geld zu verdienen oder Waffen für euer Team kaufen.

In der Stadt findet ihr auch eine weitere Tür zum Velvet Room, welcher ein weiterer wichtiger Ort von P3P ist. Dort könnt ihr eure Personas fusionieren oder ein paar Nebenaufgaben erledigen, die mit seltenen Items oder Geld belohnt werden. Nachts kann man nur noch wenige Teile der Stadt besuchen und so bereitet man sich abends auf die Schule am nächsten Tag vor oder geht zur Schule um dort die Schatten zu bekämpfen und weiter im Turm (die Schule verwandelt sich zur Dark Hour) aufzusteigen. Ihr werdet schnell merken das die wenigen Stunden nach dem Unterricht kaum ausreichen um als was man sich vorgenommen hat, wirklich zu erledigen. Man sollte seine Freizeit deshalb möglichst effizient organisieren.

Let`s Go to Tartarus Tonight!

Tartarus, am Tag Schule, in der Nacht Heimat für tausende Schatten

Um in der Story voranzuschreiten, müsst ihr die veränderte Form eurer Schule, genannt Tartarus erforschen. Einen Großteil der Zeit werdet ihr hier verbringen, euer Ziel: das Erreichen der Spitze. Tartarus ist die Heimat der Schatten und so werdet ihr hauptsächlich hier kämpfen und trainieren. Ihr schlagt euch wortwörtlich durch die leider ziemlich unkreativ gestalteten Etagen des Turms. Dabei ist das Kampfsystem von Persona ziemlich einfach. Als Gruppe von bis zu vier Charakteren kämpft ihr gegen Schatten-Horden.

Während des Kampfes steht euch ein “Kommandorad” zur Verfügung, welches folgende Aktionen beinhaltet: Angriff, Magie/Skills, Persona wechseln, flüchten, Items nutzen und Taktik. Bei Angriff handelt es sich um einen einfachen Angriff eures Charakters auf einen Feind. Magie/Skills sind vom ausgerüsteten Persona abhängig. Die Stärke hängt vom Level des Personas und den damit verbundenen Statuswerten ab, außerdem hat jeder Feind eine Schwäche. So gibt es z. B. Gegner die gegen Feuer und somit gegen den Feuerzauber “Agi” empfindlich sind, aber auch eure Charaktere haben Schwächen. Falls man den Gegner auf diese Weise angreift, darf man einen zusätzlichen Angriff ausführen. Dasselbe gilt aber auch wenn man selbst angegriffen wird. Man hat auch die Möglichkeit seine Personas während des Kampfes zu wechseln, das ist besonders hilfreich wenn man einen Persona mit dem Heilzauber “Dia” benutzen möchte, aber derzeit ein anderer Persona ausgerüstet ist. Auch hier müsst ihr aufpassen, denn man kann die Personas nur einmal während des Kampfes wechseln.

Im Befehl “Taktik” kann man auch seine anderen Mitstreiter kontrollieren und so einen vermeintlich verlorenen Kampf doch noch gewinnen. Die “flüchten” und “Items nutzen” sind für Rollenspiel-Fans natürlich selbsterklärend. Neben diesen festen Bestandteilen des Kampfsystems gibt es aber auch noch andere Aktionen, die aber bestimmte Voraussetzungen benötigen. Da wäre z. B. die “All-Out-Attack”, ein Gruppenangriff den ihr einsetzten könnt, wenn alle Gegner am Boden liegen. Dafür müsst ihr die Gegner gezielt mit ihrer Schwäche attackieren.

Nach einer langen Nacht in Tartarus kann es aber auch sein, dass eure Charaktere müde sind oder gar erkranken. Falls ihr diese Zustände nicht behebt, sind eure Charaktere längere Zeit kampfunfähig. In Vollmondnächten steht euch etwas ganz besonderes vor, was an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll.

Sieht schlimmer aus als es ist: Die Beschwörung eures Personas.

Die Technik

Persona 3 Portable enthält, wie bereits erwähnt, zwei PS2-Spiele. Trotzdem musste man etwas Entscheidendes ändern, die Grafik. Während die PS2-Originale vollständig 3D-animiert waren, bietet P3P dies nur innerhalb der Dungeons und den Kämpfen. Die Schule und der Rest der gesamten Stadt werden in einer schönen 2D-Grafik präsentiert. Das Gameplay ist einfach und klassisch. Direkt zum Anfang kann man einen von vier Schwierigkeitsgraden aussuchen, was das Spiel sowohl Neulingen als auch Veteranen zugänglich macht.

Das gesamte Spiel ist auf englisch, lediglich die Verpackung und das Handbuch sind deutsch. Einfaches Schulenglisch reicht zum Verstehen aber vollständig aus. Positiv ist aber die Sprachausgabe. Ein Großteil der Dialoge sind synchronisiert, die Stimmen sind authentisch und der “Schulhof-Slang” wirkt nicht gekünstelt. Ebenfalls besonders positiv fällt auch die Musik auf, die sich deutlich von anderen Rollenspielen unterscheidet.

Fazit

Unter Rollenspielkennern schon lange ein Geheimtipp, der noch immer sehr modern ist. Persona 3 Portable überzeugt mit einer gelungenen Schulsimulation und einem spannenden Kampfsystem. Die tolle Story und der einzigartige Sound lassen die eintönige Dungeongestaltung fast vergessen und machen das Game auch auf der PSP zu einem der besten, wenn nicht sogar dem Rollenspiel überhaupt.

 

 

getestet von zwiebelritter