Import Review! Tales of Graces f

Ursprünglich war Tales of Graces ein exklusives RPG für die Wii, doch es dauerte nicht lange bis eine erweitere Version des Spieles für die Playstation 3 angekündigt wurde. Das Spiel mit den […]

Ursprünglich war Tales of Graces ein exklusives RPG für die Wii, doch es dauerte nicht lange bis eine erweitere Version des Spieles für die Playstation 3 angekündigt wurde. Das Spiel mit den Namen Tales of Graces F wanderte Dezember 2010 in die japanischen Regale. Bisher lag auch wenig Hoffnung darin, diesen Titel einmal in übersetzter Form zu sehen, doch überraschenderweise beherzigte Namco America die Wünsche der Fans und hat vor kurzem angekündigt, dass Tales of Graces F nach Amerika kommen wird. Ein Anlass für uns, euch die japanische Version ausführlich in unserem Import Review vorzustellen!

Story – zwischen Pflichten und Abenteuern

Als der älteste Sohn des Lehnsherrn Aston Lhant, soll Asbel eines Tages seine Nachfolge antreten. Nur hat der Junge da seinen eigenen Kopf und unternimmt lieber Abenteuer, als auf seinen Vater zu hören. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Hubert macht Asbel sich eines Tages auf zu der Blumenwiese, die nicht weit entfernt von ihrer Heimatstadt Lhant liegt.

Dort treffen sie auf ein Mädchen, das an Amnesie leidet und ein recht weltfremdes Verhalten an den Tag legt. Asbel freundet sich mit ihr an und gibt ihr den Namen Sophie, an Anlehnung der Closophie, einer Blume von der das Mädchen fasziniert zu sein scheint.

Nur ereilt sich nicht viel später eine schreckliche Schicksalswendung, die Asbel dazu bringt, seinen eigentlichen Traum sofort in die Tat umzusetzen. Ohne ein weiteres Wort, verlässt er Lhant und tritt in Balonia der Ritterschule bei. Er hat es sich zum Ziel gesetzt stärker zu werden, um die Personen beschützen zu können die ihm wichtig sind.

Sieben Jahren ziehen ins Land und Asbel ist kurz davor seine Ausbildung zum Ritter abzuschließen. Doch dann trifft er seine Kindheitsfreundin Cheria wieder, die ihm vom Tot seines Vaters berichtet. Da sich seine Heimat in Gefahr befindet, bricht er die Ausbildung kurzerhand ab, um doch noch das Vermächtnis seines Vaters zu erfüllen.

Gameplay – vertraute Tales Elemente

Wie es schon in Tales of Hearts der Fall war, sind in Tales of Graces F ebenfalls die Gegenden miteinander verbunden. Soll heißen, um von einer Stadt zur nächsten zu gelangen, muss man nicht selten einige Wege und vielleicht sogar einen Dungeon ablaufen bis man am Ziel angekommen ist. Zuerst mag das schon ein wenig nervig klingen, da es mit einiges an Laufarbeit verbunden ist, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Sowohl in Feldgegenden, als auch in Dungeons lungern allerhand Monster herum. Diese sind glücklicherweise sichtbar und könnten so auch gerne mal umgangen werden, wenn man keine Lust auf einen Kampf hat. Wer andere Titel aus der Tales of Reihe kennt, der wird auch mit dem Kampfsystem vertraut sein. Die Grundlage der Kämpfe bleibt nämlich dieselbe. Es gibt einen Kampfbildschirm, auf denen man seinen Charakter so gut wie frei bewegen und per Knopfdruck die Gegner angreifen kann. Ein aktives Team besteht aus vier Leuten, drei von diesen werden für gewöhnlich vom Computer gesteuert.

Das Tales of Destiny Remake machte es vor und Tales of Graces F übernimmt es, das CC (Chain Capacity) System. Im Gegensatz zu den bekannten TP (Technical Points) müssen CC nicht durch Items wieder aufgefrischt werden und beziehen sowohl A-Artes (festgelegte Angriffe) als auch B-Artes (frei wählbar, entsprechen Magie und spezielle Angriffen) mit ein. Jeder Angriff, egal welcher Art, kostet eine gewisse Anzahl an CCs und ist solange nutzbar bis alle diese Punkte aufgebraucht sind. Zum Glück füllen sich diese recht schnell wieder auf, wenn man für kurze Zeit nichts tut oder sich beim Verteidigen vom Gegner treffen lässt.

Unverzichtbar im Kampf ist die sogenannte „Sidestep“ Funktion, mit der sich Angriffe ganz leicht ausweichen lassen, indem man flink zur Seite springt. Ebenso mit Vertreten ist die aus Tales of the Abyss bekannte Free Run Funktion, die Aufgrund von höheren CC-Kosten nur bedingt von Nutzen ist. Da ist es doch um einiges effektiver auf Sidestep zurückzugreifen.

In Gegensatz zu vorherigen Tales of Titeln können die Kämpfe in Tales of Graces F bisweilen zu schnell und unübersichtlich werden, so dass es dem Spieler zu Anfang schwer fällt den Überblick zu behalten. Seinen Teil dazu tragen auch die Ausführung der Magie und der Spezial Attacken bei, die durch ihre Farbgebung und Darstellungen gerne Mal dem Spieler die Sicht auf das Kampfgeschehen rauben. Könnte einigen Leuten auf Dauer vielleicht etwas zu viel werden.

Funktionen wie Items erstellen und neue Waffen schmieden, stehen hier im Zusammenhang mit dem sogenannten „Arles Pot“. Dieses Allzweckgefäß stellt zudem eine ganz neue Art des Kochens vor. Denn werden die Zutaten nicht nach jeden Kampf zusammen gemischt, sondern erst beim nächsten Shopbesuch. Das Resultat wird dann einfach in den Arles Pot gepackt und sollten nun mal die HP im Kampf knapp werden, aktiviert sich zum Beispiel das Reisbällchen von selbst und heilt die Gruppe einmalig. Natürlich gibt es noch andere Items die sich gut in dem Topf machen und ihre ganz eigenen Effekte mit sich bringen. Der ganze Spaß kostet jedoch Energie, die nur in Städten wiederherstellen werden kann. Dafür ist der Arles Pot aber ausbaufähig, sowohl Platz als auch das Maximum an Energie lassen sich steigern.

Das Wichtigste: Die Titel

Titel verleihen den Charakteren erst ihre wahre Stärke und sorgen dafür, dass sie Artes erlernen und Spezial Attacken, so genannte Blast Caliber einsetzen können. Jeder der insgesamt sieben spielbaren Charaktere kann eine Vielzahl von diesen erhalten, indem bestimmte Bedingungen im Spiel vollzogen werden. Hierzu zählen Subevents erledigen, Storyabschnitte meistern und spezielle Voraussetzungen im Kampf zu erfüllen. Mittels SP (Special Points), die es nach jedem erfolgreich bestrittenen Kampf gibt, kann dann der jeweilige ausgerüstete Titel bis zu fünf Stufen aufgelevelt werden. Dadurch werden unter anderem unterschiedliche Statuswerte aufgebessert. Ebenso bringen viele der Titel positive Effekte mit sich, wenn sie ausgerüstet sind.

Grafik & Musik

Von der Musik her überzeugt das Spiel nicht ganz. Leider sind einige Lieder enthalten, die einfach so vor sich hinspielen, aber als nichts wirklich hörenswertes angesehen werden können. Selbst wenn sie weitgehend zur jeweiligen Umgebung passen, in der sie gespielt werden. Dafür kann sich die Grafik sehen lassen. Zwar kommt sie nicht an gewohnten Playstation 3 Standard heran, was mitunter daran liegen mag, das man es hier mit einen ehemaligen Wii Titel zu tun hat, trotzdem ist der gegebene Animestil durchaus gelungen und passt gut zur Darstellung des Spieles.

Sonstiges: Spielzeit und neue Inhalte

Es nimmt locker 50 Stunden in Anspruch das Spiel zu beenden und im Anschluss wurde zudem noch ein Zukunftskapitel dran gehängt, das in etwa ein Viertel des eigentlichen Spieles entspricht und eine neue Story mit sich führt. Mit enthalten sind auch eine kleine Anzahl an neuen Dungeons. Tales of Graces F wartet mit einer Menge an Zusatzinhalten auf, die dem Spieler weiterhin stundenlang an die Konsole fesseln.

Neben zwei Zusatzdungeons, gibt es unzählige Subevents zu sehen, kleine unterhaltsame Minispiele zu meistern, einige Kostüme zu holen und optionale Bosse zu schlagen. Bei Beginn eines „New Game +“, steht zudem der Grade Shop zur Verfügung. Gegen verdiente Grade gibt es hier unter anderem das Übernehmen von Titeln oder erhöhte Erfahrung zu erwerben, um das erneute Durchspielen des Titels zu erleichtern.

Fazit

Tales of Graces F könnte man fast schon als einen der besten PS3 Titel bezeichnen, die zur Zeit auf dem Markt sind und in der Tales of Reihe hat es gameplaymäßig ohnehin die Nase vorn. Einzig die Story kann nicht ganz überzeugen, weil sie leider auch nur mit wenig überraschenden Wendepunkten aufwartet und zeitweise etwas langweilig wirkt, doch das machen die liebevoll gestalteten Charaktere und der gegebene Humor allemal wieder wett. Auf jeden Fall ein Must Have für jeden Tales of Fan, aber auch für alle anderen Rollenspielebegeisterten, die dem Animestil nicht abgeneigt sind, werden ihre wahre Freude an diesem Titel haben!

Tales of Graces Import Review von Justy