Im Test! Street Fighter IV 3D Edition

Das Review zum ersten 3DS-Prügler   Unser zweites Nintendo 3DS Spiele-Review nach Pilotwings Resort soll sich Street Fighter IV 3D Edition widmen. Capcom macht kein Geheimnis daraus, dass es sich bei Street […]

Das Review zum ersten 3DS-Prügler

 

Unser zweites Nintendo 3DS Spiele-Review nach Pilotwings Resort soll sich Street Fighter IV 3D Edition widmen. Capcom macht kein Geheimnis daraus, dass es sich bei Street Figher IV 3D Edition um einen Aufputz des bereits erschienen Street Fighter IV (PS3, Xbox 360) handelt. Das wird schon am Titel deutlich. Das lässt natürlich befürchten, dass hier das schnelle Geld mit einer relativ kostengünstigen Umsetzung eines alten Spiels für eine neue Konsole gesucht wird. Diese Befürchtung können wir aber schon zu Beginn zerstreuen. Die 3D Edition enthält etliche Neuerungen und Anpassungen. Muss sie natürlich auch, wenn sie beim Wechsel von HD-Konsolen auf einen 3D-Handheld noch spielbar sein will. In unserem Review erfahrt ihr alles Weitere!

Overshoulder, Baby! Grafik und 3D-Effekt.

Kommen wir zunächst zur Grafik und dem 3D-Effekt. Schon das Original bot 3D-Modelle auf 2D-Hintergründen. Die 3D Edition auf dem Nintendo 3DS kann diesen Schritt noch konsequenter gehen, denn dank 3D-Effekt gibt es eine wunderschöne Tiefe. Zudem sind die Modelle derart schön ausgearbeitet, dass es einfach Spaß macht, hinzuschauen. Auch die liebevollen 2D-Hintergründe wissen zu überzeugen. Auch wenn sie nicht belebt sind, wie im Original. Flugzeuge oder jubelnde Zuschauer sucht man vergebens. Aber irgendwo muss die Handheld-Version gegenüber der HD-Version ja ihre Abstriche machen. Auch das Menü ist ein Augenschmaus. Natürlich gilt aber wie bei allen 3DS-Spielen: Handheld ruhig halten. Sonst wird’s schwammig. Ansonsten ist der 3D-Effekt natürlich wie immer frei regelbar, bis hin zum völligen Ausschalten. Aber hey, Nintendo 3DS!

 

Neu und ebenfalls sehr schön anzusehen ist die „Dynamic View“. Die ist aber tatsächlich nicht für mehr gut, als den 3D-Effekt zu genießen. Die Kamera schwenkt dann in eine Ansicht schräg über der Schulter des Charakters. Dadurch geht aber ein wenig die Übersicht verloren und außerdem lässt sich die Entfernung zum Gegner schwieriger einschätzen und die Kamera bleibt starr. So bleibt „Dynamic View“ nur ein nettes Feature, das spielerisch ohne Bedeutung ist. Echte Beat’em Up Fans bevorzugen wohl sowieso eher die Draufsicht.

Sammelfieber und… What up, Straßenkampf.

Auch das StreetPass Feature des 3DS nutzt Street Fighter IV 3D Edition. Da ist der Name doch richtig Programm. Via Datenaustausch kämpfen kleine Figuren, von denen man im Spiel Hunderte sammeln kann, gegeneinander. Aber sind wir mal ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, in Deutschland, jemanden mit einem 3DS auf der Straße zu treffen, der auch noch Street Fighter IV 3D Edition mit aktivierter StreetPass Funktion dabei hat? Wohl nicht wahrscheinlich genug, denn in Leipzig war niemand anzutreffen. Aber das kann sich mit fortlaufender Dauer, die der 3DS am Markt ist, noch ändern. In Tokio geht es da sicherlich heißer her. Ein schönes Feature ist es aber in jedem Fall. Und die Figurensammlung löst auch ohne StreetPass Sammelfieber aus. Zudem sind von Beginn an einige Kostüme für Kämpfer enthalten, die man für das Original noch per DLC „dazubuchen“ musste (z. B. Ken in einem Cowboy-Outfit). Übrigens sind auch alle 35 Kämpfer von Beginn an spielbar, hier muss man nichts freischalten.

Ultra-Kombos nun auch für Gelegenheitsspieler!

Die wohl „aufregenste“ Neuerung ist die Nutzung des Touchpads. Dort haben die Entwickler, wenn es der Spieler denn wünscht, vier Attacken abgelegt, die sich mittels einfachem „Touch“ auslösen lassen. Das können ganz normale Schläge sein, aber eben auch Spezialangriffe und die schwierigsten Kombos. So simpel diese Neuerung ist, so weitreichend ist sie. Denn das macht Street Fighter IV 3D Edition fast schon einer ganz neuen Zielgruppe zugänglich. Wer Street Fighter so richtig genießen wollte, der musste in der Vergangenheit schon was drauf haben. Nämlich flinke Finger und dicht verflochtene Synapsen, um mitunter schwierige Tastenkombos zu realisieren. Nun können auch Gelegenheitsspieler gleich mit schicken Kombos einsteigen. Zum einen gibt es da die „Lite“ Variante und zum anderen die „Pro“ Variante. Bei „Pro“ liegen nur die einfachsten Angriffe auf dem Touchpad, in der „Lite“ Variante jedoch auch Ultra-Kombos.

Spielmodi und Fingerkrämpfe.

Insgesamt gibt es sechs Spielmodi. Man kann trainieren oder sich an „Herausforderungen“ üben, z. B. im Zerschlagen von Autos oder einfach nur im erfolgreichen Ausführen von schweren Kombos. Im Arcade-Modus spielt man mit dem Kämpfer seiner Wahl Arena für Arena durch. Unterlegt ist dabei jeder Charakter mit einer kleinen, aber eigentlich belanglosen Hintergrundgeschichte (erzählt durch schicke Comic-Sequenzen). Im Versus-Modus geht’s in einen schnellen Fight. Dazu kann man lokal oder online gegen Freunde und Fremde antreten. Haben die zwei lokalen Freunde nur ein Exemplar des Spiels, kann man mittels Download trotzdem zusammen spielen. Löblich, aber die Funktionen sind in diesem Modus stark eingeschränkt.

Die Steuerung wurde ebenfalls gut auf den kleinen Handheld umgesetzt. Ganz klar: Mit einem Controller auf einer HD-Konsole ist es immer noch ein anderes Spielerlebnis. Aber SF IV 3D Edition soll Street Fighter unterwegs spielbar machen und das ist hier auf jeden Fall gegeben, auch wenn es mit dem D-Pad und Steuerkreuz manchmal ein wenig verkrampft wird. Der 3DS liegt eben doch nicht so ergonomisch in der Hand wie ein Controller. Diesen kleinen Kritikpunkt lässt die bereits erwähnte „Steuerung“ mittels Touchpad aber gleich wieder vergessen. Und im Prinzip ist es ja auch nicht Capcoms Schuld, dass der 3DS kein Controller ist.

 

 

Fazit: Mal überlegen… eigentlich gibt’s nichts zu meckern.

Street Fighter IV 3D Edition ist alles andere als eine „schnelle Portierung zum Launch“. Das Original wurde um sinnvolle und spaßige Neuerungen ergänzt. Natürlich muss die 3DS Version optisch Abstriche machen, aber das kommt eigentlich nur bei den (nun beweglosen) Hintergründen voll zum Tragen. Und betrachtet man SF IV losgelöst von dem Original, ist es optisch einer der besten, wenn nicht der beste bisherige 3DS Titel. Denn die Figuren, Kombos und Effekte sind ultra-hübsch. Auch spielerisch gibt es im Prinzip nichts zu meckern. Dazu kommt die „Gelegenheitsspieler-Erweiterung“ des Touchpads.

Und so kommt es, dass man Street Fighter IV 3D Edition nicht nur Beat’em’Up Fans uneingeschränkt empfehlen kann. Nein, angesichts des bisher zahlenmäßig dünnen Line-Ups des Handhelds ist es wohl auch eines der derzeit besten erhältlichen Spiele überhaupt. Dead or Alive Dimensions oder Blaz Blue II müssen erstmal nachziehen…

 

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